1. Startseite
  2. Autotests
  3. Peugeot Rifter L2 im Test
Peugeot Rifter L2 im Test
5. April 2022
Autotests

Peugeot Rifter L2 im Test

Der Peugeot Rifter L2 ist ein Outdoor-Van mit verlängertem Radstand, der in unserer Redaktion vor allem als XL-Rifter betitelt wurde. Wir fuhren den Rifter der GT-Line als Diesel mit 130 PS. Was wir von dem Fahrzeug denken? Lest es in unserem Test.

Exterieur und Interieur

Die Langversion des Rifters wird vor allem in der Seitenansicht offensichtlich. Die Karosserie ist gestreckt und auf fast fünf Meter angewachsen. Der Unterschied zum L1 beginnt nach den hinteren Türen. Ab hier besitzt der L2 mehr Fläche am hinteren Kotflügel. Auch das Fenster vor der D-Säule wurde um gut ein Drittel größer.

Ansonsten zeigt der Peugeot Rifter L2 von außen in den meisten Dingen klare Parallelen zu seinem kürzeren Pendant. Dabei trägt auch die XL-Variante leichte, aber klar erkennbare Offroad-Nuance in seiner DNA.

Im Innenraum kommt das Plus an Platz vor allem dem Kofferraum und der optionalen dritten Sitzreihe zugute. Alle Sitze im Rifter sind dabei Einzelsitze. Diese können in der zweiten und dritten Reihe mit wenigen Handgriffen aus- und wieder eingebaut werden.

Erfreulich ist das geringe Gewicht der Sitze. So ist die Konfiguration der Sitzplatzanordnung denkbar einfach. Allein aus diesem Grund ist die dritte Sitzreihe für 750 Euro Aufpreis aus unserer Sicht eine sehr gute Investition, besonders für Familien mit entsprechendem Platzbedarf.

Wie beim Vorgängermodell bleibt auch beim L2 die große Heckklappe und die sehr niedrige Ladekante erhalten. Die vielen Ablagemöglichkeiten sichern dabei eine enorme Praktikabilität. Das macht es allerdings auch einfacher, Kleinigkeiten im großen Fahrzeug zu verlieren. Der Rifter ist zudem sauber verarbeitet und bekam ansprechende Materialien verbaut. Das Klappern oder Knarzen bleibt selbst auf schlechten Fahrbahnen im Innenraum aus.

Kultivierter Leichtöltanker

Anders als beim herkömmlichen Rifter stand uns beim L2 ein Selbstzünder als antreibendes Aggregat zur Verfügung. Der Blue HDi 130 ist ein 1.5-Liter Turbodiesel mit 130 PS sowie 300 Newtonmetern maximalem Drehmoment, die ab 1.750 Touren zur Verfügung stehen.

Mag es trotz 130 PS lieber gemütlich: der Motor des Peugeot Rifter L2 (Bild: heycar)

Das Triebwerk arbeitet angenehm vibrationsarm und hält sich akustisch weitgehend zurück. Dank des zeitig verfügbaren Drehmoments schiebt der Selbstzünder bereits kurz über Leerlaufdrehzahl an. Ebenso zum frühen Einsatz des Drehmoments passt das lang übersetzte 6-Gang-Handschaltgetriebe. Zeitiges Hochschalten ist in diesem Rifter kein Problem, der Vortrieb bleibt jederzeit solide verfügbar. Das kleine Lenkrad kennt man bereits aus anderen Peugeot-Modellen. Selbst im großen Rifter kam hier durchaus Kart-Feeling auf.

Hohe Drehzahlen mag der Turbodiesel allerdings nicht. Hier wirkt der Motor gequält und liefert anstelle von Leistung eher ein Klagelied. Glücklicherweise muss man diese Drehzahlbereiche (ab 4.000 Umdrehungen pro Minute) so gut wie nie aufsuchen. Der Rifter spielt seine Trümpfe bereits viel eher aus.

Der gewachsene Radstand von stattlichen knapp 20 Zentimetern wirkt sich spürbar auf das Fahrverhalten aus. Vor allem auf gerader Strecke ist der Peugeot Rifter L2 nahezu stoisch und ruhig. Auf langen Fahrten ein immenser Vorteil, durch den es fast schon gemütlich über mehrere hundert Kilometer gehen kann. Beim Parken oder Rangieren fordert das jedoch etwas mehr Lenkarbeit ein.

Das Fahrwerk bleibt dabei komfortorientiert und passt zu ebendieser Fahrweise bestens. Sportliches Fahren quittiert der Rifter L2 mit Wank- und Nickbewegungen. Diese sind nicht dramatisch, doch genügen, um direkt zu einer maßvollen Fahrweise zurückzukehren.

