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Suzuki Vitara im Test
30. März 2022
Autotests

Suzuki Vitara im Test

Lang ist es her als ein Vitara abwertend als Förster-Auto abgetan wurde. Spätestens seit dem letzten Generationswechsel ist das Geschichte und der Vitara ein echtes SUV mit Allrounder-Eigenschaften. Kann das Facelift diesen Trend fortführen?

Im Test fuhren wir den aufgehübschten Suzuki Vitara mit 140 PS starkem 1.4-Liter-Benziner und Allradantrieb in der Ausstattung Comfort+.

Farbgebung mal zwei

Unser Testfahrzeug kam in einer Zweifarben-Lackierung vorgefahren: Das leuchtende “Solar Yellow Pearl Metallic”, ein intensives Orange-Gelb, trifft dabei auf “Cosmic Black Pearl Metallic” und steht dem SUV ausgesprochen gut. Kein Wunder, dass dies auch die Kommunikationsfarbe dieses Modells darstellt. So auffällig sind sonst nur Signalfarben. Hier allerdings fehlt zum Glück die damit einhergehende Penetranz. Der Wagen hat durchaus Stil.

Obendrein hat das Facelift einige Neuigkeiten an Bord. Die Front wurde abgeändert, der Grill wirkt mit seinen markant ausgeführten Vertikalstreben eigenständiger. Der angedeutete Unterfahrschutz wurde ebenso modifiziert. Die Ringe um die Scheinwerferlinsen sind in blau statt rot ausgeführt. Das Tagfahrlicht bleibt dagegen unverändert als vertikales LED-Strebenpaar im Stoßfänger.

Am Heck fallen sogleich die veränderten, deutlich größer ausfallenden Rückleuchten ins Auge. Durchgehend rot getönt besitzen sie nun teilweise LED-Technik. Die Gehäuse ragen seitlich ein ganzes Stück über das Blechkleid hinaus. Das ist sogar im Rückspiegel sichtbar.

Innen: Veränderungen nur im Detail

Gemütlich und funktional: das Cockpit des Suzuki Vitara (Bild: heycar)

Die Platzverhältnisse vorne und hinten bleiben unverändert auf einem guten Niveau. Innen kann man einige wenige Anpassungen feststellen die den Qualitätseindruck anheben sollen.

So ist beispielsweise die Instrumententafel mit einer Softtouch-Oberfläche versehen, was nicht nur hochwertiger aussieht, sondern auch angenehm bedienbar ist. An anderen Stellen wie den Türverkleidungen blieb es dagegen beim einfachen Kunststoff, der nicht unbedingt zum Gesamteindruck passt.

Dafür wurden die Sitze mit einem Leder-Alcantara-Mix versehen. Mit einer auffallenden Steppung kann dies als gelungener Materialeinsatz gewertet werden. Die Ringe um die Cockpitinstrumente, den Lüftungsdüsen und der zentral positionierten Analoguhr strahlen im Chromglanz. Die analoge Uhr ist jedoch allein der Top-Ausstattung Comfort+ vorbehalten. Die anderen Modelle zeigen an der Stelle einen Blindkreis.

Die Dashbord-Blende vor dem Beifahrerplatz wurde im wertigen Metall-Look ausgeführt und trägt weiterhin die Allgrip-Intarsie. Ein gut gepolstertes Lederlenkrad liegt griffig in den Händen und die Sitze bieten eine stattliche Portion Seitenhalt. Für einen reichhaltigen Lichtdurchsatz des Innenraums sorgt ein großes Panoramaglasdach, welches nach außen sehr weit öffnet. Es besitzt einen halbtransparenten, elektrisch betriebenen Lichtschutz.

Der Testwagen besaß einen variablen Laderaumboden, wodurch man bei komplett umgeklappten Rückenlehnen eine ebene Ladefläche schaffen konnte. Das Volumen blieb im Vergleich zum Vorgängermodell unverändert. Immerhin wurde die hakelige Schließung der Heckklappe verbessert.

Motor und Fahreigenschaften des Suzuki Vitara

Bewährte Technik: ein Blick unter die Motorhaube des Suzuki Vitara (Bild: heycar)

Der 1.4-Liter-Turbobenziner ist ein alter Bekannter, der bereits im Vitara S eine gute Figur machte. Im Facelift-Modell wird der Boosterjet-Vierzylinder mit einem 6-Stufen-Automatikgetriebe kombiniert und erfüllt dank Euro-6d-Temp-Norm nun auch die aktuellen Regularien.

Im Praxistest verwaltet die Automatik die einzelnen Stufen schnell und gut. Zudem hat man als Fahrer die Wahl, die Gänge auch manuell per Schaltwippen zu wählen. Die Schaltgeschwindigkeit der einfachen Plastik-Wippen ist trotz kurzer Verzögerungen akzeptabel und funktioniert im Alltag gut. Bei Benutzung des Wahlhebels muss man jedoch aufpassen. Zieht man beim Losfahren wie gewohnt den Hebel ganz nach hinten, landet man in der „M“-Fahrstufe, die das manuelle Schalten erlaubt. Hier schaltet das Getriebe nicht hoch.

