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Warndreieck, Verbandskasten und Co: Was im Auto nicht fehlen darf
31. Mai 2022
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Warndreieck, Verbandskasten und Co: Was im Auto nicht fehlen darf

Laptop? Check. Smartphone-Ladekabel? Dabei. Rucksack? Im Kofferraum verstaut – bei persönlichen Utensilien behalten die meisten Fahrenden problemlos den Überblick. Doch wie sieht es mit all jenen Gegenständen aus, die der Gesetzgeber vorschreibt? Was muss sich bei der Fahrt alles im Auto befinden? Welche Ausrüstung wäre darüber hinaus im Auto sinnvoll? Und wie setzte ich sie im Ernstfall ein? Das alles klärt dieser Ratgeber – inklusive Details zu Nutzung und Ablaufdaten, sowie Kosten und Bußgeldern (bzw. Verwarngeldern).

Verpflichtende Gegenstände im Auto: Warndreieck, Verbandskasten, Warnweste

Damit ein Fahrzeug ordnungsgemäß auf deutschen Straßen fährt, müssen diese drei Gegenstände zwingend an Bord sein: Warndreieck, Verbandskasten und Warnweste sind gesetzlich vorgeschrieben! Wo genau das Sicherheits-Equipment unterkommt, bleibt den Fahrenden selbst überlassen. Eine Pflicht zur Lagerung im Kofferraum besteht nicht. Entscheidend ist, dass alle drei Gegenstände bei Panne, Unfall oder Verkehrskontrolle gut zugänglich sind.

Generell empfehlen Experten einen kurzen Check vor der Abfahrt, vor allem im Neuwagen und geliehenem Fahrzeug. Wo genau sich die Bestandteile der Sicherheitsausrüstung befinden? Das kann sich je nach Verstau-Möglichkeit des Modells stark unterscheiden. Wer im Notfall die Seitenfächer des Gepäckraumes absuchen muss oder mit dem Kofferraumboden kämpft, verliert wichtige Zeit.

Warndreieck: Aufstellen, Bußgelder, Distanzen

Die Straßenverkehrsordnung schreibt nicht genau vor, wie weit entfernt das Warndreieck vom Pannenort stehen muss. (Bild: iStock)

Ob man den offiziellen Begriff "Warndreieck" nutzt, oder die umgangssprachlichen Bezeichnungen "Pannen-Dreieck" oder "Unfall-Dreieck": Gemeint ist stets der wichtigste Gegenstand zur Warnung nachfolgender Verkehrsteilnehmer vor einer Unfallstelle. Ein aufklappbares Dreieck mit Plastik-Triangel und reflektierenden Flächen soll Auffahrunfälle oder unnötig späte Ausweichmanöver verhindern, wenn ein Fahrzeug unplanmäßig zum Stopp auf der Fahrbahn oder am Fahrbahnrand kommt.

Im PKW sowie auf dem Quad muss es in jedem Fall an Bord sein, Motorradfahrer benötigen auf deutschen Straßen kein Warndreieck. Vorsicht: Die Bestimmungen unterscheiden sich in anderen EU-Ländern. Außerdem differenzieren ausländische Gesetzgeber in dieser Frage manchmal zwischen Motorrädern mit und ohne Beiwagen. Ein Warndreieck dabeizuhaben, ist im wahrsten Sinne die sichere Variante.

Im Bedarfsfall beschäftigt Verkehrsteilnehmer die Frage: Wie weit vor der Unfallstelle sollte ich das Warndreieck platzieren? Die Straßenverkehrsordnung lässt die Distanz zum Pannen- bzw. Unfallfahrzeug weitgehend offen, spricht nur von mindestens 100 Metern bei „schnellem Verkehr“. Doch um für gute Sichtbarkeit und ausreichend Raum zu sorgen, empfiehlt der TÜV die Orientierung an den üblichen Geschwindigkeiten des betreffenden Straßenabschnitts.

