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VW Passat Variant Facelift im Test
19. April 2022
Autotests

VW Passat Variant Facelift im Test

Das Wolfsburger Mittelklasse-Zugpferd und Aushängeschild des deutschen Dienstwagens bekommt ein Facelift. Wir schauten uns den VW Passat Variant in unserem Test nochmal genauer an. Das mussten wir auch, denn allzu viel hat sich nicht geändert.

Als R-Line Edition fuhren wir den Kombi mit dem mit 240 PS stärksten 2-Liter TDI Diesel. Ob er als Platzhirsch unter den Mittelklasse-Kombis sein Revier verteidigen kann, klärt unser Test.

Karosserie, Design und Innenausstattung

Das matte "Mondsteingrau Metallic" steht dem VW Passat Variant Facelift äußerst gut. (Bild: heycar)

Nur äußerst dezent-ausgefallene, vorsichtige Modifikationen lassen das Facelift des Passats erkennen, vor allem an der Front. Hier greifen obendrein Designmerkmale der R-Line Edition – einer Sonderserie zum Modellupdate – in das Gesamtbild ein und verpassen dem Kombi ein nahezu todernstes Antlitz.

Die matte Farbgebung (VW nennt es „Mondsteingrau Metallic“) in Kombination mit den schwarzen Akzenten und schwarzen 19-Zöllern, macht ihn definitiv zum Serien-Passat mit bis dato größter „Street-Credibility“. Er versucht auszusehen wie ein Mercedes-AMG und das gelingt im teilweise sogar. Am Heck weisen die Klick-Klack-Lichtsignatur der LED-Heckleuchten und der Passat-Schriftzug in Versalien auf das Faceliftmodell hin.

Im Innenraum ist die zentral platzierte Analoguhr auf der Instrumententafel verschwunden. Stattdessen thront ein Passat-Schriftzug, der bei Dunkelheit leuchtet. Alle Materialien besitzen die gestandene, hohe Wertigkeit. Hier gibt es keinen Anlass für Kritik.

Dank R-Line verfügt dieser Passat über sportliche Sitze mit viel Seitenhalt und guter Beinauflage. Die Bezüge bestehen aus einem Materialmix aus Leder für die Sitzflächen und einer Stoffstruktur, die aussieht wie Carbonfasern an den Sitz- und Lehnenwangen, sowie den Kopfstützen.

Platztechnisch bietet der Passat unverändert ein opulentes Raumgefühl auf allen Plätzen. Hinten sitzt man etwas höher als vorne, doch die Kopffreiheit bleibt großzügig. Beim Kofferraum bleibt es ebenfalls bei 650, beziehungsweise 1.780 Litern Laderaumvolumen.

Motor und Lenkung

Das Herz unseres VW Passat Facelifts ist der 2.0 TDI mit 240 PS – dank Zwangsbeatmung aus zwei Abgasturboladern. Diesen Selbstzünder kann man getrost als sportlich bezeichnen; jederzeit ist ein beachtliches Pensum an Kraft verfügbar, an allen vier Rädern. Wichtiger als die PS: Bärenstarke 500 Newtonmeter Drehmoment reißen bereits ab 1.750 U/min an der Kurbelwelle und machen dem Kombi gehörig Feuer unter der Karosserie.

Mit 240 PS und 500 Nm Drehmoment ist der VW Passat Variant Facelift durchaus ein sportlicher Komi. (Bild: heycar)

Das Siebengang-DSG besitzt auch hier gelegentlich eine kleine, wenn auch schwächer-ausgeprägte Anfahrschwäche. Die Gedenksekunde beim Lastwechsel reduziert sich aber auf einen Bruchteil. Dafür sortiert das Doppelkupplungsgetriebe die verfügbare Kraft in allen Lebenslagen immer passend.

Immer vorbildlich arbeitet dafür das 4Motion „Hang-on“-Allradsystem, welches per Haldex-Kupplung nur bei Bedarf die Kraft nach hinten verteilt. Blitzschnell reagiert es auf witterungsabhängige Fahrbahnzustände oder sportliche Fahrweisen nahe des Grenzbereichs.

Fahreigenschaften und Verbrauch

Fünf Fahrprogramme bietet der Passat Variant Facelift an. (Bild: heycar)

Die Fahrprogramme der adaptiven Fahrwerksreglung DCC ließen beim überarbeiteten Passat eine breitere Spreizung erkennen. Unser präferiertes Programm war eindeutig „Comfort“. Hier überzeugte der Passat mit nahezu meisterhafter Reisetauglichkeit. Längere Autobahnetappen sind das bevorzugte Metier dieses Kombis und man steigt selbst nach einem 700-Kilometer-Marathon noch vollkommen relaxt aus.

