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Kia Ceed GT im Test: die erste Fahrt
October 14, 2019
Test

Kia Ceed GT im Test: die erste Fahrt

Als ich Darmstadt gegen Zwölf erreiche, kehre ich erst einmal im Braustüb’l ein und bestelle mir eine Schweinshaxe. Vor einer sechsstündigen Autofahrt kann ich eine deftige Mahlzeit gut gebrauchen. Ein wenig muss der Kia also noch warten, auch wenn ich schon ganz ungeduldig bin, mich endlich hinters Steuer zu setzen.

So vergeht noch eine Stunde, bis ich meinen Trolley gut gesättigt zu dem Fuhrparkdienstleister von Kia ziehe, wo er auf dem Parkplatz steht: ein knallroter Ceed GT. Ich hatte Weiß erwartet, aber das Ferrari-Kleid steht ihm mindestens genauso gut. „Trackrot“ nennt Kia die Farbe. Sieben weitere sind gegen Aufpreis erhältlich. Mit seinem Standardlack wirkt der Wagen besonders stimmig, denn bei der GT-Version sind verschiedene Elemente wie etwa die Bremssättel oder die Zierleisten an Frontschürze und Seitenschwellern ohnehin rot. Wer es kontrastreicher mag, wählt also lieber eine der Sonderlackierungen.

Außer an den roten Zierelementen erkennt man das Spitzenmodell der Ceed-Familie an den größeren 18-Zoll-Leichtmetallfelgen und an der Heckstoßstange mit Diffusor. Darüber hinaus machen ein GT-Logo am Kühlergrill und eines am Heck deutlich, mit wem man es zu tun hat. Und natürlich liegt der Wagen auch etwas tiefer als seine nicht so sportlichen Brüder.

Mit seinem dominierenden Rot, das von einigen schwarzen Elementen und ein wenig glänzendem Metall kontrastiert wird, legt unser Testwagen einen sportlich-coolen Auftritt hin. Und auch der Innenraum überzeugt mich optisch auf Anhieb: Mich begrüßen mit Leder und Veloursleder bezogene Recaro-Sportsitze, die wie das Leder an Lenkrad, Schalthebelmanschette und Türverkleidung mit roten Ziernähten versehen sind. Auch der Rest der Fahrgastzelle wirkt hochwertig. Auf dem unten abgeflachten Lenkrad und auf den Rückenlehnen der Vordersitze findet sich erneut das rote GT-Logo, ansonsten herrschen Schwarz, Anthrazit und Chrom-Look vor.

Nachdem der obligatorische Papierkram erledigt ist, kann es losgehen. Spiegel und Sitz sind schnell eingestellt und auch die Bedienung des Navi stellt keinerlei Hürde dar. Anstatt eines Schlüssellochs finde ich nur einen Start-Stopp-Knopf vor. Ich drücke drauf und siehe da: Das Auto springt an. Smart-Key nennt Kia dieses System, bei dem man den Schlüssel im Grunde gar nicht mehr aus der Tasche nehmen muss, auch nicht, um auf- und zuzuschließen.

Ich schalte den Automatikhebel des 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebes auf „D“ und rolle sanft vom Hof. Es dauert keine drei Ampeln, bis mich das Gaspedal das erste Mal reizt. Innerlich bereite ich mich auf einen raketenstartähnlichen Vortrieb vor, doch ich werde enttäuscht. Der Kia quittiert den Tritt in die Flanke zwar mit einem spürbaren Antritt, aber Rennwagen-Feeling kann man das nicht nennen. Gibt’s doch nicht, der 1,6 Liter Turbobenziner leistet immerhin stolze 204 PS bei einem maximalen Drehmoment von 265 Newtonmetern.

Da fällt mein Blick auf einen Knopf mit der Aufschrift „Sport“. Aha! Als ich nun aufs Gas trete, ist der Ruck nach vorne tatsächlich raketenstartähnlich – zumindest fast. 7,4 Sekunden dauert der Sprint von Null auf Hundert laut Kia. Da kann man in dieser Klasse nicht meckern. Begleitet wird das erste Muskelspiel des Kia von einem knurrenden Motorsound aus der Duplex-Doppelauspuffanlage, der vorher ebenfalls gefehlt hat.

