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Tesla Model Y: Das SUV aus Berlin
10. Juni 2020
Elektromobilität

Tesla Model Y: Das SUV aus Berlin

Auf der ganzen Welt schreitet die Urbanisierung voran und eins ist von den Straßen der modernen Großstadt mittlerweile nicht mehr wegzudenken: SUVs und Crossover. Kein Wunder also, dass die amerikanische Elektromarke Tesla, die mit dem Model X bereits ein Oberklasse-SUV vertreibt, jetzt auch im Crossover-Segment angreifen möchte. Die Waffe der Wahl: das Model Y. So wie das Model 3 die günstigere Alternative zum Model S darstellt, so soll das Model Y die etwas erschwinglichere Alternative zum Model X sein.

Besonders interessant für den deutschen Markt: Die „Gigafactory 4“, so nennt Tesla seine Produktionsstätten ab einer bestimmten Größe, die in Grünheide bei Berlin gebaut werden soll, wird hauptsächlich den Tesla Y produzieren. Dadurch sind relativ günstige Listenpreise denkbar, da Importzölle und Transportkosten größtenteils wegfallen. Rechnet man dann noch die BAFA-Förderung für Elektroautos hinzu, so zeichnet sich ein durchaus bezahlbarer Stromer aus dem Hause Tesla am Horizont ab.

Allerdings bedeutet der brandenburgische Standort für Tesla auch, dass man mit der Lieferung des Model Y für den europäischen Markt erst 2021 beginnen kann – vorher steht die Fabrik nämlich noch nicht. Zudem bringt das Tesla-Werk in Deutschland auch einige lokale Probleme und Hürden mit sich (s. u.).

Ein mini Model X?

Das Model Y soll die etwas kleinere und bezahlbarere Version des Model X sein. Das zeigt sich auch im Design, das gewisse Ähnlichkeiten erkennen lässt. Ebenso gibt es Überschneidungen bei der Konzeption: Für das Model Y wird es wie beim Model X eine Version mit sieben Sitzen geben. Die extravaganten Flügeltüren des großen Bruders, die beim Model X teils zu Produktionsproblemen geführt hatten, werden hingegen nicht übernommen.

Das Tesla Model X ist der große Bruder des 2021 Marktpremiere feiernden Model Y (Bild: Pixabay)

Wie beim Model 3 wird auch das Model Y keinen klassischen Autoschlüssel haben, sondern über eine Smartphone App oder alternativ mit einer Schlüsselkarte im Kreditkartenformat entriegelbar sein. Da das Model Y auf der gleichen Plattform aufgebaut ist wie das Model 3, ähneln sich die beiden Fahrzeuge stark. So sind die beiden Fahrzeuge quasi gleich breit (1 Millimeter Unterschied), das Model Y ist aber rund 10 Zentimeter länger und 20 Zentimeter höher als das Model 3.

Zudem ist deswegen auch davon auszugehen, dass es das Model Y ebenso mit einer kleineren Batterie zu kaufen geben wird. Diese Version ist allerdings noch nicht reservierbar. Momentan kann nur die Version mit der 75 Kilowattstunden großen Batterie vorbestellt werden, welche laut Tesla an der neusten Version der hauseigenen Schnellladesäule, dem Supercharger, in nur 15 Minuten bis zu 270 Kilometer Reichweite laden kann. Wann Käufer den Wagen tatsächlich in Besitz nehmen können, hängt von der pünktlichen Inbetriebnahme der Gigafactory ab.

Das Model Y hat eine etwas größere Karosserie als das Model 3. Ein höheres Gewicht und ein erhöhter Luftwiderstand sind die Folge. So wundert es nicht, dass das Crossover aus Kalifornien sowohl in der „Performance“- wie auch in der „Long Range“-Ausführung leicht schlechtere Werte in Sachen Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit und Reichweite aufweist.

Model Y: Aktuell vorbestellbare Varianten in Zahlen:

Maximum Range AWDPerformance AWD
Reichweite505 km480 km
Höchstgeschwindigkeit217 km/h241 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h5,1 s3,7 s
Max. Ladegeschwindigkeit (80 %)42 min42 min
Preis59.600 €66.600 €

Verbesserte Qualität?

Allem Anschein nach scheint das Model Y den Nerv der Zeit zu treffen, Elon Musk persönlich prophezeit Verkaufszahlen in Rekordhöhe. Laut Statista haben mittelgroße Crossover und SUV über 40 Prozent Marktanteil in der Automobilbranche. Das Model Y passt also perfekt in diesen Markt.

Doch wie schlägt sich der brandneue und, angesichts der anderen Teslas, günstigere Wagen im Vergleich zu seinen Vorgängern Model S und Model X? Eines der größten Probleme, mit denen der amerikanische Autobauer in der Vergangenheit zu kämpfen hatte, war die Verarbeitungsqualität der Fahrzeuge, was sich beispielsweise an den Spaltmaßen zeigte. Laut Berichten der US-amerikanischen Nachrichtenwebsite “Electrek” soll das allerdings schon bei den Vorserienfahrzeugen deutlich besser aussehen.

In Sachen Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit fährt das Model Y den Fahrzeugen der Oberklasse zwar hinterher, es kostet aber auch deutlich weniger. In Hinblick auf die Reichweite ist das Model Y wiederum gleichauf, im Preis-Leistungsverhältnis liegt es sogar vorne: Zahlt man bei den Modellen S und X (in vergleichbaren Ausführungen) 143 bis 224 Euro pro Kilometer Reichweite, so sind es beim Model Y nur 118 bis 139 Euro pro Kilometer.

