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Mitführpflicht im Auto: Was musst und was solltest du mitnehmen?
10. August 2020
Regularien

Mitführpflicht im Auto: Was musst und was solltest du mitnehmen?

Was muss man alles im Auto haben? Führerschein und Fahrzeugschein, klar. Ein Warndreieck? Ist ein Ersatzrad Pflicht? Muss man den TÜV-Bericht mitführen? Reicht eine Kopie? Was man mitführen muss, ist in Deutschland ganz genau festgelegt. Wir schauen uns daher die Mitführpflicht beim Fahren von Kraftfahrzeugen genauer an und erklären dir, worauf du achten musst. Außerdem geben wir dir Tipps, was du mitführen solltest, auch wenn es nicht explizit vorgeschrieben ist und zeigen dir, welche Regeln im Ausland gelten.

Was muss man im Auto haben?

Eine Mitführpflicht schreibt grundsätzlich vor, dass du ein Dokument oder einen Gegenstand beim Ausüben einer bestimmten Tätigkeit bei dir tragen musst. Auf das Auto bezogen bedeutet das: Wenn du ein Fahrzeug auf einer öffentlichen Straße steuerst, musst du bestimmte Papiere und Ausrüstungsgegenstände zu jeder Zeit mitführen und im Falle einer Kontrolle vorzeigen können. Welche Dinge das in Deutschland sind, wird in den jeweiligen Verordnungen ganz genau angegeben.

Wenn du schon einmal in eine Verkehrskontrolle geraten bist, kennst du folgende Aufforderung wahrscheinlich: „Fahrzeugpapiere und Führerschein, bitte!“ Diese beiden Dokumente musst du tatsächlich immer mit dir führen, wenn du ein Fahrzeug auf öffentlichen Straßen bewegst.

Bei den Fahrzeugpapieren geht es um die sogenannte Zulassungsbescheinigung Teil I, die Auskunft gibt über die Identifizierungsnummer des Fahrzeugs, die Zuteilung des Kennzeichens an einen Halter und die technischen Zulassungsvorschriften. Nach § 11 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung musst du dieses Dokument beim Bewegen des Fahrzeugs mitführen und auf Anordnung vorzeigen können. § 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung besagt dazu, dass du bei jeder Fahrt deinen gültigen Führerschein bei dir tragen musst.

Beide Dokumente müssen dabei im Original mitgenommen werden, da eine Kopie leider auch dann nicht ausreicht, wenn sie beglaubigt wurde. Den aktuellen TÜV-Bericht musst du hingegen nicht zwangsläufig mitführen.

Doch nicht nur deine Papiere musst du immer bei einer Fahrt dabeihaben. Auch bestimmte Ausrüstungsgegenstände müssen sich im Wagen befinden, sobald du diesen im öffentlichen Raum bewegst. Dazu gehört nach § 53a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) mindestens eine Warnweste. Wie viele weitere Warnwesten du darüber hinaus im Auto mitnimmst, bleibt dir zwar selbst überlassen, es empfiehlt sich aber, ein Exemplar für jeden Mitfahrer einzupacken. So seid ihr im Falle eines Unfalls alle bestmöglich geschützt.

Für den Fall einer Panne oder eines Unfalls ist auch das Warndreieck unerlässlich. Damit du die Unfallstelle absichern und so dich und andere Verkehrsteilnehmer schützen kannst, musst du immer ein rückstrahlendes Warndreieck mitführen. Die entsprechende Regelung findet sich ebenfalls unter § 53a der StVZO. Dort ist auch festgelegt, dass in Fahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen zusätzlich eine funktionstüchtige gelbe Warnleuchte im Wagen vorhanden sein muss, mit der du eine Unfallstelle zusätzlich sichern kannst.

Du bist verpflichtet einen Verbandskasten und eine Warnweste mitzuführen; Feuerlöscher, Starthilfeset und Abschleppseil sind optional. (Bild: iStock)

Außerdem gibt es im Auto auch die Mitführpflicht für einen Verbandskasten. Dieser muss ein gültiges Ablaufdatum haben und die enthaltenen Erste-Hilfe-Materialien vor Staub, Schmutz und Feuchtigkeit schützen. Beschrieben wird diese Mitführpflicht unter § 35h „Erste-Hilfe-Material in Kraftfahrzeugen“ in der StVZO.

