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Kfz-Versicherung wechseln: So funktioniert es
10. Dezember 2021
Finanzierung & Versicherung

Kfz-Versicherung wechseln: So funktioniert es

Rund die Hälfte der Deutschen nimmt sich Statistiken zufolge Jahr für Jahr vor, die Kfz-Versicherung zu wechseln. Hauptgrund ist der Preis, aber auch Service und Zufriedenheit spielen eine gewichtige Rolle. Dabei ist wichtig zu wissen: Ein Wechsel der Kfz-Versicherung ist prinzipiell immer zum Jahreswechsel möglich und nicht kompliziert. Wir erklären dir, wie ein solcher Versicherungswechsel abläuft, welche Bedingungen erfüllt sein müssen und worauf Kfz-Halter dabei achten sollten.

Fristen für das Wechseln der Kfz-Versicherung beachten

Früher gab es für das Wechseln der Kfz-Versicherung ein fixes Datum: den 31. Dezember in Kombination mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen. Das Kündigungsschreiben musste also bis spätestens 30. November beim Versicherungsunternehmen eingegangen sein – und zwar schriftlich. Das funktionierte per Fax mit Sendebericht oder per Einschreiben mit Rückschein.

Mittlerweile gibt es auch Versicherungsverträge, bei denen der Stichtag für einen Versicherungswechsel nicht der 31. Dezember ist. Stattdessen gilt ein beliebiges Datum mitten im Jahr, an dem das Auto angemeldet wurde. Aus diesem Grund müssen Versicherungsnehmer unbedingt in ihrem Vertrag nachsehen, an welchem Tag die Hauptfälligkeit ihrer Versicherung ist und welche Fristen für die Kündigung gelten. Die Kündigungsfrist ist in so einem Fall meist dennoch vier Wochen bis zum Stichtag.

Weitere Möglichkeiten für den Wechsel der Kfz-Versicherung

Wer sich ein neues Auto gekauft hat, kann ebenfalls die Versicherung wechseln. Hintergrund: Bei einem Fahrzeugwechsel gilt eine Sonderregelung zum Wechseln der Kfz-Versicherung. Das gilt auch für einen Halterwechsel. In beiden Fällen können sich Autofahrer nach einer neuen Kfz-Versicherung umsehen.

Ein Sonderfall gilt auch dann, wenn die Kfz-Versicherung den Beitrag erhöht. In diesem Fall haben Versicherungsnehmer das Recht zu einer außerordentlichen Kündigung. Nach Erhalt der Beitragserhöhung bleiben vier Wochen Zeit, mit Bezug auf die gestiegenen Kosten zu kündigen. Das Sonderkündigungsrecht gilt allerdings nur für Beitragserhöhungen seitens der Versicherung.

Hängt die Beitragserhöhung mit einer gestiegenen Fahrleistung, einem Umzug in eine teurere Regionalklasse oder der Eintragung eines weiteren Fahrers zusammen, besteht kein Recht auf außerordentliche Kündigung. Auch nach einem Unfall oder einem anderen Schadenfall besteht die Möglichkeit, die Kfz-Versicherung zu wechseln.

Checkliste: Autoversicherung wechseln – wann geht das?

  • bei einer Beitragserhöhung

  • beim Wechsel des Fahrzeugs

  • beim Wechsel des Fahrzeughalters

  • in einem Schadenfall

  • bei anderer Verwendung des Fahrzeugs

Welche Autoversicherungen gibt es?

Auto-Versicherung ist nicht gleich Auto-Versicherung. Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland für alle Autofahrer verpflichtend. Sie schützt das Unfallopfer davor, auf dem finanziellen Schaden des nicht verschuldeten Unfalls sitzen zu bleiben, wenn der Halter dafür nicht aufkommen kann. Ohne einen Nachweis, dass eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen wurde, bekommt in Deutschland kein Fahrzeug eine Zulassung.

Die Kaskoversicherungen dienen hingegen dem Schutz vor dem eigenen finanziellen Schaden. Die Teilkaskoversicherung deckt dabei Schäden ab, die nicht selbst verschuldet sind wie zum Beispiel einen Sturm- oder Hagelschaden, Diebstahl oder Feuer. Die Vollkasko deckt auch diese Kosten ab, also für selbst verschuldete Kratzer, Dellen und andere Blechschäden.

Beide Kaskoversicherungen gibt es als Varianten mit oder ohne Selbstbeteiligung. Üblich sind 150 Euro Selbstbeteiligung bei der Teilkasko- und 300 Euro bei der Vollkaskoversicherung. Ohne Selbstbeteiligung erhöht sich der jährliche Versicherungsbeitrag. Die Selbstbeteiligung ist, wie der Name schon sagt, der Anteil am Schaden, den Versicherungsnehmer selbst tragen.

Wechsel der Kfz-Versicherung: vorher Leistungen vergleichen

Vor dem Wechsel der Kfz-Versicherung sollten Alternativen herausgesucht und durchgerechnet werden. (Bild: iStock)

Es gibt in Deutschland mehr als 100 Versicherungsanbieter. Das macht die Suche nach einem passenden Tarif schwierig. Hier können Vergleichsrechner im Internet helfen. Doch Vorsicht. Diese beinhalten nicht alle Versicherungen. Es lohnt sich deshalb, zusätzlich bei großen Versicherungen nachzufragen und sich dort ein Angebot einzuholen.

Eine weitere Hilfe bei der Suche nach dem passenden Angebot können Testsiegel sein, beispielsweise von der Stiftung Warentest. Diese testet und vergleicht regelmäßig Kfz-Versicherungen und vergibt Noten für deren Leistungen. Das erleichtert den Vergleich von mehreren Angeboten.

