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Reifen auswuchten – das solltest du wissen
1. Juli 2021
Wartung & Pflege

Reifen auswuchten – das solltest du wissen

Vermutlich kennst du die O-bis-O-Regel: An Ostern wird von Winter- auf Sommerreifen und im Oktober von Sommer- auf Winterbereifung gewechselt. Eine Bereifung, die an die Witterungsverhältnisse angepasst ist, ist essenziell um eine sichere Fahrt zu gewährleisten.

Allerdings hat nicht nur die Reifenart, sondern auch der Zustand des Rades Einfluss auf die Fahreigenschaften und damit auch die Sicherheit des Fahrzeugs. Spürst du trotz einer ebenen Fahrbahn starke Vibrationen im Lenkrad, so kann dies auf eine Unwucht im Reifen zurückzuführen sein. Die Lösung: Reifen auswuchten.

Wie du erkennst, dass eine Auswuchtung notwendig ist, wie sie funktioniert und was das Ganze kostet, erläutern wir in diesem Beitrag.

Wieso müssen Reifen ausgewuchtet werden?

Eine Unwucht ist prinzipiell eine ungleiche Gewichtsverteilung eines rotierenden geometrischen Körpers, also zum Beispiel eines Fahrzeugrads. Auch wenn ein Reifen und eine Felge auf den ersten Blick wie ein perfekter Kreis wirken, so ist das Material nicht hundertprozentig gleichmäßig um die Mittelachse verteilt. Eine Ursache für eine ungleiche Gewichtsverteilung kann das Ventil sein. Darüber hinaus können Beschädigungen an der Felge oder eine ungleichmäßige Abnutzung der Bereifung durch starke Bremsmanöver oder schnelle Kurvenfahrten verantwortlich für eine Unwucht sein.

Schon ein geringer Gewichtsunterschied von zehn Gramm erzeugt bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde je nach Raddurchmesser eine Differenz von bis zu 7,5 Kilogramm! Ursache dieser Differenz ist die Zentrifugalkraft. Demnach können schon geringste Ungleichverteilungen sehr große Auswirkungen auf das Fahrverhalten des kompletten Fahrzeugs haben.

Anzeichen für eine Unwucht

Es gibt einige Indizien, die auf eine Unwucht in der Fahrzeugbereifung hinweisen. Während der Fahrt macht sich eine Unwucht häufig durch starke Vibrationen oder ein „flatterndes“ Lenkrad bemerkbar. Das Lenkverhalten des Fahrzeugs kann sich dabei verändern, im Extremfall ist das Lenkverhalten bei einer Unwucht im Reifen mit einem schwammigen Fahrgefühl wie beim Aquaplaning vergleichbar.

Ein weiteres Anzeichen für eine Unwucht ist ein erhöhter Geräuschpegel während der Fahrt, hauptsächlich bei höheren Geschwindigkeiten. Allerdings zeigt sich eine Unwucht nicht nur während der Fahrt. Im Stillstand lohnt sich ein Blick auf das Reifenprofil. Sind die Reifen ungleichmäßig abgefahren, kann dies auf eine unausgeglichene Verteilung des Gewichts hindeuten.

So funktioniert eine Auswuchtung

Auch wenn sich im deutschen Sprachgebrauch „Reifen auswuchten“ fest etabliert hat, wird nicht nur der Reifen, sondern das komplette Rad ausgewuchtet. Das Wuchten eines Reifens erfolgt mithilfe einer speziell dafür konstruierten Maschine. Das Rad wird in die Wuchtmaschine eingespannt und rotiert, um eine Abrollbewegung zu simulieren. Dadurch erkennt die Wuchtmaschine selbst kleinste Unwuchten sehr genau.

Die Unwucht kann somit genauestens ausgeglichen werden. Zur Beseitigung der Unwucht werden üblicherweise kleine Gewichte am Felgenhorn angebracht. Bei Stahlfelgen kommen in der Regel Schlaggewichte zum Einsatz, bei Leichtmetallfelgen werden zum Schutz der Klarlackschicht vorzugsweise Klebegewichte verwendet.

Unterschieden wird das Wuchten der Reifen in statisches und dynamisches Auswuchten. Eine statische Unwucht liegt vor, wenn eine Seite des Rads schwerer ist als die andere und sich somit der Massenmittelpunkt nicht auf der Symmetrieachse des Rades befindet. Bei einer dynamischen Unwucht liegt dagegen der Massenmittelpunkt auf der Symmetrieachse, jedoch besteht auf der Außen- und Innenseite des Rades entlang der Drehachse eine asymmetrische Gewichtsverteilung.

