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TÜV für Anhänger: Alle Infos
24. November 2022
Regularien

TÜV für Anhänger: Alle Infos

Oft steht er nur rum. Bei vielen befindet sich der Anhänger die meiste Zeit hochkant hinter dem Carport oder dient als Zwischenlager für Brennholz. Und wer seinen Anhänger nicht regelmäßig braucht, vergisst schnell, dass auch für ihn Themen wie Wartung und Hauptuntersuchung relevant sind. Im schlimmsten Fall kann das teuer werden, denn alle Anhänger mit eigenem Kfz-Kennzeichen müssen auch regelmäßig zum TÜV.

Wie regelmäßig, das hängt vom zulässigen Gesamtgewicht des Anhängers ab:

  • die meisten Anhänger müssen alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung (HU) – zum Beispiel Pferdeanhänger, die ein zulässiges Gesamtgewicht von 2-3 Tonnen aufweisen

  • Ausnahme bei der Erstzulassung von Anhängern mit weniger als 750 Kilogramm zulässigem Gesamtgewicht: Sie müssen nach drei Jahren das erste Mal zur Hauptuntersuchung, danach alle zwei Jahre

  • Hauptuntersuchung kann über TÜV, Dekra, GTÜ, KÜS oder einer anderen Prüforganisation durchgeführt werden

  • schwere Anhänger mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht müssen jährlich geprüft werden.

Warum muss ein Anhänger zum TÜV?

Je größer der Anhänger und sein zulässiges Gesamtgewicht, desto häufiger ist die Hauptuntersuchung erforderlich. (Bild: iStock)

Sinn und Zweck der Hauptuntersuchung ist, die Verkehrssicherheit zu prüfen. Auch wenn ein Anhänger selbst keinen Motor und keine anderen Bestandteile eines Antriebs besitzt, ist er dennoch während der Fahrt Teil eines Kraftfahrzeugs und kann Unfälle verursachen, etwa aufgrund eines geplatzten Reifens oder wenn die Beleuchtung nicht richtig funktioniert. Bei der Hauptuntersuchung begutachten Prüfer alle sicherheitsrelevanten Komponenten des Anhängers.

Was wird beim TÜV für Anhänger kontrolliert?

Die gute Nachricht: Im Gegensatz zu anderen Kraftfahrzeugen müssen beim Anhänger zumindest die Abgase nicht untersucht werden. Viele andere Dinge, die bei einer regulären HU eines Pkw kontrolliert werden, gelten jedoch auch für den Anhänger-TÜV.

Reifen

So werden etwa die Reifen des Anhängers von den Sicherheitsexperten in Augenschein genommen. Wie gut ist das Profil? Wie ist der Zustand der Reifen? Passen die Maße? Gerade bei Anhängern, die schwere Lasten transportieren müssen, sind gut erhaltene Reifen sicherheitsrelevant.

Achtung: Bei Anhängern, die bis zu 100 km/h schnell gezogen werden dürfen, gilt eine Sonderregel. Hier dürfen die Reifen nicht älter als sechs Jahre sein, egal wie gut das Profil noch ist. Sind die Reifen älter als sechs Jahre, gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, bis neue Reifen aufgezogen werden.

Beleuchtung und Ladefläche

Ein weiterer wichtiger Punkt beim Anhänger-TÜV ist die Beleuchtung. Funktionieren alle Lichter – also Bremslichter, Rücklichter und Rückfahrlichter sowie die Blinker? Damit der Anhänger seine Last sicher transportieren kann, muss zudem der Rahmen in Ordnung und vor allem rostfrei sein. Auch der Ladeboden sollte intakt und ohne Löcher sein, damit Ladungen wie Sand und Kies nicht auf die Straße fallen.

Bremse

Auch die Funktion der Bremse wird kontrolliert. Zudem muss die Aufhängung einwandfrei funktionieren, damit ein Anhänger die TÜV-Plakette erhält und für die nächsten zwei Jahre als verkehrstauglich erklärt werden kann.

Kosten beim TÜV für Anhänger?

Die Frage nach den im Einzelfall anfallenden Kosten lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Höhe des Betrags, den die Prüforganisationen verlangen, variieren je nach Standort und Anhänger. Eine Regel gilt aber pauschal: Je größer der Anhänger oder das zulässige Gesamtgewicht, desto höher die Gebühren.

Laut ADAC müssen Halter mit Kosten zwischen 35 Euro Gebühr für einen kleinen Anhänger ohne Bremse und 130 Euro für einen großen Anhänger mit mehreren Tonnen zulässigem Gesamtgewicht rechnen.

