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Zahnriemenwechsel erklärt: Dauer, Kosten, Intervalle
29. Juni 2020
Wartung & Pflege

Zahnriemenwechsel erklärt: Dauer, Kosten, Intervalle

Ein regelmäßiger Zahnriemenwechsel sollte auf der To-do-Liste eines jeden Fahrzeughalters stehen. Wird der Zahnriemen nicht im empfohlenen Intervall gewechselt und reißt dieser in Folge bei voller Fahrt, so musst du nicht nur mit einem schweren Motorschaden rechnen. Du kannst in dem Fall auch keinen Garantieanspruch geltend machen.

Wir erklären dir, in welchem Intervall du Zahnriemen wechseln solltest, welche Werkstatt sich anbietet, was es kostet und warum du vor allem beim Kauf eines Gebrauchtwagens den Zustand des Zahnriemens prüfen solltest.

Wann ist der Zahnriemenwechsel fällig?

Früher oder später schlägt für die meisten Verschleißteile im Auto die letzte Stunde. Ob Abgasanlage, Reifen oder Bremsen. Ohne regelmäßige Inspektion und Wartung ist deinem Auto nur ein kurzes Leben beschieden.

Die sogenannte tickende Zeitbombe unter den Verschleißteilen ist der Zahnriemen. Er besteht aus Synthesekautschuk und Kunststoff und verbindet die Kurbelwelle mit der Nockenwelle, sorgt also dafür, dass sich die Ein- und Auslassventile des Motors im festgelegten Takt öffnen und schließen.

Der Zahnriemen ist während der Fahrt ständig in Bewegung und somit permanenter Abnutzung ausgesetzt. Wenn der Riemen reißt, kommt der Motor bei älteren Fahrzeugmodellen bestenfalls nur zum Stillstand. In neuen Modellen kreuzen sich jedoch die Wege von Kolben und Ventilen. Bei einem Zahnriemenriss können die Ventile deshalb mit einem Kolben kollidieren und Schäden verursachen, die einen Motoraustausch erfordern.

Wer diese unnötigen Kosten vermeiden möchte, sollte alle 30.000 Kilometer eine Sichtinspektion durchführen. Bei Anzeichen von Rissen oder Ausfransung im Material solltest du den Wagen möglichst nicht mehr bewegen, um kostspielige Schäden zu vermeiden. Weitere Anzeichen für einen bevorstehenden Zahnriemenwechsel sind Spannungslosigkeit oder Überdehnung des Riemenmaterials.

Ursachen für Verschleiß sind nicht immer nur Alter und Abnutzung. Kommt das Material mit Öl und Wasser in Kontakt oder ist der Wagen starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, so besteht eine erhöhte Gefahr der Materialermüdung. Dies gilt auch für Fahrzeuge, die nur selten zum Einsatz kommen, daher ist das Alter eines Zahnriemens genauso ausschlaggebend wie die Anzahl der gefahrenen Kilometer.

Bei den kleinsten Anzeichen von Abnutzung solltest du einen Zahnriemenwechsel auf keinen Fall aufschieben. Da Verschleiß am Bauteil nicht immer erkennbar ist, das Material aber mit der Zeit spröde und porös wird, können auch Schleifgeräusche oder ein Leistungsverlust des Motors auf Schäden am Zahnriemen im Auto hinweisen.

Grundsätzlich solltest du dich an das vom jeweiligen Autohersteller empfohlene Intervall für Zahnriemenwechsel halten, um das Leben deines Motors zu verlängern.

Welche Intervalle gibt es für den Zahnriemenwechsel?

Das Wechselintervall für Zahnriemen ist stets vom Hersteller, Motormodell und Baujahr abhängig. Jeder Autohersteller empfiehlt Fahrzeughaltern den Zahnriemen in einem bestimmten Turnus von gefahrenen Kilometern oder Gebrauchsjahren zu wechseln. Da der Turnus je nach Motorisierung unterschiedlich ist, lässt sich keine bindende Angabe dazu machen, wann du einen Zahnriemen wechseln musst. Der Durchschnitt für einen empfohlenen Zahnriemenwechsel liegt jedoch bei 60.000 bis 250.000 Kilometer oder bei vier bis sechs Jahren.

