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Premium-Diesel und -Benzin: Das bringen V-Power, Ultimate und Co.
16. November 2022
Wartung & Pflege

Premium-Diesel und -Benzin: Das bringen V-Power, Ultimate und Co.

Ist es wirklich besser für den Motor eines Autos, wenn er teuren Premium-Kraftstoff bekommt? Die Tankstellenketten werben damit, dass ihr Premium-Diesel und -Benzin mit Handelsnamen wie V-Power, Excellium, Ultimate oder Synergy den Motor schützen. Einige sollen die Leistung steigern oder die Effizienz verbessern.

Aber können sie das überhaupt? Wir klären was hinter den teuren Benzin- und Dieselsorten von Aral, Shell, Esso und Co. steckt und ob sie sich für Dein Auto lohnen. Das Fazit vorneweg: Premium-Kraftstoffe kosten viel, aber können kaum mehr als normaler Sprit. Nahezu kein Motor braucht sie wirklich.

Diese Premium-Kraftstoffe gibt es

Viele Tankstellenketten geben ihren Premium-Kraftstoffen fantasievolle Handelsnamen. Dahinter verbergen sich meist ein erweiterter Additiv-Mix und bei Benzin eine erhöhte Oktanzahl. Was das genau bedeutet, klären wir weiter unten. Bezeichnungen wie Super E10 oder B7-Diesel kennzeichnen dagegen keine Premium-Kraftstoffe. Hier steht die Zahl für die Quote beigemischter Biokraftstoffe. E10-Benzin enthält bis zu 10 Prozent Ethanol, B7-Diesel bis zu 7 Prozent Biokraftstoff. Bei B7-Diesel handelt es sich um die deutsche Standard-Dieselqualität nach DIN EN 590.

Agip Dieseltech

Agip verspricht für seinen Premium-Diesel eine “deutlich erhöhter Reinigungswirkung”, vor allem am Einspritzsystem. Auch bestehende Ablagerungen würden durch die veränderte Rezeptur beseitigt.

Aral Ultimate Diesel

Aral setzt seinem Premium-Diesel nach eigenen Angaben eine spezielle “Anti-Schmutz-Formel" zu. Dies soll die Menge schädlicher Ablagerungen im Motor reduzieren.

Aral Ultimate 102

Arals Premium-Superbenzin verfügt neben der “Anti-Schmutz-Formel" der Marke über mindestens 102 Oktan. Damit “ermöglicht” der Kraftstoff laut Hersteller mehr Leistung. Hinzu komme die Reinigungswirkung, so Aral.

Esso Synergy

Bei Esso werden auch normaler Superkraftstoff und Super E10 mit Reinigungszusätzen unter der Produktbezeichnung Synergy verkauft.

Esso Synergy Supreme+ Super Plus

Gegenüber Standard-Benzin enthält Synergy Supreme+ Super Plus laut Esso "Moleküle”, die die Reibung reduzieren, sowie eine erhöhte Oktanzahl.

Esso Synergy Supreme+ Diesel

Diese zusätzlichen Moleküle sind laut Esso auch im Premium-Diesel der Marke enthalten und bieten eine “weitaus größere Reinigungskraft”.

OMV MaxxMotion Super 100plus

Die österreichische Tankstellenkette OMV verspricht für ihr Premium-Benzin eine Oktanzahl von mindestens 100 sowie eine verminderte Reibung im Motor. Die Handelsbezeichnung ist nicht zu verwechseln mit Diesel Maxx: Dabei handelt es sich um einen Dieselkraftstoff, dem Gas-to-Liquid-Bestandteile aus Erdgas beigemischt werden. Dies ermöglicht eine besonders saubere Verbrennung.

Shell Fuelsave

Shell-Kraftstoffen mit der Handelsbezeichnung Fuelsave sind ebenfalls Reinigungszusätze beigemischt. Diese sollen vor allem das Kraftstoffeinlasssystem vor Ablagerungen schützen.

Shell V-Power Racing

V-Power Racing heißt das Premium-Benzin bei Shell. Die Oktanzahl beträgt mindestens 100. Zudem vermindere ein Schutzfilm auf der Zylinderwand die Reibung im Zylinder. Reinigungszusätze sollen Ablagerungen entfernen.

Shell V-Power Diesel

Shells Premium-Diesel verfügt ebenfalls über spezielle Reinigungszusätze sowie laut Hersteller über eine verbesserte Zündfähigkeit (höhere Cetanzahl).

