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Skoda Karoq Sportline im Test
9. März 2022
Autotests

Skoda Karoq Sportline im Test

Der Skoda Karoq in der Sportline-Ausführung sieht optisch seinem stärkeren und teureren RS-Bruder zum Verwechseln ähnlich. Ist die Ausstattungsvariante die goldene Mitte für den Familien-SUV, der selbst die goldene Mitte im VW-Konzern ist? Größentechnisch rangiert der Karoq nämlich genau zwischen VW T-Roc und Tiguan.

Wir fuhren den Skoda Karoq Sportline mit dem stärksten verfügbaren 2.0 TSI-Motor, der dem SUV 190 PS beschert. Inwieweit die optischen Versprechen auch (leistungs-)technisch eingelöst werden, klärt unser Test.

Exterieur und Interieur: Ähnlichkeiten zu Geschwistermodellen

Die Sportline-Optik erinnert bis auf die höhere schwarze Schürze und den kleineren Felgen sehr stark an die RS-Variante des Skoda Kodiaq. Sie steht ihm ausgesprochen gut: Tiefschwarzer Frontgrill, Privacy-Verglasung und schwarze 18-Zoll-Räder machen was her. Weitere Unterschiede zum herkömmlichen Karoq fallen, abseits der Sportline-Plaketten auf den vorderen Kotflügeln, aber insgesamt zurückhaltend aus. Skoda verzichtet bewusst auf Überzeichnungen, die dem Markenimage nicht zu Gesicht stehen und die Erwartungshaltung überspannen. Weniger ist in diesem Falle mehr.

Weiter geht es auch im Innenraum mit sportiven Elementen. Zum Beispiel ein paar Designelemente in Carbon-Optik und die silberfarbene Kontrastnähte, auch auf den Integral-Sportsitzen mit ausgeprägten Seitenwangen. Diese halten Fahrer und Passagier in zügig gefahrenen Kurven zuverlässig auf ihrer Position. Die Sitze wirken trotz klar definierter Straffheit recht bequem, auch wenn sie einen Hauch mehr Polstermaterial vertragen könnten.

Der Skoda Karoq bietet ausreichend Platz und muss sich nicht hinter dem längeren VW Tiguan verstecken. (Bild: heycar)

Angenehm fiel uns auch der schwarze Dachhimmel und die LED-Innenbeleuchtung auf. Die Platzverhältnisse im Innenraum sind großzügig. Beim Kofferraum gibt es, ob der äußerlich vergleichsweise kompakten Abmaße, dank der sehr kurz geraten Überhänge keinerlei Beanstandungen. 521 Liter stehen Fahrenden hier mindestens zur Verfügung.

Motor und Fahreigenschaften: Theorie und Praxis

Der 2 Liter 190-PS TSI-Motor des Karoq hält leider nicht ganz was seine 320 Nm Drehmoment versprechen. (Bild: heycar)

Der Zweiliter-Turbobenziner leistet auf dem Papier 190 PS und beeindruckend-klingende 320 Newtonmeter. Im Praxistest konnte er diese Kraft allerdings nicht überzeugend entfalten. Dafür wirkte er insgesamt zu träge. Das liegt mit Sicherheit auch an dem stets serienmäßigen DSG. Das Doppelkupplungsgetriebe besitzt nämlich eine kleine Anfahrschwäche, wodurch der Skoda Karoq Sportline immer zu einer Gedenksekunde neigt, bevor er sich ins Zeug legt.

Das lässt sich im Fahrmodus „Sport“ zwar etwas entschärfen, überzeugte uns aber insgesamt dennoch nicht. Auch die Kraftentfaltung selbst ist nicht die spontane Agilität, die man von einem sportlich-angehauchten Fahrzeug erwartet. Kraftvoll, aber ziemlich gelassen. Nicht so wie sich 190 PS in leichteren Fahrzeugen anfühlen, oder manch anderen SUVs. Der Turbo erwischt den richtigen Drehzahlbereich für ein Überholmanöver immer etwas zu spät.

Der SUV fühlt sich dagegen in allen Situationen gesetzt und unaufgeregt an. Und so fällt man recht schnell in genau diese Fahrweise mit dem Tschechen, weil es an Spontanität und Bissigkeit fehlt. Das ist insgesamt kein nur negativer Aspekt, der Erwartungshaltung wird es hingegen nur bedingt gerecht.

Für hochgezogene Augenbrauen sorgte allerdings der Soundgenerator, der sich im Sportmodus automatisch dazuschaltet und dem Auto ein künstliches, sportliches Brummen verleiht. Wir fanden das überflüssig, zumal der Motor ohnehin akustisch ziemlich präsent ist – leider auf keine sportliche Art. Die Überlagerung der beiden Geräuschkulissen klingt eher wie zwei Partys direkter Nachbarn mit unterschiedlichen Musikgeschmäckern.

Punkten kann der Tscheche hingegen mit seinem Allradantrieb, der im Test eine schnelle Verteilung der Antriebskräfte aufzeigte und dadurch jederzeit ein Höchstmaß an Traktion garantiert. Neben den Vorteilen abseits befestigter Strecken, waren es auf der Straße vor allem die schnellen Kurvendurchfahrten, die der 4x4 sicher und auf Linie durchfuhr.

