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Richtiges Verhalten bei Autounfällen
26. Februar 2021
Regularien

Richtiges Verhalten bei Autounfällen

Auch wenn du selbst alle Verkehrsregeln beachtest und stets konzentriert auf der Straße unterwegs bist, besteht leider immer das Risiko eines Unfalls. In einer solchen Situation ist es wichtig, dass du genau weißt, wie du dich zu verhalten hast, um dich und andere Verkehrsteilnehmer bestmöglich zu schützen. Im folgenden Text erfährst du, was nach einem Autounfall zu tun ist, in welcher Reihenfolge du vorgehst und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest.

Sicherheit steht an erster Stelle

Was tun, wenn es gekracht hat? Die erste Regel lautet: Ruhe bewahren. Was geschehen ist, kannst du zwar nicht rückgängig machen, dafür trägst du aber mit einem ruhigen und durchdachten Vorgehen zur Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer und auch zu deinem eigenen Schutz bei. Der sollte bei all deinen Handlungen im Vordergrund stehen. Sorge daher immer dafür, dass du bestmöglich geschützt bist. Es sind keine Heldentaten gefragt, sondern ein umsichtiges und vernünftiges Verhalten.

So beginnt das richtige Verhalten bei einem Verkehrsunfall mit dem Einschalten deines Warnblinkers. Damit signalisierst du anderen Verkehrsteilnehmern, dass sie sich besonders aufmerksam verhalten müssen und minimierst das Risiko eines Folgeunfalls.

Bevor du deinen Wagen verlässt, ziehst du dir dann noch im Auto deine Warnweste an. Auch sie dient dem Selbstschutz und sorgt dafür, dass andere Fahrer dich auch bei schlechten Sichtverhältnissen frühzeitig sehen. Bevor du dann aus deinem Wagen steigst, achte auf den fließenden Verkehr und öffne die Tür vorsichtig, damit es auch hier zu keinen weiteren Zusammenstößen kommt.

Sobald du aussteigen kannst, sicherst du die Unfallstelle mit einem Warndreieck. Laut Straßenverkehrsordnung muss das Dreieck in „ausreichender Entfernung“ aufgestellt werden. Innerhalb geschlossener Ortschaften sollte der Abstand etwa 50 Meter betragen, auf Landstraßen oder Autobahnen, wo die Fahrzeuge mit höherer Geschwindigkeit fahren, sind 100 bis 200 Meter richtig. Während du den Weg zurücklegst, hältst du dich möglichst fern vom fließenden Verkehr und läufst – falls vorhanden – am besten hinter der Leitplanke.

Überblick verschaffen und Polizei informieren

Nun hast du die Unfallstelle vorschriftsmäßig gesichert und kannst Hilfe rufen. Über die 112 erreichst du den Notruf, der bei Bedarf Polizei, Feuerwehr oder Rettungskräfte einschaltet und dir telefonisch weitere Instruktionen gibt. Es ist sehr sinnvoll, wenn du den Beamten bereits wichtige Informationen mitteilen kannst, so dass sie schnellstmöglich den Bedarf an weiteren Rettungskräften oder -maßnahmen einschätzen können.

Zum richtigen Verhalten bei einem Autounfall gehört es daher, dass du dir einen ersten Überblick über das Unfallgeschehen verschaffst: Wo genau befindest du dich, wie viele Teilnehmer und Fahrzeuge sind in dem Unfall involviert, gibt es Verletzte oder treten Flüssigkeiten aus? All diese Informationen sind wertvoll für den folgenden Rettungseinsatz.

Du musst allerdings nicht bei jedem Zusammenstoß zwangsläufig die Polizei einschalten. Zum richtigen Verhalten bei einem Parkunfall oder einem Unfall ohne Personenschaden gehört zwar die Dokumentation und die Kommunikation mit den anderen Beteiligten, einen Notruf musst du allerdings nicht absetzen.

Nachdem du dir einen Überblick der Unfallsituation verschafft hast, solltest du als nächstes die Polizei unter der Notrufnummer 112 informieren (Bild: iStock)

Wenn es keine Verletzten gibt, keine großen Sachschäden vorliegen und der Straßenverkehr nicht beeinträchtigt ist, reicht es, Versicherungs- und Kontaktdaten auszutauschen, den Unfall genau zu dokumentieren und die Versicherung zu informieren.

