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Toyota Aygo X im Test
3. Mai 2022
Autotests

Toyota Aygo X im Test

Pros & Cons

Kompakt und wendig
Komfortable und verbindliche Fahreigenschaften
Umfangreiche Sicherheitsausstattung
Rückbank mit wenig Platz
Internes Navi und Verkehrszeichenassistent
Preis deutlich gestiegen

Kleinstwagen, das klingt dezent nach motorisiertem Rollstuhl. Wir nennen Europas kleinste Pkw lieber die „kleine Klasse“. Denn das ist ihre Besonderheit: Mit Karosserielängen deutlich unter vier Metern findet man selbst in verstopften Innenstädten noch einen Parkplatz. Hinzu kommt ein Preis, den Privathaushalte noch aus dem Ersparten bestreiten können. Mit dem Aygo X sprengt Toyota diese Grenzen. Er wächst gegenüber dem Vorgänger in die Länge und auch beim Preis entfernt er sich vom klassischen Einsteiger-Segment.

Ist der Aygo X damit noch ein echtes Einstiegsmodell oder kann man dann direkt den größeren Toyota Yaris kaufen? Das klärt dieser Test.

Toyota Aygo X: Karosserie und Design

Der Toyota Aygo X ist zwar nur 3,70 Meter lang, aber hat trotzdem eine (Mikro-) SUV-Optik. (Bild: TeamOn)

SUV-Optik verkauft Autos, das haben die Hersteller verstanden. Deshalb verordnet Toyota dem Aygo X eine erhöhte Bodenfreiheit, 1,52 Meter Höhe (6 cm mehr als bisher) und mindestens 17 Zoll große Räder. Zusätzlich wächst der kleinste Toyota in der Länge auf 3,70 Meter und in der Breite auf 1,74 Meter. Ein klassischer Kleinstwagen ist er damit nicht mehr, eher Mikro-SUV nach dem Vorbild des Suzuki Ignis.

Toyota kleidet diese Abmessungen in eine platte Nase und montiert große Plastik-Wulste an die Radläufe. Dass wir uns im Einsteiger-Segment bewegen, belegen dennoch die Ausstellfenster der hinteren Türen. Die Scheinwerfer nicht. Gegen Aufpreis fährt der Toyota Aygo X mit Voll-LED-Licht. Das bringt in der Stadt keinen echten Vorteil, auf Überlandstraßen und schlecht ausgeleuchteten Wegen ist es ein Segen.

In den Kofferraum passen zwar 60 Liter mehr als beim Vorgänger, großzügig sind die 231 Liter aber auch nicht. (Bild: TeamOn)

Innenraum, Verarbeitung und Raumangebot im Toyota Aygo X

Die meisten Autofahrer schätzen am SUV die höhere Sitzposition und die bessere Rundumsicht. Beides bietet der Aygo X. Vor allem nach vorn gerät die Übersicht prima, hier setzt Toyota auf schmalere A-Säulen. Die Mehrlänge lässt Toyota vor allem der ersten Sitzreihe und dem Kofferraum zugutekommen.

Damit verstaut das Auto 60 Liter mehr als sein Vorgänger, aber 231 Liter sind dennoch nicht wirklich viel. Genug für den Familieneinkauf, knapp zu wenig für den Urlaub zu zweit. Die Gepäckraumabdeckung ist faltbar und besteht lediglich aus einem dünnen Textil. So lässt sie sich gut unter dem Ladeboden verstauen, wenn sie nicht benötigt wird.

Auch als Mikro-SUV bietet der Aygo X eine höhere Sitzposition und gute Rundumsicht. Der Rest ist, wie das Auto, eher schmal ausgefallen. (Bild: TeamOn)

Das Umlegen der geteilten Rückbank gelingt vom Kofferraum aus leicht. Dabei entsteht ein Laderaum mit Stufe und ansteigenden Sitzlehnen – nicht ideal. Zudem spart sich Toyota die Verkleidung der Rücksitzwand, das lackierte Metall wird bei schwerer Fracht wie Möbeln und Haushaltsgeräten schnell verkratzen. Auf der Rückbank geht es eng zu, Erwachsene werden hier ungern längere Strecken zurücklegen. Es drückt am Knie und, mit optionalem Panorama-Faltdach, auch am Kopf.

Vorn sitzt es sich, gemessen an der Klasse, durchaus großzügig. Obwohl zur Seite wenig Platz bleibt, lassen sich die Sitze bequem verstellen, ohne viel Tasten. Die Sitze selbst wünschen sich breite Beifahrer etwas breiter – wirklich Platz ist dafür nicht. In der schmalen Mittelkonsole befinden sich ein gut dimensioniertes Staufach, eine gut positionierte Handyschale und passable Becherhalter. In den Türfächern lässt sich nur wenig verstauen, das gleiche gilt für das schmale Handschuhfach. Leider lässt sich das Lenkrad nur in der Höhe verstellen.

