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Mercedes-Benz GLA 220d 4Matic im Test
30. Juni 2022
Autotests

Mercedes-Benz GLA 220d 4Matic im Test

Der Mercedes-Benz GLA 220d 4Matic ist das kleinste SUV aus dem Stuttgarter Hause. Die im Jahr 2020 eingeführte Generation zeigt, dass ein kleines Auto nicht gleichzeitig Verzicht bedeuten muss. Wir fuhren den gegenüber dem Vorgänger in der Höhe deutlich gewachsenen GLA im matten Grau mit der Bezeichnung „Designo Mountaingrau Magno“ und in der Ausstattung „Progressive“.

Mercedes-Benz GLA 220d 4Matic: Karosserie und Design

Viele Details des GLA erinnern an die B-Klasse von Mercedes-Benz. Dank seines stark erhöhten Aufbaus – zehn Zentimeter höher als der Vorgänger – sieht man genau was er sein will, ein klassisches SUV.

Mit neuer Größe begegnet er seinen Mitbewerbern endlich auf Augenhöhe. Die Unterfahrschutzmaßnahmen an Front und Heck zeigen mit der leichten Ringsum-Beplankung Offroad-Ambitionen. Das matte Grau, das gut 2.200 Euro extra kostet, steht dem getesteten GLA 220d ungemein gut.

Das Dach verläuft etwas kuppelartig und führt zu der gedrungenen, muskulösen Form des GLA. Das Heck wirkt anmutig und stark zugleich. So zeigt sich der im Verhältnis zum Korpus recht schmale Aufbau fast filigran. Der Gesamteindruck ist satt und sehr gefällig. Die formschönen Heckleuchten ähneln denen am größeren GLE Coupé und mittels Signatur sogar auch denen des Mercedes-Benz GLS.

Mercedes-Benz GLA 220d 4Matic: Innenraum, Verarbeitung und Raumangebot

Das Cockpit des Mercedes-Benz GLA 220D 4Matic zeichnet sich durch die hervorragende Verarbeitung und der übersichtlichen Bildschirmlandschaft aus. (Bild: heycar)

Als erstes fielen uns die Türen auf, die auffällig satt ins Schloss fallen. Schon solche Details beweisen die Wertigkeit und man erinnert sich sogleich an den alten Spruch: „Der schließt wie ein Mercedes.“

Das Interieur selbst ist eine vollkommen gelungene Kombination sehr hochwertiger Materialien, welche lückenlos und absolut erstklassig verarbeitet wurden. Premium-Qualität findet man hier auf jedem Zentimeter.

Voll digital zeigt sich die Instrumententafel, auf welcher sich die beiden zum MBUX gehörenden Bildschirme befinden. Mit jeweils 10,25 Zoll in der Diagonale sorgen sie direkt nebeneinander für eine nette Screenlandschaft.

Die Sitze bieten viel Raum. Vorn ist Beinauflage und Seitenhalt großzügig vorhanden – hier nimmt man gern Platz. Doch auch hinten sitzt man sehr bequem, wenngleich die Konturierungen hier nicht so ausgearbeitet sind. Das Raumgefühl ist überall sehr gut für ein Kompakt-SUV.

Clever: Die Fondsitze lassen sich längs verschieben, die Lehnen sind verstellbar und können auch aufrecht gestellt werden, um entsprechendes Ladegut im Kofferraum besser zu transportieren. Dieses Feature wird optional für 428 Euro angeboten. Der Laderaum selbst fasst 435 Liter in der Standardkonfiguration. Durch Umklappen der Lehnen lässt sich ein Gesamtvolumen von 1.430 Litern erreichen.

Mercedes-Benz GLA 220d 4Matic: Motor, Verbrauch, Fahrwerk und Lenkung

Läuft mit 190 PS und angenehm ausgewogen: Der Motor des Mercedes-Benz GLA 220D 4Matic. (Bild: heycar)

Wir fuhren die stärkste Motorisierung des GLA: Ein 2.0-Liter-Commonrail-Turbodiesel mit 190 PS sowie 400 Newtonmetern Drehmoment als Maximum. Dieses wird bereits ab 1.600 Touren verfügbar, was einen zeitigen, gut ausgeprägten Vorwärtsdrang garantiert. Ein schneller Sprint zum Überholmanöver ist so kein Problem.

Der Reihenvierzylinder zeigt eine hohe Elastizität und ein waches Ansprechverhalten. Die 8-Gang-Doppelkupplungsautomatik schaltet zackig, bleibt dabei aber entspannt. Lediglich bei forcierter Gangart zeigt sie ihre Arbeitsweise mit teils leicht ruppig wirkenden Kraftschlüssen und Gangwechseln – bei dieser Fahrweise ist das jedoch zu begrüßen.