Welche Strafe droht bei einem Verstoß?

Nach § 31b bist du verpflichtet, Warnweste, Warndreieck und Verbandskasten vorzuzeigen, wenn du dazu von einer zuständigen Person aufgefordert wirst . Das gilt zum Beispiel auch im Falle einer Polizeikontrolle. Solltest du einen der Gegenstände nicht dabeihaben, droht dir ein Verwarnungsgeld. Hast du den Verbandskasten vergessen, beträgt dieses Verwarnungsgeld 5 Euro. Ein fehlendes Warndreieck oder eine vergessene Warnweste kosten dich jeweils 15 Euro. Vergisst du den Führerschein oder die Zulassungsbescheinigung Teil I drohen 10 Euro Strafe.

Was sollte man zusätzlich mitführen?

Der Gesetzgeber schreibt keine weiteren Ausrüstungsgegenstände vor, die du immer mitführen musst. Trotzdem ist es empfehlenswert, dass du dein Auto bei jeder Fahrt gut und sinnvoll ausstattest. Mit dem richtigen Equipment schützt du dich, deine Mitfahrer und andere Verkehrsteilnehmer. Außerdem kannst du deine Fahrt im Idealfall auch bei einer Panne schneller fortsetzen und bist insgesamt unabhängiger von fremder Hilfe.

Ein Ersatzreifen ist zwar nicht Pflicht, trotzdem ist es unbedingt empfehlenswert, ihn bei jeder Fahrt im Auto zu haben. Auch wenn der Gesetzgeber die Mitnahme nicht ausdrücklich vorschreibt, ersparst du dir mit einem verkehrssicheren Reserverad einigen Ärger, da du so Reifenpannen in der Regel umgehend und ohne fremde Hilfe beheben und deine Fahrt danach fortsetzen kannst. Zusätzlich oder alternativ bietet sich ein Pannenset an, mit dem du einen defekten Reifen zumindest vorübergehend flicken kannst.

Gerade bei größeren Schäden am Reifen, ist ein Radwechsel allerdings oft unumgänglich. Zu diesem Zweck benötigst du ebenfalls einen Wagenheber und ein Radkreuz. Eine Mitführpflicht gibt es allerdings auch für diese Werkzeuge nicht.

Ebenfalls nicht vorgeschrieben, aber definitiv empfehlenswert ist die Mitnahme eines geeigneten Feuerlöschers. So kannst du dir oder anderen im Fall einer kleineren Brandentwicklung zunächst selbst helfen und vielleicht sogar einen schlimmeren Brandverlauf verhindern. Wichtig ist dabei, dass der Feuerlöscher leicht zu erreichen ist, so dass du ihn im Falle eines Brands schnell zur Hand hast.

Auch ein Starthilfeset ist nicht verpflichtend, erleichtert dir bei Bedarf das Leben allerdings ungemein. Wenn deine Batterie leer ist und dein Wagen nicht anspringt, kannst du ihn mit Hilfe eines anderen Fahrzeugs fremdstarten. Ohne passendes Ladekabel bist du allerdings auf externe Hilfe angewiesen, die gerade in den Wintermonaten vielbeschäftigt ist, was lange Wartezeiten für dich bedeutet. Ähnlich verhält es sich mit einem Vorrat an Motoröl: Führst du eine kleine Flasche davon mit, schonst du bei Bedarf deinen Motor und bist von der nächsten Werkstatt abhängig. Auch ein Abschleppseil leistet dir bei einer Panne wertvolle Dienste.

In den deutschen Nachbarländern weicht die Mitführpflicht teils stark ab. (Bild: iStock)

Andere Gegenstände sind zwar nicht sicherheitsrelevant, erleichtern dir unter Umständen das Leben aber gehörig. Ohne Eiskratzer kommst du bei Minustemperaturen nur selten pünktlich an und ohne Parkscheibe droht dir möglicherweise eine saftige Strafe. Bleibst du nachts auf einer dunklen Straße liegen, freust du dich sicher über eine aufgeladene Taschenlampe und bei tiefstehender Sonne hilft ein Griff zur Sonnenbrille im Auto. Vergisst du diese Dinge, droht dir zwar keine Strafe, möglicherweise ärgerst du dich allerdings über dich selbst.