Sanft und unerschütterlich liegt der Kombi satt auf der Fahrbahn und lässt sich dank Progressivlenkung, die sich bei Autobahn-Tempo löblicherweise zurückhält, präzise manövrieren. Die Gewichtung ist gut, aber allzu viel Feedback kommt nicht durch das dicke Lenkrad an – ein Problem aller modernen elektrischen Lenksysteme von VW. Das Bremssystem biss stets beherzt zu und ein Schwinden der Bremskraft war nicht zu vernehmen.

Im Fahrprogramm „Normal“ zeigt der VW eine gesunde Grundstraffheit, welche im Modus „Sport“ nochmals spürbar drahtiger wird. Mit dieser verschärften Grundspannung kann man den Kombi gut und gerne auch mal temperamentvoll ums Eck jagen. Sicher, einem Sportwagen macht er keine Konkurrenz, aber im besagten Modus wird dieser Passat zum ambitioniertem Kurvenjunkie.

Er reist mit bis 243 km/h durchs Land – im Praxistest problemlos reproduzierbar. Dabei stürmt der Wolfsburger regelrecht bis Tempo 220. Für die hinteren Fond-Passagiere ist es derweil wie ICE-fahren.

Als Gegenwert für die Leistung verlangte das Passat Variant Facelift im Drittelmix 8,4 Liter auf 100 Kilometern. Ein vertretbarer Wert, zumal der Kombi im „Eco“-Modus auch das Segeln beherrscht. Zurückhaltende Fahrer schaffen auch unter 7 Liter. Wer ständig schneller unterwegs ist, muss mit zweistelligen Werten klarkommen.

Ausstattung, Komfort und Sicherheit des VW Passat Variant

Die vorderen Sitze haben eine Massagefunktion und sind 14-fach verstellbar. (Bild: heycar)

Die R-Line Edition ist eine Ausstattung, die als Einführungsmodell limitiert angeboten wurde und die es so nicht mehr zu kaufen gibt. Dennoch sind die meisten Ausstattungsoptionen auch in anderen Variant-Varianten zu haben. Ein echtes Highlight stellten die phänomenalen IQ.Light Matrix LED-Scheinwerfer dar. Mit 44 LEDs pro Scheinwerfer, sowie verschiedenen Lichtmodi, tauchen sie jede Nacht in ein stadionhelles Licht. Besonders die Schilder-Entblendung ist ein Novum in der Mittelklasse.

Nebelscheinwerfer mit LED-Technik sowie dynamische Blinker vorne und hinten ergänzen die moderne Lichttechnik. In der Basisausführung des VW Passats werden sogenannte Eco-LED-Scheinwerfer integriert. Diese besitzen keine Ausblendfunktionen in Matrix-Manier, doch sind ähnlich hell. Halogenlicht ist somit passé für den Passat.

Erstmalig hält der sogenannte „Travel Assist“ Einzug im Passat und beinhaltet die aktuell höchste Ausbaustufe von VWs IQ.Drive. Als Nachfolger des Stauassistenten funktioniert der Travel Assist jetzt nicht mehr nur bis 60 km/h, sondern bis 210 km/h. Dadurch erfüllt es die Voraussetzungen für autonomes Fahren der Stufe zwei. Weiterhin gehören zu den Assistenzsystemen ein Emergency Assist und Emergency Steering Assist. Letztgenannter stabilisiert das Fahrzeug bei heftigen Ausweichmanövern durch gezielte Bremseingriffe.

Maßgeblich zum Komfort trug auch die Massagefunktion des 14-fach verstellbaren Ergo-Comfort-Fahrersitz bei. Zwar wird die Massagefunktion hier mittels Luftpolster realisiert und im Vergleich zu den Funktionen des VW Touaregs liegen noch ein paar Schritte, dennoch ist sie sehr angenehm.

Die Vernetzung ist in allen Belangen gesichert: Android Auto oder Apple CarPlay – letztgenanntes auch kabellos nutzbar – sind an Bord. Der Zentralbildschirm ist in drei Größen erhältlich: Mit 6,5, 8 oder wie im getesteten Variant Facelift mit 9,2 Zoll Bildschirmdiagonale.

Ein optionales Head-Up-Display projiziert mehrfarbig diverse Informationen auf eine Plexiglasscheibe, welche geräuschvoll ein- und ausfährt. Aufgrund des gestochen-scharfen, volldigitalen Cockpits mit hoher Informationsdichte, ist das HUD für 565 Euro nicht zwingend notwendig.