Infotainment, Bedienung und Assistenzsysteme

Man sitzt im Aygo X hübsch eingebunden in die Bedienstruktur, beinahe „fahrerorientiert“. Das Armaturenbrett hinter dem Lenkrad bietet Erwartbares, zeigt aber doch: Auch in der Einstiegsklasse lassen sich hier heute hübsche Displays realisieren. Zudem erfolgt die Bedienung des Bordcomputer nicht mehr per Griff durchs Lenkrad wie beim Vorgänger, sondern über das praktische Multifunktionslenkrad.

Auch sonst: Der Aygo X teilt sich Technik und Baukasten mit dem Toyota Yaris, wirkt innen aber aufgrund der Gestaltung des Touchscreen-Trägers sogar flotter. Die Bedienung ist intuitiv. Alles ist verständlich beschriftet und gut zu erreichen. Auch die Klimaeinheit erhält echte Tasten, die sich bei der Fahrt ohne große Ablenkung bedienen lassen – heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Die unrühmliche Ausnahme bildet die Bedienleiste links hinter dem Lenkrad. Wer Start-Stopp oder den Fernlicht-Assistenten bedienen will, muss fummeln.

Eine weitere Parallele zu Yaris und Yaris Cross: Das Festeinbau-Navi (Serie in der Topversion „Explore“) ist keine Empfehlung. Immerhin muss es nicht gekauft werden. Allerdings koppelt Toyota daran die kabellose Einbindung von Android Auto und Apple Carplay (sonst USB) sowie die induktive Handy-Ladeschale. Das Navi arbeitet cloudbasiert und daher mit stets aktuellen Daten. Es wirkt aber entscheidungsschwach und verpasst zu oft die entscheidende Abfahrt. Im Kartenmaterial gespeicherte Tempolimits widersprechen zudem häufig der Anzeige der (ebenfalls nicht fehlerlos arbeitenden) Verkehrszeichenerkennung.

Dem Fahrer ist mit solch widersprüchlichen Angaben nicht geholfen – immerhin sollen die Assistenten ja helfen. Toyota rühmt sich, in seinem Einstiegsmodell ein umfangreiches Sicherheits-Paket („Safety Sense“) serienmäßig einzubauen. Der Funktionsumfang beeindruckt in der Tat. Das Notbrems-System erkennt Radfahrer und Fußgänger, ein Notfall-Lenkassistent verhindert aktiv Kollisionen beim Überholen, Spurhaltehilfe und Fernlicht-Assistent sind ebenfalls Serie. Sogar ein adaptiver Tempomat steckt in jedem Aygo X.

In der Praxis kann der Lenkassistent tatsächlich helfen, wenn auf der Nebenspur ein Auto übersehen wurde, der Notbremsassistent ersetzt zum Teil die Einparkhilfe. Einfach langsam auf das Hindernis zurollen, das Auto bremst selbständig: Gewöhnungsbedürftig, aber durchdacht.

Toyota Aygo X: Motor, Verbrauch, Fahrwerk und Lenkung

Die weiche Lenkung des Aygo X ist sehr tauglich für die Stadt und arbeitet sehr präzise bei Parkmanövern. (Bild: TeamOn)

Bei der Assistenz steckt also viel Zukunft im Aygo X, unter der Motorhaube dagegen herrscht alte Welt. Der 1,0-Liter-Dreizylinder mit seinen 72 PS und seinem zweistelligen Drehmoment ist ein einfacher Antrieb für die anspruchslose Mobilität: Kein Turbo für den Spaß, kein Hybridsystem für die Effizienz.

Dafür wurde die kaum erträgliche Automatik im bisherigen Aygo im neuen Modell durch ein komfortables CVT-Getriebe (1.100 Euro Aufpreis) von Toyota ersetzt. Eine echte Empfehlung für jeden, der im Kleinstwagen nicht schalten möchte. Die meisten Kunden werden dennoch zum serienmäßigen Fünfgang-Getriebe greifen.

Der kleine Motor benötigt etwas Drehzahl, damit der Aygo X im Verkehr mitschwimmt. Dann knurrt der Dreizylinder deutlich vernehmbar, zum Motor hin spart Toyota an Dämmung. Das hat allerdings nicht nur Nachteile: Mit seinem recht niedrigen Gewicht (940 kg) lässt sich der Aygo X sparsam bewegen. Im gemischten Fahrprofil aus Stadt, hügeligen Landstraßen und etwas Autobahn (Richtgeschwindigkeit) stehen am Ende 4,7 l/100 km im Bordcomputer. Im dichten Stadtverkehr steht auch mal eine sechs vorn, viel mehr wird es nicht.

In diesen Punkten hängt der Aygo X den Vorgänger nicht ab, den es mit demselben Motor gibt. Anderswo profitiert er deutlich davon, dass er sich nun die Basis mit dem größeren Yaris teilt: Das Fahrwerk federt komfortabel, verbindlich und deutlich raffinierter als in dieser Klasse gewohnt. Allenfalls die Hinterachse wird in schnellen Kurven etwas nervös, ansonsten bleibt der Aygo X stoisch. Auch bei höherem Tempo oder wenn die Straße holpert.

Die Lenkung stimmt Toyota ebenfalls sorgfältig ab. Weich und innenstadttauglich zwar, etwas mehr Widerstand könnte sie bieten. Aber sie arbeitet präzise und unterstützt genaue Parkmanöver gut.

