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Opel Mokka im Test
28. April 2022
Autotests

Opel Mokka im Test

Erst Satz mit X, jetzt alles auf Anfang: Der neue Mokka verliert beim Generationensprung sein „X“ und gewinnt dafür viel Eigenständigkeit und Design. Nach seinem Aus im Jahr 2019 wurde das Kompakt-SUV nun als reiner Lifestyler wiederbelebt. Der Allradantrieb ist passé, dafür gibts neben Benzin- und Dieselantrieben auch eine rein elektrische Variante.

Wir konnten sowohl den konventionell-angetriebenen Rüsselsheimer als auch sein elektrisches Pendant im Erstkontakt unter die Lupe nehmen. Musste die Alltagstauglichkeit des Mokkas für die Schönheit leiden? Das beantworten wir im Fahrbericht.

Karosserie, Design und Innenausstattung des Opel Mokka

Weniger aggressiv als die Front, aber dennoch eine typische SUV-Silhouette. (Bild: heycar)

Auf den ersten Blick wirkt der neue Opel Mokka als wäre er grade in einem Pariser Designstudio entstanden und ohne Zwischenhalt zum Fotoshooting gerollt. Sind das die Früchte aus der französischen Schirmherrschaft unter Peugeot? Das Fahrzeug erinnert nicht mehr an seinen Vorgänger. Das Biedermann-Image hat das SUV gänzlich abgelegt.

Die Front trägt das neue, schwarz-hochglanzpolierte Markengesicht mit markanter, fast maskierter Visage und messerscharfer LED-Blitz-Signatur. Die Lufteinlässe rechts und links unterstreichen die Dynamik der GS-Line. Die Zweifarbenlackierung mit schwarzem Dach, bereits bekannt aus dem Opel Adam, lässt den Mokka optisch weiter schrumpfen.

Von der Seite wirkt der Mokka weit weniger aggressiv, als die Front. Die Silhouette ist typisch für ein kleines SUV: wohl proportioniert und mit kurzen Überhängen vorne und hinten. Bei unserem Testwagen gesellt sich noch eine dritte Farbe – ein markantes Rot – hinzu. Mit ihr wird etwas verspielt die Karosserie nachgezeichnet. Das Aufgreifen der Kontrastfarbe an den Felgen ist Geschmacksache und nicht für jedes Klientel ein Augenschmaus.

Im Innenraum erwartet den Fahrer ein aufgeräumtes und in Grundzügen sehr solides Cockpit. Die Basis-Sitze sind bereits bequem, die in der GS-Line verbauten Sportsitze bieten dann noch einen großartigen Seitenhalt – wahrscheinlich mehr als man im Mokka je benötigen wird.

Im Auto fällt unser Blick auf eine Display-Landschaft, die je Ausstattungsvariante in der Größe variiert. In unserem Testwagens gab es zwei Bildschirme (zwölf und zehn Zoll). Beide Displays verlaufen auf einer Ebene, sodass ein flüssiger Eindruck entsteht. Ein bereits bekanntes Konzept aus dem neuen VW Golf.

Auffällig ist das sehr dick gepolsterte Lenkrad, welches für manche Geschmäcker etwas zu viel ist, aber sich gut anfühlt. Die Bedienung ist recht einfach und typisch Opel. Überfrachtung? Fehlanzeige.

Während die Platzverhältnisse vorne keine Kritik zulassen, wird es hinten etwas eng. Zwar ist die Kopffreiheit ordentlich, doch die Beinfreiheit lässt zu wünschen übrig. Hier bietet beispielsweise der VW T-Cross mehr Platz. Der Kofferraum hat nur ein Volumen von 350 Litern, ebenfalls rund 100 Liter unterhalb der Wolfsburger Konkurrenz. Dafür ist die Ladekante angenehm niedrig und das Ladeabteil vollumfänglich nutzbar. Das ändert sich auch nicht bei umgeklappten Rücksitzen. Insgesamt stehen damit bis zu 1.105 Liter zur Verfügung.

