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Was du über die Emissionsklassen wissen solltest
24. Juni 2020
Regularien

Was du über die Emissionsklassen wissen solltest

Ab Januar 2021 ist es wieder so weit. Die EU verschärft ihre Grenzwerte für den Schadstoffausstoß von Fahrzeugen. Ist das für die Emissionsklasse deines Autos jetzt gut oder schlecht und wo liegt eigentlich der Unterschied zu Effizienz- und Schadstoffklassen? Wir bringen dich auf den aktuellen Stand und erklären dir, welche Testverfahren und Bußgelder gelten. Dazu erfährst du, wo die Emissionsklasse deines Autos steht und ob sich eine Nachrüstung von Gebrauchtwagen lohnt.

Was sind Emissionsklassen?

Jedes Fahrzeug mit Verbrennungsmotor stößt beim Verbrennungsprozess Schadstoffe aus. Dazu zählen Kohlenstoffmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffe (CnHm), Stickoxide (NOx) und Rußpartikel. Alle genannten Stoffe sind für unsere Umwelt schädlich. Um Emissionen zu reduzieren, gibt es daher seit den sechsziger Jahren in den USA und den siebziger Jahren in Europa Abgasnormen, die Fahrzeugneuzulassungen von Grenzwerten und Emissionsklasse abhängig machen.

Seit 2019 gilt für die gesamte EU die Euronorm 6d-TEMP. Jeder Fahrzeugtyp einer Flotte muss somit für eine Neuzulassung die Grenzwerte der Euro 6d-TEMP erfüllen. Ältere Fahrzeuge zählen zu einer niedrigeren oder auch „schlechteren“ Schadstoffklasse und müssen die Grenzwerte einhalten, die bei der Neuzulassung galten.

Die Euro 6d-TEMP behandelt jedoch nicht alle Fahrzeuge gleich. Schadstoffklassen unterscheiden zwischen Motorisierung (also Benziner oder Diesel), Fahrzeugtyp (Pkws, Lkws und einspurige Kfz) und Zulassungsjahr.

Für Autofahrer spielt die Emissionsklasse eine wichtige Rolle, weil sie über die Höhe der Kfz-Steuer und Fahrverbote in Umweltzonen bestimmt. Für Autohersteller ist sie sogar noch bedeutender, da alle Neuzulassungen Schadstoffnormen einhalten müssen.

Welche Emissionsklassen gibt es?

Aktuell hat Deutschland sechs Emissionsklassen. Man kann sie sich wie die Jahresringe eines Baumes vorstellen. Alte Abgasnormen verlieren durch eine neue Norm nicht ihre Bedeutung, sondern rücken einfach ein Stück auf. Begonnen hat es 1970 in der Europäischen Gemeinschaft (EG) mit der Abgas-Richtlinie 70/220EWG. Wirklich wichtig wurde es für unsere heutigen Straßen 1992 mit der Euronorm Euro 1.

Durch zahlreiche verschärfte Messmethoden und Grenzwerte kam im September 2014 schließlich die Euro 6b für neue Typen. Neufahrzeuge mussten ein Jahr später, ab September 2015 die Euronorm 6b erfüllen. Im Gegensatz zu den Abgasnormen Euro 1 bis Euro 5 unterteilt sich die Euronorm 6 in vier Unternormen: 6b, 6c, 6d-TEMP und 6d. Zusätzlich gibt es fünf Unterklassen: 6d-TEMP-EVAP, 6d-TEMP-ISC, 6d-TEMP-EVAP-ISC, 6d-ISC, 6d-ISC-FCM. Erst ab 1. Januar 2021 gilt offiziell die Euro 6d.

Der Grund für die etwas komplizierte Unterteilung der Euro 6 sind nicht unterschiedliche Grenzwerte, sondern verbesserte Testverfahren, die den Schadstoffausstoß ermitteln. Erst mit der Euro 7, deren Grenzwerte die EU derzeit ausarbeitet, sollen neue Schadstoffgrenzen zur Anwendung kommen und Gerüchten zufolge Benziner und Diesel erstmals in der Zulassung gleichbehandelt werden. Aktuell gelten beim Ausstoß von Stickstoffdioxiden für Benziner und Diesel abweichende Messgrenzen. Das Ende für Dieselfahrzeuge würde mit der Euro 7 somit näher rücken. Autohersteller hätten dann nur die Wahl zwischen einer kostspieligen Nachbehandlung des Schadstoffausstoßes (z.B. durch Rußpartikelfilter) oder dem Ende des Dieselmotors.

Aktuell gibt es in Deutschland sechs Emissionsklassen, sie bestimmen die Höhe der Kfz-Steuer und Fahrverbote in Umweltzonen. (Bild: Pixabay)

Wie wird die Emissionsklasse geprüft?