Toyota Aygo X: Preise, Ausstattung, Alternativen

Selbst in der Basisversion ist der Aygo X deutlich teurer als sein Vorgänger. (Bild: TeamOn)

Im kleinsten Segment ist der Preis ein entscheidendes Argument. Und der hat es beim Toyota Aygo X in sich: 15.390 Euro kostet die Basisversion. Das ist viel Geld, der Vorgänger startete noch im Jahr 2020 bei rund 10.000 Euro. Toyota begründet die Preissteigerung mit dem größeren und technisch anspruchsvolleren Fahrzeugkonzept sowie mit der serienmäßigen, umfangreichen Sicherheitsausstattung. Die ist in der Tat vorbildlich, darüber hinaus kommt die Basis mit einer Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern höhenverstellbarem Fahrersitz und einer Radiovorbereitung samt Multifunktions-Lenkrad. Nicht so schlecht.

Die Ausstattung „Play“ addiert vor allem das Multimedia-System, Apple Carplay/Android Auto und eine Rückfahrkamera. Die empfehlenswerte „Pulse“-Ausstattung (ab 17.990 Euro) bringt zusätzlich Zweitonlack, Alufelgen oder Sitzheizung mit. In der Top-Version „Explore“ gibt es größere Felgen, das Festeinbau-Navi, Parksensoren vorn und hinten, ein Smart-Key-System, LED-Scheinwerfer oder Klimaautomatik.

Das meiste davon lässt sich über Pakete jedoch auch in die anderen Versionen hineinbestellen. Ausnahme: Das große Cabrio-Faltdach („Air“) koppelt Toyota an die Top-Version. Es kostet 1.000 Euro Aufpreis und bringt viel Frischluft und Sonne, aber bei höheren Geschwindigkeiten mehr Lärm in den Innenraum.

Ist das nun teuer? Gemessen am Standard der kleinen Klasse schon. Der Hyundai i10 bringt ebenfalls viel Sicherheitstechnik mit und startet bei 11.185 Euro. Aber als Mikro-SUV orientiert sich der Aygo X ziemlich direkt an der Preisgestaltung des Suzuki Ignis. Ein VW up startet aktuell bei gut 14.000 Euro und muss weitgehend ohne zeitgemäße Sicherheitsassistenz auskommen.

Der härteste Wettbewerber des Aygo X dürfte hingegen der Toyota Yaris sein. So parkt der größere Kleinwagen im gleichen Showroom und kostet mit gleichem Motor ab 16.550 Euro, also nur 1.160 Euro mehr.

Fazit: Der Aygo X entwächst seinem Segment

Der Aygo X fährt sich besser, ist geräumiger und hat eine formidable Ausstattung. Doch der Preis wiegt schwer. (Bild: TeamOn)

Das Fazit fällt zwiespältig aus: Zwar fährt der Toyota Aygo X angenehmer, bietet mehr Platz und mehr Ausstattung als wir das bisher in diesem Segment gewohnt sind. Allerdings verlangt Toyota dafür einen saftigen Preis, der das Auto nah an das nächstgrößere Segment heranrückt. Ein klassischer Kleinwagen bietet dann eben doch mehr Auto, als das in der kleinen Klasse möglich ist. In Form von wertigerer Innenausstattung, mehr Platz, besserem Geräuschverhalten und besserer Langstreckentauglichkeit.

Wer für die Stadt ein möglichst kleines Auto sucht, fährt zwar im mehr als 20 cm kürzeren Vorgänger-Aygo nicht besser – parkt ihn aber deutlich leichter. Der Aygo X ist daher vor allem für Menschen geeignet, die ein wenig SUV unterhalb der Kleinwagenklasse suchen und sowohl dafür als auch für die vorbildliche Sicherheitsausstattung bezahlen können.

Technische Daten: Toyota Aygo X 2022

Allgemeines
Getestetes ModellToyota Aygo X
Marktstart04/2022
Motor
Anzahl Zylinder, AnordnungR3
Hubraum1,0l
Max. Leistung53/72 kW/PS bei 6.000 U/min
Max. Drehmoment93 Nm bei 4.400 U/min
KraftstoffartBenzin
Tankvolumen in l35
Motoraufladungkeine
SchadstoffklasseEU6d
Getriebe
GetriebeartManuelles Schaltgetriebe
Anzahl Gänge5
AntriebFront
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm3.700
Breite (ohne Spiegel) in mm1.740
Höhe in mm1.525
EG-Leergewicht in kg940
Zuladung maximal in kg420
Kofferraumvolumen min. in l231
Kofferraumvolumen max. in l829
Fahrleistungen (laut Hersteller)
Höchstgeschwindigkeit in km/h158
Beschleunigung 0-100 km/h in s15,6
Verbrauch (laut Hersteller)
Kombiniert in l/100 km (WLTP)5,2 - 4,7
CO2-Emission in g/km (WLTP)118-115
Preis
Einstiegs-Listenpreis in €15.390
Preis Testwagen in €21.550

Toyota Aygo gebraucht kaufen

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Titelbild: TeamOn

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