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Meistverkaufte Elektroautos in Deutschland
1. Dezember 2021
Elektromobilität

Meistverkaufte Elektroautos in Deutschland

Gute Stimmung beim ehemaligen Wirtschaftsminister Peter Altmaier: Anfang August 2021 durfte er einen Meilenstein verkünden. Eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen! Dieses Ziel hatte sich die Bundesregierung im Jahr 2012 bis 2020 gesetzt. Nun wurde es mit einem Jahr Verspätung erreicht, allerdings nur mit einem gewaltigen Sternchen: Knapp die Hälfte dieser Fahrzeuge sind Plug-in-Hybride, die meistens zwischen 40 und 60 Kilometer rein elektrisch zurücklegen können und ansonsten mit Benzin oder Diesel betrieben werden.

Sind Elektroautos nun also beim Menschen angekommen? Tatsache ist: Die Umweltprämie für Elektroautos rückt sie für viele Autokäufer immer mehr in bezahlbare Reichweite. Bis zu 9.000 Euro Nachlass auf den Nettolistenpreis schießen Staat und Hersteller zu. Schon 2020 zählte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) so 207 Prozent mehr neuzugelassene, reine Elektroautos als 2019. Bis Ende 2020 waren es gut 194.000 Stück.

2021 werden es noch mehr sein: Von Januar bis August surrten bereits 203.040 E-Autos auf unsere Straßen. Das Wachstum gegenüber dem Vorjahr hat sich allerdings verlangsamt: Aktuell wächst die Zahl neuer Elektroautos „nur“ noch mit knapp 80 Prozent.

Betrachtet man die Neuzulassungen, sind Elektroautos damit bereits eine relevante Größe. Ihr Marktanteil stieg gegenüber 2020 von 6,7 Prozent auf 11,15 Prozent. In absoluten Zahlen: 2020 fuhren von insgesamt 2,9 Millionen Neuwagen 194.163 rein elektrisch. Damit fahren im Umkehrschluss fast 90 Prozent aller neuzugelassenen Pkw nicht rein-elektrisch.

Das sind Deutschlands beliebteste Elektroautos

Zwar mit Abstand zur Top 3, aber dennoch eines der beliebtesten E-Autos in Deutschland: Hyundai Kona Elektro. (Bild: Hyundai)

Welche sind nun die derzeit beliebtesten Elektroautos in Deutschland? Die Liste der am häufigsten neuzugelassenen Elektroautos zeigt: Der Preis spielt für die meisten Kunden klar die wichtigste Rolle. Acht der 10 meistverkauften Modelle zählen zur Kleinwagen- oder Kompaktklasse. Dazwischen schummeln sich mit dem Tesla Model 3 und VW ID.4 eine Mittelklasse-Limousine und ein Kompakt-SUV. Auch in der Top 15 ist der Audi e-tron SUV, mit einem Basispreis von knapp 70.000 Euro, das einzige teurere Modell.

Die zweite Erkenntnis: Nachdem 2020 noch die Importeure wie Renault oder Tesla den Markt beherrschten, zählen 2021 bereits viele deutsche Modelle zu den beliebtesten Elektroautos. In der Top 15 stehen drei Modelle von Volkswagen, zwei Modelle der Daimler-Marke Smart, zwei Fahrzeuge des BMW-Konzerns sowie der Opel Corsa-e.

Elektro-Pionier Tesla ist nur mit dem Model 3 vertreten. Das Model Y fährt bisher nur in sehr kleinen Stückzahlen durch Europa. Solange das Werk in Grünheide bei Berlin nicht mit der Produktion begonnen hat, wird sich daran auch nichts ändern. Die teuren Model S und Model X schafften gemeinsam von Januar bis August 2021 nur 49 Neuzulassungen.

Das sind die meistverkauften Elektroautos in Deutschland

RangModellListenpreis abNeuzulassungen (01-08/2021)
1VW e-Up20.725€20.438
2VW ID.331.960€18.845
3Tesla Model 339.990€17.154
4Hyundai Kona Elektro35.650€12.431
5Renault Zoe29.990€12.220
6Smart EQ Fortwo21.940€10.160
7VW ID.437.415€8.192
8Fiat 500e26.790€7.151
9BMW i339.900€7.024
10Opel Corsa-e29.900€6.700
11Skoda Enyaq iV33.800€6.644
12Mini Cooper SE32.500€5.912
13Audi e-tron69.100€5.318
14Peugeot e-20831.950€4.861
15Smart EQ Forfour22.600€4.170

Wer kauft eigentlich neue Elektroautos?

