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Mini Cooper S Cabrio im Test
5. Mai 2022
Autotests

Mini Cooper S Cabrio im Test

Pros & Cons

Kultfaktor
Sportliche Fahrweise
Verarbeitung und Details
Kaufpreis
Platzangebot
gute Assistenzsysteme

Seit sechs Jahren zeigt die dritte Generation des Mini allen Betrachtern seine sympathischen Kulleraugen und bietet als Mini Cooper S Cabrio besondere Fahrfreuden. Wir beleuchten diese in unserem Test näher. 

Karosserie und Design: Charmant wie immer

Kurze Überhänge vorn und hinten begünstigen eine sportliche Fahrweise des Mini Cooper S Cabrio. (Bild: heycar)

Auch als Cabrio macht der Mini eine gute Figur. Seine runden Kulleraugen bleiben dem Mini nach wie vor erhalten und werden von grell-weißen LED-Tagfahrlichtringen umrahmt. Die Front schmückt der markante Lufteinlass auf der Haube, der allein denS-Modellen vorbehalten ist. 

Ansonsten fallen die typischen, extrem kurz gehaltenen Überhänge vorne und hinten auf. Seitlich zeigt das Mini Cabrio offen wie geschlossen eine schnittige und kompakte Silhouette. Mit geschlossenem Verdeck wirkt er fast wie ein klassischer Kompaktwagen, was auf den recht geradlinigen Verlauf des Dachs zurückzuführen ist. Die sofort ins Auge fallende Sidewalk-Musterung auf dem Stoffverdeck sorgt unterdessen für eine zusätzliche sportliche Note. Auf Wunsch gibt es hier auch einen der “Union Jack” als Motiv. Zudem besteht die Möglichkeit, das Dach nur teilweise zu öffnen. So entsteht eine Art „Schiebedach“. Das ist so nicht allzu oft bei Cabriolets zu finden. 

Am Heck fallen zunächst zwei Dinge auf: Einmal die LED-Rückleuchten mit dem Union Jack als Lichtsignatur – die britische Flagge sorgt überall für höchsten Wiedererkennungswert. Auch das mittig positionierte Doppelendrohr ist Besonders und soll auf den ersten Blick die Potenz des S-Modells zeigen. Dieses optische Muskelspiel wird zusätzlich durch das feuerrote „S“ hinter dem Cooper-Schriftzug unterstrichen. 

Das dunkle Blau unseres Testwagens (“Deep Laguna Metallic“) steht dem Mini Cabrio grundsätzlich gut, wirkt teilweise sogar recht gedeckt. Für mehr Farbe im Leben bietet Mini mannigfaltige Lackierungen an, die von feudalem „British Racing Green“ bis hin zu feurigem „ChilliRed“ eine hohe Bandbreite abdecken. 

Innenausstattung und Komfort: Das Lebensgefühl Mini Cooper

Stilvoll bis ins Detail: Dieses Cockpit wurde mit viel Liebe entworfen. (Bild: heycar)

Hinten sitzen Kinder nicht unbequem – Erwachsene sollten nur vorn Platz nehmen, denn hier sind sowohl Raumgefühl als die Platzverhältnisse ziemlich eingeschränkt. Nur zur Not und auf kurzen Strecken sollten sie die knappen Platzverhältnisse im Fond über sich ergehen lassen.

Besonderes Flair verströmen die Kippschalter im Cockpit, die ein bisschen an Bedienelemente aus einem Flugzeug erinnern. Dank der sogenannten “Mini Yours”-Optionen sind der Personalisierung hier kaum Grenzen gesetzt. So sorgten die illuminierten Sidewalk-Interieur-Oberflächen bei Dunkelheit für eine ganz besondere Atmosphäre. 

Der Kofferraum des Mini Cooper S Cabrio fasst 215 Liter und wenn man die Ladeöffnung etwas größer benötigt, hilft „Easy Load“. Damit wird per Hebel im Kofferraum das geschlossene Verdeck zusätzlich angehoben und die Öffnung dadurch vergrößert. 

