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Steinschlag: Was tun? Wer bezahlt für den Schaden?
18. Januar 2022
Wartung & Pflege

Steinschlag: Was tun? Wer bezahlt für den Schaden?

Es knallt ohne Vorwarnung. Autofahrer sehen den Einschlag nicht kommen, und können dem kleinen Steinchen leider nicht ausweichen. So unsichtbar es kam, so deutlich sichtbar kann anschließend der Schaden in der Windschutzscheibe sein. Der Schreck ist groß, vor allem bei hohen Geschwindigkeiten. Doch die gute Nachricht ist: Steinschläge sind in der Regel ein Fall für Kfz-Teilkasko-Versicherung, egal ob Reparatur oder Austausch der Windschutzscheibe. Dieser Text erklärt, welche Maßnahmen Autofahrer nach einem Steinschlag ergreifen sollten.

Steinschlag: Was tun?

Trifft ein Stein während der Fahrt die Frontscheibe, sollten Autofahrer den Schaden als Erstes in Ruhe begutachten. Bei nächster Gelegenheit sollten Betroffene den Schaden mit dem Smartphone fotografieren. Das hilft bei der Dokumentation gegenüber der Versicherung. Verpflichtend ist das nicht. Wichtig: Autofahrer sollten für das Foto anhalten und aussteigen und das Handy auf keinen Fall während der Fahrt zücken. Außerdem sollte die Stelle vorher von Regenwasser oder Schmutz befreit werden.

Je nach Schaden kann es helfen, die Stelle mit Klebeband abzusichern. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um spezielle Scheibenpflaster handelt oder um ein 08/15-Geschenk-Klebeband. Durch den Schutz können weder Feuchtigkeit noch Dreck in die Risse eindringen. Das erhöht die Chancen, dass der Steinschlag repariert werden kann.

Ein Scheibenpflaster oder ein Klebeband schützen allerdings nicht davor, dass der Schaden durch Erschütterungen während der Fahrt, oder aufgrund von Hitze und Kälte immer größer wird. Autofahrer sollten möglichst schnell nach dem Steinschlag zur nächsten Werkstatt oder zum nächsten Fachbetrieb für Autoscheiben fahren.

Außerdem sollte der Steinschlag der Versicherung gemeldet werden. Allerdings ist es kein Problem, wenn diese Meldung nicht sofort möglich ist. Ein Steinschlag wird von den Versicherungen kulant behandelt. Unter Umständen regelt sogar deine Werkstatt den gesamten Papierkram und die Abrechnung.

Reparieren oder Windschutzscheibe austauschen?

Steinschläge werden meistens mit einer Saugglocke und einem sehr starken Epoxydharz repariert. (Bild: iStock)

Ob der Steinschlag repariert werden kann, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Wo hat der Stein die Scheibe getroffen?

  • Wie groß ist der Schaden?

  • Wie tief geht er?

Befindet sich der Steinschlag im Sichtfeld des Fahrers. muss die Windschutzscheibe ausgetauscht werden. Das Sichtfeld des Fahrers ist in etwa so groß wie ein Blatt im DIN-A4-Format und befindet sich direkt vor dem Fahrer.

Auch wenn der Steinschlag in der Frontscheibe zu nah am Rand (10 cm und weniger) der Scheibe liegt, muss diese getauscht werden. Bei der Größe des Steinschlags gibt ein 2-Euro-Stück eine Orientierungshilfe: Ist die betroffene Stelle größer als so eine Münze, kann der Steinschlag nicht repariert werden. Die abschließende fachliche Beurteilung sollte aber in jedem Fall bei einem Fachmann in der Werkstatt liegen.

Zudem darf der Steinschlag nicht zu tief gehen. Eine Windschutzscheibe besteht in der Regel aus zwei oder mehr Scheiben, die von einer Folie zusammengehalten werden. Erreicht der Krater im Glas die laminierte Folie, braucht das Fahrzeug eine neue Frontscheibe.

Steinschlag: Wer bezahlt bei einem Steinschlag-Schaden?