Welche Mitführpflicht gilt bei Reisen ins Ausland?

Während man sich leicht merken kann, was man in Deutschland im Auto mitführen muss – nämlich Führerschein, Zulassungsbescheinigung Teil I, Warnweste, Warndreieck und Verbandskasten – sieht die Sache im Ausland mitunter ganz anders aus. In den deutschen Nachbarländern weicht die Mitführpflicht teilweise ziemlich von der heimischen Regelung ab und auch im Rest Europas gelten teilweise andere Vorschriften. Solltest du einen Urlaub mit dem Auto planen, ist es daher wichtig, dass du dir die Pflichten und Vorschriften im Ausland vor Reiseantritt nochmal genau anschaust.

Die Mitführpflicht für Warnwesten im Auto gilt in allen Nachbarländern Deutschlands, außer in Belgien, Luxemburg und Polen. In diesen drei Ländern gilt dafür allerdings die Tragepflicht. Du hast also keine Strafe zu erwarten, wenn du bei einer Kontrolle keine Warnweste vorzeigen kannst. Bei einer Panne oder einem Unfall droht dir allerdings ein Bußgeld, solltest du keine Weste tragen.

In Frankreich, Luxemburg und Tschechien sowie Italien gibt es eine Warnwestenpflicht für alle Insassen des Fahrzeugs. Eine vierköpfige Familie benötigt somit zum Beispiel auch vier Warnwesten im Auto. Achtung: Ein Verstoß gegen die Warnwestenpflicht kann in einigen Ländern richtig ins Geld gehen. Hohe zwei- bis dreistellige Beträge sind hier möglich.

Ein Warndreieck musst du in fast jedem europäischen Land mitführen. Ein Stück weiter sind die Türkei und Zypern: Hier sind gleich zwei Warndreiecke im Auto Pflicht. Zwei Warndreiecke sind auch in Spanien gefordert, allerdings nur für Fahrzeuge, die auch dort gemeldet sind. Reist du mit deinem eigenen Wagen an, reicht somit ein Warndreieck. Ein einheimischer Mietwagen muss allerdings mit zwei Exemplaren ausgestattet sein. Daher checkst du das Fahrzeug am besten bei der Übergabe.

Unter anderem in Polen, Griechenland, der Türkei und den baltischen Staaten muss sich bei jeder Fahrt ein Feuerlöscher im Fahrzeug befinden. In Belgien gilt diese Regelung für einheimische Fahrzeuge. Buchst du einen Mietwagen, muss dieser also ebenfalls einen Feuerlöscher enthalten.

In Spanien, Tschechien und einigen anderen Staaten ist wiederum das Mitführen eines Ersatzrads Pflicht. Sollte kein Platz dafür im Wagen sein, kann in der Regel alternativ ein Reparaturset mitgenommen werden.

In fast allen europäischen Ländern gilt die Mitführpflicht für den Verbandskasten. In der Schweiz wird das Mitführen empfohlen, es ist allerdings nicht obligatorisch.

Was muss alles im Auto sein?

Die Mitführpflicht in Autos gilt in Deutschland also nur für Fahrzeugschein und Führerschein, Warnweste, Warndreieck und Verbandskasten. Kannst du einen dieser Gegenstände bei einer Kontrolle oder im Falle eines Unfalls nicht vorzeigen, droht dir eine Geldstrafe. Andere Utensilien, wie ein Reserverad und das für den Radwechsel benötigte Werkzeug, sind zwar nicht obligatorisch, sollten allerdings eigentlich in keinem Auto fehlen. Wenn du dein Fahrzeug einmal vernünftig ausstattest, bist du im Falle eines Notfalls bestmöglich gewappnet. Dies gilt auch für weitere Warnwesten, mit denen du deine Mitfahrer schützt.

Da die Regeln im Ausland teilweise von hiesigem Recht abweichen, lohnt vor Fahrtantritt immer ein Blick in die Verkehrsordnung deines Reiseziels und gegebenenfalls der Länder, die du auf dem Weg dorthin durchquerst.

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