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Peugeot 5008 im Test
10. Februar 2022
Autotests

Peugeot 5008 im Test

Um den immer strengeren Emissionswerten gerecht zu werden, erhielt auch der Peugeot 5008 kürzlich im Fall des größten Benziners ein Update. Auch wenn einiges unverändert ist – das Modell bleibt ausschließlich frontgetrieben – sind die neuen Motoren eine willkommene Auffrischung. Genug Anlass den SUV zu testen. Der THP 165 Benziner wird durch den PureTech 180 abgelöst, doch das ist nicht alles was am größten SUV der Franzosen neu ist.

Exterieur und Innenraum: immer noch in Topform

Peugeots 5008 ist eine stylische Mischung aus SUV und Mini-Van, wirkt aber nicht wie Letzteres. (Bild: heycar)

Selbst ein paar Jahre nach seiner Einführung wirkt der Peugeot 5008 frisch und zeitgemäß. Er punktet mit topmoderner Front mit dynamischem Blinklicht und enorm hellen LED-Scheinwerfern und seiner stilvollen, wohl-proportionierten Formgebung. Der Testwagen rollte in der GT-Line-Ausführung zu uns und offenbarte eine erstklassige Ausstattung, die kaum Wünsche offenließ. Uns gefiel die ansteigende Gürtellinie, die kurze Haube, die von einem großen, aber dynamischen Greenhouse abgelöst wird.

Besonders der Innenraum weiß durch sein spaciges Aussehen noch immer zu begeistern. Zwar muss man sich mit dem Bedienkonzept erst einmal anfreunden, doch nach kurzer Eingewöhnung kommt man klar. Der Joystick in der Mittelkonsole sticht zumindest für Peugeot-Neulinge immer noch heraus.

Schnell verlagerte sich die Aufmerksamkeit auf die perfekt verarbeiteten und mitunter ungewöhnlichen Materialien. Ein Stoffbezug in der Instrumententafel und in den Türverkleidungen findet man auch heutzutage noch eher selten in anderen Fahrzeugen. Das gut bemessene Platzgefühl findet damals wie heute sogleich die Aufmerksamkeit der Insassen. Drei vollwertige Sitze auf der zweiten Reihe sind schließlich kein Standard.

Bei Bedarf können zwei weitere Personen auf einer schnell konfigurierten dritten Sitzreihe – bestehend aus zwei Einzelsitzen – platziert werden. Hiervon sollte man allerdings nur im Ausnahmefall Gebrauch machen. Denn der Platz auf diesen beiden Sitzen ist ziemlich überschaubar und erreicht bereits bei größeren Kindern seine Grenzen. Enormes Potenzial offenbart der Kofferraum des Peugeot 5008, der so gut wie allen gängigen Anforderungen des Alltags gerecht werden sollte. Fast 2.000 Liter Kofferraumvolumen sind hier eine echte Ansage.

Motor und Fahreigenschaften: mehr Leistung, weniger Verbrauch

Der neue 180 PS Pure Tech Benziner sorgt mit gerade 1,6L Hubraum für wunderbaren Durchzug und Verbrauch. (Bild: heycar)

Der neue PureTech Motor bleibt den 1.6-Litern Hubraum des Vorgängers treu, erfuhr jedoch jede Menge Modifizierungen, wodurch netterweise auch die Leistung gegenüber dem THP-Antrieb um 16 PS auf nunmehr 181 PS stieg. Auch das maximale Drehmoment von 250 Newtonmeter konnte um 10 Nm zulegen.

Dieses Plus fühlt sich nach mehr an und man spürt es sofort. Der SUV hängt willig am Gas und setzt aufmerksam jeden Befehl um. Zwischenspurts sind spürbar agiler als beim Vorgängermodell. Er nimmt diesem knapp eine Sekunde aus dem Stand auf Tempo 100 ab. Bei der Endgeschwindigkeit legt er sogar stolze 12 km/h zu – respektable 218 km/h schafft der große, kantige Peugeot nun. Doch nicht allein die Überarbeitung des Motors ist hierfür ausschlaggebend. Denn ein weiteres wichtiges Detail dieses Upgrades ist das Automatikgetriebe.