Das adaptive Fahrwerk des Mercedes GLA 220d 4Matic – zusammen mit größeren Bremsscheiben, den Multibeam-Scheinwerfern und dem Keyless-System Bestandteil des 3.560 Euro teuren Technik-Pakets – erwies sich stets als sehr komfortabel. Es blieb auch bei flotter Gangart überraschend ausgewogen und fern jeder Aufgeregtheit. Das konnte auch bei hohen Geschwindigkeiten so beibehalten werden. Das Einzige, was hier vielleicht auffällt, ist die vernehmbare Zunahme an Windgeräuschen jenseits der 180 km/h auf der Autobahn.

Traktionstechnisch gab es dank Allradantrieb 4Matic keinerlei Probleme. Lastwechsel sowie spitze Kurven konnten dank diesem geschwind vollzogen werden. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei 219 km/h, drei Stundenkilometer weniger als in der Variante mit Frontantrieb. Der Sprint von null auf 100 km/h ist mit 7,3 Sekunden dafür um eine Zehntelsekunde schneller – dem Traktionsvorteil sei Dank.

Erfreut haben wir uns zudem an der leichtgängigen und dabei stets sehr gefühlvollen Lenkung, sowie den standfesten Bremsen und ihrem guten Pedalgefühl. Verbrauchstechnisch liegt der Schwabe etwas über der Werksangabe. Den 5,6 Litern auf 100 Kilometern (WLTP) steht im Testergebnis ein Drittelmix von 7,4 gegenüber. Das ist in Anbetracht des Gebotenen unserer Meinung nach noch immer in Ordnung.

Zumal sich der Verbrauch auf unserer Sparrunde nochmals auf 6,1 Liter verringern ließ. Wer dem GLA auf freier Bahn permanent alles abverlangt, der sucht mit knapp zwölf Litern als gemessenem Höchstwert deutlich schneller die nächste Tankstelle auf.

Mercedes Benz GLA 220D 4Matic: Ausstattung, Komfort, Sicherheit

Unser Testwagen besaß das Zusatzpaket „Progressive“, mit dem für 1.589 Euro einige Ausstattungshighlights hinzukommen. Obendrein besaß dieser einige weitere Features, welche man optional hinzubucht. Wir möchten nachfolgend die wichtigsten Merkmale ansprechen.

Absolute Empfehlung der Redaktion: Die Multibeam-LED-Scheinwerfer für besten Durchblick in der Nacht. (Bild: heycar)

Zum einen sind dort die hervorragenden Multibeam-LED-Scheinwerfer, deren Lichtteppich sehr homogen, hell und weitreichend ausfiel. Die Ausblendfunktion anderer Verkehrsteilnehmer gelang damit vollautomatisch und jederzeit fehlerfrei. Dafür muss man beim GLA 1.488 Euro berappen. Etwas teuer, ist aber aus unserer Sicht dennoch empfehlenswert.

Zumal die Serienausstattung beim kleinsten Schwaben-SUV immer noch Halogenlicht beinhaltet und selbst etablierte LED-Scheinwerfer knapp 1.000 Euro kosten. Das sehr gut ausleuchtende Kurven- und Abbiegelicht besitzt auch nur die Multibeam-Lösung. Zwei weitere Gründe, die für dieses Upgrade sprechen.

Das MBUX – Mercedes-Benz-User-Experience – ist ein recht komplexes, aber auch gut durchdachtes Infotainmentsystem. Nach einer entsprechenden Anlernzeit möchte man es nicht mehr missen. Selbst die Bedienung während der Fahrt über Touchfelder am Lenkrad ist mit etwas Übung kinderleicht. So etwas gibt es auch bei den größeren Modellgeschwistern wie dem GLS. Die Sprachsteuerung ist im GLA intelligent und stellt sich beim Freitext-Dialog ähnlich geschickt an, wie ein Google-Assistent oder Apples Siri.

Alles Wichtige im Blick: Mit dem Head-up-Display des GLA gibt es weniger Ablenkung. (Bild: heycar)

Unbedingt erwähnenswert ist das 990 Euro extra kostende Head-up-Display, das mit sehr guter Ablesbarkeit und hoher Informationsdichte punkten konnte. Das Parkpaket für 1.340 Euro mit Parkassistent und einer gestochen scharfen 360-Grad-Rundumsicht macht jeden Rangiervorgang zur leichten Übung. Besonders lobenswert ist, dass die Heckkamera bei Nichtgebrauch hinter einer Abdeckung vor Schmutz und Feuchtigkeit geschützt ist. Als Resultat erhält man stets einen klaren Blick.