Das Multimedia- und Navigationssystem „Discover Pro“ benötigte in unserem Testwagen erstaunlich lange, um nach dem Fahrzeugstart alle Funktionen zur Verfügung zu stellen. Es vergehen schon mal zehn bis zwanzig Sekunden, bevor ein Touchbefehl überhaupt registriert wird. Das kannten wir bisher noch nicht von einem Multimediasystem von Volkswagen. Bereits am ersten Testtag gab es zwei Software-Aktualisierungen, zum Glück „Over the Air“.

Preise des VW Passat Variant Facelift

  • Die Kombivariante des Passat beginnt ab 33.035 Euro, welche neben einer Klimaanlage, die bereits erwähnten Eco-LED-Scheinwerfern mit LED-Tagfahrlicht beinhält, 16-Zoll-Stahlräder, Front Assist, adaptiver Tempomat, Fußgängererkennung, Berganfahrassistent, Keyless und vieles mehr an Bord hat. Damit kostet der Kombi exakt 1.105 Euro mehr als die Passat-Limousine.

  • Die nächsthöhere “Business”-Ausstattungslinie kostet mindestens 35.315 Euro und besitzt on top 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Multifunktionslederlenkrad, Regensensor und vieles mehr.

  • Die Topvariante “Elegance” bietet unter anderem 3-Zonen-Klimatronic, IQ.Light, getönte LED-Heckleuchten, diverse Chromleisten außen und Sitze im Leder-Alcantara-Mix ab 40.045 Euro.

Die sieben konventionellen Motorisierungen bestehen aus vier Aggregaten – zwei Benziner und zwei Diesel. Ein 1.5 TSI mit 150 PS, und ein 2.0 TSI mit wahlweise 190 oder 272 PS. Sowie ein 1.6 TDI mit 120 PS sowie ein 2.0 TDI in drei Leistungsstufen mit 150, 190 und 240 PS. Alle Motoren erfüllen die höchste Abgasnorm.

Die Kraftübertagung übernimmt je nach Motorisierung ein 6-Gang-Schaltgetriebe oder das 7-Stufen-DSG. Allrad ist im stärksten Diesel und stärkstem Benziner serienmäßig, beim zweitstärksten Diesel optional. Alle anderen Motorisierungen werden nur Fronttriebler angeboten. Der Passat Variant GTE stellt die Plug-in Hybridvariante dar, mit 218 PS, für mindestens 45.810 Euro aufruft.

VW Passat: Die Konstante von Volkswagen

Zeitgemäß, technisch ausgereift und stilsicher: Der Passat Variant Facelift bleibt weiterhin eine absolute Konstante in der Mittelklasse. (Bild: heycar)

Der VW Passat Variant ist und bleibt eine beständige Konstante der Mittelklasse. Er ist ein zeitgemäßer, technisch ausgereifter und stilsicherer Kombi mit opulenten Platzverhältnissen und einer hohen Wertstabilität.

Diverse Leistungsstufen prädestinieren ihn für eine breite Zielgruppe, die nicht allein aus Außendienstlern und Vertretern besteht, sondern auch aus Menschen mit erhöhtem Platz- und Komfortbedarf und technologischem Anspruch, die ein ausgewogenes Fahrzeug schätzen.

Dem gegenüber steht ein hoher Preis und eine für die Mittelklasse endlos lange Aufpreisliste. Das Kostenkapitel bildet allerdings auch den einzigen Grund, an dem man sich am aktuellen Passat stoßen könnte.

Technische Daten: Volkswagen Passat Variant Facelift

Allgemeines
Kompletter NameVW Passat Variant 2.0 TDI SCR Elegance 4MOTION DSG
Modellstart08/19
Motor
Anzahl Zylinder, Anordnung4, Reihe
Hubraum in ccm1.968
Leistung (kW/PS)176/240
Max. Drehmoment (Nm)500
KraftstoffartDiesel
Tankvolumen in Liter66
SchadstoffklasseEuro 6d-TEMP-EVAP-ISC (WLTP) 36CH, 36CI, 36DG
Getriebeart
GetriebeAutomat. Schaltgetriebe (Doppelkupplung)
Anzahl Gänge7
AntriebFront
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm4.773
Breite (ohne Spiegel) in mm1.832
Höhe in mm1.516
EG-Leergewicht in kg1.770
Zuladung maximal in kg560
Laderaumvolumen min. in l650
Fahrleistungen (laut Hersteller)
Höchstgeschwindigkeit in km/h241
Beschleunigung 0-100 km/h in s6,3
Verbrauch (laut Hersteller)
Kombiniert in l/100 km (WLTP)7,5
CO2-Emission in g/km (WLTP)196
CO2-EffizienzklasseB
Preis
Einstiegs-Listenpreis in €33.035
Preis Testwagen in €ca. 64.000

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Titelbild: heycar

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