Deine Privatsphäre ist uns wichtig! Deshalb verwenden wir Cookies für Funktionen wie Analyse, Tracking und Retargeting. Sie sammeln Informationen zu Deiner Nutzung von heycar und präsentieren Dir auf dieser Basis die passenden Inserate für Deine Suche. Welche Cookies Du zulassen möchtest, kannst Du jederzeit im Cookie Dashboard einstellen.

Startseite / Finanzierung & Versicherung / Schadenfreiheitsklasse - die wichtigsten Fakten
Schadenfreiheitsklasse - die wichtigsten Fakten
September 24, 2019
Finanzierung & Versicherung

Schadenfreiheitsklasse - die wichtigsten Fakten

Den Begriff “Schadenfreiheitsklasse” hat so ziemlich jeder Autofahrer schon mal gehört. Aber wie genau funktioniert dieses System eigentlich? Wir klären alle wichtigen Fragen rund ums Thema.

Was sind Schadenfreiheitsklassen?

Schadenfreiheitsklassen (abgekürzt: SF Klassen) sind Teil eines Rabatt-Systems im Kfz-Versicherungswesen und werden von Versicherern beim Berechnen der Auto-Versicherung berücksichtigt. Die Idee dahinter ist, Versicherungsnehmer zu belohnen, die lange Zeit unterwegs waren, ohne einen Schaden bei der Versicherung geltend zu machen. Mit jedem schadenfreien Jahr steigt man in eine höhere Schadenfreiheitsklasse auf und sichert sich so sukzessive höhere Rabatte bei der Kfz-Haftpflicht (und bei der Vollkasko-Versicherung).

Welche Schadenfreiheitsklassen gibt es?

Die folgenden Klassen in der Tabelle sind Standard: 

SF KlasseBedingung
Klasse MMalusklasse: Rückstufung aus Klasse ½ oder 0
Klasse SRückstufung aus Klasse 1 (nicht bei allen Versicherern vorhanden)
Klasse 0Fahrerlaubnis weniger als 3 Jahre alt
SF Klasse ½3 Jahre alte Fahrerlaubnis
SF Klasse 11 schadenfreies Folgejahr
SF Klasse 22 schadenfreie Folgejahre
......
SF Klasse 3535 schadenfreie Folgejahre

Manche Versicherer wie beispielsweise die Feuersozietät Berlin Brandenburg bieten noch höhere Klassen als die SF Klasse 35 an; Schluss ist hier erst bei der SF Klasse 50 nach mehr als 50 schadenfreien Kalenderjahren. 

Wie schnell steigt man auf?

Fahranfänger, die ihren Führerschein weniger als drei Jahre besitzen, starten in der Klasse 0. Ist der Dreijahreszeitraum überschritten, erfolgt die Einstufung in die SF Klasse 1/2. Im darauffolgenden Jahr beginnt dann das eigentliche Zählen der unfallfreien Jahre, die durch die Zahl hinter der Bezeichnung SF Klasse angegeben werden. 

Man steigt also jedes Jahr in eine höhere Klasse auf. Allerdings bekommt man irgendwann nicht mehr jedes Jahr mehr Rabatt, sondern erklimmt erst nach zwei oder mehr Jahren de facto die nächste Rabattstufe. Zusätzlich gibt es die sogenannte Sondereinstufung in die Klassen S und M. Dabei handelt es sich um Rückstufungen, wenn du zum Beispiel einen oder mehrere rückstufungswirksame Schäden gemeldet hast, bevor du die höheren Klassen erreicht hast. 

Wie hoch sind die Schadenfreiheitsrabatte?

Es ist zwar bei jeder Versicherung so, dass man mit jedem Jahr in eine höhere Klasse aufsteigt, allerdings sind die damit einhergehenden Rabatte nicht immer gleich. Große Unterschiede finden sich zwischen den einzelnen Versicherungen allerdings meistens auch nicht. 

Klassischerweise startete man in der Schadenfreiheitsklasse 1 mit 100 Prozent. Es gibt aber mittlerweile auch viele Versicherer, die dieser Klasse nur noch 50 bis 60 Prozent des vollen Beitrags zuordnen. So oder so steigen die Rabatte in den ersten paar Jahren um ca. 10 bis 15 Prozent. Danach verkleinern sich die Schritte und mit jeder neuen Schadenfreiheitsklasse erobert man nur noch einen oder zwei Prozentpunkte mehr. In den sehr hohen Klassen dauert es dann sogar ein paar Jahre, bis man die nächste Stufe erklimmt. Wenn bei der SF Klasse 35 Schluss ist, hat man seinen Beitragssatz in der Regel auf rund 20 Prozent gesenkt.

