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Marderschaden am Auto: Schutz und Abwehr
3. August 2020
Autoteile & Technik

Marderschaden am Auto: Schutz und Abwehr

Zündkabel, Schläuche für Kühl- und Scheibenwischwasser und Isoliermatten – vor Mardern scheint wirklich nichts sicher zu sein. Hat das harmlos aussehende Pelztier mit den braunen Knopfaugen erst einmal zugebissen, ist dein Wagen danach möglicherweise nicht mehr verkehrssicher. Marder können im Auto enormen Schaden anrichten.

Was die Rückkehr der Marder für das Auto bedeutet

In den 1970er Jahren kam es in der Schweiz zu Fällen von unerklärlichem Vandalismus. Nächtelang lag die Polizei damals auf der Lauer, um den Täter zu überführen. Das Ergebnis: Ein Steinmarder hatte zugebissen.

Ungefähr zu dieser Zeit machte sich das Tier, das seit Ende der 1950er Jahre durch die Jagd auf sein Fell als so gut wie ausgestorben galt, auch auf den Weg nach Norden. Ende der 1970er Jahre wütete es erstmals in München, 1995 hatte der Übeltäter Kiel erreicht und damit ganz Deutschland erobert. Heute kommt es nach Angaben des ADAC pro Jahr zu 233.000 Attacken im Land. Mindestens ein Auto von 200 hatte schon einmal einen Marderschaden. Die Dunkelziffer liegt wohl weit darüber.

Gravierend sind vor allem die Folgeschäden der Marderattacken. Sie werden manchmal lange Zeit nicht erkannt. Angebissene Zündkabel können zu einem unrunden Motorlauf führen und den Katalysator schädigen. Sind Gummimanschetten von Stichen durchlöchert, dringen Schmutz und Wasser ins Fahrzeuggehäuse und schädigen eventuell Antriebs- und Lenkungsteile. Ein Marder kann dem Autobesitzer teuer zu stehen kommen, denn viele Versicherer zahlen nur den unmittelbaren Marderschaden.

Warum Marder das Auto mögen

Längst haben die Marder unsere Städte als beliebten Tummelplatz erobert. Auch wenn sie zu den Wildtieren gehören, sehnen sie sich manchmal nach einem Quartier. Nicht nur Dachböden, sondern auch die warmen Motorräume von Autos bieten den Einzelgängern einen kuscheligen Unterschlupf. Zwischen Kabeln und Keilriemen machen es sich die Nager gerne gemütlich.

Für die Jungtiere ist die abenteuerliche Welt aus Schläuchen und Leitungen ein idealer Spielplatz. Sie wollen gar nicht randalieren, sondern sind nur neugierig. Ihre Zähne benutzen sie wie andere Tiere ihre Pfoten. Sie ertasten damit ihre Umgebung und untersuchen unbekannte Gegenstände.

Anders ist der Fall gelagert, wenn ein ausgewachsener Marder im Auto einen Konkurrenten wittert. Besonders in der Paarungszeit zwischen Juni und August sind die hormongesteuerten Männchen extrem aggressiv. Wenn sie ihr Revier verteidigen möchten, schlüpfen sie unter die Haube und perforieren voller Rage alles, was ihnen zwischen die Zähne kommt. Danach markiert der Marder im Auto das zurückeroberte Terrain mit seinem Duft. Wenn du deinen Wagen häufig an unterschiedlichen Standorten im Freien parkst, kann es sein, dass mehrere Tiere ihn als Zuhause nutzen. Es kann daher öfter zu einem Marderschaden kommen.

An welchen Spuren erkenne ich einen Marderschaden?

Anders als bei Katzen, haben die Vorderpfotenabdrücke von Madern fünf Zehen statt vier. (Bild: iStock)

Von Pfotenabdrücken bis zu angeknabberten Kabeln und Fäkalgeruch – wenn ein Marder den Motorraum bewohnt hat, hinterlässt er deutliche Spuren.

Pfotenabdrücke auf der Motorhaube

Entgegen der weit verbreiteten Meinung klettern Katzen nur selten über Karosserien. Außerdem sind ihre Abdrücke leicht von denen des Marders zu unterscheiden, denn die Haustiger haben an den Vorderpfoten vier Zehen, der Marder fünf.

Bissspuren auf Kabeln

Marder mögen nicht alle Materialen gleichermaßen. Am häufigsten knabbern sie dünne Kabel an. Sind die Schläuche mit Metall verstärkt, halten sie den Attacken besser stand. Den Marderbiss erkennst du an den kleinen dreieckigen Spuren.

