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Volkswagen: Auf zum Elektro-Gipfel!
August 12, 2019
Autoteile & Technik

Volkswagen: Auf zum Elektro-Gipfel!

Nebel zieht auf den rund 4.300 Meter hoch gelegenen Gipfel zu. Die Crew von Volkswagen Motorsport ist angespannt. Bei schlechter Sicht oder Regen ist der Rekordversuch gelaufen. Dann waren Monate intensiver Vorbereitungszeit umsonst. Das einige Millionen Euro teure Projekt steht ernsthaft auf der Kippe.

Doch alles läuft glatt: Das Wetter hält und der französische VW-Pilot Romain Dumas gewinnt das legendäre „Pikes Peak Hill Climb“-Rennen im US-Bundesstaat Colorado. In einem Elektroauto. In unter 8 Minuten. In einer neuen Rekordzeit über alle Klassen hinweg. Eine Sensation! Mit diesem Sieg beim „Race to the Clouds“ hat Volkswagen im letzten Jahr eindrucksvoll bewiesen, dass es Elektro kann – und was Elektro kann.

Konzernweite E-Wende

Noch viel sensationeller als die Leistung des VW-Rennwagens „I.D. R Pikes Peak“ ist allerdings, was der Konzern in Hinblick auf sein Kerngeschäft, die Herstellung von PKW und Nutzfahrzeugen, plant und bereits umzusetzen begonnen hat: eine kompromisslose E-Offensive, die bis zum Jahr 2028 sage und schreibe 70 reine Elektromodelle auf den Markt bringen soll. Bis zum Jahr 2050 soll dann die gesamte Flotte CO2-frei sein – und die Produktion sowie die Verwaltung des Konzerns ebenfalls.

Wie konsequent Volkswagen die 2016 eingeläutete Umstrukturierung angeht, belegt das Investitionsvolumen: Allein bis zum Jahr 2023 werden mehr als 30 Mrd. Euro ausgegeben, unter anderem für die Schaffung von 18 E-Standorten auf drei Kontinenten. Davon werden acht Standorte auf Basis des sogenannten Modularen E-Antriebs-Baukastens (MEB) produzieren, den Volkswagen das „Herz seiner Elektro-Offensive“ nennt. Baukastensysteme sorgen dafür, dass möglichst viele Teile bei der Produktion verschiedener Modelle verwendet werden können.

Gemeinsam in die Zukunft

Der „modulare Elektrobaukasten“, so der saloppe Name, wurde von Anfang an als reine Elektroplattform konzipiert und soll der neue Industriestandard werden. Volkswagen plant ihn nicht nur bei eigenen Modellen einzusetzen, man will die Technik auch an andere Autohersteller verkaufen. Das senkt die Kosten. Außerdem lässt sich so die Wende zur E-Mobilität insgesamt beschleunigen – wovon Volkswagen als Massenhersteller profitieren wird. Mit dem I.D.3 (voraussichtlich der finale Name) läuft noch dieses Jahr das erste Modell auf MEB-Basis vom Band.

Volkswagen hat erkannt, dass eine Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen sinnvoll ist, wenn der Umstieg auf Elektro gelingen soll. Gemeinsam mit BMW, Daimler und Ford hat man bereits das Joint Venture „Ionity“ gegründet, das sich dem Ausbau der notwendigen Infrastruktur annimmt. So sollen beispielweise bis zum Jahr 2020 europaweit 400 Schnell-Ladestationen an Fernstraßen und Autobahnen entstehen – davon 100 in Deutschland mit einer Entfernung von jeweils 120 Kilometern.

In Bezug auf das vielleicht kritischste Bauteil eines Elektroautos, die Batterie, hat man sich noch nicht abschließend für eine Strategie entschieden: Zunächst wird man die Batterien von strategischen Zulieferern wie Samsung oder LG Chem beziehen. Eine spätere eigene Herstellung wird jedoch geprüft – schließlich wird allein der Bedarf im eigenen Haus enorm sein.

Die Zeichen der Zeit erkannt

Warum dieser plötzliche Wandel hin zur Elektro-Mobilität? Zum einen wird er von der EU verlangt: Neuwagen sollen bis 2030 ca. 35 Prozent weniger CO2 ausstoßen als im Jahr 2020. Doch Volkswagen geht in seinen Bemühungen weiter, als gefordert wird, und strebt die Vorreiterrolle der ganzen Branche an.

Die Konzernführung bekennt sich ausdrücklich zu den auf der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris formulierten Zielen, wonach die Erderwärmung bis 2050 auf unter 2 Grad begrenzt werden soll. Und da diese Ziele nur erreicht werden können, wenn der weltweite CO2-Ausstoß fortan drastisch gesenkt wird, zieht man in Wolfsburg die einzig richtige Konsequenz und stellt immer mehr Modelle von Verbrennungs-auf Elektromotoren um.

Setzt Volkswagen seine Pläne in den kommenden Jahren und Jahrzehnten wie geplant um, wird der Effekt deutlich spürbar sein, immerhin verursachen die Fahrzeuge des Konzerns zum jetzigen Zeitpunkt ein ganzes Prozent aller weltweiten CO2-Emissionen.

Eines ist ebenfalls sicher: Wenn der größte Autohersteller der Welt (nach Umsatz) seine ganze Flotte elektrifiziert, wird das zu einem Gesinnungswandel bei all den Autofahrern beitragen, die Benziner und Diesel heute noch für alternativlos halten. Und wer weiß: Vielleicht werden sich junge Motorsport-Fans in 20 Jahren bereits darüber wundern, dass man früher einmal nicht elektrisch auf die Jagd nach Streckenrekorden gegangen ist.

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