Falls Beteiligte vom Unfallort fliehen, sich aggressiv verhalten oder die Herausgabe ihrer Daten verweigern, solltest du allerdings immer die Polizei einschalten. Auch du selbst darfst den Ort des Geschehens natürlich nicht einfach verlassen. Das gilt auch, wenn du zum Beispiel beim Einparken einen anderen Wagen touchiert hast und der Halter nicht aufzufinden ist. Schreibst du hier nur kurz einen Zettel mit deinen Kontaktdaten, klemmst ihn hinter die Windschutzscheibe des anderen Wagens und fährst weg, kann das als unerlaubtes Entfernen vom Unfallort ausgelegt werden. Stattdessen musst du daher eine „nach den Umständen angemessene Zeit“ am Ort des Geschehens warten und dann die Polizei informieren.

Erste Hilfe bei einem Unfall

Leider verlaufen nicht alle Unfälle so glimpflich. Falls jemand verletzt wurde, bist du verpflichtet nach einem Unfall Erste Hilfe zu leisten, bis der Notarzt eintrifft. Eine Ausnahme gilt nur, wenn du dich dadurch selbst in Gefahr bringen würdest.

Bei der Ersten Hilfe nach einem Unfall überprüfst du zunächst, ob die betroffene Person bei Bewusstsein ist. Falls sie einen Helm trägt, stützt du vorsichtig ihren Kopf, öffnest den Helm so weit wie möglich und ziehst ihn langsam ab. Wenn die verletzte Person atmet, legst du sie behutsam in die stabile Seitenlage und öffnest ihr leicht den Mund. Es hilft dabei, wenn du kommunizierst, beruhigst und mitteilst, dass Hilfe bereits auf dem Weg ist.

Sollte die Person nicht atmen, musst du eine Herzmassage durchführen. Dafür kniest du dich neben den Körper, legst deine flachen Hände auf den unteren Teil des Brustbeins und drückst diese Stelle in kurzen Abständen etwas ein. Die Geschwindigkeit sollte bei 100 bis 120 Wiederholungen pro Minute liegen.

Nach 30 Wiederholungen, hebst du das Kinn der Person vorsichtig, neigst ihren Kopf leicht nach hinten, drückst ihr die Nase zu und bläst dann zweimal Luft in ihren Mund, bis sich der Brustkorb hebt. Diese Prozedur im Wechsel 30 Mal Drücken und zweimal Luft zuführen, wiederholst du bis professionelle Hilfe eintrifft oder die verletzte Person wieder selbstständig atmen kann.

Dokumentieren, räumen, kommunizieren

Wenn du die Unfallstelle gesichert und gegebenenfalls die Polizei informiert hast, folgt die Dokumentation. Dafür fotografierst du den Schaden an deinem und an den anderen Fahrzeugen so detailliert wie möglich. Mach Fotos aus verschiedenen Perspektiven und versuche auch den Unfallort in seiner Gesamtheit einzufangen. Auch eventuelle Bremsspuren oder austretende Flüssigkeiten solltest du fotografieren. Das Ziel ist es, ein möglichst genaues Bild der Gegebenheiten zu erstellen. Das hilft dir später auch mit der Versicherung.

Gerade bei kleineren Schäden bist du verpflichtet, die Unfallstelle zu räumen, also dein Fahrzeug von der Straße zu bewegen. Bei Verletzten, hohen Sachschäden oder wenn es zu gefährlich wäre deinen Wagen wegzubewegen, wartest du auf das Eintreffen der Einsatzkräfte.

Im Anschluss folgt der Austausch mit den anderen Beteiligten. Lass dir vor allem den Ausweis deines direkten Unfallgegners zeigen und fotografiere diesen falls möglich. Notiere dir Name, Anschrift, Telefonnummer, Kennzeichen und die Versicherungsdaten und stelle deinerseits diese Daten zur Verfügung. Vermeide dabei Schuldzuweisungen oder Schuldbekenntnisse.

Sollte es bei dem Unfall nur zu kleineren Fahrzeugschäden kommen, bist du verpflichtet, die Unfallstelle zu räumen (Bild: iStock)

Es kann sehr hilfreich sein, wenn du einen ersten Unfallbericht erstellst und diesen von deinem Gegenüber unterschreiben lässt. Der Bericht sollte eine Skizze enthalten, den Unfallhergang wiedergeben und die entstandenen Schäden auflisten. Falls es Zeugen für den Unfall gibt, bittest du diese ebenfalls um ihre Kontaktdaten.