Dafür gibt es keinerlei Anfahrschwächen, auch nicht bei Lastwechsel. Das ist äußerst bemerkenswert, denn bei vielen europäischen Konkurrenzmodellen mit DSG lassen sich noch immer Verzögerungen bis zum wiederhergestellten Vortrieb beobachten. Mit 140 PS und den 220 Newtonmetern hat der Benziner keine Probleme, dem Suzuki Vitara adäquaten Vortrieb zu verschaffen. Kraftvoll schiebt der Motor auch unterhalb von 2.000 Touren – das maximale Drehmoment liegt bereits ab 1.500 Umdrehungen pro Minute vor – und lässt die Automatik im normalen Modus „Auto“ die meisten Strecken untertourig absolvieren.

Des Weiteren gibt es noch die Fahrprogramme „Sport“ mit höher ausdrehenden Gängen und leicht geschärftem Kennfeld, sowie „Snow“ für mehr Grip bei Glätte. Zusätzlich lässt sich in diesem Fahrprogramm das permanente Allradsystem auch per Lock-Funktion fest im Verhältnis 50:50 auf die beiden Achsen verteilen. Traktion war zu keinem Zeitpunkt ein Problem.

Das Fahrverhalten ist erwartungsgemäß sehr handlich, angenehm entspannt, mit leichter Komfortbetonung. Unebenheiten werden gut kompensiert und dafür leichte Wank- und Nickbewegungen bei schnellen Lastwechseln in Kauf genommen. Auch die etwas zu leichtgängige Lenkung ist weiterhin im Spiel und bildet im urbanen Bereich einen Vorteil, kann bei höheren Geschwindigkeiten allerdings Sehnsüchte zu mehr Feedback wecken.

Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt er in 10,2 Sekunden – genau wie damals der gleichstark motorisierte Vitara S mit Schaltgetriebe. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit ist der überarbeitete Suzuki Vitara den Werten treu geblieben: 200 km/h sind möglich. Ab Tempo 180 dauert es allerdings etwas, bis man das Maximum erreicht hat. Dafür bewahrt das kleine SUV auch so schnell unterwegs seine ruhige Art.

Beim Thema Verbrauch gibt es ebenso viele Parallelen zum Vitara S. Im Drittelmix sind es erfreuliche 6,6 Liter – ein sehr guter Wert für dieses Fahrzeug. Der Motor erfüllt nun die Euro-6d-Temp-Norm und ist definitiv teillastoptimiert. Das spürt man, wenn man schnelle Autobahnetappen fährt oder dem Motor durchgängig Vollgas zumutet. Dann werden die Verbrauchswerte schnell mal zweistellig, was im Alltag aber äußerst selten passieren sollte. Die Sparrunde absolvierte das SUV mit vorbildlichen 5,5 Litern.

Ausstattung, Komfort, Sicherheit

Hervorragende Haptik und einfache Bedienung: das Lenkrad des Suzuki Vitara (Bild: heycar)

An der “Comfort+”-Variante dieses SUVs vermisst man kaum Ausstattung und Annehmlichkeiten. Das Bedienkonzept des Multimediasystems braucht kaum Eingewöhnung. Vier Felder zeigen den direkten Einstieg in die verschiedenen Möglichkeiten. Vom DAB-Radio über eine Bluetooth-Freisprechfunktion bis hin zu Apple-CarPlay und Android Auto ist alles an Bord. Vermisst haben wir nur einen „Zurück“-Button, der uns aus den Tiefen der Menü-Struktur wieder zurückführt.

Das Navigationssystem berechnet Routen fix und gibt bei der Kartendarstellung keinerlei Rätsel auf. Leider kamen die Berücksichtigung von Verkehrsstörungen oft zu spät, wodurch wir einige Male im Stau standen, obwohl das System zunächst freie Fahrt prophezeite. Auch gab es hin und wieder unangekündigte Synchronisationsprobleme – das bekamen wir unter anderem im Berliner Großstadtverkehr zu spüren.

Dafür erledigte die Sprachsteuerung einen erstklassigen Job und glänzte durch komplexes Verständnis und Ausführung aller getesteten Befehle, ohne Fehlinterpretationen. Das überflügelt selbst Spracherkennungssysteme, die man ein oder auch zwei Klassen höher findet.

Externe Tonträger wie USB-Sticks wurden derweil schnell eingelesen. Minutenlange Pausen wie beim Modell vor dem Facelift blieben aus. Diverse Assistenzsysteme vervollständigen das Sicherheitskonzept des Suzuki Vitara. Einige davon erhielten auch ein technologisches Upgrade, wie der Frontkollisionswarner. Dieser nutzt nun nicht mehr den Radarsensor des Abstandstempomaten, sondern überwacht per Kamera und Laser den Fahrweg.