Kann die Windschutzscheibe nach einem Steinschlag repariert werden, dann übernimmt die Teilkasko-Versicherung die gesamten Kosten. Auch der Schadenfreiheitsrabatt verschlechtert sich nicht. Muss die Windschutzscheibe ausgetauscht werden, wird die vereinbarte Selbstbeteiligung fällig. In der Regel sind dies 150 Euro, manchmal auch 300 Euro.

Mit dieser Regelung wollen die Kfz-Versicherungen die Reparatur der Frontscheibe attraktiver gestalten. Denn der Tausch kostet viel Geld – und Steinschläge gehören für Kfz-Versicherungen zum Alltag. Jedes Jahr regulieren die Anbieter Schäden in Milliardenhöhe.

In sehr seltenen Fällen befindet sich der Steinschlag nicht an der Windschutzscheibe, sondern betrifft ein anderes Fenster. Auch hier greift die Teilkasko. Sie reguliert Schäden an der gesamten Auto-Verglasung, also auch an der Seite, an der Heckscheibe, am Panoramadach oder an der Verglasung der Scheinwerfer.

Wie viel kostet ein Steinschlag ohne Teilkasko?

Für eine Reparatur einer gewöhnlichen Windschutzscheibe werden in der Regel zwischen 100 und 150 Euro fällig, je nach Aufwand. Muss die Windschutzscheibe wegen des Steinschlags getauscht werden, sind die Kosten deutlich höher und betragen bei einer einfachen Scheibe ohne Assistenzsysteme bereits mehrere hundert Euro. Bei größeren Autos oder bei modernen Scheiben mit Extras wie einer Scheibenheizung und Regensensor kostet der Austausch der Windschutzscheibe meist rund 500 Euro oder mehr.

Steinschlag selbst reparieren: Ist das erlaubt?

Es gibt einen gewissen Spielraum beim Scheibenriss, bis zu dem eine Scheibe ganz getauscht werden muss. (Bild: iStock)

Im Fachhandel gibt es Sets, mit denen ein Steinschlag repariert werden kann. Da eine Windschutzscheibe jedoch sicherheitsrelevant ist, rät der TÜV Süd von einer Reparatur in Eigenregie ab. Um den Schaden fachgerecht zu beheben, muss Harz unter hohem Druck in die Risse gepresst werden. Hierfür verwenden Fachbetriebe spezielle Saugglocken. Die Arbeit wird ausschließlich von geschultem Personal durchgeführt.

Wer den Steinschlag selbst repariert und dies nicht korrekt durchführt, bekommt spätestens bei der nächsten Hauptuntersuchung Probleme. Die Scheibe muss im schlimmsten Fall doch noch getauscht werden. Oft bleiben Bastler dann auf den Kosten dafür sitzen. Es ist also ratsam, zeitnah nach dem Steinschlag einen Experten zu konsultieren.

Wann bezahlt die Teilkasko für einen Steinschlag? Wann zahlt sie nicht?

Bei einem Steinschlag kann in der Regel kein Schuldiger ausfindig gemacht werden. Schließlich passiert so ein Vorfall meist bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn oder der Landstraße.

Anders verhält es sich bei Fahrten über Schotterpisten. Hier ist die Gefahr von herumfliegenden Steinchen offensichtlich. Autofahrer sollten diese beim Anfahren beachten und ausreichend Abstand zum Vordermann halten. Kommt es dennoch zu einem Steinschlag, weil der Vordermann zu schnell gefahren ist, muss seine Haftpflichtversicherung für den Steinschlag bezahlen. Das gilt auch, wenn der Steinschlag durch eine schlecht gesicherte Ladung eines vorausfahrenden Lkw entstanden ist. Auch hier gibt es einen Schuldigen, dessen Haftpflicht für die Reparatur des Steinschlags aufkommen muss. Der Nachweis gestaltet sich hier aber oftmals nicht einfach.

Die richtige Versicherung hilft beim Steinschlag

Mit der richtigen Versicherung muss man sich um einen Steinschlag keine Sorgen machen. Bei heycar arbeiten wir unter anderem mit der Allianz zusammen. Schau' dich doch auf deren Website um – wir sind uns sicher, dass du dort die richtige Teilkasko-Versicherung findest. So musst du dir im Fall eines Steinschlags zumindest keine Gedanken mehr um das Finanzielle machen.

Titelbild: iStock

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