Versicherung informieren: Je schneller und genauer, desto besser

Soviel also zum richtigen Verhalten bei einem Autounfall. Aber was ist danach zu tun? Jetzt kommt die Versicherung ins Spiel. Deine eigene KFZ-Versicherung solltest du am besten noch am selben Tag über den Unfall informieren und ihr deinen Unfallbericht übermitteln.

Wenn die Schuld an dem Unfall deiner Meinung nach vollständig oder teilweise beim Unfallgegner liegt, musst du außerdem schnellstmöglich seine Versicherung benachrichtigen. Falls du die entsprechenden Versicherungsdaten nicht ermitteln konntest, kannst du diese über den Zentralruf der Autoversicherer erfragen. Dafür benötigst du lediglich das Kennzeichen der anderen Partei.

Wie erwähnt, solltest du im Vorfeld unter keinen Umständen mündlich oder gar schriftlich eine Schuld eingestehen. Hier können dir ansonsten Nachteile mit der Versicherung entstehen. Wichtig ist auch, dass du keine Reparaturen ohne Rücksprache mit deiner Versicherung durchführen lässt. Erst wenn du die Freigabe hast, kann der Wagen repariert werden. Verstößt du gegen diese Regelung, kann die Versicherung unter Umständen die Übernahme der Kosten verweigern.

Gut zu wissen: Das richtige Verhalten bei Sonderfällen

Was ist zu tun, wenn der Autounfall unter besonderen Umständen passiert? Auch hier gelten größtenteils die obigen Regeln und der Selbstschutz geht immer vor.

Verhalten bei einem Autounfall mit Fahrzeugbrand

Fängt dein Wagen nach einem Unfall Feuer, gehst du schnell auf Abstand zu dem Auto und informierst die Feuerwehr. Falls sich noch eine Person in einem brennenden Fahrzeug befindet, musst du versuchen, diese aus dem Wagen zu retten, sofern du dich dabei nicht selbst in Gefahr bringst.

Kommt es bei einem Autounfall zu Verletzten, bist du verpflichtet Erste Hilfe zu leisten, sofern du dich selbst dadurch nicht in Gefahr bringst (Bild: iStock)

Verhalten bei einem Autounfall im Tunnel

Gerade im Tunnel ist die richtige Sicherung der Unfallstelle besonders wichtig. Bei einem kleineren Unfall solltest du dein Fahrzeug ins Freie bringen, sofern es keinen Standstreifen und keine Nothaltebucht gibt. Falls ein Wagen Feuer fängt, verlässt du den Tunnel über einen Notausgang.

Was tun bei einem Autounfall mit Fahrerflucht?

Wenn du in einen Unfall mit Fahrerflucht verwickelt bist oder einen Schaden an deinem geparkten Wagen feststellst, informierst du die Polizei. Dann kannst du Anzeige erstatten. Falls es Zeugen für den Vorgang gibt, können deren Aussagen sehr hilfreich beim Aufspüren des Flüchtigen sein.

Verhalten bei einem Autounfall mit Firmenwagen

Wenn du mit einem Firmenwagen in einen Unfall verwickelt wirst, solltest du in jedem Fall die Polizei informieren. Nach dem Unfall informierst du in Absprache mit deinem Arbeitgeber die Versicherung. Passiert der Unfall während einer privaten Nutzung oder durch eine Verfehlung deinerseits, kann es sein, dass du für den Schaden ganz oder teilweise aufkommen musst.

Checkliste: Was tun nach einem Autounfall?

Nach einem Autounfall ist dein Verhalten entscheidend. Wenn du Ruhe bewahrst und dich an folgende Checkliste hältst, bist du auf der sicheren Seite und stehst auch diesen Zwischenfall bestmöglich durch.

  • Warnblinker einschalten

  • Warnweste anlegen

  • Unfallstelle sichern

  • Überblick verschaffen

  • Eventuell Rettungskräfte informieren

  • Erste Hilfe leisten

  • Unfallort fotografieren

  • Fahrbahn räumen

  • Daten mit anderen Beteiligten austauschen

  • Unfallbericht anfertigen

  • Versicherung informieren

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