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So erkennst du eine Tachomanipulation
17. April 2020
Kaufratgeber

So erkennst du eine Tachomanipulation

Du möchtest dir einen Gebrauchtwagen kaufen und fragst dich, ob der Kilometerzähler des Autos manipuliert worden sein könnte? Dich interessiert, wie Kilometer-Trickser vorgehen und du suchst nach Möglichkeiten, eine Tachomanipulation zu erkennen? Erfahre hier, wie einfach sich ein Tacho zurückstellen lässt, welche Risiken diese Verfälschung birgt und worauf du beim Gebrauchtwagenkauf achten solltest, damit du dich auf den Kilometerstand des Autos verlassen kannst.

Tachojustierung: schnell und billig

Früher brauchte man zum Zurückdrehen analoger Kilometerzähler technisches Geschick und Werkzeuge wie Bohrmaschine und Schraubstock. Mit krimineller Energie gelingt es heute dagegen fast jedem, einen modernen digitalen Tacho zu manipulieren.

Man kann für wenige Euro „Dienstleister“ in Anspruch nehmen oder selbst Hand anlegen. Alles, was Kilometer-Betrüger dafür verwenden: handliche Manipulationsgeräte, die über die Onboard-Diagnosebuchse des Autos (OBD) auf die digitale Service-Schnittstelle des Fahrzeugs zugreifen. Mit der speziellen Software dieser frei verkäuflichen Diagnosegeräte, die schon ab rund 100 Euro zu haben sind, lässt sich der Kilometerstand beliebig zurückdrehen. Und das sogar auf mehreren Steuergeräten des Autos, was die spätere Entdeckung der Manipulation zusätzlich erschwert.

Der ganze Vorgang dauert nur wenige Minuten und erfordert kaum Aufwand – denn der Tacho muss dafür nicht ausgebaut werden. ADAC und Behörden schätzen, dass inzwischen bei etwa jedem dritten Gebrauchtwagen eine Tachomanipulation vorliegt. Für die vorsätzliche Fälschung des Kilometerstandes gibt es verschiedene Motivationen.

Wertsteigerung

Baujahr und Laufleistung zählen zu den wichtigsten Kriterien bei der Ermittlung des Wertes eines Gebrauchtwagens. Der Kilometerstand des Autos lässt darauf schließen, wie stark die Bauteile des gesamten Fahrzeuges bisher beansprucht wurden. Als „magische Grenzen“ für den Wertverlust und damit den Kaufpreis gelten Kilometerstände von 10.000, 50.000 und 100.000 Kilometer. Nach Schätzungen des ADAC liegt die durchschnittliche Wertsteigerung durch Tachomanipulation bei etwa 3.000 Euro je Fahrzeug.

Schaust du dir die vom ADAC veröffentlichten Gebrauchtwagenpreise für Herbst/Winter 2019/20 (Stand 10/2019) an, kannst du nachrechnen, wie sich der Kilometerstand auf den Verkaufspreis auswirkt. Beispiel Opel Corsa GSi (E), Baujahr 2018: Der Neupreis lag bei 20.040 Euro. Als Gebrauchtwagen kostet dieses Fahrzeug mit einer Laufleistung von rund 23.000 Kilometern etwa 13.000 Euro. Zeigt der Tacho bei diesem 150 PS starken Dreitürer dagegen bereits 53.000 Kilometer, mindert sich der Kaufpreis um 12 Prozent. Wenn Betrüger bei diesem Modell den Tacho um 30.000 Kilometer zurückdrehen, würdest du also über 1.500 Euro zu viel für deinen neuen Gebrauchten zahlen.

Leasing-Restwert

Tachomanipulation dient auch dazu, die vereinbarte Laufleistung eines Leasingvertrages nicht zu überschreiten oder zu unterbieten. Damit versuchen Leasingnehmer, das vereinbarte Kilometerlimit einzuhalten – um somit Abzüge beim Restwert zu sparen und Leasing-Strafzahlungen zu vermeiden.