Verbrauch des Skoda Karoq Sportline

Die digitale Fahrtanzeige von VW funktioniert unter allen Lichtverhältnissen hervorrangend. (Bild: heycar)

Ebenso punktet der Skoda Karoq Sportline beim Verbrauch. Hier ist seine Zurückhaltung durchaus zu begrüßen. Wir fuhren den SUV im Drittelmix mit acht Litern auf 100 Kilometern. Die Sparrunde schaffte er sogar mit 6,9 Litern. Mit Bleifuß konnten wir den Verbrauch nahe der zehn Liter und kurze Zeit auch darüber bringen.

Bei 211 km/h ist aber Schluss. Im Test wirkte der Vortrieb bis Tempo 190 noch ganz gut, darüber wurde es sehr zäh. Der Tacho zeigt als Top-Speed 218 km/h, unser GPS hingegen meldete exakt 211 km/h. Der Standardsprint auf Tempo 100 ist nach neun Sekunden erledigt. In der Praxis das länger an.

Ausstattung, Komfort, Sicherheit: Simpel und clever

Der Innenraum ist ordentlich verarbeitet, erhält aber keine wirklichen Upgrades durch das Sportpaket. (Bild: heycar)

Der Skoda Karoq Sportline bietet eine ganze Reihe an Helferlein und Assistenten, teils serienmäßig, teils optional gegen Aufpreis. Angefangen beim DCC, dessen Fahrprogramme zusätzlich um einen Offroad-Modus ergänzt wurden. Diese findet man auch im Karoq Scout und beim allradgetriebenen Karoq Diesel.

Das LED-Licht ist in seiner Klasse nach wie vor hervorragend und das Canton-Soundsystem legt auch im Karoq Sportline ordentlich auf und entzückt die Insassen mit aktueller Schnittstellenkonformität und ehrlichem Klang. Der Rollregler für die Lautstärke am Lenkrad hat uns gefallen. Am Zentralbildschirm gibt es dagegen leider nur noch Sensoren hierfür.

Das Digitale Cockpit bietet gleich fünf verschiedene Ansichten und bleibt dank des starken Neigungswinkels auch bei den ungünstigsten Lichteinfällen zu 100 Prozent blendfrei. Der aufpreispflichtige, aber empfehlenswerte Abstandstempomat aus dem Konzern-Kasten macht auch hier seine Aufgabe gut und reihte sich flüssig in den laufenden Verkehr ein.

Dank des scharfen Bilds der Rückfahrkamera wird das Rangieren zum Kinderspiel. Die Kamera ist ebenfalls optional und besitzt sogar eine eigene Waschdüse.

Fazit: den großen Bruder zum Vorbild

Der Skoda Karoq ist durchaus als komfortabler Familien-SUV zu empfehlen, nur wirklich sportlich ist er dabei nicht. (Bild: heycar)

Die RS-Version des Skoda Kodiaq könnte hier als Vorbild des Karoq Sportline stehen. Diesen will man mit geschärfter Optik und schicken Details im Inneren als kleineren, sportlichen Player etablieren. Insgesamt macht der Karoq auch eine gute Figur, nur nicht in Puncto namensgebender Sportlichkeit. Er positioniert sich eher als Preis-Leistungs-Pragmatiker zwischen Seat Ateca und VW Tiguan. Alleinstellungsmerkmale wie das üppige Raumkonzept, sowie Skodas Simply-Clever-Details, verleihen ihn dann doch noch Eigenständigkeit.

Echte Kritik gibt es aber an der Motorisierung: Das 190 PS 2-Liter TSI-Aggergat, in Verbindung mit dem trägen DSG, ist nicht unsere Wahl. Aber das Portfolio bietet auch handgeschaltete Alternativen weiter unten und den 245-PS vRS-Motor darüber, der dem DSG keine Elastizitäts-Probleme bereitet. Selbiges gilt für Diesel-Modelle: Der 150-PS-TDI-Motor wäre hier unsere Wahl.

Günstig ist der Kompakt-SUV aus Mlada Boleslaw jedoch nicht und verfehlt somit auch preislich die goldene Mitte: Für den Testwagen wären rund 45.000 Euro fällig und die 50.000-Euro-Marke ist bei der Neuwagenkonfiguration mit der Topmotorisierung problemlos zu durchbrechen. Hier lohnt sich der Blick auf die Konkurrenz durchaus.

Allgemeines
Kompletter NameSkoda Karoq 2.0 TSI Sportline 4x4 DSG
Modellstart01/19
Motor
Anzahl Zylinder, Anordnung 4, Reihe
Hubraum in ccm1.984
Leistung (kW/PS)140/190
Max. Drehmoment (Nm) 320
Kraftstoffart Super
Tankvolumen in Liter 50
Motoraufladung Turbo
Schadstoffklasse Euro 6d-TEMP-EVAP (WLTP) 36BG-BI
Getriebeart
GetriebeAutomat. Schaltgetriebe (Doppelkupplung)
Anzahl Gänge7
AntriebAllrad
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm4.382
Breite (ohne Spiegel) in mm1.841
Höhe in mm1.603
EG-Leergewicht in kg1.565
Zuladung maximal in kg549
Laderaumvolumen min. in l521
Fahrleistungen (laut Hersteller)
Höchstgeschwindigkeit in km/h211
Beschleunigung 0-100 km/h in s9,0
Verbrauch (laut Hersteller)
Kombiniert in l/100 km (WLTP)8,4
CO2-Emission in g/km (WLTP)190
CO2-EffizienzklasseC
Preis
Einstiegs-Listenpreis in € 30.870
Preis Testwagen in € 45.000

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Titelbild: heycar

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