Zerfetzte Isoliermatten

Es empfiehlt sich, regelmäßig zu überprüfen, was sich im Motorraum abspielt. Denn sonst kannst du bei der Inspektion unangenehme Überraschungen erleben. Spätestens der Mechaniker wird dich auf zerfetzte Isoliermatten und Co. aufmerksam machen.

Tierhaare

Wenn Marder im Motorraum Schutz suchen, entdeckst du meist auch Haare, die sie verloren haben. Sie sind deutlich länger und kräftiger als das Fell der Hauskatze.

Kot- und Urinspuren

Riecht es unter der Motorhaube streng nach Fäkalien und Urin? Dies ist ebenfalls ein Indiz dafür, dass sich ein Marder dort niedergelassen hat. Der Kot sieht so ähnlich wie der von Katzen aus.

Das Auto verliert Flüssigkeit

Wenn du bemerkst, dass dein Auto Flüssigkeit verliert, ist es höchste Zeit, aktiv zu werden. Möglicherweise hat ein Mader die Schläuche für das Kühl- und Scheibenwischwasser zerbissen.

Der Motor springt schlecht an

Dies könnte ein Hinweis für eine Beißattacke sein. Möglicherweise hat ein Marder das Zündkabel beschädigt.

Laub, Äste und Zeitungsreste

Wenn ein Marder solches Nistmaterial im Motorraum hortet, hat er sich dort häuslich niedergelassen. Es kann während der Fahrt durch die Motorhitze Feuer fangen.

Wie kann ich den Marder vertreiben?

Marder benehmen sich ungeniert und hinterlassen einen penetranten Gestank. Daher ist eine gründliche Motor- und Unterbodenwäsche ratsam, bevor du gegen den Eindringling vorgehst. Damit kannst du den Mardergeruch wirksam beseitigen und auch die nervige Verwandtschaft deines Mitbewohners fernhalten.

Doch wie geht es weiter? Gar nicht so einfach, denn der Radius des Marders ist groß. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sein Revier zehn bis 700 Hektar umfassen kann. Es gibt eine ganze Reihe an mehr oder weniger wirksamen Methoden, den Marder zu vertreiben. Ein Meisterbrief ist dafür nicht nötig, sie sind ganz leicht zu installieren.

Abgebrochene Antennen sind ein weiteres Indiz eines Marderbesuchs. (Bild: iStock)

Marderfalle

Im Internet findest du verschiedene Modelle, mit denen du das Tier lebend fangen kannst. Doch sie einzusetzen, ist keine gute Idee. Der Steinmarder, der sich seit einigen Jahrzehnten in unseren Städten breit gemacht hat, unterliegt zwar im Unterschied zu anderen Vertretern der Marderfamilie nicht dem Artenschutz. Doch um ihn zu fangen oder gar zu töten, benötigst du einen Jagdschein. Wenn du den Tieren illegal an den Kragen gehst, musst du mit einem hohen Bußgeld rechnen. Die Wirksamkeit der Marderfalle ist ohnehin fraglich. Denn, wenn du einen Marder an einem anderen Ort aussetzt, findet er häufig zu seiner alten Wirkungsstätte zurück.

Ultraschall

Die hochfrequenten Töne im Ultraschallbereich sind für die sensiblen Ohren des Nagers unerträglich und vertreiben das Tier, während wir Menschen sie meist gar nicht hören können. Das Gerät ist ein echter Marderschreck im Auto. Es wird entweder mit eigenen Batterien betrieben oder an die Autobatterie angeschlossen. Die akustische Maßnahme hat den Vorteil, dass sie die Tiere weder verletzt noch ihnen Schmerzen zufügt. Das Problem: Marder sind ziemlich schlau und lernen schnell. Möglicherweise lassen sie sich nach einiger Zeit nicht mehr austricksen. Für eine dauerhafte Marderabwehr im Auto sind aus diesem Grund wechselnde Frequenzen wichtig.

Elektroschock

Mit elektrischem Strom kannst du den Marder ebenfalls gehörig nerven, ohne ihn zu verletzten. Dafür werden an verschiedenen Stellen im Motorraum Elektroden angebracht. Sie funktionieren wie der elektrische Zaun auf einer Viehweide. Der Marder berührt die beiden Platten aus Metall, bekommt einen Stromschlag und rennt vor Schreck davon. Der Einbau eines solchen Bausatz ist einfach. Auch für die Kontaktplatten benötigst du keine Schrauben. Ob du den Marder damit dauerhaft in die Flucht schlägst, ist jedoch ungewiss.