Dadurch ist das System in der Lage Fußgänger zu erkennen. Im Praxistest erschien uns der Assistent etwas hibbelig und warnte sehr frühzeitig vor etwaigen Kollisionsgefahren. Die Verkehrszeichenerkennung war bei Tageslicht fehlerfrei und zuverlässig. Anders sah es bei Dunkelheit aus. Da übersah er oftmals Schilder– insbesondere Aufhebungszeichen wurden permanent ignoriert.

Auch dem Spurhalteassistenten können wir nur eine moderate Trefferquote bescheinigen. Er greift zu stark in die Lenkung ein und das auch in vielen unpassenden Situationen. Wir deaktivierten den Assistenten dementsprechend schnell. Das System quittierte uns das mit dem Dauerleuchten einer Warnlampe.

Eine solche Dauerwarnung gab es dann auch für das Deaktivieren des Start/Stopp-Systems. Es ist sicher begrüßenswert, wenn die Sicherheit der Insassen ernstgenommen wird, die Entscheidung des Fahrers sollte an dieser Stelle dennoch nicht derart verwarnt werden. Eine sehr gute Hilfe stellte hingegen der Abstandstempomat dar, der mit einfacher Justierung und Konfiguration den Suzuki Vitara jederzeit flüssig im Verkehr mitschwimmen ließ. Auch der neue Totwinkelassistent leistete einen fehlerlosen Dienst.

Varianten und Preise für den Suzuki Vitara

Das Kompakt-SUV wird aktuell mit zwei Motorisierungen und in drei Ausstattungsvarianten angeboten:

  • Club: Die Basisvariante beginnt bei 18.650 Euro mit einem Dreizylinder Benziner mit 111 PS, 5-Gang-Schaltgetriebe und Frontantrieb. Allrad kostet knapp 5.000 Euro mehr, Automatikgetriebe gut 4.000 Euro.

  • Comfort: Diese Variante kostet mindestens 21.250 Euro.

  • Comfort+: Steht als Topversion ab 28.840 Euro zur Verfügung und ist stets an den 1.4-Liter Motor und den AllGrip-Allradantrieb gebunden.

Fazit: Auch dezente Änderungen ergeben ein besseres Fahrzeug

Im Gelände wie auf der Straße ein Hingucker: der Suzuki Vitara (Bild: heycar)

Mit dem dezenten Facelift des Suzuki Vitara wurden kleine Designschwächen retuschiert. Als Resultat ist der Japaner erneut ein zeitloses SUV, das erwachsen und gleichzeitig modern erscheint. Trotz störender Kleinigkeiten ist der Vitara ein grundsolides Fahrzeug, das wenig Kritik zulässt. Besonders für den Preis, den Suzuki aufruft. Der immensen Konkurrenz im Segment kann das Vitara Facelift in jedem Fall weiter Paroli bieten.

Fans des Vitara werden auch das neue Modell lieben und bekommen zum attraktiven Preis ein SUV mit permanentem Allrad, Euro-6d-Temp-Einstufung und überschaubaren Unterhaltskosten. Die wenigen Kritikpunkte positionieren den Vitara recht weit vorn in der Riege der kompakten Allrad-SUVs: Ein gelungenes Fahrzeug mit breiter Zielgruppe, die weit mehr als Förster im Blick hat.

Technische Daten: Suzuki Vitara Facelift

Allgemeines
Kompletter NameSuzuki Vitara 1.4 Boosterjet Comfort+ ALLGRIP Automatik
Modellstart09/2019
Motor
Anzahl Zylinder, Anordnung4, Reihe
Hubraum in ccm1.373
Leistung (kW/PS)103/140
Max. Drehmoment (Nm)220
KraftstoffartSuper
Tankvolumen in l47
SchadstoffklasseEuro 6d-TEMP-EVAP-ISC (WLTP) 36CH, 36CI, 36DG
Getriebeart
GetriebeAutomatik
Anzahl Gänge6
AntriebAllrad
Abmessung, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm4.170
Breite (ohne Spiegel) in mm1.775
Höhe in mm1.595
EG-Leergewicht in kg1.295
Zuladung maximal in kg435
Laderaumvolumen min. in l375
Fahrleistungen (laut Hersteller)
Höchstgeschwindigkeit in km/h200
Beschleunigung 0-100 km/h in s10,2
Verbrauch (laut Hersteller)
Kombiniert in l/100 km (NEFZ)6,1
CO2-Emission in g/km (NEFZ)141
CO2-EffizienzklasseD
Preis
Einstiegs-Listenpreis in €18.650
Preis Testwagen in €31.500

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Titelbild: heycar

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