Mit besonders krimineller Energie wird manchmal bereits regelmäßig der Tacho manipuliert, bevor der erste Werkstattbesuch ansteht – in der Regel der erste TÜV nach drei Jahren. So findest du die falschen Daten bereits im Serviceheft und auf Rechnungen für kleinere Aufträge wie dem Reifenwechsel.

Den Tacho zurückdrehen führt zu einer (fälschlichen) Wertsteigerung des Wagens (Bild: Pixaby)

Garantieleistungen

Die Neuwagengarantie variiert je nach Hersteller in Umfang und Dauer. Bei vielen Marken – darunter zum Beispiel Audi, Citroen, Fiat, Ford, Jeep, Mercedes, Opel, Peugeot, Seat, Renault und VW – gibt es die Garantie auf Neufahrzeuge ohne Kilometerbegrenzung für zwei Jahre.

Bei Dacia, Honda, Mazda und Nissan läuft die Neuwagengarantie erst nach drei Jahren aus – oder vorher, falls vor Ablauf 100.000 km auf dem Tacho stehen. Auch weitere Hersteller knüpfen ihre Garantie an Kilometerbegrenzungen. Bei solchen Modellen verfolgt die Tachomanipulation das Ziel, sich im Fall eines zu hohen Kilometerstandes kostenlose Garantie- oder Kulanzleistungen der Hersteller zu erschleichen.

Risiken eines gefälschten Kilometerstandes

Je weniger Kilometer dein neuer Gebrauchtwagen beim Kauf auf dem Tacho anzeigt, umso neuwertiger fühlt er sich an. Psychologisch sicher ein positiver Effekt. Doch stimmt der Kilometerstand? Tachomanipulation birgt einige echte Risiken. Mit zunehmender Laufleistung steigt der Verschleiß wichtiger Bauteile. Dabei handelt es sich auch um sicherheitsrelevante und solche, die bei unzureichender Wartung kostspielige Reparaturen zur Folge haben können.

Hersteller empfehlen deshalb Serviceintervalle, bei denen nach vorgegebener Laufleistung Bauteile kontrolliert oder ausgetauscht werden müssen. Durch das Manipulieren des Tachos kann es für dich als neuen Besitzer des Fahrzeuges im Extremfall richtig teuer werden.

Verlässt du dich auf einen gefälschten Tachostand, von dem du nicht weißt, verpasst du vielleicht eine wichtige Inspektion. Dann prüft oder tauscht kein Fachmann die verschleißanfälligen Fahrzeugteile zum richtigen Zeitpunkt. Lässt du zum Beispiel den Zahnriemen nicht rechtzeitig wechseln – je nach Marke und Modell geben die Hersteller dafür meist eine Laufleistung zwischen 60.000 und 120.000 Kilometern vor – kann das zu einem Motorschaden führen.

Außerdem lässt sich anhand des Kilometerstandes abschätzen, was an Wartungen in absehbarer Zeit auf dich zukommt (die vom Fahrzeughersteller empfohlenen Kilometer- bzw. Zeitintervalle für die Wartungen findest du im Serviceheft). Von Bedeutung sind diese routinemäßigen Inspektionen laut Wartungsplan für dich auch, um Funktionsfähigkeit und Wert deines Fahrzeuges optimal zu erhalten.

Kaufst du einen jungen Gebrauchten mit noch laufender Neuwagengarantie, läufst du bei manipuliertem Kilometerzähler Gefahr, dass die Markenwerkstatt im Garantiefall die kostenlose Reparatur verweigert.

Nicht zu vergessen: Im schlimmsten Fall birgt ein manipulierter Tacho die Gefahr, dass versehentlich sicherheitsrelevante Daten editiert oder gelöscht wurden. Schließlich greifen die Fälscher über die Software massiv in die Elektronik des Fahrzeuges ein.

Genau hinschauen und Tricksereien erkennen

Was du bei der Anschaffung eines gebrauchten Autos grundsätzlich beachten solltest, erfährst du bei unseren Tipps für den Gebrauchtwagenkauf. Wie aber erkennst du, ob der Tacho manipuliert worden ist? So schnell und einfach, wie sich ein Tacho zurückdrehen lässt, geht das in der Regel nicht.

