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Unfallwagen: Einfluss auf den Restwert von Autos
9. Dezember 2021
Finanzierung & Versicherung

Unfallwagen: Einfluss auf den Restwert von Autos

Bremsenquietschen, splitterndes Glas und verbeultes Blech. Nach einem Unfall sieht das Auto oft mitgenommen aus. Vor allem aber verliert es an Wert. Denn nach Schäden ermittelt die Versicherung meist einen Restwert – zumindest dann, wenn das Auto in einen heftigen Unfall verwickelt war und sich die Frage stellt, ob sich eine Reparatur noch lohnt.

Wie hoch liegt die Wertminderung nach einem Unfall?

Wie hoch der Schaden und die Wertminderung eines Autos nach einem Unfall ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine allgemeingültige Forme lässt sich leider nicht aufstellen. Der erste wichtige Faktor ist das Auto selbst. Hier geht es um Modell, Alter, Laufleistung und Zustand. Je wertvoller das Auto, desto teurer kann ein Schaden in der Bewertung ausfallen.

Der zweite wichtige Faktor ist die Schwere des Unfalls. Bei leicht verkratzten Stoßfängern reicht häufig eine Smart-Repair-Reparatur, um das Auto wieder frisch aussehen zu lassen. Nach einem heftigen Aufprall, bei dem womöglich Airbags auslösen, wird es deutlich teurer – und die Wertminderung gerät deutlich höher. Denn die Reparatur umfasst neben Karosserie- und Lackarbeiten auch solche an technischen Bauteilen.

Was bedeutet Wiederbeschaffungswert bei einem Auto?

Nach heftigen Kollisionen, bei denen das Auto stark beschädigt wird, berechnet die Versicherung einen Wiederbeschaffungswert. Dies ist die Summe, die der Besitzer nach Einschätzung des Gutachtens aufwenden muss, um sich ein gleichwertiges Auto zu kaufen.

Der Wiederbeschaffungswert hilft der Versicherung bei der Einschätzung, ob sich eine teure Reparatur nach einem Unfallschaden lohnt. Er liegt in der Regel etwa 20 bis 25 Prozent über dem Zeitwert. Ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt stets dann vor, wenn die Reparaturkosten höher sind als der Wiederbeschaffungswert. Im Falle eines versicherten Totalschadens oder Verlustes ersetzt die Versicherung dem Autobesitzer diese Summe bei Teilkasko und Vollkasko. Bei einem selbstverschuldeten Unfall ersetzt nur die Vollkasko-Versicherung den Schaden.

Wie wird der Wiederbeschaffungswert berechnet?

Ein Kfz-Gutachter der Versicherung ermittelt den Restwert des beschädigten Autos. Dabei handelt es sich um die Summe, die der Besitzer erzielen kann, wenn er das beschädigte und unreparierte Auto verkauft. Der Wiederbeschaffungswert bezeichnet die Summe, die ein Auto auf dem Gebrauchtwagenmarkt kostet, dessen Merkmale denen des kaputten Wagens entspricht.

Marke, Modell, Ausstattung, Baujahr, Kilometerleistung und Zustand vor dem Unfall müssen gleichwertig zum Unfallfahrzeug sein. Bei seltenen Fahrzeugen mit besonderer Ausstattung oder gar Exoten wird die Berechnung allerdings kompliziert. Fällt die von der Versicherung veranschlagte Summe dem Versicherten zu niedrig aus, hat der Geschädigte das Recht, einen unabhängigen Fachmann mit der Ermittlung der Schadenssumme zu beauftragen.

Wie hoch liegen der Restwert und der Wiederbeschaffungswert?