Neues Tesla-Werk Berlin-Brandenburg

Als Elon Musk am 12. November 2019 den Preis einer Autozeitschrift für den Tesla Model 3 entgegennahm, überraschte er bei seiner Dankesrede alle Anwesenden mit einer Ankündigung: Im unmittelbaren Einzugsgebiet von Berlin soll eine neue „Gigafactory“ entstehen. Ab Juli 2021 soll dort das Model Y gefertigt werden, später dann auch das Model 3. Anvisiertes Fernziel ist es, jährlich bis zu 500.000 Fahrzeuge und Antriebsstränge zu bauen.

Das neue Tesla-Werk in Brandenburg liegt im beschaulichen Örtchen Grünheide direkt bei Berlin (Bild: heycar)

Das Riesenwerk wird im brandenburgischen Grünheide errichtet, einem Örtchen mit knapp 8.000 Einwohnern, das keine zehn Kilometer von der Stadtgrenze entfernt westlich von Berlin gelegen ist. Mit dieser Gigafactory in Deutschland wird es dann auf drei Kontinenten vier Tesla-Fabriken in diesen Ausmaßen geben. Bisher existieren Werke in New York, Shanghai und Reno in Nevada.

Grünheide setzte sich gegen einige Konkurrenten aus dem ganzen Bundesgebiet durch. Doch warum entschied sich der amerikanische Autobauer am Ende für Brandenburg? Weil man dort von günstigen Steuern, Fördergeldern von der Europäischen Union in Höhe von bis zu 300 Millionen Euro sowie von einer schnellen Genehmigung profitieren konnte.

Zudem hat Tesla laut Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) durch die Lage Zugriff auf den Brandenburger, den Berliner sowie den westpolnischen Arbeitsmarkt. Am Anfang sollen in der Fabrik etwa 3.000 Menschen arbeiten, das Land Brandenburg erhofft sich allerdings, dass in dem Werk bis zu 10.000 Menschen in einem drei-Schichten System arbeiten werden, wenn es komplett fertiggestellt ist. Unter anderem sollen eine Gießerei, eine Lackiererei und ein Presswerk entstehen.

Dazu kommen Umweltaspekte: Tesla selbst betont, dass es die Mission der Firma sei, den Übergang zu nachhaltigerer Energie zu beschleunigen. Und in Brandenburg bestehe die Möglichkeit, die neue Fabrik mit überwiegend CO2-neutraler Energie zu versorgen.

Proteste in Grünheide

Nicht alle Menschen finden an den Expansionsplänen von Tesla Gefallen. Umweltverbände wie die Grüne Liga, ein mittelgroßes Netzwerk, das seine Wurzeln in der DDR hat und in den neuen Bundesländern aktiv ist, legten Beschwerde gegen die Rodung eines Kiefernforstes auf dem Gelände der zukünftigen Fabrik ein. Das Oberverwaltungsgericht in Berlin lehnte es allerdings ab, die Arbeiten aufzuhalten, da die zu fällenden Kiefern kein „Wald“, sondern eine ohnehin zum Ernten angelegte Plantage seien. Mittlerweile sind die Bäume gefällt.

Kahlschlag abgeschossen: Die Baustelle der Gigafactory Berlin im April 2020 (Bild: heycar)

Weitere Sorgen der Ortsansässigen betreffen die Wasserversorgung. Es wird befürchtet, dass Tesla viel zu viel Wasser verbraucht. Tesla-Chef Elon Musk selbst versuchte diese Sorgen via Twitter zu zerstreuen, indem er klar stellte, dass die Fabrik die Grundwasserreserven der Region nicht erschöpfen würde und dass es sich bei den Zahlen, die den Protest ausgelöst hatten, um Maximalwerte handelte. Diese würden nur in Einzelfällen erreicht werden.

Ob unter den Einwänden gegen den Bau der Fabrik stichhaltige dabei sind, ist noch nicht abschließend geklärt. Doch allein die Tatsache, dass sich nur relativ wenige Leute an den Protesten beteiligen, deutet darauf hin, dass es in allen Punkten schnell zur Einigung kommen wird.

Außerdem hat Tesla die Rückendeckung der Politik, für die die neue Fabrik eine große Chance ist, zukunftsfähige Industrie im nicht gerade strukturstarken Land Brandenburg anzusiedeln. Mittlerweile sind die Bauarbeiten zudem im vollen Gange und von den Protestparteien ist kaum noch etwas zu hören.

Man kann also davon ausgehen, dass die Fabrik planmäßig gebaut wird. Die deutschen Tesla-Kunden blicken also einer rosigeren Zukunft entgegen, schließlich steigen nicht nur die Verfügbarkeiten von Model Y und Model 3 – auch die Preise dürften sinken.

Wie du im Artikel erfahren hast, gibt es das Tesla Model Y noch nicht zu kaufen. Wenn du schon jetzt Tesla fahren willst, kannst du das aber natürlich tun: Bei heycar findest du super gepflegte Model 3, Model X und Model S - alle mit Garantie. Schau dich einfach mal um!

Top Angebote

Alexander Zyska
Alexander Zyska

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