Für die siebte Generation des VW Golfs wird eine Zahnriemen-Inspektion ab 240.000 Kilometer empfohlen (Bild: VW)

Um die Intervallschwankungen je nach Herstellerempfehlung und Motorisierung zu veranschaulichen, hier einige Beispiele: Beim VW Golf V TDI ab dem Baujahr 2007 soll für das Motormodell 2.0 TDI ein Zahnriemenwechsel im Intervall von 150.000 Kilometer erfolgen. Bei einem Golf VI 2.0 TDI ab Baujahr 2010 liegt das Intervall für den Zahnriemenwechsel bei 210.000 Kilometer und ab dem Golf VII gibt es kein vom Hersteller vorgegebenes Intervall mehr, sondern eine empfohlene Inspektion des Zahnriemens ab 240.000 Kilometer. Für den Zahnriemenwechsel beim Audi A4 2.0 TDI Generation B8 ist ein Intervall von 180.000 Kilometer vorgesehen, für den Zahnriemenwechsel beim SEAT Ibiza IV 1.4 TDI wiederum schreibt der Hersteller kein Intervall vor, empfiehlt jedoch eine erste Sichtprüfung nach 90.000 Kilometer.

Allgemein sind die Intervalle bei neueren Fahrzeugen im Vergleich zu älteren Modellen größer. In der Regel solltest du aber bei Neuwagen unabhängig vom Baujahr spätestens nach sechs Jahren einen Zahnriemenwechsel vornehmen, um Motorschäden zu verhindern. Achte auch auf die empfohlenen Intervalle im Service-Heft deines Fahrzeugs. Solltest du die Intervalle nicht einhalten, so verfällt dein Garantieanspruch bei Schäden durch einen gerissenen Zahnriemen.

Welche Kosten fallen an?

Nicht nur die Intervalle für den Wechsel von Zahnriemen, auch die Kosten hängen vom jeweiligen Modell des Motors, dem Hersteller und dem Baujahr ab. Hat sich die Haltbarkeit von Zahnriemen mit den Jahren deutlich verbessert, so ist dafür der Riemenwechsel bei neueren Modellen aufgrund der Motorkomplexität deutlich aufwendiger. Bei älteren Autos ist der Zahnriemen noch relativ leicht erreichbar und erfordert im Gegensatz zu neuen Modellen nur wenige Handgriffe. Das reduziert die Arbeitszeit und somit die Kosten.

Die Gesamtkosten für einen Wechsel setzten sich aus Materialkosten und Arbeitszeit zusammen. Die Bauteilkosten für einen Zahnriemen liegen zwischen 40 und 200 Euro. Da beim professionellen Zahnriemenwechsel nicht nur der Riemen, sondern meist auch die Spannrolle und Umlenkrolle und bei älteren Modellen auch die Wasserpumpe getauscht werden, kommen für diese Ersatzteile ebenfalls Kosten hinzu. Spann- und Umlenkrolle sind oft im Preis des Zahnriemens mit inbegriffen. Die Wasserpumpe wiederum kostet je nach Modell zwischen 80 und 200 Euro. Beim Zahnriemenwechsel sind Kosten nicht nur eine Frage der Motorisierung, sondern auch der Werkstatt. Allgemein ist mit einer Preisspanne zwischen 200 und 900 Euro zu rechnen.

Bei einem VW Golf mit Baujahr 2007 (1.9 TDI) kostet ein Wechsel etwa 500 Euro, mit Baujahr 2013 (2.0 TDI) liegen die Kosten für den Zahnriemenwechsel bereits bei rund 700 Euro. Ein Wechsel beim Audi A3 Baujahr 2015 (2.0 TDI) kostet rund 700 Euro, bei einem VW Up mit Baujahr 2014 (1.0) rund 300 Euro.

Auch hier gilt die Regel, dass ein Zahnriemenwechsel bei älteren Modellen günstiger ausfällt als bei neuen Fahrzeugmodellen.

Welche Stellen führen einen Wechsel durch?

Da der Zahnriemen ein wesentlicher Bestandteil eines funktionierenden Motors ist, sollte der Wechsel professionellen Händen überlassen bleiben. Ein Zahnriemen, der aus Kostengründen in minderwertiger Ausführung gekauft oder falsch montiert wurde, kann zu teuren Motorschäden und vermeidbaren Reparaturarbeiten führen.

Den Zahnriemenwechsel kannst du im Grunde von jeder Freien oder Vertragswerkstatt durchführen lassen. Handelt es sich um ein Auto neuen Baujahrs, so ist es ratsam aufgrund der Komplexität des Ausbaus eine Vertragswerkstatt des Herstellers zu beauftragen. Bei älteren Modellen ist der Zahnriemen leichter zugänglich und die Montage weniger modellspezifisch. Daher kannst du den Wechsel auch problemlos einer Freien Werkstatt überlassen.