Wie kann ich meine Schadenfreiheitsklasse ermitteln?

Theoretisch ist es ganz leicht, seine eigene Schadenfreiheitsklasse zu ermitteln: Man muss lediglich wissen, wie lange man seine Kfz-Versicherung schon hat und wie lange man unfallfrei unterwegs ist. In der Praxis ist es allerdings dann doch nicht so leicht, die SF Klasse selbst abzuzählen, denn eventuell ist man gefühlt schon ewig versichert und weiß gar nicht mehr, in welchem Jahr man den Vertrag einst unterschrieben hat.

Dazu kommt, dass man nicht unbedingt in der SF Klasse 0 gestartet ist. Manche Versicherungen stufen Neuversicherte nämlich direkt höher ein, wenn diese ihre Fahrerlaubnis bereits länger als drei Jahre haben. Zudem kann es sein, dass man anfangs einen Altvertrag übernommen hat und seinen Aufstieg schon in einer hohen SF Klasse begonnen hat. Und schließlich ist einem mit dem Wissen um die eigene Schadenfreiheitsklasse auch noch nicht wirklich weitergeholfen, denn die entsprechenden Rabatte fallen bei jeder Versicherung anders aus.

Um die eigene Schadenfreiheitsklasse genau zu ermitteln, schaut man sich also am besten einfach die aktuellste Rechnung der Versicherung an. Darin ist die SF Klasse aufgeführt und man sieht darüber hinaus, wie hoch der schlussendliche Beitrag dank des Rabattes ausfällt.

Wie hoch ist die Rückstufung nach einem Unfall?

Ein selbstverschuldeter Schaden, den die Versicherung begleichen muss, hat eine Rückstufung in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse zur Folge. Die Rückstufung wird immer mit dem neuen Versicherungsjahr wirksam. Dabei richten sich die Versicherer nach eigenen Rückstufungstabellen, sprich bei jeder Versicherung fällt die Höhe der Rückstufung unterschiedlich aus. 

Entscheidend für die Rückstufung ist nicht die Höhe des Schadens, sondern sein Eintritt bzw. die Anzahl der Schäden. Mit anderen Worten: Zwei kleine Schäden in einem Jahr führen zu einer stärkeren Rückstufung als ein großer. Oft wird man in Basistarifen weiter zurückgestuft als bei Komfort- oder Premiumtarifen - was nicht bedeutet, dass man mit diesen im Schadensfall besser fährt, schließlich kosten sie auch deutlich mehr. 

Wie die Stiftung Warentest im Jahr 2018 gezeigt hat, können schon zwei Blechschäden den Versicherungsnehmer vierstellige Beträge kosten, da sie mit Rückstufungen um acht bis zehn Stufen einhergehen. Man muss sich immer vor Augen halten, dass man eine Rückstufung erst kompensiert hat, wenn man in der höchsten Schadenfreiheitsklasse angekommen ist - was eine sehr lange Zeit dauert. Bevor dieser Fall eingetreten ist, zahlt man jedes Jahr mehr, als man es ohne die Rückstufung getan hätte.

Es kann also durchaus sinnvoll sein, auch höhere Schäden selbst zu begleichen, um eine Rückstufung zu verhindern. Dies gilt es natürlich im konkreten Einzelfall mittels der Rückstufungstabelle der eigenen Versicherung genau durchzurechnen. Du kannst dich übrigens meistens auch noch nachträglich dafür entscheiden, den Schaden selbst zu zahlen, denn die meisten Versicherungen erlauben den Rückkauf eines Schadens bis zu sechs Monate nach seinem Entstehen oder bis zum Jahresende.

Rabattschutz und Rabattretter - was ist der Unterschied?

Dein Versicherungsvertrag läuft schon viele Jahre und du hast dir einen hohen Schadenfreiheitsrabatt erfahren? Dann enthält dieser Vertrag unter Umständen einen sogenannten “Rabattretter”, den es nur noch in Altverträgen gibt. Wenn du einen Schaden meldest, erfolgt zwar eine Rückstufung der SF Klasse, jedoch ohne Auswirkungen auf den Beitragssatz. 

Etwas anders sieht es beim “Rabattschutz” aus, denn dieser ist kostenpflichtig: Du zahlst einen Zuschlag auf den Grundbeitrag. Hier agieren die verschiedenen Versicherer jedoch unterschiedlich. Manche bieten den Rabattschutz erst ab der SF Klasse 4 an, manche verlangen ein Mindestalter des Versicherungsnehmers von 25 Jahren. Außerdem kann es sein, dass bei einem Versicherungswechsel der Rabattschutz nicht berücksichtigt wird und sich ein regulierter Schaden trotzdem durch eine Rückstufung der SF Klasse bemerkbar macht.