Kfz-Gutachter oder Versicherungssachverständige ermitteln nach einem Unfall den Restwert eines Fahrzeugs. (Bild: iStock)

Der Restwert bezeichnet die Summe, die der Besitzer für sein defektes Auto von einem Händler bekommen würde. Wie hoch Restwert und Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs liegen, hängt wie die Wertminderung von Faktoren wie Modell, Alter, Laufleistung und dem konkreten Schaden ab. Unfallfreie, scheckheftgepflegte Fahrzeuge sind grundsätzlich mehr wert als alte Bastelbuden. Den Restwert bestimmt in der Regel ein Kfz-Sachverständiger. Den Wiederbeschaffungswert berechnet die Versicherung auch nach Diebstahl oder Vandalismus.

Als guter Anhaltspunkt für die Höhe der Wiederbeschaffungskosten dient zum Beispiel die sogenannte DAT Schwacke-Gebrauchtwagenliste. Sie stellt allerdings nicht immer den Marktpreis dar, sondern gibt lediglich einen Überblick darüber, wie viel professionelle Autohändler für die jeweiligen Fahrzeuge bezahlen würden.

Was bedeutet Restwert nach einem Unfall?

Nach einem starken Unfall wird in der Regel der Restwert des Fahrzeugs bestimmt. Meist verlangt die Versicherung den Restwert, um zu ermitteln, ob das Fahrzeug einen wirtschaftlichen Totalschaden (oder auch technischen Totalschaden) erlitten hat. Heißt: Rentiert es sich überhaupt, das Auto noch reparieren zu lassen? Oder übersteigen die Reparaturkosten den Wert des Autos?

Beispiel: Wenn ein VW Golf einen Schaden erleidet, der in der Fachwerkstatt eine Reparatur von 9.800 Euro nach sich zieht, das Auto aber nur noch 8.000 Euro wert ist, dann rentiert sich eine Reparatur nicht.

Den Restwert nach einem Unfall bestimmt meist ein Kfz-Gutachter der gegnerischen Kfz-Versicherung. Bei niedrigen Werten reicht häufig ein Kostenvoranschlag der Werkstatt. Liegen die Reparaturkosten unter dem Wiederbeschaffungswert, muss der Versicherer die nachgewiesenen Reparaturkosten tragen.

Liegen die Reparaturkosten unter der Hälfte des Wiederbeschaffungswertes, bekommt der Autobesitzer den Schaden nur inklusive Mehrwertsteuer erstattet, wenn der Besitzer eine Werkstattrechnung vorlegen kann. Er hat aber auch die Möglichkeit, sich die vom Gutachter geschätzte Summe ohne Nachweis der Reparatur netto (ohne Mehrwertsteuer) auszahlen zu lassen. Dass kann sich für Hobbyschrauber ebenso lohnen wie für Autobesitzer, die nicht alle Schäden repariert haben wollen.

Wie hoch liegt die Wertminderung bei einem Unfallwagen?

Neufahrzeuge und junge Gebrauchte verlieren jeden Tag an Wert, auch wenn sie nicht bewegt werden. Die Wertminderung hängt vom konkreten Modell, der Ausstattung und dem Alter des Fahrzeugs ab. Bei einem Unfallwagen bemisst sich die Wertminderung ebenso an den Faktoren Fahrzeugwert und Unfallschwere.

Aber: Der Wert eines Nicht-Unfallwagens lässt sich nicht herbeireparieren. Auch bei einem reparierten Unfallschaden fällt die Wertminderung des Unfallautos höher aus als bei einem unfallfreien Auto. Wie hoch genau die Wertminderung bei einem Unfallwagen aussieht, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab.

Ab wann gilt ein Auto als Unfallwagen?

