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Pick-ups: Vorteil durch Ladefläche
21. Dezember 2021
Kaufratgeber

Pick-ups: Vorteil durch Ladefläche

Sprachwissenschaftler und Germanistik-Studenten können noch so streng die Augenbrauen hochziehen: Auf Englisch klingen manche Dinge einfach cooler. Pick-up-Truck zum Beispiel. Das klingt so amerikanisch wie Big Mac, Thunderbird und Independence Day. Die deutsche Sprache kann da leider nicht ganz mithalten. Eine wörtliche Übersetzung von Pick-up-Truck gibt es nicht, dafür jedoch hölzerne Bezeichnung „Auto mit Ladefläche“. Klingt ziemlich lame, bzw. lahm.

Pick-ups sind auf der ganzen Welt zuhause, auf allen Kontinenten sind sie die Autos fürs Grobe. Was sie dabei gemeinsam haben ist nur das Layout. Das sieht überall so aus: Die Passagiere sitzen in einer bequemen Kabine, die einem herkömmlichen Pkw gleicht. Hinter ihnen erstreckt sich eine robuste Ladefläche, ab Werk in der Regel offen, also ohne Dach. An deren Ende befindet sich die herunterklappbare Ladekante.

Hier erklärt sich der Ursprung des Namens: Mit einem Pick-up kann man etwas unkompliziert mitnehmen (Englisch: to pick something up – etwas abholen). Um es dann einfach auf die Pritsche zu schmeißen, zum Beispiel sehr häufig Holzplanken. Dieser Einsatzzweck ist so sehr in die DNA des Pick-Ups eingebettet, dass auch heute noch die meisten Ladenflächen in den Längen der amerikanischen Standard-Holzmaße gebaut werden (2x4, 2x8, usw.).

Dennoch gibt es viele Unterschiede im Segment der Pick-ups. Wir erklären diese und stellen dir die beliebtesten Modelle vor.

Pick-ups: Unterschiede zwischen Amerika und Europa

(Bild: Toyota)

Andere Länder, andere Vorlieben: Fast nirgendwo stimmt das mehr als bei Autos. Vor allem im Vergleich Europa und Amerika. Bei Pick-ups bevorzugen Amerikaner vor allem Modelle der Kategorie „Full Size“; wohl damit sie ihrer dortigen Bezeichnung als „Truck“ auch gerecht werden. Dort ordnen sich Modelle wie die legendäre Ford F-Serie (F-150), der Toyota Tundra, Chevrolet Silverado oder Ram 1500 (ehemals: Dodge Ram) ein: Sie alle messen in ihren kürzesten Versionen mindestens 5,30 Meter Länge und kratzen in ihren längsten Versionen fast an der Sieben-Meter-Marke!

Varianten für besonders schwere Lasten fahren mit Zwillingsbereifung an der Hinterachse. Zuglast und Stabilität sind hier die Hauptaufgaben. Toyota ließ für Werbezwecke sogar schon einen Tundra Pick-up das NASA Spaceshuttle ziehen – gute 27 Tonnen. Ein hoher Werbe-Aufwand, der sich jedoch lohnt. In den USA waren im vergangenen Jahr knapp fünf der zehn meistverkauften Autos Pick-up-Trucks.

Nach Europa kommen solche Full Size Modelle nicht auf offiziellem Wege. Importeure versorgen die kleine Fangemeinde hierzulande mit den großen Pick-ups aus Nordamerika. Für die breite Masse der Autokäufer sind sie jedoch zu lang, zu breit, zu schwer und zu durstig. Während Fords Nummer Eins Pick-up (F-150) in Nordamerika das meistverkaufte Fahrzeug überhaupt ist – und ausschließlich durch seinen dortigen Erfolg das zweitmeistverkaufte Auto der Welt (!) ganz nebenbei – konnte er in Deutschland nur schwer Fuß fassen. Nicht zuletzt wegen der CO2-Vorgaben: Der kleinste verfügbare Verbrenner im F-150 hat sechs Zylinder und rund 250 PS.