Kann ich Schadenfreiheitsklassen übernehmen?

Ja, grundsätzlich kannst du den Schadenfreiheitsrabatt aus dem Versicherungsvertrag einer anderen Person übernehmen und damit günstigere Versicherungsbeiträge erzielen. Das beste Beispiel ist in der eigenen Familie zu finden: Du hast zwar schon lange einen Führerschein, meldest aber zum ersten Mal ein Kraftfahrzeug auf deinen Namen an. Opa oder Oma wollen in Zukunft auf das Fahren im eigenen Auto verzichten. Sie haben sich im Laufe ihres Lebens bereits eine sehr günstige SF Klasse erfahren, die sie dir als Enkel nun übertragen möchten.

Damit ist die erste Bedingung, nämlich die Zustimmung zur Übertragung, bereits erfolgt. Als Nächstes musst du glaubhaft darlegen, dass du das Fahrzeug deiner Großeltern bereits regelmäßig genutzt hast. Ob du den Rabatt in voller Höhe übernehmen kannst, richtet sich danach, wie lange du selbst schon Auto fährst (Datum des Führerscheins). Das bedeutet im Klartext: Du kannst nur die SF Klasse übernehmen, die du selbst in dieser Zeit erreicht hättest. 

Die genauen Voraussetzungen für eine Rabattübernahme findest du in den allgemeinen Versicherungsbedingungen des jeweiligen Versicherers. Die abgebende Partei muss sich darüber im Klaren sein, dass diese Entscheidung nicht rückgängig gemacht werden kann. Lediglich unter Ehegatten ist dies unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Kann man in mehreren Schadenfreiheitsklassen sein?

Ja, wenn man zusätzlich zur Kfz-Haftpflicht auch eine Vollkasko-Versicherung abgeschlossen hat, denn für beide Versicherungsarten werden die SF Klassen separat ermittelt. Auch die Rückstufungen erfolgen unabhängig voneinander. Wenn du beispielsweise dein eigenes Auto gegen deine Garagenwand gefahren hast und daraufhin die Vollkasko in Anspruch nimmst, wird sich die Schadenfreiheitsklasse deiner Haftpflicht nicht ändern, denn diese musste ja für nichts aufkommen, da kein fremdes Fahrzeug in den Unfall involviert war. 

Andersherum ist denkbar, dass du nach einem Unfall nur die Haftpflicht, nicht aber die Vollkasko nutzt, weil du den Schaden an deinem eigenen Auto selbst bezahlst. Bei Teilkasko-Versicherungen gibt es übrigens keine Schadenfreiheitsklasse, denn diese Versicherung deckt nur Schäden ab, die ohne das Zutun des Fahrers entstehen.

Kann ich Zweitwagen günstiger versichern?

Ja, in der Regel geht das. Viele Versicherer bieten einen besseren SF Klassen-Einstieg an, wenn das Erstfahrzeug ebenfalls bei der Gesellschaft versichert ist. Bei manchen Gesellschaften kann dieses Auto sogar in derselben SF Klasse geführt werden wie der Erstwagen. Dafür gilt dann jedoch die Bedingung, dass der Zweitwagen ausschließlich von einer vertraglich festgelegten Person gefahren werden darf. Eine solche Klausel birgt aber verdeckte Risiken: Reguliert der Versicherer einen Schaden an einem der beiden Autos, werden gleich beide in der SF Klasse zurückgestuft.

Auto kaufen und Versicherung sparen

Liebäugelst du mit einem Gebrauchten, der günstiger in der Versicherung ist als dein alter? Dann ist hey.car die Adresse für dich. Warum? Ganz einfach: Weil du bei heycar über 400.000 geprüfte Gebrauchtwagen in einer Top-Qualität findest: Kein Fahrzeug auf unserer Liste ist älter als 8 Jahre und mehr als 150.000 km gelaufen. Und weil sie so jung und gut in Schuss sind, gibt’s auf die Autos von Händler, Hersteller oder Versicherer auch noch eine Garantie. Kein schlechter Deal, oder? Also los - schau dir das Angebot mal an!

Artikel Teilen

Related Articles

Hagelschaden: Was zahlt die Teilkasko-Versicherung?

Hagelschaden: Was zahlt die Teilkasko-Versicherung?

Erfahre, was die Teilkasko-Versicherung bei einem Hagelschaden alles übernimmt und worauf du achten musst.

Weiterlesen
Unterhaltskosten vom Auto sparen

Unterhaltskosten vom Auto sparen

Welche Kfz-Unterhaltskosten gibt es? Wie kannst du sparen? Und welche Fahrzeuge sind im Unterhalt besonders günstig?

Weiterlesen