Ein gründlicher Fahrzeugcheck lässt oft eine Tachomanipulation erkennen (Bild: Pixabay)

Der Grund dafür liegt in der unzureichenden Absicherung der Softwarefunktionen in der Fahrzeugelektronik durch die Hersteller. Selbst Kfz-Sachverständigen oder Werkstätten fehlen für eine zu 100 Prozent zuverlässige Diagnose die technischen Mittel.

Wenn du jedoch beim Kauf deines neuen Gebrauchten auf einige Dinge achtest, fallen dir mögliche Tachomanipulationen sehr wahrscheinlich auf.

Auf Gebrauchsspuren achten

Einen ersten Hinweis auf eine Tachomanipulation liefert dir der Gesamteindruck des Gebrauchtwagens. Passt der Zustand zum Kilometerstand des Autos? Auch wenn Lenkrad, Sitzbezüge oder andere Teile erneuert worden sein könnten, lohnt sich der kritische Blick.

Innenraum

Abgenutztes Lenkrad und Schalthebel, schadhafte Sitzpolsterung und abgewetzte Pedale passen nicht zu einer Tachoanzeige von 15.000 Kilometern.

Scheinwerfer

Ein weiteres Indiz für einen manipulierten Tacho sind bei niedrigem Kilometerstand stumpfe oder stark verkratzte Scheinwerfer und Scheiben.

Reifen

Ein Fahrzeug mit weniger als 20.000 Kilometern Fahrleistung steht im Normalfall noch auf seinen ersten Reifen. Diese sollten auch nicht älter als das Fahrzeug sein. Über das Herstellungsjahr gibt die DOT-Nummer Auskunft. Die Zahl 3018 z. B. bedeutet, der Reifen wurde in der 30. Kalenderwoche des Jahres 2018 hergestellt.

Dokumente prüfen und abgleichen

Weitere Anhaltspunkte dafür, dass mit der Kilometeranzeige etwas nicht stimmt, finden sich oft in Fahrzeugpapieren und weiteren Dokumenten. Hier solltest du genau hinschauen und nachfragen.

Service-Heft

In einem lückenlos geführten Service-Heft findest du zu allen vom Hersteller empfohlenen Inspektionen auch die jeweiligen Kilometerstände. Prüfe, ob die in den dazwischen liegenden Zeiträumen gefahrenen Kilometer plausibel erscheinen.

Wer es darauf anlegt, dreht den Tacho allerdings konsequent vor jedem Werkstattbesuch zurück – dann helfen dir die Einträge nicht weiter. Stutzig machen sollte es dich allerdings, wenn ein mehrere Jahre altes Heft mit immer dem gleichen Stempel und derselben Handschrift versehen ist. Denn es ist unwahrscheinlich, dass immer derselbe Mitarbeiter die Einträge vornimmt – oder, dass die Stempelfarbe sich nicht ändert.

Reparatur-Rechnungen

Neben dem Service-Heft sind auch alte Reparatur-Rechnungen für dich interessant. Es lohnt sich, den Aufwand zu betreiben und abzugleichen, ob die Kilometerstände dieser zusätzlichen Werkstattbesuche zu den Einträgen im Service-Heft passen.

AU- und TÜV-Berichte

Diese Dokumente enthalten ebenfalls Angaben zum Kilometerstand zu einem bestimmten Termin. Eine weitere Möglichkeit für einen Überkreuz-Vergleich mit anderen Papieren.

Ölwechsel checken

Ein Indiz von Tachomanipulation: Tacho und Service-Heft stimmen in Sache Ölwechsel nicht überein (Bild: Pixabay)

Wechselt eine Werkstatt das Motoröl, hinterlässt sie einen Aufkleber oder einen Anhänger. Darauf findest du als Vermerk, wann der nächste Ölwechsel fällig ist. Zeigt der Tacho 30.000 Kilometer und der nächste Ölwechsel steht laut Werkstatteintrag bei 120.000 Kilometer an? Dann sei misstrauisch, denn üblicherweise wird das Öl alle 30.000 Kilometer gewechselt.