Solche Leistungswerte markieren in Deutschland bereits das obere Ende der Fahnenstange. Hierzulande sind Pick-ups kleiner und zurückhaltender motorisiert – meist mit Diesel. Sie entsprechen dem, was der Amerikaner als „Mid Size“ bezeichnet: Sie sind zwar oft nur wenige Zentimeter kürzer (rund 5,30 Meter), aber dabei schmaler und flacher. Die wichtigsten Vertreter sind VW Amarok, Ford Ranger, Nissan Navara, Toyota Hilux und Mitsubishi L200.

Einige Hersteller teilen ihre Pick-up-Chassis mit anderen Marken. Daraus ergibt sich eine erstaunlich hohe Vielfalt der Modelle. Ein paar Beispiele: Mercedes baute von 2017 bis 2020 auf Nissans Navara-Basis die erfolglose X-Klasse. Renault nutzt die gleiche Basis für den Alaskan. Fiat Fullback und Mitsubishi L200 teilen sich ebenfalls identische Technik. Und der Chevrolet Colorado entspricht weitestgehend dem Isuzu D-Max.

Die 10 beliebtesten Pick-ups in Europa

  1. Ford Ranger

  2. VW Amarok

  3. Toyota Hilux

  4. Mitsubishi L200

  5. Nissan Navara

  6. Isuzu D-Max

  7. Mercedes-Benz X-Klasse

  8. SsangYong Musso

  9. Great Wall Steed

  10. Renault Alaskan

Die 10 beliebtesten Pick-ups in den USA

  1. Ford F-150

  2. Chevrolet Silverado

  3. Ram 1500

  4. GMC Sierra

  5. Toyota Tacoma

  6. Toyota Tundra

  7. Ford Ranger

  8. Chevrolet Colorado

  9. Jeep Gladiator

  10. Nissan Frontier

Pick-up-Trucks als Statussymbol

(Bild: Daimler)

Nach dem großen Erfolg von SUVs in Europa und der ganzen Welt, probierten sich einige Marken daran, Pick-ups als Lifestyle-Fahrzeuge zu vermarkten. Mercedes entwarf die X-Klasse als luxuriöse und dennoch praktische Alternative zum traditionell robusten Nutzfahrzeug-Segment. Fahrwerksabstimmung, Innenraum und eine starke Topmotorisierung mit sechs Zylinder Turbo-Diesel sollten neue Kunden anlocken. Daraus wurde nichts – das Experiment verkaufte sich schlecht und endete nach nur vier Produktionsjahren.

VW verfolgte mit dem Amarok zuletzt einen ähnlichen Ansatz. Ab 2016 sollte das Nutzfahrzeug mit neuen, stärkeren Motoren, einem überarbeiteten Innenraum und hübschen Sondereditionen gehobenere Ansprüche an einen Pick-up erfüllen. Die praktischere Variante mit nur einer Sitzreihe und längerer Ladefläche entfiel.

Fortan haben alle Amaroks in Deutschland fünf Sitzplätze. Kunden und Presse lobten vor allem die Durchzugsstärke der neuen Motoren. Ein Statussymbol nach SUV-Vorbild und wie in den USA, wurde er dennoch nicht. Aktuell pausiert der VW Pick-up. Demnächst kooperieren Ford und Volkswagen bei manchen ihrer Nutzfahrzeuge – die zweite Generation des Amarok teilt sich ab 2022 seine Basis mit dem nächsten Ford Ranger.

Generell sind Pick-ups bei Komfort und Ausstattung längst mehr als kompakte Lastwagen. In der Fahrerkabine bieten sie meist ähnlich viel Komfort wie ein Pkw. Bequeme Sitze, modernes Infotainment und hilfreiche Fahrassistenz machen sie alltagstauglich. Die heutigen „luxuriösen“ Modelle sind dabei das Ergebnis einer Entwicklung, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA begann und mit dem Aufkommen der ersten SUVs Fahrt aufnahm: Als die Käufer erkannten, dass bullige, große Nutzfahrzeuge cool sind, sie sich aber nicht mehr wie Lastkraftwagen fahren – für die damals noch wirklich Kraft notwendig war.