Die Sitzheizungen sind Bestandteil des Progressive-Pakets und kosten einzeln 345 Euro. Möchte man auch eine Lenkradheizung, muss man dafür weitere 190 Euro zahlen. So wird die Liste der gewünschten Ausstattungsmerkmale schnell lang und teuer.

Preise, Ausstattung, Alternativen des Mercedes-Benz GLA 220d 4Matic

Wer den größten Diesel im kleinsten Schwaben-SUV fahren möchte, startet ab 42.982 Euro in Kombination mit Frontantrieb. Allradantrieb kostet rund 2.200 Euro Aufpreis.

Des Weiteren gibt es drei Ausstattungslinien:

Style – Für 666 Euro inklusive Multifunktions-Sportlenkrad, Dachreling in Aluminium, Sitzbezügen aus Stoff/Ledernachbildung und Doppelcupholder

Progressive – Für 1.589 Euro zusätzlich gibt es ab Werk unter anderem 18-Zoll-Räder

AMG-Line – Diese ist mit 3.558 Euro die teuerste Linie. Sie bringt zugleich eine Tieferlegung, Sitze mit Ledernachbildung/Alcantara, AMG-Style, 19-Zoll-AMG-Räder, Dekor in Carbon-Style und vieles mehr

Die Aufpreislisten sind lang und unser Testwagen kostete bereits 66.450 Euro. Wählt man den 220d als 4Matic mit dem teuersten AMG-Paket und rüstet ihn vollständig auf, so kommt man auf über 76.000 Euro. Das ist viel Geld für ein Kompakt-SUV, auch wenn es hiermit definitiv zu den Premiummodellen der Klasse gehört.

Die Standardversion des kleinsten Benziners der GLA-Reihe, der GLA 180 mit 136 PS, startet mit Frontantrieb bei 36.800 Euro.

Fazit – Komfortabel, kräftig, kostspielig

Der Mercedes unter den Kompakt-SUV: Der GLA überzeugt mit bester Verarbeitung. (Bild: heycar)

Der Mercedes-Benz GLA 220d 4Matic bereitete uns viel Fahrspaß mit viel Komfort und hohem Sicherheitsgefühl. Der Diesel harmoniert hervorragend mit dem ausgewogenen Kompakt-SUV, während die vielen Extras das Fahrerlebnis endgültig in die Premium-Riege katapultieren.

Doch das alles hat seinen nicht unerheblichen Preis. Unser Testwagen schlägt mit rund 66.500 Euro zu Buche, was für ein Kompakt-SUV wirklich bemerkenswert ist. Dabei darf man nicht vergessen, dass er nicht mal vollausgestattet war. Wer jedoch nicht so preissensibel ist und ein hervorragendes Fahrzeug mit hohem Sicherheitsanspruch, tadellosem Fahrverhalten und technisch ausgeklügeltem Infotainment sein Eigen nennen möchte, der liegt mit dem Stuttgarter ganz und gar richtig.

Preiswertere Alternativen finden sich in Deutschland mit dem BMW X1 und dem Audi Q3. Der Range Rover Evoque bietet klassischen Stil aus Großbritannien.

Allgemeines
Getestetes Modell Mercedes-Benz GLA 220 d Progressive 4MATIC 8G-DCT
Marktstart04/2020
Motor
Anzahl Zylinder, Anordnung4, Reihe
Hubraum1950
Max. Leistung in kW/PS140/190
Max. Drehmoment in Nm1600
KraftstoffartDiesel
Tankvolumen in l51
MotoraufladungTurbo
SchadstoffklasseEuro 6d-ISC-FCM (WLTP) 36AP-AR
Getriebe
Getriebeart Automat. Schaltgetriebe (Doppelkupplung)
Anzahl Gänge8
AntriebAllrad
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm4410
Breite (ohne Spiegel) in mm1834
Höhe in mm1611
EG-Leergewicht in kg1670
Zuladung maximal in kg520
Kofferraumvolumen min. in l425
Kofferraumvolumen max. in l1420
Fahrleistungen (laut Hersteller)
Höchstgeschwindigkeit in km/h219
Beschleunigung 0-100 km/h in s7,3
Preis
Kombiniert in l/100 km (WLTP)49.528
Preis Testwagen in €66.449,60

Wenn du auch auf der Suche nach einem Mercedes-Benz GLA bist und dich lieber nach einem Gebrauchten umsehen willst, solltest du das auf heycar tun. Jedes Fahrzeug von uns ist maximal 8 Jahre alt und überschreitet eine Laufleistung von 150.000 Kilometern nicht. Dazu gibt es immer eine Garantie und verkauft werden die Autos auch nur von geprüften Händlern. Klingt gut? Dann sieh' dich doch mal bei uns um:

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Titelbild: heycar

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