Anstelle von sechs Fahrstufen gibt es beim neuen Verteiler acht, welche sich mit dem Leistungsspektrum des Motors hervorragend arrangieren. In den unteren Geschwindigkeitsbereichen geht es dank kurzer Spreizung mit fixen Gangwechseln und im optimalen Drehzahlbereich zügig voran. Weiter oben fallen die beiden letzten Fahrstufen deutlich länger aus, wodurch angemessene Landstraßenstraßen-Fortbewegung stets im niedrigen Drehzahlbereich, mit sehr geringem Geräuschpegel vonstattengeht.

Bei hohem Tempo oder Beschleunigungen mit Vollgas, agiert der Motor dann doch deutlich vernehmbar im Hochdrehzahlbereich. Doch unterm Strich ist es bemerkenswert, wie ein 1.6-Liter Aggregat einen so großen SUV in Bewegung setzt. Aufgefallen ist auch, dass die beim Vorgänger schnell durchdrehenden Räder, während des Anfahrens bei gleichzeitiger Kurvenfahrt, der Vergangenheit angehören. Untersteuern ist ebenfalls deutlich geringer ausgeprägt – wenngleich es wohl eher ein Software-, statt Hardware-Fix ist.

Der 5008 SUV setzt sich im Gegensatz zu vielen Konkurrenten merklich von seiner Kombi-Basis ab. (Bild: heycar)

Die relativ Saugmotor-artige Charakteristik ist geblieben, obwohl es sich natürlich weiter um einen Turbomotor handelt. Der PureTech Benziner entfaltet seine Leistung angenehm linear. Sogar ein etwas optimistischer Sportmodus ist nun im Angebot für den neuen Motor. Die Schärfung der Gasannahme, Dämpfung und Lenkung erscheint etwas vehementer als beim ausgemusterten Antrieb, was aber hauptsächlich auf das Leistungsplus zurückzuführen sein dürfte.

Das ausgeglichene Fahrverhalten und die guten Bremsen bleiben ebenfalls positive Merkmale dieses SUVs. Sehr erfreulich empfanden wir den Verbrauch des Peugeot 5008, auch wenn er sich immer noch weit entfernt von den Herstellerangaben befindet. In unserem Test betrug der Drittelmix auf 100 Kilometer 7,8 Liter. Das sind zwar nur drei Zehntel weniger als beim Vorgängermodell, aber in Anbetracht des Leistungsplus in allen Lebenslagen, ist dieses Ergebnis ein echter Fortschritt. Auf unserer Sparrunde von gut 30 Kilometern schafften wir sogar nur 6,7 Liter, während einer Vollgasfahrt forderte der 5008 dann 11,5 Liter ein.

Ausstattung, Komfort und Sicherheit

Peugeots Innenraum wirkt immer noch edel, technisch gesehen aber etwas altbacken – vor allen Dingen auf Grund einiger Software-Probleme. (Bild: heycar)

Als GT-Line bedient sich auch der aktuelle 5008 einer opulenten Ausstattung aus dem Peugeot-Regal. Zuerst fielen uns allerdings die mitunter langen Ladezeiten des Infotainmentsystems auf. Es passierte immer wieder, dass eine gute Minute verging, bevor der Bildschirm etwas anzeigte oder das Focal Soundsystem einen Ton von sich gab. Immer wieder wurde auch der Bildschirm bei eingeblendeter Navigationskarte plötzlich schwarz oder es gab im dynamischen Cockpit bei aktivierter Kartendarstellung plötzlich den Hinweis „Nicht kartographierter Bereich“. Kurz darauf wechselte dieser Text auf Französisch, bevor auch hier alles neustarten musste.

Wahrscheinlich liefert Peugeot hier per OTA-Update nach. Der Abstandstempomat tat seinen Dienst dafür absolut zuverlässig, besitzt aber immer noch keine Stop-and-Go-Funktion. Kommt es zum Stillstand, muss man erst wieder eine Mindestgeschwindigkeit von 30 km/h erreichen, bevor sich der Tempomat reaktivieren lässt.