Das Bremssystem arbeitete im Test vorbildlich. Es konnte standfest und leicht dosierbar auch das voll beladene Fahrzeug adäquat verzögern. Wer mit sieben Personen unterwegs ist, sollte darauf achten, die maximale Zuladung nicht zu überschreiten. Bei voller Anzahl an Passagieren bleibt hier wenig Raum.

Beim Verbrauch gingen die Werte für diesen kleinen Motor recht weit auseinander. Darüber lässt sich jedoch hinwegsehen, denn wer fährt ein Familienauto schon wie einen Sportwagen? Tut man das, verlangt der Diesel durchaus auch zehn Liter und mehr.

Im Alltag hingegen genehmigte sich der Rifter im Drittelmix – also zu je einem Drittel Stadt, Landstraßen und Autobahn – durchschnittlich 6,4 Liter. Laut NEFZ-Wert soll der Rifter L2 nur 4,5 Liter auf 100 Kilometer benötigen. Das haben wir nicht einmal auf der Sparrunde geschafft, auf der der Konsum bei durchaus respektablen 4,9 Litern lag.

Ausstattung, Komfort, Sicherheit

Mit großer Übersicht und smartem Bildschirm: das Cockpit des Peugeot Rifter L2 (Bild: heycar)

Ausstattungstechnisch gibt es im Peugeot Rifter L2 einiges zu erwähnen. Wie üblich bei einem Hochdachkombi, bildet die Raumorganisation eine der Kernkompetenzen. Hier glänzt der Rifter auch in der XL-Variante und bietet eine Vielzahl an Ablagen und verschließbaren Fächern, teilweise mit großem Volumen, wie die Lösung im Dach.

Ein echtes Ärgernis hingegen war die einstufige Sitzheizung, die erst Minuten nach dem Start ihren Dienst antrat – manchmal auch gar nicht. Wenn sie denn mal funktionierte, ließ sie sich nach Abschaltung oft nicht mehr aktivieren. Dies beobachteten wir auch beim Rifter L1. Hier besteht klarer Nachbesserungsbedarf.

Hinzu kommt eine ergonomisch vollkommen unsinnige Positionierung des Tastschalters am Seitenrand der Sitzverkleidung. Diese ist einerseits schlecht zu erreichen, andererseits muss man zum Blick auf die im Taster verbauten LEDs – die einzige visuelle Möglichkeit der Funktionskontrolle – Kopf und Körper derart verrenken, dass dies während der Fahrt durchaus gefährlich wird.

Ganz im Gegenteil überzeugt der Zentralbildschirm mit seiner guten Ablesbarkeit und der intuitiven Menüführung. Die Routenführung des Navigationssystems ist übersichtlich und zeigt Verkehrsstörungen frühzeitig, sogar mit Entfernung und Zeitverlust an. Bei Bedarf werden Alternativrouten vorgeschlagen.

Ein schlüsselloser Zugang ermöglichte den Verbleib des Autoschlüssels in der Hosentasche. Die Außenspiegel klappen sich beim Verriegeln automatisch mit ein – ein Vorteil in engen urbanen Parkzonen.

Das Lichtkonzept besteht aus Ellipsoidscheinwerfern mit Halogen-Leuchtmittel. Mit modernen Lichttechnologien können diese nicht konkurrieren, stellen aber im Vergleich zu anderen Halogenscheinwerfern der Hochdachkombis das beste Licht zur Verfügung.

Varianten und Preise für den Peugeot Rifter L2

Als XL-Variante beginnt der Rifter L2 in der Ausstattungsvariante “Active” und kostet ab24.150 Euro. Das sind 1.500 Euro mehr als die L1-Variante in derselben Ausstattung. Darüber positionieren sich das “Allure”-Paket und “Allure” mit GT-Line für ab 28.740 Euro beziehungsweise 30.690 Euro.

Als Motorisierungen stehen drei Varianten zur Verfügung. Der Benziner PureTech 130 mit 130 PS ersetzt den PureTech 110. Als Diesel gibt es den Blue HDi mit 100 und 130 PS. Die Übersetzung übernimmt beim kleinen Diesel ein 5-Gang-Handschaltgetriebe, beim großen Diesel das hier getestete 6-Gang-Handschaltgetriebe oder wahlweise eine 8-Stufen-Automatik. Der Benziner wird ausschließlich mit Automatik kombiniert.