Herkunft und Geschichte der Pick-up Trucks

Der Chevrolet Advance Design von 1947 hat das Segment nachhaltig beeinflusst. (Bild: Chevrolet)

Der Pick-up selbst ist fast so alt wie die Fließbandfertigung des Automobils. Erste Exemplare entstanden bei Karosseriebauern ab 1913 auf der Basis von Fords Model T. Ford selbst übernahm diese Idee 1925. Der Hersteller nannte das Derivat mit zwei Sitzplätzen und Pritsche „Model T Runabout“. Der US-Hersteller Dodge war ein Jahr schneller. Chrysler zog 1929 nach, Chevrolet 1931.

In den 1930er Jahren gewann die Klasse in den USA an Popularität. Zunächst waren die Autos aber vor allem praktisch. Attraktiv wurden sie erst in den späten 1940er Jahren. Chevrolet führte 1947 einen designstarken Pick-up ein und beeinflusste damit den gesamten Markt. Ford konterte mit der ersten Generation der F-Serie.

Ab 1956 durften Pick-ups und Lkws in den USA zudem auf Highways und Interstates fahren. Zur gleichen Zeit verlagerte sich der Wohnort vieler Amerikaner von den Städten in die Vororte und aufs Land. Die Nachfrage nach Autos wuchs. Pick-ups waren ebenfalls begehrt. Die drei großen US-Hersteller Ford, Chevrolet und Dodge bedienten diese Nachfrage und verankerten sich im Segment der bequemen und mittlerweile auch ansehnlichen Pritschenwagen.

In Europa und vor allem Asien versuchten mehrere Hersteller kleinere Pritschenwagen zu etablieren. Mazda entwarf die kleine B-Serie. VW versuchte sein Glück mit dem ersten Caddy – einem umgebauten VW Golf 1 mit Pritsche. Später erwarb der Hersteller eine Lizenz für den Nachbau des Toyota Hilux, genannt VW Taro. Skoda baute Favorit und Felicia zu Pick-ups um. Opel hatte zehn Jahre lang den Campo im Programm, ein Pick-up auf Basis des Isuzu Faster. Etablieren konnte sich davon kein Modell längerfristig.

Die Zukunft fährt elektrisch

Der erste rein elektrische Pick-up von Ford kommt im Frühjahr 2022: F-150 Lightning (Bild: Ford)

Aktuell treiben noch ausschließlich Verbrennungsmotoren Pick-ups an. Aber die Elektrifizierung stoppt nicht vor den praktischen Trucks. Für ihre Nutzfahrzeug-Qualitäten könnten sie sich sogar als ideal erweisen: Elektromotoren erlauben wesentlich mehr Drehmoment und somit eine wesentlich höhere Zugkraft als selbst die monströsen Dieselmotoren mancher US-Hersteller. Ford verkaufte noch bis vor kurzem den 7,3 Liter Powerstroke V8-Diesel für den F-150 und Chevrolet hat immer noch den 6,6 Liter Bi-Turbo Duramax, mit über 1.200 Newtonmeter Drehmoment, für den Silverado im Petto.

Einige Hersteller, zum Beispiel Ram oder Jeep, bieten aber bereits Modelle mit Hybridantrieb an. Ford führt im Frühjahr 2022 den F-150 Lightning ein, einen rein elektrisch angetriebenen Pick-up. Je nach Ausführung fährt er mit einer Akkuladung 370 bis 480 Kilometer weit und leistet bis zu 563 PS. Auch Tesla will als amerikanischer Hersteller an der ungebrochenen Nachfrage nach Pick-ups teilhaben.

Der Elektroauto-Hersteller will im kommenden Jahr angeblich die Produktion des Cybertruck starten. Der Pick-up mit dem ungewöhnlichen Polygon-Design entspricht in der Größe ungefähr dem großen Ford F-150. Er bringt Allradlenkung und eine – kein Witz – schusssichere Passagierkabine mit. Elon Musk verspricht zudem viel Zuladung und Zugkraft. Denn trotz aller Optik-Experimente und Lifestyle-Versuche: Ein Pick-up bleibt letztlich ein Nutzfahrzeug.

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Titelbild: Ford

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