Sprint DIESEL protect25

Kein Premium-Diesel, sondern ein Klima-Diesel: Bei diesem Kraftstoff mischt der Hersteller so viel erneuerbare Bestandteile bei, wie die aktuelle Diesel-Norm DIN EN590 erlaubt. Dabei handelt es sich um hydriertes Pflanzenöl (HVO). Dies soll 25 % CO2 Emissionen gegenüber herkömmlichem Diesel sparen.

Total Excellium Super Plus

Total setzt seinem Super-Plus-Kraftstoff mit der Bezeichnung Excellium Additive zu und benennt als einzige große Tankstellenkette in Deutschland explizit, was sie bewirken sollen: Detergentien (Reinigungsmittel), Korrosionsschutz, Antioxidantien (verhindert ebenfalls Rost) und Demulgatoren (Trennmittel). Die Oktanzahl (ROZ min. 98) entspricht der von Super Plus.

Total Excellium Diesel

Auch Totals Premium-Diesel verfügt über einen speziellen Additiv-Mix. Der Hersteller nennt explizit Detergentien, Korrosionsschutz, Antioxidantien, Schaumhemmer, Kältefestigkeit, Reibungsveränderer, Duftstoff und Pro-Cetan. Zudem kompensiert Total nach eigenen Angaben die CO2-Emissionen aus Produktion und Verbrennung seiner Premium-Kraftstoffe.

Technischer Hintergrund: Das bedeutet die Oktanzahl

Die meisten Premiumkraftstoffe für Benzinmotoren verfügen über eine hohe Oktanzahl. Sie gibt an, welche Belastungen ein Kraftstoff im Motor aushält, ohne sich selbst vorzeitig zu entzünden. Das kann zum Beispiel durch hohen Druck oder hohe Temperaturen passieren. Ziel ist es, die Zündung des Benzin-Luft-Gemischs im Brennraum auf den Sekundenbruchteil genau zu kontrollieren. Erst wenn die Zündkerze einen Zündfunken abgibt, soll sich eine Flammfront im Gemisch ausbreiten.

Im Motorsport, im Autotuning und bei Sportwagen spitzen die Entwickler innermotorische Parameter zu, um die Leistung des Motors zu erhöhen. Das führt zu hohem Druck in den Brennräumen, zu heißen Auslassventilen und verschiebt den Zündzeitpunkt nach vorn. Solche Motoren benötigen einen Kraftstoff mit einer hohen Oktanzahl. Deshalb verkaufen Tankstellen für leistungsstarke Motoren den Kraftstoff Super Plus mit 98 Oktan.

In sportlichen Motoren zündet das Gemisch bei zu niedriger Oktanzahl des Kraftstoffs zu früh. Dann arbeitet der Druck der Explosion gegen die Bewegung des Kolbens: Der Kolben befindet sich noch in der Aufwärtsbewegung, die Explosion drückt ihn bereits nach unten. Die unkontrollierte Frühzündung kostet Leistung und belastet die Mechanik. Dies nennt man auch “Klopfen”.

Motoren sind mit sogenannten Klopfsensoren ausgerüstet, die solche Situationen verhindern. Das Steuergerät stellt dabei den Motor auf die Oktanzahl des Kraftstoffs ein. Viele Hersteller erlauben in Bedienungsanleitungen deshalb den (temporären) Einsatz eines niederoktanigen Kraftstoffs.

Super Plus-Plus: Mehr Leistung mit mehr Oktan?

Mineralölkonzerne investieren viel in die Erforschung sauberer Kraftstoffe – auch um Kunden im Premiumsegment anzusprechen. (Bild: Aral)

Besonders effizient arbeitet ein Motor, wenn er das Maximum aus dem Kraftstoff holt. Deshalb stimmen viele Hersteller ihre Motoren so ab, dass sie mit dem vorgegebenen Kraftstoff gerade so noch nicht klopfen. Klopfsensoren überwachen diesen Zustand permanent. Tankt ein solches Auto einen Kraftstoff mit hoher Oktanzahl, hat das Steuergerät mehr Spielraum. Das kann unter bestimmten Umständen ein kleines Leistungsplus bedeuten.

Allerdings: Der Effekt von noch höher-oktanigem Premium-Benzin im Vergleich zu Super Plus spielt sich im Rahmen von wenigen Prozent ab. Eine spürbare Mehrleistung lässt sich bei einem Serienauto mit Premium-Benzin nicht erreichen. Der Verbrauch verändert sich ebenfalls nur minimal. Finanziell lohnt sich Premiumsprit daher nicht: Den Mehrpreis gegenüber Kraftstoffen mit 95 oder 98 Oktan kann der kleine Minderverbrauch bei 100 oder mehr Oktan nicht einspielen.