Weiterhin lassen sich die Rückenlehnen direkt aus dem Kofferraum fernentriegeln. Dadurch offenbart der Mini eine großzügige Durchlademöglichkeit, was die Variabilität nicht unerheblich erweitert.  

Außerdem kann dienach unten öffnende Heckklappe auch als Auflage- und Sitzgelegenheit genutzt werden – bis zu 80 Kilogramm hält sie stand. Das Verdeck selbst kann bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h auch während der Fahrt bewegt werden. Das Öffnen und Schließen dauert jeweils ungefähr 20 Sekunden. Im geöffneten Zustand beeinträchtigt das aufliegende Stoffdach die Sicht nach hinten deutlich, was man sogar beim Blick durch den Innenspiegel in Kauf nehmen muss. 

Motor und Fahreigenschaften: Den Schalk im Gaspedal

Klein aber oho: 192 PS bringt der Mini Cooper S Cabrio auf die Straße. (Bild: heycar)

Das „S“ in der Modellbezeichnung wird mit 192 PS honoriert, die sich im Alltag putzmunter und auch eine Spur fanatisch anfühlen. Der Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum hängt stets hellwach am Gas. Er wartet dennoch – für einen Vierzylinder – mit überraschend hoher Laufkultur auf und hinterlässt aus dem Doppelendrohr einen kernigen Klang. 

Wahrscheinlich wäre ein Schaltgetriebe noch puristischer. Das Steptronic-Sport-Doppelkupplungsgetriebe, das hier seine Arbeit verrichtete, überzeugte uns mit nahezu perfektem Schaltcharakter. Es ließ keinen Raum für etwaige Beanstandungen. 

Generell ist das Temperament des Mini Cooper S Cabrio am besten auf der Landstraße erlebbar. Mit frischem Wind im Gesicht durch Kurven liegt dem Auto trotz Frontantrieb einfach im Blut. Ein straffes Fahrwerk, welches keineswegs den Komfort außen vorlässt, trifft auf eine herrlich direkte und exakte Lenkung. Diese geizt nie mit Feedback und vermittelt dem Fahrer dadurch permanent den Straßenkontakt. 

Unterstrichen von einem frotzelnd-blubbernden Endrohrsound kommt hier der Fahrspaß nie zu kurz. In der Stadt bleibt es auf anderen Ebenen ebenso bei besagter Freude. Hier kommen die Vorteile der Steptronic zum Tragen: sanft schaltend fällt auch der Feierabendverkehr nicht ins Gewicht und man kann entspannt mitschwimmen. Wer es mag, kommt dank 192 PS und 280 Newtonmeter auch engagiert von Ampel zu Ampel. 

Auf der Autobahn zeigt sich der offene Kleine vollkommen reisetauglich, zumal meistens nicht mehr als zwei Personen und überschaubares Gepäck den Mini befüllen. Bis Tempo 220 geht es zügig voran, danach wird der Vortrieb etwas zäher. Die Höchstgeschwindigkeit lag laut Tacho bei 234 km/h. 

Offen fahren hat beim Mini folgerichtig nochmal eine andere Qualität als bei vergleichbaren Cabrios. Durch die steil stehende Windschutzscheibe und das weit hinten zusammengefaltete Verdeck, ist es für Puristen eine echte Offenbarung. Die Luftverwirbelungen halten sich mittels Windschott sehr gut im Zaum – ohne wird es zwar um einiges zugiger, doch bleibt annehmbar. 

Die Verwindungssteifheit ist bei einem Cabrio ungemein wichtig und hier zeigt sich der offene Mini besonders souverän. Nur auf richtig schlechten Straßen zeigen sich zumindest erste Ansätze von Verwindung. Doch dies ist so schwach ausgeprägt, dass sie nahezu vernachlässigbar bleiben. 