  • Innerorts: ca. 50 Meter

  • Landstraße: ca. 100 Meter

  • Autobahn: ca. 200 Meter

Entscheidend für die Praxis

Nachdem die StVO-Distanzen nicht auf den Meter geregelt sind, kannst du als Fahrer den besten Standort für die jeweilige Situation selbst wählen. Im Idealfall steht das Warndreieck vor etwaigen blinden Kurven und Kuppen. Für bestmögliche Sichtbarkeit empfiehlt sich das Aufstellen vor einer Kurve (anstelle der Kurvenmitte etc.). Selbst wenn das die Distanzen zur Unfallstelle verlängern sollte. Außerdem sollten Fahrer das Aufstellen des Warndreiecks zumindest einmal auf dem Parkplatz ausprobieren. Dann sitzen die Handgriffe in der stressigen Situation.

Kosten und Bußgelder

Online-Versandhäuser bieten Warndreiecke nach der verlangten europäischen Norm (ECE R27) ab 15 Euro an. Eine rote Aufbewahrungshülle ist zumeist im Preis enthalten. Eine Investition, die sich ab der ersten Verkehrskontrolle lohnt, denn die Exekutive verhängt bei fehlendem Warndreieck ebenfalls eine Strafe von 15 Euro.

Verbandskasten im Auto: Ablaufdatum, Masken, Kosten

Der eigentliche Kasten des Verbandskasten ist nicht vorgeschrieben, nur der Inhalt. (Bild: iStock)

Wie beim Warndreieck kennt der Volksmund mehrere Bezeichnungen für dasselbe Sicherheits-Dings: „Erste-Hilfe-Kasten“ oder auch „Auto-Apotheke“ (vermutlich im Ruhrpott) wird der Verbandskasten genannt. Auto- und Quadfahrer müssen das Set immer mitführen, Motorradpiloten sind in Deutschland von der Regelung ausgenommen.

Wenn man richtig pedantisch sein will: Laut Gesetz müssen Fahrzeuge lediglich den geforderten Inhalt des Verbandskastens an Bord haben – die Verpackung selbst unterliegt keiner Reglementierung. Sollte man bei Verkehrskontrollen aber nicht als Entschuldigung dafür nutzen, erst noch sein Auto durchsuchen zu müssen.

Die gewählte Farbe spielt also keine Rolle, ebenso ob sich das Material in einer Stoff-Tasche oder harten Plastik-Dose befindet. Entscheidend ist, dass das Set die DIN-Norm 13164 erfüllt. Sie ist seit Januar 2014 flächendeckend gebräuchlich und präzisiert den Inhalt. Wer es genau wissen will:

  • 1 Heftpflaster

  • 4 Wundschnellverbände

  • 3 Verbandpäckchen

  • 2 Verbandtücher

  • 6 Kompressen

  • 4 Fixierbinden

  • 2 Dreiecktücher

  • 1 Rettungsdecke

  • 1 Erste-Hilfe-Schere

  • 4 Einmalhandschuhe

  • 1 Broschüre

  • 2 Feuchttücher

  • 2 Gesichtsmasken (seit 2022 verpflichtend)

  • 1 14-Teiliges Pflasterset

Alle Komponenten müssen der Norm entsprechen und ihre Mindest-Haltbarkeit noch nicht erreicht haben. Das zeigt bereits den Vorteil der fertig zusammengestellten Päckchen: Keine Sorge um den Inhalt sowie ein einheitliches Ablaufdatum.

Entscheidend für die Praxis

Vom Neuzustand eines Verbandskastens bleiben in der Regel fünf Jahre bis zum Ablaufdatum. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie gehören auch zwei Schutzmasken zum obligatorischen Inhalt. Ob herkömmlicher Mund-Nasen-Schutz oder FFP2-Maske ist dabei egal. Einen neuen Verbandskasten bedingt die Gesetzesänderung nicht. Es reicht ein nicht-abgelaufenes Paket, um die Masken zu ergänzen.

Kosten und Bußgelder

Wer in naher Zukunft einen Verbandskasten kauft, sollte den Inhalt überprüfen. Nicht jeder (Versand-)Anbieter wird rechtzeitig auf die deutsche Gesetzesänderung reagiert haben. Auto-Verbandskästen kosten rund 8 bis 20 Euro (je nach Ausführung) bei Online-Versandhäusern. Das übliche Verwarngeld bei fehlendem Set (oder abgelaufener Haltbarkeit bzw. veralteter DIN-Norm) liegt mit 10 Euro in einem ähnlichen Bereich.