Wichtig ist, dass du zuvor die geschätzte Reparaturzeit des Autoherstellers mit der angegebenen Reparaturzeit einer Freien Werkstatt vergleichst, da sich günstigere Reparaturkosten durch mehr Arbeitsstunden sonst nicht lohnen.

Wie lange dauert ein Wechsel?

Genau wie die Kosten hängt auch die Reparaturdauer von der Zugänglichkeit des Zahnriemens und der Komplexität des Motors ab. Die Arbeitszeit sollte in den meisten Fällen zwischen zwei und vier Stunden liegen. Nur bei sehr komplexen Modellen, die einen kompletten Motorausbau erfordern, kann die Arbeitszeit auch zwischen sechs bis acht Stunden liegen.

Bei einer Vertragswerkstatt kannst du davon ausgehen, dass mehr Routine mit modelleigenen Spezifikationen vorliegt und somit die Arbeitszeit überschaubar bleibt. Bei Freien Werkstätten kann durch die abweichende Position von Spann- und Umlenkrollen, eine enge Bauweise und ein Austausch zusätzlicher Motorteile die Arbeitszeit über die Wechselvorgabezeit hinausgehen. Auch modellspezifische Bauteile sind in Vertragswerkstätten im Gegensatz zu Freien Werkstätten meist auf Lager, was die Reparaturarbeit beschleunigt.

Einen Zahnriemenwechsel kannst du von jeder Freien oder Vertragswerkstatt durchführen lassen (Bild: Pixabay)

Für eine Vertragswerkstatt spricht darüber hinaus, dass du deinen Garantie- bzw. Gewährleistungsanspruch geltend machen kannst, wenn du dich an die empfohlenen Intervalle hältst. Solltest du bei Reparaturen eine Freie Werkstatt bevorzugen, kann der Hersteller im Schadensfall mögliche Kulanzleistungen verweigern. Eine gesetzliche Gewährleistung bei Montage- und Reparaturfolgeschäden steht dir jedoch bei beiden Werkstattvarianten zu.

Kannst du selbst einen Zahnriemen wechseln?

Vor allem Besitzer älterer Automodelle möchten Werkstattkosten sparen und stehen vor der Frage, ob sie eigenhändig den Zahnriemen wechseln sollen. Grundsätzlich spricht bei älteren Baujahren nichts dagegen, wenn das technische Know-how vorhanden und der Zahnriemen leicht zugänglich ist. Ein Zahnriemenwechsel ist aber selbst in den einfachsten Fällen nichts für Anfänger.

Das synchrone und exakte Zusammenspiel von Zahnriemen, Nockenwellen, Kurbelwelle und den Spannungs- und Umlenkrollen verlangt genaue und sorgfältige Arbeit. Baust du den Zahnriemen nur um einen Zahn versetzt ein, kann aus dem Tausch eines Motorteils schnell ein totaler Motorschaden entstehen.

Bedenke auch, dass kein Garantieanspruch besteht, wenn du den Zahnriemenwechsel selbst vornimmst. Schäden bei der Reparatur oder Folgeschäden durch einen falschen Einbau fallen nicht unter einen Gewährleistungsanspruch, wie es bei Werkstätten der Fall wäre. Du kannst so vielleicht für den Zahnriemen Kosten einsparen, bleibst aber am Ende durch mangelndes Fachwissen auf teuren Folgereparaturen sitzen.

Vor allem für Käufer von Gebrauchtwagen ist es wichtig, sich vor dem Kauf über den Zahnriemen eines Fahrzeugs zu informieren. Es gilt herauszufinden, ob ein Gebrauchtwagen über einen Zahnriemenantrieb verfügt und wenn ja, welches Wechselintervall für den Zahnriemen gilt. Wichtig ist auch, ob und wann der Vorbesitzer den Zahnriemen gewechselt hat, wie viele Kilometer der Wagen auf dem Tacho hat und wie alt Wagen und Zahnriemen sind. Auch ein Auto mit 10.000 Kilometer kann einen porösen oder verschlissenen Zahnriemen haben, wenn seit zehn oder mehr Jahren kein Zahnriemenwechsel erfolgt ist.

Vor dem Kauf eines Gebrauchtwagens solltest du immer einen Nachweis für den Zahnriemenwechsel verlangen oder eine entsprechende Preissenkung bei einem alten Zahnriemen fordern.

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