Bei diesem Vorgang des Auswuchtens können nur Unwuchten am Rad selbst identifiziert und ausgeglichen werden. Ungleichgewichte an Radnabe oder Bremse bleiben unentdeckt und können weiterhin für Vibrationen verantwortlich sein. In diesem Fall bietet sich das sogenannte Feinwuchten an, das direkt am Fahrzeug mit montierter Bereifung unter Zuhilfenahme einer mobilen Auswuchtmaschine durchgeführt wird.

In der Wuchtmaschine werden Räder eingespannt und ausgewuchtet: Sie werden dabei rotiert und eine Abrollbewegung wird simuliert. (Bild: iStock)

Wie oft sollten Reifen ausgewuchtet werden?

Eine feste Regel, wann und wie oft du deine Reifen auswuchten solltest, gibt es nicht. In diversen Foren im Internet wird häufig intensiv über diese Frage debattiert. Einige Autofahrer lassen ihre Reifen bei jedem Reifenwechsel wuchten, andere nur beim erstmaligen Aufziehen des Reifens auf die Felge.

Generell ist es jedoch ratsam, Räder regelmäßig auswuchten zu lassen, da sich die Reifen nicht nur natürlich abnutzen, sondern auch auf den Felgen bewegen. Die Positionierung der Gewichte muss daher von Zeit zu Zeit angepasst werden.

Spätestens nach den ersten Anzeichen einer Unwucht solltest du allerdings eine Werkstatt aufsuchen, um zunächst die Ursache des veränderten Fahrverhaltens zu identifizieren und gegebenenfalls eine Auswuchtung vornehmen zu lassen. Das gilt nebenbei nicht nur für Auto-, sondern auch für Motorrad- und Quad-Reifen.

Wo kann ich meine Reifen auswuchten lassen und welche Kosten kommen auf mich zu?

Im Prinzip kannst du deine Reifen in jeder Werkstatt auswuchten lassen. Darüber hinaus gibt es diverse Reifenservice-Unternehmen wie Vergölst, Quick oder Driver, die eine Auswuchtung anbieten.

Findet das Auswuchten im Rahmen eines normalen Reifenwechsels statt, so ist dies Teil des Reifenservice und wird normalerweise nicht gesondert berechnet. Auch wenn du neue Reifen auf deine Felgen aufziehen lässt, kommen im Normalfall keine zusätzlichen Kosten für das Auswuchten auf dich zu.

Solltest du jedoch unabhängig vom gängigen Reifenservice deine Reifen auswuchten lassen wollen, so sind die Kosten recht überschaubar. Der Preis pro Rad mit Stahlfelge liegt je nach Anbieter zwischen drei und acht Euro. Bei Alufelgen wird meist ein Aufschlag von zwei bis drei Euro fällig.

Somit liegen die Kosten für einen Satz Räder je nach Ausführung und Anbieter zwischen zwölf und 44 Euro. Ist ein Reifendruckkontrollsystem im Fahrzeug installiert, so werden meist nochmal etwa drei bis vier Euro je Rad berechnet, weil die Monteure besondere Sorgfalt aufgrund der an den Ventilen befestigten RDKS-Sensoren walten lassen müssen.

Es lohnt sich auf jeden Fall die verschiedenen Anbieter in deiner Region zu vergleichen. Vor allem in den typischen Monaten für das Reifenwechseln locken viele Unternehmen mit attraktiven Angeboten – da gilt es, die Augen offenzuhalten.

Zum Ausgleich der Unwucht werden kleine Gewichte am Felgenhorn angebracht (Bild: iStock)

Reifen auswuchten: mehr Sicherheit, geringer Aufwand

Das Auswuchten von Reifen ist keine exotische Maßnahme im Rahmen von Tuning, sondern eine wichtige Sicherheitsmaßnahme für alle Fahrzeuge. Über die Frage, wie oft du deine Reifen auswuchten lassen solltest, wird zwar in Foren regelmäßig diskutiert, eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es allerdings nicht.

Doch eines ist sicher: Bei den ersten Anzeichen einer Unwucht sollte eine Werkstatt oder Reifenservice aufgesucht werden, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden. Im Vergleich zu anderen Reparaturen ist das Auswuchten mit Preisen ab zwölf Euro je Reifensatz sehr günstig und hat trotzdem sehr großen Einfluss auf die Verkehrssicherheit. Vielleicht lässt du deine Bereifung beim nächsten Werkstattbesuch direkt auswuchten?

Titelbild: iStock

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