Verpflichtende Warnweste im Auto: Anzahl, Kosten, Bußgeld

Nach Unfällen oder wenn man nach einer Panne nur auf den ADAC wartet, sollte man eine Warnweste tragen. (Bild: iStock)

Bei der Warnweste handelt es sich um eine ärmellose Weste, die den Fahrer nach Verlassen des verunfallten oder liegengebliebenen Autos besser sichtbar macht. Sämtliche Westen sind in Signalfarbe gehalten und verfügen über Reflektoren. Doch Achtung beim Kauf, wenn es sich um ein Produkt aus einem internationalen Versand handelt: In Deutschland werden nur Westen in Rot, Gelb oder Orange anerkannt und sie müssen der aktuellen Norm entsprechen (DIN EN 471:2003+A1:2007 bzw. EN ISO 20 471:2013). Wenn ein Polizist einen besonders schlechten Tag erwischt, ist es nicht unerhört, dass er das nachprüft.

Der Gesetzgeber schreibt die Warnweste für PKW und LKW vor, neben Motorädern sind Wohnmobile von der Regelung ausgenommen. Konkret bezieht sich die Warnwesten-Pflicht auf je ein Exemplar pro Auto.

Entscheidend für die Praxis

Unter den gesetzlich geforderten Sicherheits-Utensilien stellt die Warnweste den leichtesten und günstigsten Gegenstand dar. Somit ist das Kleidungsstück generell ratsam, und zwar für jeden Insassen. Ob nun technisch bedingt oder wegen eines Unfalls: Dauert der Stopp länger, werden früher oder später alle Insassen das Fahrzeug verlassen wollen.

Kosten und Bußgelder

Auf letztere Empfehlung ist der Markt vorbereitet – Online-Versandhäuser bieten Warnwesten nach geforderter DIN-Norm zumeist im 4er-Paket an. Zum Glück bieten Online-Versandhäuser Warnwesten nach geforderter DIN-Norm meist im 4er-Paket an. Ein Set kostet rund 12 Euro. Das Verwarngeld liegt mit 15 Euro jedenfalls knapp darüber.

Fazit und weitere empfehlenswerte Gegenstände im Auto

Ein komplettes Set vorgeschriebener Gegenstände ist günstiger als die Strafen. (Bild: iStock)

Die Detailbetrachtung verpflichtender Utensilien im Auto zeigt: Die Kosten-Nutzen-Rechnung stimmt. Für minimalen finanziellen Aufwand bringen Warndreieck, Warnwesten und Verbandskasten einen entscheidenden Sicherheitsgewinn bei unplanmäßigen Stopps. Darüber hinaus können weitere Gegenstände außerplanmäßige Umstände erleichtern. Etwa ein Reserverad oder ein Reifen-Reparatur-Set. Entgegen der landläufigen Meinung sind diese nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Der Notreifen darf zur Not sogar den Bestimmungen zu Dimension und Profiltiefe widersprechen – wenn er nur den direkten Weg zur nächsten Service-Stelle ermöglicht und man nicht schneller als 80 km/h mit ihm fährt. Kugelschreiber gehören ebenso in jedes Handschuhfach wie eine Taschenlampe. Für längere Stopps kann eine Decke immer nützlich sein. Daneben raten wir zu einem Starthilfe-Set beziehungsweise einem Paar Starterkabel.

Ein letzter, äußerst praktischer Tipp: Eine Ein-Liter-Flasche des passenden Motoröls dabe zu haben, erfüllt eine doppelte Funktion: Einerseits reicht der Liter für kleinere Korrekturen am Füllstand. Andererseits kann man auf der Packung die geforderte Spezifikation für den jeweiligen Motor ablesen, sollte die mitgebrachte Ölreserve zur Neige gehen. In der Betriebsanleitung dauert die Suche normalerweise länger.

Titelbild: iStock

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