Zahlen und Fakten zum Kia Ceed GT

Allgemeines
MarktpremiereJanuar 2019
Modellgeneration3
Motor
Anzahl Zylinder, Anordnung4, Reihe
Hubraum1.591 ccm
Max. Leistung (kW/PS bei U/min)150/204 bei 6.000
Max. Drehmoment (Nm bei U/min)265 bei 1.500-4.500
KraftstoffartSuper
Tankvolumen in Liter50
MotoraufladungTwin-Scroll-Turbo
EinspritzungDirekteinspritzung
Abgasreinigunggeregelter 3-Wege-Kat & Ottopartikelfilter
SchadstoffklasseEuro 6d-Temp
Getriebeart
GetriebeAutomatik mit 7-Stufen
KupplungDoppelkupplungsgetriebe
AntriebFront
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm4.325
Breite (ohne Spiegel) in mm1.800
Höhe in mm1.442
EG-Leergewicht in kg1.413-1.513
Zuladung maximal in kg457
Laderaumvolumen min. in l395
Laderaumvolumen max. in l1.291
Fahrleistungen (laut Kia)
Höchstgeschwindigkeit in km/h225
Beschleunigung 0-100 km/h in s7,4
Verbrauch (laut Kia)
Innerorts in l/100 km7,1
Außerorts in l/100 km5,7
Kombiniert in l/100 km6,2
CO2-Emission in g/km142
EffizienzklasseC
Preise
Grundpreis Ceed GT30.590 €
Komfort-Paket690 €
Naviagtions-Paket1.290 €

Als ich nach fünf Minuten auf der Autobahn bin, habe ich bereits das Gefühl, das Auto zu kennen: Das Automatikgetriebe schaltet sehr flüssig, die Lenkung ist direkt, aber nicht nervös und die Bremsen packen kräftig zu. Lediglich die perfekte Sitzposition habe ich doch noch nicht gefunden. Trotz - oder gerade wegen der vielen elektrischen Einstellungsmöglichkeiten der Sitze wird es noch eine ganze Weile dauern, bis ich denke: „Das ist es!“ Insgesamt sind die Sitze bequem und geben einen guten Seitenhalt. Einzig im Schulterbereich empfinde ich sie als etwas zu eng. Dafür fahren sie beim Aussteigen automatisch zurück. Ein nettes Gimmick, das für etwas Extra-Komfort sorgt.

Was die Performance angeht, fühlt sich der Ceed GT auf der Autobahn pudelwohl. Zwischensprints bewältigt er auch ohne Sportmodus mühelos. Und wenn man es drauf anlegt, hat man auf der linken Spur nur wenige Fressfeinde. Dass man im Kia selbst mit höherer Geschwindigkeit entspannt reisen kann, liegt nicht zuletzt an seinen Bremsen, die mit einem Durchmesser von 320 Millimetern vorne größer ausfallen als bei den anderen Modellvarianten. Als ein SUV unvermittelt und ohne Blinker auf meine Spur wechselt, beweisen sie ihre Kraft und entschärfen die Situation souverän.

Technisch up to date

So kann ich entspannt durch Deutschlands Mitte gen Berlin fahren. Für Unterhaltung sorgt Musik aus meinem Smartphone, das ich über Bluetooth mit der JBL-Premium-Soundanlage verbunden habe, die es beim Navigations-Paket für 1.290 Euro mit dazu gibt. Alternativ hätte ich auch ein Aux-Kabel, einen USB-Stick oder Android Auto zum Abspielen von Musik nutzen können (Apple CarPlay gibt es selbstverständlich auch). Eine Handy-Ablage zum induktiven Laden ist ebenfalls vorhanden. Der Klang der Anlage ist satt, ein Subwoofer sorgt für spürbare Bässe.

Die lange Fahrt gibt mir Gelegenheit, einige der zahlreichen Sicherheits- und Assistenzsysteme auszuprobieren. Der Ceed GT wartet hier mit allerhand Technik auf, zum Beispiel mit einem aktiven Spurhalteassistenten mit korrigierendem Lenkeingriff, mit einem Spurwechselassistenten mit Totwinkelwarner, mit Verkehrszeichenerkennung für Geschwindigkeitsbegrenzung oder mit einem Tempomaten mit Stop&Go-Funktion.

Dafür dass der Fahrer während der Fahrt nicht abgelenkt wird, sorgt das Multifunktionslenkrad, über das sich unter anderem die Anlage bedienen oder der Sprachassistent aktivieren lässt. Mit Letzterem freunde ich mich allerdings so spontan nicht an: Er reagiert nur auf bestimmte Befehle und zeigt sich bei vielen Wörtern schwer von Begriff. Außerdem kommuniziert er zu langsam, sodass ich immer wieder etwas einspreche, bevor er auf Zuhören geschaltet hat. Bald genervt steuere ich Navi und Co. fortan über das 10 Zoll große Touch-Display über der Mittelkonsole.

Nach etwas unter sechs Stunden erreiche ich Berlin. Insgesamt bin ich jetzt seit zwölf Stunden unterwegs. Reicht für heute! Ich parke ohne den Assistenten, aber mit Hilfe der Rückfahrkamera ein und werfe nur noch einen kurzen Blick auf den Verbrauch: gute neun Liter bei zügiger Fahrweise und durchgängig laufender Klimaautomatik. Dann gehe ich etwas essen. Als ich die Karte aufschlage, kommt mir mein Mittagessen in den Sinn. Ich glaube, ich nehme besser Salat.

Der Kia Ceed GT gebraucht bei heycar

Moritz Pohl
Moritz Pohl

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