Der Gesetzgeber ermittelt bei der Abgasuntersuchung (AU) durch genormte Prüfverfahren, ob neue Fahrzeugtypen die Grenzwerte einer Emissionsklasse einhalten. Die Messverfahren ermitteln den Ausstoß von Kohlendioxid, Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen unter authentischen Fahrbedingungen. Die Messung erfolgt durch am Auto befestigte Messinstrumente wie Sonden am Auspuffrohr.

Am 1. September 2017 wurden zwei neue Testverfahren, der WLTP-Zyklus und der RDE-Test, eingeführt und die Euro 6 in 6b und 6c unterteilt. Bis zur Schadstoffklasse 6b galt noch der NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus). Angaben zum Schadstoffausstoß bezogen sich dabei nur auf theoretische Fahrtmessungen und allgemeine Verbrauchsprofile. Mit dem realistischen Emissionsausstoß hatten die Werte wenig zu tun.

Ab Emissionsklasse 6c kam mit dem WLTP-Zyklus (Wordwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) eine deutlich differenziertere Schadstoffmessung zur Anwendung. Mit der Euro 6d-TEMP kam noch die RDE-Messung (Real-Driving-Emissions) hinzu. Die RDE-Messung berücksichtigt realistische Fahrprofile und Geschwindigkeits-/Lastenverhältnisse aus 14 Ländern.

Der WLTP misst während eines dreißigminütigen Fahrzyklus in zertifizierten Testlaboren den Schadstoffausstoß. Der RDE-Test dauert zwischen 90 und 120 Minuten und ermittelt den Ausstoß und Verbrauch auf Stadt-, Land- und Autobahnstrecken. Die RDE-Werte bilden den Schadstoffausstoß unter realen Straßenverkehrsbedingungen (RDE) ab und reduzieren die Abweichung zwischen theoretischen Messwerten, vom Hersteller angegebenen Verbrauchswerten und dem realen Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß.

Neue Fahrzeugtypen erhalten heute nur eine Neuzulassung, wenn sie bis 31. Dezember 2020 mindestens die 6d-TEMP-EVAP-ISC erfüllen. Ab 1. Januar 2021 gelten dann die neuen Vorgaben der Euronorm 6d.

Wie lässt sich die eigene Emissionsklasse ermitteln?

Welche Euronorm hat mein Auto? Angesichts der etwas komplizierten Kategorisierung eine verständliche Frage. Die Antwort darauf ist allerdings einfach: Schau in deinen Fahrzeugschein, denn er verrät dir durch einen Emissionsschlüssel die Schadstoffklasse. Bei einem Fahrzeugschein vor 2005 findest du die Emissionsschlüsselnummer unter Feld 1: „Schlüsselnummer – zu 1“. Im neuen Fahrzeugschein seit 2005 findest du den Emissionsschlüssel in Feld 14.1 in der Zulassungsbescheinigung Teil I.

Deine Schadstoffklasse lässt sich ermitteln, indem du die letzten zwei Ziffern der mittigen Schlüsselnummer nimmst und mit den Euronormen vergleichst. Den Klartext (also etwa Euro 4 oder Euro 6) findest du unter Feld 14.

Deine Schadstoffklasse kannst du ganz einfach ermitteln, wenn du deine Schlüsselnummer in unserer Tabelle suchst:

  • Euro 1: 01-04, 09, 11-14, 16, 18, 21, 22, 77

  • Euro 2: 25-29, 34, 35, 40, 41, 49, 71

  • Euro 3: 30, 31, 36, 37, 42, 44-61

  • Euro 4: 32, 33, 38, 39, 43, 62-70

  • Euro 5: 35AO – 35MO

  • Euro 6: 36NO – 36YO

  • Sonstige: 00, 05-08, 10, 15, 17, 19, 20, 23, 24, 88

Der Emissionsschlüssel deiner Schadstoffklasse steht auch im Kfz-Steuerbescheid, im Nachweis über die Erfüllung von Umweltanforderungen oder in der Herstellerbescheinigung.

Warum ist die Emissionsklasse für Umweltzonen wichtig?

Die Emissionsklasse entscheidet nicht nur über deine Kfz-Steuer, sondern auch über die Umweltzonen, in denen du fahren darfst. Umweltzonen reduzieren die Schadstoffbelastung der Umwelt und gelten vor allem in Innenstädten und Ballungsgebieten.

Mit Stand Anfang 2020 gibt es 58 Umweltzonen in Deutschland. Fahrzeuge dürfen hier nur mit Umwelt- oder Feinstaubplaketten in der Windschutzscheibe fahren. Die Plakette ist zwar keine Pflicht, führt aber bei unberechtigtem Befahren zu hohen Bußgeldern.