Hausmittel

Neben diesen technischen Lösungen, versprechen auch einige Hausmittel, Abhilfe zu schaffen. Wenn es um das Thema „Marderabwehr im Auto“ geht, setzen viele erst einmal auf simple Lösungen. Sie hoffen zum Beispiel, dass sich der Marder mit Hunde- und Katzenhaaren verscheuchen lässt. Ob das wirklich funktioniert ist nicht bewiesen.

Getragene Kleidung

Obwohl die Tiere unsere Dächer und Autos okkupieren, können sie uns Zweibeiner in Wirklichkeit gar nicht leiden. Wenn die Spitznase menschliche Gerüche erschnuppert, sucht sie angeblich das Weite. Es heißt, dass Fahrzeuge, an denen viel herumgeschraubt wird, seltener befallen werden. Ob es nutzt, wenn du ein Kleidungsstück von dir unter die Motorhaube legst? Bestätigt ist es nicht.

Sprays und Pasten

Im Handel kannst du verschiedene Sprays und Pasten erwerben. Ihre Duftnote soll den Marder vertreiben, da er die Geruchs- und Bitterstoffe, die diese Mittel ausdünsten, als unangenehm empfindet. Doch ob diese Marderabwehr im Auto dauerhaft wirkt, ist nicht erwiesen. Es könnte sein, dass sich die Tiere an den Gestank gewöhnen.

Drahtzaun

Empfohlen wird unter anderem, einen Maschendraht-Gitter unter den Wagen zu legen. Das Material können Marder mit ihren empfindlichen Pfoten nicht ausstehen. Ein Problem ist hier, dass der schlaue Eindringling vielleicht einen anderen Weg findet, um sich Zugang in sein Versteck zu verschaffen.

Welche Arten von Marderschutz für das Auto gibt es?

Ein Mittel zur Marderabwehr sind Elektroschocks. (Bild: iStock)

Es liegt auf der Hand: Am wenigsten Schaden richtet das beißfreudige Tier an, wenn es ihm gar nicht erst gelingt, in den Motorraum vorzudringen. Unüberwindbare Schranken bilden besondere Schutzschläuche, Borstenvorhänge und Lochbleche.

Wellrohrschutzschlauch

Diese elastische Hülle aus Hartplastik schützt Kabel und Schläuche. Sie lässt sich seitlich öffnen und über die Kabel ziehen. Wellrohrschutzschläuche bewahren das Fahrzeuginnere effektiv vor Marderzähnen. Kleiner Tipp: Der Einbau ist nicht so einfach und sollte dem Experten überlassen werden.

Motorraumabschottung

Mit diesem Schutz kann sich der Marder im Auto erst gar nicht breit machen. Einige Fahrzeughersteller bieten gegen Aufpreis eine sogenannte Marderabschottung an. Sie besteht aus Borstenvorhängen sowie Lochblechen und sichert den Motorraum nach unten ab. Selbst dem noch so winzigen Marder gelingt es nicht, diese Barriere zu überwinden. Übrigens lässt sich auch bei älteren Modellen eine solche Schutzvorrichtungen nachträglich einbauen.

Haften Versicherungen bei einem Marderschaden?

In der Regel zahlt bereits die Teilkasko-Versicherung bei einem Marderschaden. Bleiben jedoch die nur stecknadelkopfgroßen Einstiche unbemerkt, kommt es schnell zu Folgeschäden, die in einen fünfstelligen Bereich ausufern können. Sie sind meist nicht oder nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag von der KFZ-Versicherung abgedeckt.

Es gibt allerdings Zusatzversicherungen, die auch die Kosten für die Folgeschäden komplett übernehmen. Dabei ist es sinnvoll, sich generell gegen Tierbisse zu versichern. Neben Mardern können sich nämlich Waschbären und Ratten ebenfalls in den Motorraum verirren.

Fazit: Marderschäden rechtzeitig erkennen

Damit es gar nicht erst zum gefürchteten Marderschaden kommt, solltest du deshalb deinen Wagen regelmäßig, anhand der oben genannten Kriterien, auf Lebenszeichnen der Tierchen untersuchen. Wohnst du zudem in einer Gegend, in der es häufig zu Marderschäden kommt oder in der sich der Marder besonders wohl fühlen würde, zB an Ortsrändern, dann lohnt sich die Investition in einen effektiven Marderschutz höchstwahrscheinlich.

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