Wer eine Auswahl getroffen hat, sollte sich das Kleingedruckte im Vertrag nochmal genau vornehmen. Allein der Vergleich der Versicherungssummen sagt noch nichts darüber aus, welche Versicherung den am besten passenden Tarif bietet.

Checkliste: Was vor dem Wechsel der Kfz-Versicherung zu beachten ist

Deckungssumme

Die Deckungssumme betrifft die Kfz-Haftpflichtversicherung und definiert die maximale Summe, die eine Versicherung im Schadenfall bezahlen würde. Der Betrag der neuen Autoversicherung sollte ausreichend hoch sein. Der Gesetzgeber schreibt mindestens 7,5 Millionen Euro bei Personenschäden und 1,22 Millionen Euro bei Sachschäden vor.

Experten wie die Verbraucherzentrale empfehlen jedoch eine Summe von 50 bis 100 Millionen Euro. Was auf den ersten Blick nach sehr viel Geld klingt, kann bei einem Personenschaden mit bleibenden gesundheitlichen Folgen schnell aufgebraucht sein. Für alle Schäden oberhalb der maximalen Deckungssumme müssen die Versicherungsnehmer selbst aufkommen.

Teilkasko-Umfang

Hier unterscheiden sich die Leistungen von Autoversicherung zu Autoversicherung. Üblicherweise deckt die Teilkaskoversicherung Unfälle mit Tieren ab. Das kann sich jedoch ausschließlich auf Haarwild wie Rehe und Wildschweine beziehen, oder aber auf Hund oder Nutztiere. Bei Marderschäden können der unmittelbare Schaden oder zusätzliche Folgeschäden wie etwa ein Motordefekt nach einem durchgebissenen Kabel abgedeckt sein.

Diebstahl

Hier sollten vor allem Neuwagenbesitzer genau hinsehen. Wie lange wird der Neuwert erstattet? Das kann drei, sechs oder aber 24 Monate lang der Fall sein.

Grobe Fahrlässigkeit

Grobe Fahrlässigkeit kann dazu führen, dass die Versicherung nicht für den Schaden aufkommt. Aus diesem Grund ist es wichtig, den sogenannten Verzicht auf den Einwand bei grober Fahrlässigkeit in den Vertrag mit aufzunehmen. Als grobe Fahrlässigkeit gilt zum Beispiel ein Unfall beim Fahren ohne Führerschein oder der Nutzung als Taxi ohne Anmeldung.

Allerdings hat auch diese Klausel Grenzen. Wer betrunken oder nach dem Konsum von Drogen einen Unfall verursacht, kann dennoch in Regress genommen werden. Gar keinen Versicherungsschutz haben übrigens Fahrer, die absichtlich einen Schaden verursachen, etwa um die Versicherung zu betrügen.

Mallorca-Police

Die sogenannte Mallorca-Police versichert auch Mietwagen während eines Urlaubs im Ausland und ist nicht in jedem Vertrag enthalten.

Sonderfall: Autoversicherung wechseln bei Saisonkennzeichen

Saisonkennzeichen werden typischerweise für Motorräder, Anhänger, Cabrios oder Wohnwagen genutzt. Sie decken einen bestimmten Versicherungszeitraum ab, zum Bespiel von April bis Oktober. Er gilt jedes Jahr erneut, ohne dass das Fahrzeug dafür an- oder abgemeldet werden muss. Wer einen Wechsel der Kfz-Versicherung für ein Saisonkennzeichen plant, muss die Versicherung einen Monat vor dem Start der Saison kündigen. In unserem Beispiel also bis Ende Februar.

Richtiges Vorgehen beim Kfz-Versicherung wechseln

Ganz wichtig für den Wechsel der Autoversicherung: Der alte Vertrag sollte erst gekündigt werden, wenn der neue Vertrag schon unterschrieben ist. Versicherungsunternehmen können in der Teil- und Vollkasko neue Kunden auch ablehnen.

Die Kündigung des alten Vertrages muss schriftlich erfolgen und zwar am besten per Einschreiben mit Rückschein. In dem Schreiben müssen alle relevanten Daten des Vertrages enthalten sein:

  • Persönliche Daten

  • Kennzeichen

  • Nummer des Versicherungsscheins

  • Sowie die Unterschrift des Versicherungsnehmers

  • Zusatz-Tipp: Kaufst du einen Gebrauchtwagen, der noch angemeldet ist, kannst du eventuell die bestehende Versicherung übernehmen.

Fazit: So klappt es mit dem Wechsel der Kfz-Versicherung

Eine Kfz-Versicherung gilt in der Regel ein Jahr und verlängert sich im Anschluss um ein weiteres Jahr, wenn der Vertrag nicht gekündigt wird. Wer seine Autoversicherung wechseln möchte, kann das in der Regel nur fristgerecht zum Ende des Versicherungsjahres tun. Doch es gibt auch Ausnahmen, wie den Fahrzeug- oder Halterwechsel sowie ein Schadenfall oder die Beitragserhöhung von Seiten der Versicherung. Wer keine Zeit für das Kündigungsschreiben hat oder einfach keine Lust, der kann den Versicherungswechsel häufig auch in die Hände der neuen Versicherung legen.

Kfz-Versicherung wechseln und finden

Du willst deine Autoversicherung wechseln und suchst noch nach der besten Alternative? Kein Problem, schau' doch mal bei der Allianz nach. Die Allianz ist ein offizieller Partner von heycar und bietet Teilkasko- oder Vollkaskoversicherungen an. Da ist sicher auch eine passende für dich dabei. Auf der Website der Allianz kannst du dir deine Kfz-Versicherung berechnen lassen. Weitere Informationen zu Autoversicherungen findest du auch bei uns.

Titelbild: iStock

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** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2 -Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem 'Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2 -Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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