Sind Premium-Benzin und Diesel nützlich?

Reinigungszusätze sollen die Verschmutzung im Motor, wie hier bei den Ventilen, verringern. (Bild: Aral)

Nach Ansicht des österreichischen Automobilclubs ÖAMTC bringen Premium-Kraftstoffe trotz dieser Einschränkung einen theoretischen Vorteil und sind “keine Mogelpackung”. Der Grund: Die Hersteller optimieren ihre teuren Sorten über die gesetzlichen Vorschriften und DIN-Normen hinaus. Sie filtern mineralische Verunreinigungen heraus und verbessern mit Zusätzen das Einspritzverhalten. Dies optimiert die Verbrennung, dadurch entstehen weniger Ablagerungen im Motor. Reinigungszusätze können zudem unter bestimmten Bedingungen helfen, Ablagerungen zu beseitigen und so die Verbrennung weiter zu verbessern.

Das deutsche ÖAMTC-Pendant ADAC attestiert dagegen, die Wirkung der speziell abgestimmten zusätzlichen Chemikalien sei schwer überprüfbar. Hintergrund: Zur Erfüllung der DIN-Normen für Kraftstoffe müssen bereits, je nach Sorte, 8 bis 13 Additive beigemischt werden. Kraftstoffe, die diesen Normen entsprechen, weisen bereits eine hohe Qualität auf. Autohersteller stimmen ihre Motoren auf diese Qualität ab. Für ihre Premium-Diesel- und Premium-Benzinsorten versprechen die Mineralölanbieter eine darüber hinaus verbesserte Rezeptur oder eine erhöhte Menge von chemischen Zusätzen zur Reinigung des Motorraums.

Welche Autos funktionieren mit Premium-Kraftstoffen besser?

Äußerlich zeigt sich der Ultimate-Premiumkraftstoff deutlich sauberer. (Bild: Aral)

Die erhöhte Oktanzahl von 100 oder mehr in Premium-Benzinsorten bringen den meisten Pkw, wie beschrieben, keinen echten Vorteil. Von chemischen Additiven im Premium-Benzin und -Diesel können dagegen laut ÖAMTC Motoren profitieren, die nicht mehr richtig rund laufen. Das merkt man zum Beispiel an einem unrunden Leerlauf. Der ÖAMTC rät dazu, in einem solchen Fall versuchsweise ein bis zwei Tankfüllungen Premiumkraftstoff zu tanken. Dann trete vor allem bei modernen Direkteinspritzer-Motoren häufig eine Besserung ein.

Für regelmäßige Vielfahrer sieht der ÖAMTC dabei allerdings keinen Vorteil. Ablagerungen im Motor entstehen vor allem dann, wenn das Auto wenig und nur auf kurzen Strecken gefahren wird. In diesem Fall könne eine gelegentliche “Premium”-Tankfüllung helfen, am besten in Kombination mit einer längeren und schnelleren Fahrt. Vor allem bei kühlen Temperaturen bietet dem Club zufolge Premium-Diesel einen weiteren Vorteil: Diesel enthält Paraffine, die bei strengem Frost ausflocken können. Im Winterdiesel wird deshalb der Paraffinanteil herabgesetzt. Premium-Winterdiesel weist dem ÖAMTC zufolge meist keine Paraffine auf. Das Auto startet auch bei minus 20 Grad zuverlässiger.

Kann jedes Fahrzeug Premium-Kraftstoffe tanken?

Generell können praktisch alle Pkw Premium-Kraftstoff tanken. Viele Tankstellenmarken weisen explizit darauf hin, dass dies auch für Oldtimer kein Problem darstellt. Allerdings: Nur der Supersportwagen Nissan GT-R benötigt tatsächlich Super-Benzin mit 100 Oktan. Außer ihm können noch einige Modelle von Ferrari aus Benzin mit 100 oder mehr Oktan spürbar mehr Leistung ziehen. Alle anderen Serienautos können zwar hochoktanigen Premiumkraftstoff tanken, ein spürbarer Nutzen entsteht dadurch jedoch nicht.

Fazit

Unter dem Strich: Die höhere Oktanzahl in Premium-Benzin gegenüber Super-Plus bedeutet für die meisten Fahrzeuge keinen Mehrwert. Die Additive in Ultimate, V-Power und Co. können unter bestimmten Bedingungen einen Nutzen haben. Um davon zu profitieren ist es aber nicht nötig, sie regelmäßig zu tanken.

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Titelbild: iStock

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