Beim Verbrauch zeigte sich das Mini Cabrio sehr variabel: Im Drittelmix verbrauchte der Testwagen 6,9 Liter auf 100 gefahrene Kilometer. Vollgasfahrten über freie nächtliche Autobahnen resultierten in einem Maximum von 13,8 Litern. Auf der Sparrunde glänzte das Cabrio dagegen mit bemerkenswerten 4,9 Litern auf 100 Kilometer. 

Ausstattung, Komfort, Sicherheit

Unser Test-Cabrio besaß eine Fülle an Ausstattungsoptionen, von denen hier die wichtigsten beleuchtet werden. Die Voll-LED-Scheinwerfer konnten in allen Belangen überzeugen. Sie verfügen zudem über eine Matrixfunktion und blenden gezielt entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge aus, was im Praxistest absolut zuverlässig funktionierte. 

Ist der Platz der Parklücke ausgereizt, färbt sich der Ring um das Display rot. (Bild: heycar)

Ein echter Eyecatcher ist der LED-Ring um den Zentralbildschirm. Dieser ändert bei unterschiedlichen Situationen die Farbe. Beim Parken bedeutet gelb zum Beispiel, dass noch ausreichend Platz ist, bei rot hingegen ist Schluss. Auch den aktuellen Drehzahlbereich zeigt der Ring an. 

Überaus hilfreich war auch die tolle Sprachsteuerung – typisch BMW – die alle Befehle bestens verstand und auch bei offenem Verdeck ohne Einschränkungen nutzbar blieb.

Das umfangreiche Infotainment ist einfach zu bedienen und stammt ebenfalls vom Mutterkonzern. Das dem „iDrive“ nachempfundene Drehrad in der Mittelkonsole ist hier allerdings etwas hakelig in der Bedienung, man benötigt etwas Eingewöhnung. 

Der Mini klappt seine Außenspiegel nur auf Knopfdruck ein, dies allerdings auch bei ausgeschalteter Zündung. Die Sitzheizung sorgt schnell und homogen für wohlige Wärme, eine Lenkradheizung gab es nicht. 

Das Harman/Kardon-Soundsystem sorgt für hervorragenden Klang, auch bei geöffnetem Verdeck (Bild: heycar)

Das Head-up-Display erwies sich als hilfreich, allerdings kann es nicht mit den High-End-Versionen von BMW mithalten. Das Harman/Kardon-Soundsystem kostet knapp 800 Euro extra und ist eine vorbehaltlose Empfehlung. Der Klang bleibt auch bei offenem Verdeck sehr neutral, lebendiger und natürlicher als Pendants von Beats oder Bose. Wer gern Musik hört, sollte hier in jedem Fall über ein Upgrade nachdenken. 

Das Navigationssystem im Mini ist eine Wucht, erreicht mit superschneller Rechenleistung, hervorragender Kartendarstellung und Routenführung sowie zuverlässiger Berücksichtigung von Verkehrsereignissen durchgängig Bestnoten in unserem Test. Entweder einzeln ab rund 780 Euro oder im Paket mit genannten Zusatzfunktionen erhältlich, sind dann mindestens rund 1.700 Euro fällig. Im Testwagen war es sogar das Plus-Paket, welches knapp 2.500 Euro aufruft. 

Hier sind allerdings auch 15 verschiedene Ausstattungsoptionen inklusive, wie Freisprechtelefonie mit kabellosem Laden, ein multifunktionales Cockpit und diverse Konnektivitätslösungen, wie Apple CarPlay oder ConnectedDrive Services. Interessantes Extra: Der “Always Open”-Timer zeigt im Zentraldisplay die Zeit an, in der mit offenem Verdeck gefahren wurde. Dies ist Bestandteil des „Always Open“-Pakets, zu dem außerdem das Windschott, Sitzheizungen für Fahrer und Beifahrer und der Komfortzugang zum Paketpreis von 877 Euro gehören. 