Fahrzeugspeicher auslesen und vergleichen

Wenn Betrüger den Tacho zurückstellen, übersehen sie in modernen Fahrzeugen nicht selten andere Steuergeräte, die den Kilometerstand ebenfalls aufzeichnen. Dazu gehören der Zähler für Wartungsintervalle, der Fehlerspeicher und das Steuergerät der Klimaanlage. Lass bei deinem Gebrauchtwagen die relevanten Fahrzeugspeicher in einer Fachwerkstatt auslesen. Unter den hier protokollierten Daten findest du Kilometerstände, die beim Abgleich mit anderen dir auf Papier vorliegenden Daten plausibel sein sollten.

Falls du den Verdacht auf Tachomanipulation hast, lass die Werkstatt außerdem das Produktionsdatum von Tacho und Steuergeräten ermitteln. Eventuell wurden diese ersetzt und sind jünger als das Fahrzeug selbst. Einen Tausch wegen einem (sehr unwahrscheinlichem) Defekt kann der Verkäufer durch Rechnungen immer zweifelsfrei belegen. Allerdings gilt auch bei diesem Tipp: Professionelle Betrüger geben dir keine Chance, solche Unregelmäßigkeiten zu entdecken – sie manipulieren alle relevanten Speicher.

Gebrauchtwagen-Check durchführen

Gute Karten, einer Tachomanipulation auf die Spur zu kommen, hast du mit einem Gebrauchtwagencheck. ADAC, DEKRA, TÜV und Werkstätten prüfen deinen Gebrauchtwagen auf Herz und Nieren. Die akribische Inspektion umfasst vom Innenraum über Motor, Getriebe, Elektrik und Bremsanlage bis hin zu Unterboden, Rädern und Achsen das gesamte Fahrzeug. Die Fachleute gleichen den Zustand des Autos mit dem Kilometerstand ab, sodass eine gefälschte Laufleistung selten unentdeckt bleibt.

Carly als smarten Spürhund einsetzen

Für immer mehr Gebrauchtwagen gibt es inzwischen eine smarte Lösung, um einen Betrug mit der Tachojustierung zu entdecken. Die Carly-App – eine umfangreiche Diagnose-Software – funktioniert mit einem fahrzeugspezifischen Bluetooth-Adapter, der bereits für viele Marken verfügbar ist.

Über die Funktion „Gebrauchtwagen-Check“ liest sie verschiedene Daten aus und zeigt auf deinem Smartphone nach wenigen Sekunden an, ob eine Tachomanipulation vorliegt. Darüber hinaus errechnet diese App die bisher erreichte Durchschnittsgeschwindigkeit des Fahrzeuges. Ermittelt sie aus Tachostand und Betriebsstunden beispielsweise 15 km/h? Dann sei misstrauisch.

Auf Sicherheit setzen mit heycar

Ganz gleich, für welchen Gebrauchtwagen du dich entscheidest: Bei heycar hat kein Fahrzeug mehr als 150.000 km auf dem Tacho. Warum du da sicher sein kannst? Weil heycar mit ausgewählten, zertifizierten Händlern in deiner Umgebung zusammenarbeitet, die in ihrer Werkstatt jedes Fahrzeug akribisch durchchecken.

Neben dem Blick auf den Kilometerstand stehen auf der Checkliste die Prüfung von Kilometerstandmesser und Tachometer. Bei diesem umfangreichen Gebrauchtwagen-Check finden sich im Fall einer Tachomanipulation schnell erste Hinweise. Es fällt dem Fachmann auf, wenn die Schaltung bei 15.000 km Laufleistung zu leicht geht, der Blinkerhebel Macken hat, Teile am Kilometerzähler ersetzt wurden oder das Scheinwerferglas zu starke Abnutzungserscheinungen zeigt. Gebrauchtwagen von heycar kannst du vertrauen.

Du bekommst Tageszulassungen oder Jahreswagen mit angelaufener Neuwagengarantie – und alle anderen Fahrzeuge mit einem Jahr Gebrauchtwagengarantie ohne Aufpreis. Dabei ist kein Auto älter als acht Jahre.

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** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2 -Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem "Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2 -Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter  www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
***Dieser Pkw unterliegt der Differenzbesteuerung gem. § 25 a UStG. Die MwSt. wird in der Rechnung nicht ausgewiesen.
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