Der meisterverkaufte Tesla und Einzige in den Top 15, ist das Model 3. Das Model Y ist noch nicht richtig angekommen. (Bild: Tesla)

Landen die neuen E-Autos nun eher in Privat-Garagen oder in den Flotten von Vermietern und Firmen-Fuhrparks? Grundsätzlich gilt in Deutschland: Neuwagen werden zu mehr als zwei Dritteln (2021: 67 Prozent) gewerblich gekauft, Gebrauchtwagen dagegen zu fast 95 Prozent von Privathaushalten.

Auf Grund diverser, steuerlicher Schlupflöcher landen Neuwagen überwiegend in der gewerblichen Nutzung und erst als Gebrauchte in privater Hand. Gleichzeitig werden rund dreimal so viele Gebrauchtwagen verkauft wie Neuwagen. Das ist auch 2021 so: In den ersten acht Monaten kommen auf 1,6 Millionen Neuzulassungen vier Millionen Besitzerwechsel.

Auf Grund des „Early-Adopter“-Phänomen, verschieben sich beim Elektroauto diese Verhältnisse. Private Autokäufer erwerben mehr als die Hälfte aller Elektroautos in Deutschland. Das dürfte einerseits auf das nach wie vor niedrige Gebrauchtwagen-Angebot bei Elektroautos zurückzuführen sein. Andererseits auf die hohen Umweltprämien, die Neuwagen aktuell attraktiver machen als einen Gebrauchtwagen ohne Förderung.

Allerdings: Im Flottenmarkt, dem klassischen Dienstwagen-Segment, wächst der Elektroauto-Anteil. Er beträgt im laufenden Jahr fast 20 Prozent, wie der Flottendienstleister Arval im Branchenmagazin Automobilwoche angibt.

Sind Elektroautos damit so richtig angekommen?

Die Antwort muss lauten: Ja, im Bewusstsein – und auf niedrigem Niveau auch auf der Straße. Zwar gibt es ein großes Interesse an der Technologie: 22 Prozent der deutschen Autofahrer glauben, dass ihr nächstes Auto elektrisch fahren wird. Wer ein Elektroauto testen möchte, hat viele Chancen dazu – fast ein Fünftel der Deutschen sind bereits eins gefahren.

Doch so schnell wie ersehnt wird es nicht gehen: Der Anteil der Elektroautos am Pkw-Gesamtbestand in Deutschland (gesamt 49 Millionen am 1. Januar 2021) liegt bei überschaubaren 0,6 Prozent. Bzw. bei 1,2 Prozent, wenn man die Plug-in-Hybride mitzählt.

Pkw-Bestand in Deutschland: 01. Januar 2021

Antriebsart AnteilAnzahl
Benzin65,2%31.453.340
Diesel31,2%15.060.124
Batterieelektrisch0,6%309.083
Hybride2,1%1.004.089
davon Plug-in-Hybrid0,6%279.861
Flüssiggas0,7%346.765
Erdgas0,2%83.067
Wasserstoff-808

Das ist zwar eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr, aber es zeigt deutlich: Eine Situation, in der Elektroautos in jeder Wohnstraße stehen, steht nicht unmittelbar bevor. Auch der für Privatkunden besonders wichtige Gebrauchtmarkt ist bisher klein: Auf 200.000 Neuzulassungen rein elektrischer Fahrzeuge kamen 2020 nur 20.000 Besitzumschreibungen. Das ist ein Bruchteil (0,29 Prozent) der fast 7 Millionen Gebrauchtwagen, die vor allem private Haushalte Jahr für Jahr in Deutschland kaufen.

Aber es wird sich ändern, denn die jetzt neuzugelassenen E-Autos sind schließlich die Gebrauchtwagen von morgen. Ein umfassendes Gebrauchtwagenangebot bleibt die Voraussetzung dafür, dass jeder Haushalt, der ein Auto kaufen möchte, ein Elektroauto in Betracht ziehen kann.

Lohnt sich das Elektroauto für die Hersteller?