Kleine Beulen oder Kratzer machen ein Auto noch nicht zu einem Unfallwagen. Parkschäden und größere Kollisionen allerdings schon. (Bild: iStock)

Per Definition gilt jedes Auto, das einen Unfall hatte, als Unfallwagen. Dafür genügt leider bereits ein kleiner Parkrempler, bei dem der Stoßfänger ein paar Kratzer abbekommen hat. Laut Gesetzgeber gibt es dabei keine genaue Definition, was ein Unfallwagen ist. Der Bundesgerichtshof legt hingegen fest, was ein Unfall ist: Dabei handelt es sich um ein “plötzliches Ereignis im Straßenverkehr, das mit den Gefahren des Straßenverkehrs in ursächlichem Zusammenhang steht”. Dazu zählen Kollisionen und Verkehrsunfälle mit anderen Verkehrsteilnehmern, im fließenden wie auch im ruhenden Verkehr – also auch Parkschäden.

Bei kleinen Reparaturen wie Kratzern oder Mini-Beulen handelt es sich allerdings meist um Bagatellschäden – und das Auto gilt danach nicht als Unfallwagen. Nach gängiger Rechtsprechung sind diese nicht offenbarungspflichtig, müssen im Kaufvertrag also nicht vermerkt werden. Bei Schäden oberhalb von 200 Euro oder bei Schäden, bei denen Teile getauscht werden müssen, wird das Auto zum Unfallwagen. Grob kann man sagen: Wenn Blechschäden vorliegen, handelt es sich um einen Unfallwagen.

Was solltest du beim Kauf eines Unfallwagens beachten?

Der Kauf eines Unfallwagens muss kein Nachteil sein – oft gilt sogar das Gegenteil, eben weil er günstiger, aber nicht schlechter ist. Reparierte und professionell nachlackierte Fahrzeuge aus einer Fachwerkstatt unterscheiden sich optisch und technisch nicht von unfallfreien Autos. Jedoch sollte die Arbeit fachmännisch erledigt worden sein. Rechnungen über diese Arbeit sollten dies auch ausweisen.

Reparaturen von einem “Freund oder Bekannten” zählen dabei leider nicht. Denn nur ein Profi erkennt nach einem Unfall Schäden, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Dazu zählen etwa verzogene Bauteile. Unfallwagen kosten aufgrund der Wertminderung in der Regel weniger als vergleichbare Modelle ohne Vorschäden. Mit dem Wissen eines früheren Unfalls lassen sich bei der Preisverhandlung noch ein paar hundert Euro herausholen.

Wo kann man das Auto bewerten lassen?

Einen ersten Anhaltspunkt zum Wert eines Autos geben die DAT Schwacke-Liste oder die Preisrecherche nach vergleichbaren Modellen in Online-Börsen wie heycar. Für eine genauere Wertermittlung benötigen Betroffene jedoch ein konkretes Gutachten. Gutachter, die dies ausstellen, gibt es bei Autoclubs wie dem ADAC oder bei Prüfvereinen wie Dekra, TÜV und GTÜ. Daneben können auch andere Kfz-Sachverständige ein Gutachten erstellen. Auch manche Werkstätten bieten ihren Kunden ein Gutachten von privaten und unabhängigen Sachverständigen an.

Was solltest du beim Verkaufen eines Unfallwagens beachten?

Wer ein Auto mit einem Unfallschaden verkauft, darf das nicht verheimlichen. Weder auf Rückfrage des Käufers noch im Kaufvertrag. Das gilt vor allem dann, wenn der Unfallschaden so professionell instandgesetzt wurde, dass ein Unfall am Auto nicht mehr zu erkennen ist.

Verkäufer sind rechtlich verpflichtet, den Vorschäden zu nennen. Generell fährt der Verkäufer am sichersten, wenn er alle Schäden, auch kleine und scheinbar unbedeutende, im Kaufvertrag festhält und diese vom Verkäufer unterzeichnen lässt.

Die richtige Versicherung finden

Du bist noch auf der Suche nach der richtigen Kfz-Versicherung, damit du im Ernstfall abgesichert bist? heycar arbeitet unter anderem mit der Allianz zusammen und hier findest du noch weitere Informationen zu Autoversicherungen.

Titelbild: iStock

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** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2 -Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem 'Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2 -Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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