Exemplarisch zeigen wir hier, wie viel der Anhänger-TÜV in Baden-Württemberg beim TÜV Nord kostet:

  • bei kleinen Anhängern ohne Bremse: 38 Euro

  • bei mittelgroßen Anhängern bis 3,5 t: 56 Euro

  • bei großen Anhängern bis 7,5 t: 87 Euro

  • bei großen Anhängern bis 12 t: 99 Euro

Je nach Bundesland können die Preise um wenige Euro variieren.

Wann muss der Anhänger zum TÜV?

Die Plakette auf dem Nummernschild gibt Aufschluss darüber, wann der Anhänger das nächste Mal zum TÜV muss. (Bild: iStock)

Die Plakette am hinteren Nummernschild des Anhängers zeigt an, wie lange der TÜV noch gilt. Die Farbe steht dabei für das Jahr, in dem die nächste Untersuchung anfällt. Sie lässt sich bei einer Verkehrskontrolle leicht erkennen. Zusätzlich zeigt die Zahl in der Mitte der Plakette das Jahr an, in dem der Anhänger das nächste Mal zum TÜV muss.

Der äußere Kreis der Plakette enthält die Zahlen eins bis 12 für die Monate des jeweiligen Jahres. Entscheidend ist hier die Zahl, die ganz oben steht. Ein Beispiel dafür, wie eine solche Plakette richtig gelesen wird: Bei einer rosafarbenen Plakette, bei der ganz oben die 10 steht, muss der Anhänger im Oktober 2023 zur nächsten Hauptuntersuchung. Bei einer grünen Plakette bleibt noch Zeit bis zum Jahr 2024.

Einen Blick in den Fahrzeugschein beziehungsweise die Zulassungsbescheinigung Teil I hilft im Zweifel ebenfalls weiter. Auch hier sind Jahr und Monat vermerkt.

Was passiert, wenn der Anhänger durch den TÜV fällt?

Auch ein Anhänger kann durch den TÜV fallen, wenn die Prüfer erhebliche Mängel festgestellt haben. Dann musst du als Halter nachbessern und erneut zur Prüfstelle fahren. In der Regel bekommst du dafür zwei Monate Zeit. Die erneute TÜV-Prüfung kostet allerdings auch erneut Geld. Nach Angaben des ADAC werden in etwa 14 bis 26 Euro für die wiederholte Kontrolle fällig, je nach Gewicht des Anhängers.

Was passiert, wenn der TÜV des Anhängers abgelaufen ist?

Bis zu zwei Monate gibt es bei einer abgelaufenen HU-Plakette Kulanz. Danach nicht mehr: Wer den nächsten TÜV-Termin trotz abgelaufener Frist länger als zwei Monate hinauszögert, muss bei der Prüfung mehr bezahlen. Die Prüfgesellschaften verlangen ab einer Überziehung von zwei Monaten einen Aufschlag von rund 20 Prozent und begründen dies mit einem höheren Aufwand.

Wird der Anhänger mit abgelaufenem TÜV im Straßenverkehr von der Polizei gesehen, dann ist zudem ein Bußgeld fällig. Das gilt auch, wenn er zum Beispiel auf öffentlichem Grund am Straßenrand parkt.

Bußgelder für abgelaufenen TÜV am Anhänger

Checkliste für Anhänger-TÜV

Eine gute Vorbereitung auf die anstehende HU spart mitunter eine Nachuntersuchung und damit auch Geld. Mit unserer Checkliste kannst du dich gut auf den Termin beim TÜV oder einer anderen Prüforganisation vorbereiten:

  • Sind Beschädigungen am Rahmen oder am Ladeboden zu erkennen?

  • Funktionieren alle Lichter?

  • Wie viel Profil haben die Reifen?

  • Wie alt sind die Reifen?

  • Haben die Reifen die vorgeschriebene Größe (laut Fahrzeugschein)?

  • Bei Anhängern mit einem Aufbau sollte dieser auf seinen Gesamtzustand und seine Stabilität geprüft werden.

  • Hat der Anhänger eine Plane? Dann sollte sie frei von Rissen und Löchern sein.

  • Funktionieren die Bremsen?

Sind alle Punkte auf dieser Liste im grünen Bereich, sollte der nächsten Prüfplakette für den Anhänger nichts mehr im Wege stehen. Falls die Prüfer dennoch etwas zu beanstanden haben, dann wird eine Reparatur bei Anhängern in der Regel nicht allzu teuer.

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