Die Rückfahrkamera mit 180-Grad-Ansicht ist mit ihrer Auflösung sowie dem starken Ruckeln nicht mehr zeitgemäß. Einen Pluspunkt erhält die Kameraansicht, denn bei starker Annäherung an Hindernisse wechselt sie automatisch in die Zoomansicht. Das Navigationssystem erwies sich in Kartendarstellung und visueller sowie akustischer Routenführung als sehr gut. Die Berechnung von Routen erfolgt schnell und exakt. Die Warnung vor Verkehrsstörungen funktionierte hin und wieder nicht, was offenbar an einem gestörten Empfang der Daten für das TomTom-Traffic lag. Erschien dieses Symbol, waren Echtzeitdaten dagegen jederzeit präsent.

Die Sprachsteuerung konnte uns nicht überzeugen: Hält man sich hier nicht exakt an die sprachlichen Vorgaben, kommt nie das gewünschte Ergebnis heraus. Das System verlangt das Sprachmuster: „Zu Adresse Beispielstraße eins, Beispielort navigieren.“ Vergisst man das Wort „navigieren“, gibt es nur falsche Suchergebnisse. Hat das System den Befehl verstanden und zeigt eine Liste mit Adressen, sollte man tunlichst vermeiden, die gewünschte Zeile auf dem Bildschirm per Touchbefehl auszuwählen. Tut man dies, wird der gesamte Dialog beendet und der Spaß beginnt von vorn.

Doch es gibt auch viele positive Dinge, die es zu berichten gilt. Das LED-Licht der Scheinwerfer zum Beispiel. Das zählt weiter zu den besten seiner Klasse und konnte uns auf jeder Nachtfahrt wiederholt beeindrucken. Auch die induktive Ladestation übernahm ihre Aufgabe vollkommen zuverlässig – immer noch keine Selbstverständlichkeit. Das schlüssellose Zugangssystem würde sich mit zusätzlichen Sensoren an den hinteren Türen noch verbessern – der Peugeot 508 SW macht dies auch aus eigenem Hause vor. Die sensorgesteuerte Heckklappe funktionierte absolut zuverlässig. Eine Verriegelungstaste an der Heckklappe haben wir dagegen vermisst.

Fazit – Beständiger Sympathisant

Weiterhin ein toller Allrounder und ein würdiger Ersatz für den Mini-Van-Vorgänger des Peugeot 5008 (Bild: Format)

Der Peugeot 5008 ist weiterhin ein modernes und zeitgemäßes Vehikel. Als eine Art Hybrid mit den Vorteilen eines Mini-Vans und SUVs, kann er sich immer noch vom Mainstream absetzen. Selbst wenn Infotainmentsystem oder dem Bedienkonzept nicht mehr ganz taufrisch sind, setzen die Franzosen mit dem überarbeiteten Motor noch einmal ein Statement und optimieren das Antriebskonzept mit dem Automatikgetriebe zusätzlich.

Unserer Meinung nach erhält der Peugeot 5008 dadurch weiterhin die besondere Auszeichnung, einer der wenigen SUVs zu sein, die einen echten Mehrwehrt gegenüber ihrer Kombibasis schaffen. Er weiß mit vielen Raffinessen in puncto Platzangebot und Ausstattung zu locken, die weit über das Aussehen hinausgehen. Und auch bei gestiegenen Preisen bleibt das Gesamtpaket im Vergleich zum Wettbewerb auf dem Teppich.

Technische Daten

Algemeines
Kompletter Name Peugeot 5008 1.6 PureTech 180
Modellstart 09/2019
Motor
Anzahl Zylinder, Anordnung 4, Reihe
Hubraum in ccm 1.598
Leistung (kW/PS) 133/180
Max. Drehmoment (Nm) 250
Kraftstoffart Super
Tankvolumen in Liter 56
Motoraufladung Turbo
SchadstoffklasseEuro 6d-TEMP-EVAP-ISC (WLTP) 36CH, 36CI, 36DG
Getriebart
Getriebe Automatik
Anzahl Gänge 8
Antrieb Front
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm 4.641
Breite (ohne Spiegel) in mm 1.844
Höhe in mm 1.646
EG-Leergewicht in kg 1.505
Zuladung maximal in kg 675
Laderaumvolumen min. in l 1.940
Preis
Einstiegs-Listenpreis in € 27.150
Preis Testwagen in € 45.290

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Titelbild: heycar

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