Motor, Fahreigenschaften und Verbrauch: Flotter Dreizylinder

130 PS, 230 Nm: Das ist keine Offenbarung, aber genug um auch auf der Autobahn mit Zug zu überholen. (Bild: heycar)

Nach einem längeren Druck auf den Startknopf erwachen die drei Zylinder zum Leben und fallen nach der Kaltstartphase in einen recht ruhigen Leerlauf. Der erste Eindruck ist unaufgeregt und solide. Gasannahme, Lenkung und Bremsen wirken stimmig und das Fahrwerk ist vergleichsweise sportlich abgestimmt. Das fällt besonders beim Überfahren von Gullydeckeln und Kopfsteinpflaster auf.

Dennoch bleibt der Rüsselsheimer stets ausreichend komfortabel, um bei seinen Insassen nicht anzuecken. Abseits der Stadt ist die sportliche Abstimmung sogar von Vorteil, der Mokka zeigt sich sehr fahraktiv. Mit 4,15 Metern ist der Crossover außerdem recht handlich und auch im Stadtverkehr nicht überdimensioniert.

Der Motor leistet 130 PS, die das kleine SUV adäquat in Bewegung setzen. Die 230 Newtonmeter versetzen keine Berge, doch bei unseren Testfahrten entlang des Rheins gab es auch bei Überholmanövern stets ausreichende Reserven. Auch bei Autobahngeschwindigkeiten muss der Opel Mokka nicht kapitulieren. Der Dreizylinder klingt bei hohen Drehzahlen sogar recht kernig.

Dazu trägt auch das Getriebe bei, das seine acht Stufen weitestgehend passend rumsortiert. Nur beim Wechsel vom Vorwärts- in den Rückwärtsgang und umgekehrt vergeht eine kleine Gedenksekunde. Auch das kennen wir bereits vom Corsa. Die Fahrmodi werden per Wippe in der Mittelkonsole bedient und besonders im Sportmodus lenkt der Mokka spürbar direkter, allerdings auch schwerfälliger.

Der Verbrauch belief sich während unserer Testfahrt auf exakt 7 Liter pro 100 Kilometer. Bei flotter Gangart auf der Autobahn waren es 7,9 Liter. Wer das Gaspedal nur streichelt, dürfte sicherlich auch eine Sechs, wenn nicht sogar eine Fünf vor dem Komma erreichen. Der noch unter NEFZ-Bedingungen angegebene Verbrauch von 4,5 bis 4,9 Litern ist dagegen wenig realistisch.

Technik, Assistenz und Aufpreis im Opel Mokka

Die roten Highlights sind gewöhnungsbedürftig. Immerhin stecken eine Menge guter Assistenten im Opel Mokka. (Bild: heycar)

Bereits ab Werk gibt es eine umfangreiche Serienausstattung. Dazu gehören unter anderem eine Verkehrszeichenerkennung, Voll-LED-Scheinwerfer, Notbremsassistent samt Fußgängererkennung, Spurhalteassistent und Müdigkeitswarner. Darüber hinaus gibt es jede Menge Möglichkeiten seinen ganz persönlichen Mokka zu kreieren.

Zum einen gibt eine Rückfahrkamera, die im Stadtverkehr enorm hilfreich ist, denn das hochgezogene Heck beengt die Rücksicht. Die Auflösung des Bildes könnte jedoch um einiges höher sein. Elektrisch einklappbare Spiegel sowie ein Abstandsregel-Tempomat kosten extra. Ein schlüsselloser Zugang kostet immerhin überschaubare 300 Euro.

Der Totwinkel-Warner funktioniert nur bis 140 km/h. Das erschließt sich uns nicht, immerhin erreicht er bis zu 200 km/h. Für besseren Durchblick sorgen dafür die aus anderen Opel-Modellen (wie Corsa oder Insignia) bekannten IntelliLux-Matrix-LED-Scheinwerfer.

In puncto Infotainment ist DAB+ und ein 7-Zoll großes Display serienmäßig an Bord. Kommt ein Navi hinzu, sind weitere 740 Euro fällig. Wer das Top-Navi mit 12-Zoll-Bildschirm und 10-Zoll-Tacho haben möchte, muss satte 1.435 Euro dazuzahlen – nicht wirklich empfehlenswert. Da schlagen die 135 Euro für die kabellose Ladestation weniger ins Gewicht.

Sehr begrüßenswert ist die Zusammensetzung der Bedienelemente. Neben moderner Touch-Bedienung gibt es für viele Funktionen noch immer physische Tasten – auch für die Regelung der Lautstärke! Hier dürfte ein Renault Zoe sich gerne einiges abgucken.