Du erhältst die Plakette von regionalen Zulassungsbehörden und Stellen, die Abgasuntersuchungen durchführen. Dazu gehören freie und Vertrags-Werkstätten, die Dekra und der TÜV. Für die Ausstellung benötigst du deine Fahrzeugpapiere. Alternativ kannst du die Plakette auch online bestellen und deine Papiere als Kopie oder Scan schicken. Die Kosten je nach Ausgabestelle liegen bei fünf und zehn Euro.

Umweltplakette: Emissionsklasse ist nicht gleich Schadstoffgruppe

Häufig wird die Emissionsklasse mit der Schadstoffgruppe verwechselt. Die Schadstoffgruppe gibt jedoch nur die Umweltzone an, die mit der Umweltplakette befahren werden darf. Die Plaketten orientieren sich am Emissionsschlüssel und sind in vier Schadstoffgruppen unterschieden:

Grüne Plakette

  • Benziner mit Schlüssel: 01, 02, 14, 16, 18-75, 77

  • Diesel mit Schlüssel: 32, 33, 38, 39, 43, 53, 55-59, 60-70, 73-75

Gelbe Plakette

  • Diesel mit Schlüssel: 30-31, 36, 37, 42, 44-52, 72

Rote Plakette

  • Diesel mit Schlüssel: 25-29, 35, 41, 71

Keine Plakette

  • Diesel mit Schlüssel: 00, 03-13, 15, 17, 88, 98

  • Benziner mit Schlüssel: 0-24, 34, 40, 77, 88, 98

Die Schadstoffgruppen beziehen sich zwar auf die Emissionsklasse, sind aber nicht identisch. Grüne Plaketten gibt es somit für alle Fahrzeuge ab Euro 4 oder besser, Gelb für Euro 3, Rot und keine Plakette für Euro 1 oder schlechter.

Die Emissionsklasse wird auch gern mit der CO2-Effizienzklasse verwechselt. Die Effizienzklasse gibt aber nur Auskunft über den CO2-Ausstoß und die Energieeffizienz eines Fahrzeugs. Es gibt aktuell acht Effizienzklassen: A + und A bis G. Die Effizienzklasse deines Fahrzeugs findest du in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 unter Feld V.7.

Wann drohen Fahrverbote und Bußgelder?

57 der Umweltzonen dürfen heute nur mit grüner Plakette befahren werden. Fahrzeuge mit roter oder ohne Plakette dürfen keine Umweltzone befahren. Anders ausgedrückt: Für diese Fahrzeuge gelten Fahrverbote. In den meisten Fällen betrifft das Dieselfahrzeuge. Nur Partikelfilter können die Schadstoffgruppe noch verbessern und dabei helfen, ein Fahrverbot zu umgehen.

Wer ohne oder mit der falschen Plakette eine Zone durchfährt, muss seit 2020 mit einem Bußgeld von 100 Euro rechnen. Eine gefälschte Plakette kann Geld- und Freiheitsstrafen nach sich ziehen. Vor allem die kürzlich angekündigte Einführung einer Blauen Plakette versetzte Dieselfahrer in Schrecken. Die Blaue Plakette würde für Euro 4 und Euro 5 Diesel und sogar für einige Benziner ein Fahrverbot bedeuten und nur Fahrzeuge mit Euronorm 6 in Umweltzonen zulassen.

Lässt sich die Emissionsklasse bei Gebrauchtwagen verbessern?

Umweltzonen und Fahrverbote gehören durch strenge Grenzwerte und der voraussichtlich 2021 kommenden Euro 7 inzwischen zum Alltag für AutofahrerInnen. Besonders für Gebrauchtwagen spielt die Emissionsklasse somit eine wichtige Rolle. In welchen Großstädten und Ballungsräumen darf der Wagen überhaupt noch fahren, wenn seine Emissionsklasse keine Grüne Plakette zulässt und lohnt sich ein Gebrauchtwagen überhaupt, wenn dadurch die die Kfz-Steuer steigt?

Die Emissionsklasse lässt sich derzeit noch durch eine Nachrüstung mit Partikelfiltern (OPF) für Otto-Motoren, Diesel-Partikelfilter (DPF) und Katalysatoren verbessern. Die Kosten für eine Nachrüstung liegen je nach Hardware zwischen 400 und 1.500 Euro. Kombiniert mit den möglichen Fahrverboten stellt sich aber die Frage, ob der Kauf eines Neuwagens mit Euro 6 nicht mehr lohnt, als eine teure Nachrüstung von Gebrauchtwagen.

Entscheidend ist aber vor allem auch, ob es sich beim Fahrzeug um eine Saugrohr- oder Direkteinspritzung handelt. Benziner und Diesel mit Direkteinspritzung erzeugen deutlich mehr Schadstoffe und haben mit der neuen Euronorm schlechte Chancen auf eine Grüne oder Blaue Plakette. Für wen der günstigere Preis von Gebrauchtwagen am wichtigsten ist und wen Umweltzonen nicht direkt betreffen, muss bei Emissionsklassen natürlich nicht so genau hinschauen.

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