Als sehr vorteilhaft und empfehlenswert entpuppte sich neben den Parksensoren die Rückfahrkamera mit ihrem gestochen scharfen Bild. Denn bereits geschlossen beeinträchtigen die schmalen Fenster den Blick nach hinten. Bei geöffnetem Verdeck wird dieser Zustand durch das hinten aufliegende Stoffdach nochmals verstärkt und spätestens jetzt hilft die Kamera beim Rangieren mit besserem Durchblick. 

Varianten und Preise des Mini Cooper S Cabrio

Das kräftige Cabrio mit dem „S“ startet aktuell bei 29.828 Euro mit Schaltgetriebe und mit 178 PS. Das Steptronic Doppelkupplungsgetriebe kostet rund 1.750 Euro Aufpreis. Soll es die grandiose Sportversion – wie unser Testfahrzeug – sein, sind es rund 1.950 Euro mehr. 

Diverse Ausstattungsoptionen erlauben ein hohes Maß an Individualisierung und wer kein Kreuz in der Aufpreisliste auslässt, wird den Preis auch über 48.000 Euro steigen lassen. 

Fazit: Mini im Namen, Maxi im Fahrspaß

Sieht nicht nur gut aus, macht auch sehr viel Spaß: Der Mini Cooper S Cabrio. (Bild: heycar)

Der Mini ist fahrender Kult und das ändert sich auch mit dem Mini Cooper S Cabrio nicht. Ob Individualisten oder Puristen – die Mini-liebende Klientel wird auch am kräftigen Cabriolet ihre helle Freude haben. Wenngleich Platzangebot und High-End-Assistenz bei der Entwicklung nicht an erster Stelle standen, so positioniert sich der Mini nach wie vor als ein Fahrzeug mit Suchtfaktor. 

Nachgebessert wurde bei der Performance. Insbesondere Kurven fahren kann der Kleine nun noch besser, während der Verbrauch stets im akzeptablen Rahmen bleibt. Auch technisch gibt sich der Mini auf der Höhe der Zeit. 

Aus Sicht der Redaktion gibt es nur einen wesentlichen Kritikpunkt: der Preis. Für fast 47.500 Euro, die unser Testwagen aufruft, bekommt man auch wesentlich größere und praktischere Fahrzeuge. Doch neben besagtem Kultfaktor fehlt dann das gute Gefühl, einen stilsicheren und extravertierten Begleiter sein Eigen zu nennen. Wem der Mini generell nicht zusagt, der sollte sich die folgenden Konkurrenten genauer ansehen:  

Technische Daten: Mini Cooper S Cabrio

Allgemeines  
Kompletter Name   MINI Cabrio Cooper S Sidewalk Steptronic (DKG)
Modellstart   03/20
Motor  
Anzahl Zylinder  4
Hubraum in ccm   1.998
Leistung (kW/PS)   141/192
Max. Drehmoment (Nm)   280
Kraftstoffart   Super Plus
Tankvolumen in l  44
Schadstoffklasse   Euro 6d-TEMP-EVAP-ISC (WLTP) 36CH, 36CI, 36DG
 Getriebeart  
Getriebe   Automat. Schaltgetriebe (Doppelkupplung)
Anzahl Gänge   7
Antrieb   Front
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen  
Länge in mm   3.850
Breite (ohne Spiegel) in mm   1.727
Höhe in mm   1.415
EG-Leergewicht in kg   1.390
Zuladung maximal in kg   355
Laderaumvolumen min. in l   215
Fahrleistungen (laut Hersteller)  
Höchstgeschwindigkeit in km/h   230
Beschleunigung 0-100 km/h in s   7,1
Verbrauch (laut Hersteller)  
Kombiniert in l/100 km (NEFZ)   5,4
CO2-Emission in g/km (NEFZ)   123
CO2-Effizienzklasse   B
Preis  
Einstiegs-Listenpreis in €   35.599
Preis Testwagen in €   47.440

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Titelbild: heycar

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