Der Opel Mokka-e

Der giftgrüne Mokka-e soll laut Opel über 300 Kilometer Reichweite erreichen. (Bild: heycar)

Im Zuge unserer Testfahrten sind wir auch den Opel Mokka-e gefahren. Zunächst jedoch die Fakten: Der im gesamten Konzern eingesetzte, 136 PS starke Elektromotor trifft auf ein Leergewicht von ziemlich genau 1,6 Tonnen – das sind rund 300 Kilogramm mehr als sein Verbrenner-Pendant. Da die Batterie im Fahrzeugboden verbaut ist, büßt der Elektro-Mokka aber kaum an Kofferraum ein. In der Standardkonfiguration stehen 350 Liter bereit, maximal sind es aber nur 1.060 Liter.

Besonders interessant: Der Mokka-e kann mit bis zu 100 kW geladen werden kann. Damit ist das E-SUV in rund 30 Minuten wieder zu 80 Prozent gefüllt. Serienmäßig an Bord ist ein dreiphasiger 11-kW-Onboard-Lader.

Fahrerisch unterscheidet sich der Opel Mokka-e kaum von den Verbrennern. Mit einer Ausnahme: Durch den niedrigeren Schwerpunkt liegt die Elektrovariante satt und ruhig auf der Straße. Trotz Elektro-Infusion könnte er aber etwas mehr Durchzug vertragen. Von 0 auf 100 km/h geht es in glatten 9 Sekunden. Bei 150 km/h wird elektronisch abgeriegelt, wobei ab 125 km/h der Vortrieb bereits spürbar zäher wird.

Laut Opel soll der Mokka-e mit einer Stromladung bis zu 324 Kilometer weit kommen. Bei unserer Testfahrt, die auch ausgiebig über Autobahnen und Landstraßen führte, erreichten wir einen Durchschnitt von 20,5 kWh auf 100 Kilometern. Laut Bordcomputer würden wir so rund 206 Kilometer weit kommen. Die maximale Reichweite kann man tatsächlich bei sehr gemäßigter und überwiegend urbaner Fahrt erreichen – idealerweise im Eco-Betrieb mit reduzierter Motor- und Klimaleistung.

Fazit

Opel Mokka und Opel Mokka-e leisten sich im Grunde kaum Fehler und sind grundsolide und gute Fahrzeuge. (Bild: heycar)

Frisch, frischer, Mokka! Nach seinem Sabbatjahr kehrt der Rüsselsheimer als komplett neues SUV zurück. In unserem Test präsentierte er sich als optisch überzeugender, aber fahrtechnisch nicht grade spannender City-SUV, der sich aber keine wirklichen Fehler leistet. Außerdem wird er zu einem moderaten Preis mit vernünftiger Ausstattung angeboten.

Die Konkurrenz im riesigen Boom-Feld der kleinen SUVs ist jedoch ebenfalls nicht schlecht aufgestellt. So bleibt abzuwarten, wie sich der deutsch-französische schlägt. Wir gehen davon aus, dass sich besonders die Elektro-Version in großen Städten großer Beliebtheit erfreuen wird.

Technische Daten: Opel Mokka

Allgemeines 
Kompletter NameOpel Mokka GS Line 1.2 Direct Injection Turbo
Modellstart01/21
Motor
Anzahl Zylinder3
Hubraum in ccm1.119
Leistung (kW/PS)96/130
Max. Drehmoment (Nm)230
KraftstoffartSuper
Tankvolumen in l44
SchadstoffklasseEuro 6d-ISC-FCM (WLTP) 36AP-AR
Getriebeart
GetriebeAutomatik
Anzahl Gänge8
AntriebFront
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm4.151
Breite (ohne Spiegel) in mm1.785
Höhe in mm1.534
EG-Leergewicht in kg1.295
Zuladung maximal in kg445
Laderaumvolumen min. in l350
Fahrleistungen (laut Hersteller)
Höchstgeschwindigkeit in km/h200
Beschleunigung 0-100 km/h in s9,2
Verbrauch (laut Hersteller)
Kombiniert in l/100 km (NEFZ)4,9
CO2-Emission in g/km (NEFZ)111
CO2-EffizienzklasseB
Preis
Einstiegs-Listenpreis in €31.325
Preis Testwagen in €33.340

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Titelbild: heycar

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