Einen Allradantrieb gibt es nach wie vor nicht. Alternativ kann man für 320 Euro eine sogenannte “Advanced Grip Control” ordern. Es soll bei schwierigen Fahrbahnverhältnissen mit einer über Bremseingriffe gesteuerten Sperrfunktion der Vorderachse die Traktion verbessern. Dieses System verfügt auch über eine Bergabfahrhilfe, welche uns im Test nicht zur Verfügung stand.

Komplett ausgestattet mit großem Diesel und Automatik kommt man auf insgesamt knapp 39.000 Euro. Das ist eine echte Alternative zu vergleichbaren Fahrzeugen mit ähnlichem Platzangebot.

Fazit: Gewachsen unterm Hochdach

Dieser Siebensitzer garantiert bei seiner Länge gemütliche Beinfreiheit. (Bild: heycar)

Der Peugeot Rifter L2 überzeugte im Test durch massig Platz, einem durchdachten Ablagekonzept, sowie einem handfesten Antrieb. Zudem ist günstiger als die direkte Konkurrenz. Die Stärken der Langversion mit seinem enormen Platzangebot machen sich besonders bei Nutzung durch größere Familien bemerkbar. Die Kombination aus SUV und Van lässt das ein oder andere SUV schnell alt aussehen.

Zwar ist der Rifter kein optischer Trendsetter, doch sein Outdoor-Chic macht keineswegs einen altbackenen Eindruck. Auch für Outdoor-Fans ist das Fahrzeug eine Option, sofern sich diese nicht ausschließlich im Offroad-Terrain bewegen.

Der größte Nachteil ist nach wie vor die fehlende Option auf Xenon- oder LED-Scheinwerfer; auch ein Allradantrieb wäre zumindest als Option wünschenswert. Wer auf beides verzichten kann, erhält mit dem Peugeot Rifter L2 einen gelungenen Begleiter für die ganze Familie.

Technische Daten: Peugeot Rifter L2

Allgemeines
Kompletter Name Peugeot Rifter L2 1.5 BlueHDi 130 GT (7-Sitzer)
Modellstart 11/20
Motor
Anzahl Zylinder4
Hubraum in ccm 1.499
Leistung (kW/PS) 96/130
Max. Drehmoment (Nm) 300
KraftstoffartDiesel
Tankvolumen in l50
Schadstoffklasse Euro 6d-ISC-FCM (WLTP) 36AP-AR
Getriebeart
Getriebe Schaltgetriebe
Anzahl Gänge6
AntriebFront
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm 4.753
Breite (ohne Spiegel) in mm 1.848
Höhe in mm 1.879
EG-Leergewicht in kg 1.615
Zuladung maximal in kg 705
Laderaumvolumen min. in l 806
Fahrleistung (laut Hersteller)
Höchstgeschwindigkeit in km/h 187
Beschleunigung 0-100 km/h in s 10,9
Verbrauch (laut Hersteller)
Kombiniert in l/100 km (NEFZ) 4,3
CO2-Emission in g/km (NEFZ) 113
CO2-Effizienzklasse A+
Preis
Einstiegs-Listenpreis in € 24.150
Preis Testwagen in € 33.340

Peugeot Rifter L2 gebraucht kaufen

Du interessierst dich für den Peugeot Rifter L2? Diesen und viele andere geprüfte, gebrauchte Hochdachkombis findest du bei uns. Alle besitzen eine Garantie und sind weder älter als 8 Jahre, noch mehr als 150.000 Kilometer gefahren. Klick dich doch mal durch:

Top Angebote:

Titelbild: heycar

Artikel Teilen

Das könnte dich auch interessieren:

30. Juni 2022

Mercedes-Benz GLA 220d 4Matic im Test

Mercedes kann auch kleine SUVs mit höchstem Komfort. Der Preis ist allerdings auch markentypisch hoch. Unser Test.

Weiterlesen
23. Juni 2022

Suzuki Jimny im Test

Der Suzuki Jimny ist kompakt, hip und frisch. Doch vor allem ist er eines: Ein waschechter Geländewagen.

Weiterlesen
** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2 -Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem 'Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2 -Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
Mit Klick auf "Einverstanden" stimmst du zu, dass wir Deine Nutzung unserer Plattform durch Cookies und andere Technologien (von heycar und Dritten) nachverfolgen, um deine Nutzungserfahrung und dir angezeigte Werbung zu analysieren und personalisieren (mehr Details). Du stimmst damit auch zu, dass deine Daten hierbei ohne geeignete Datenschutzgarantien an Partner in sog. Drittländern übermittelt werden können, die kein angemessenes Datenschutzniveau bieten, wie z.B. die USA aufgrund staatlicher Zugriffsmöglichkeiten. Alternativ kannst du deine Einstellungen im Cookie Dashboard jetzt und jederzeit später individuell anpassen.
Details anzeigen