Der i3, das erste Elektroauto von BMW, schafft auch 2021 den Eintritt in die Top 10 der meisterverkauften E-Autos. (Bild: BMW)

Für die Autoindustrie gibt es keine Alternative zum Elektroauto. Mit den Klimaschutzzielen und den Gesetzen zur Luftreinhaltung erlassen Staaten rund um die Welt immer strengere Regeln für den Verkauf von Autos Verbrennungsmotoren. Schon jetzt gelten in der EU CO2-Regularien, die nur mit Verbrennungsmotoren kaum noch erfüllbar sind. Wer die Grenzwerte überschreitet, muss hohe Strafzahlungen leisten.

Die Autobauer greifen übergangsweise zur Teil-Elektrifizierung: Sogenannte Mild-Hybride, Vollhybride und Plug-in-Hybride erreichten 2020 zusammengerechnet bereits einen Marktanteil von 25 Prozent in Deutschland. Dabei handelt es sich zum Großteil um sogenannte „mild Hybrids“. Bei diesen Modellen hilft der Elektromotor den Verbrauch zu senken. Plug-in-Hybride, die weitere Strecken elektrisch fahren können, haben daran einen Anteil von 6,9 Prozent. Ab 2035 sollen in Europa keine Verbrenner mehr verkauft werden – also auch keine Hybridmodelle mehr.

In den USA und China sieht es ähnlich aus: Auch diese Länder fördern Elektroautos und erschweren die Zulassung von Verbrennern. Daher planen alle Autohersteller damit, schon bald sehr viele Elektroautos zu verkaufen. Beispiel Volkswagen: Der Absatz reiner E-Autos soll bis 2030 in Europa auf mehr als 70 Prozent steigen sowie in China und den USA mehr als 50 Prozent betragen.

Aber lohnen sich Elektroautos für die Autoindustrie? Die lässt sich naturgemäß ungern in die Karten schauen. Renault, mit dem Zoe seit 2013 am Markt, gibt bekannt: Man verdient bei jedem Modell Geld. Wie viel sagen sie nicht.

Die Unternehmensberatung PwC veröffentlichte 2020 eine Studie, wonach die Materialkosten eines Elektroautos derzeit ca. 4.500 Euro höher liegen als beim Verbrenner. “Für Automobilhersteller schmälern hohe Materialkosten aktuell noch die Margen”, sagt Dr. Jörn Neuhausen von PwC Strategy+, und ergänzt: “Daher sind Investitionen in technologischen Fortschritt der größte Hebel für zukünftige Kostensenkungen”. So schätzt PwC, dass etwa Akkukosten pro Kilowattstunde von heute 90 Euro, bis 2030 auf 68 Euro sinken können.

Wann lohnen sich Elektroautos für alle?

Volkswagen setzt auf eine konzernweite Einheits-Plattform ab 2026, die zur Kostenoptimierung bei ihren diversen Marken zum Einsatz kommen soll. Und geht davon aus, dass die Gewinnmarge von Elektroautos schon zur Mitte des Jahrzehnts höher liegen kann als die von Verbrennern. Das ist natürlich nur eine Schätzung, aber ab dann könnten Elektroautos sich auch für alle Autokäufer lohnen: PwC rechnet damit, dass die Betriebskosten von Elektroautos bis 300 Kilometer Reichweite schon 2024 günstiger sein werden als beim Verbrenner. Bei kleinen Stadtwagen bis 150 km Reichweite, sei dies bereits heute gegeben.

Zeitgleich werden Autos mit Benzin- oder Dieselantrieb zunehmend unattraktiver, etwa durch steigende CO2- und somit auch Spritpreise, Fahrverbote in Innenstädten und ähnlichen Maßnahmen. Das Center of Automotive Management (CAM) rechnet aufgrund dieser Entwicklungen insgesamt damit, dass Elektroautos bis 2025 einen Marktanteil von 27 Prozent erreichen könnten. Das entspräche jährlichen Neuzulassungen von etwa 900.000 Fahrzeugen pro Jahr. Bis Ende 2025 hat die Bundesregierung zudem die Umweltprämie für Elektroautos verlängert. Für Autofahrer wird es also zunehmend schwerer, sich beim Fahrzeugwechsel gegen einen Stromer zu entscheiden.

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Titelbild: Volkswagen

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