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Jaguar F-Type Cabrio im Test
2. Juni 2022
Autotests

Jaguar F-Type Cabrio im Test

Pros & Cons

Edles Design und Verarbeitung
Hervorragende Ausstattung und Technik
Sportliches Fahrgefühl
Hoher Preis
Fahrerdisplay spiegelt

Der Jaguar F-Type Cabrio ist die Raubkatze unter den Cabriolets. Das zweite Facelift des 2013 eingeführten Sportwagens zeigt sich noch wilder als seine Vorgänger. Denn diese Modellpflege fiel in der Tat umfangreich aus. Unser Testwagen war ein schneeweißes Cabriolet mit „First Edition“-Ausstattung und dem P300-Benzinmotor. Ein Fahrbericht:

Jaguar F-Type Cabrio: Karosserie und Design

Nach dem umfassenden Facelift wirkt der F-Type ernster und eleganter denn je. Die Frontpartie bekam schmalere Scheinwerfer mit auffallenden Tagfahrlichtstreifen im sogenannten J-Blade-Design. Sie sorgen für eine schärfere Optik und dadurch auch für mehr Dynamik. Die recht freundlich dreinblickenden Leuchten des Vorfacelifts gehören damit der Vergangenheit an.

Insgesamt scheint der neue F-Type viel dichter auf dem Asphalt zu liegen. In der Seitenperspektive wird die Hommage an den E-Type der 60er und 70er besonders deutlich. Denn große 20-Zoll-Räder und die typischen Roadster-Proportionen wecken Erinnerungen und garantieren einen stilvollen Auftritt.

Im Kontrast zur schnittigen Karosserie wirkt das Fuji-Weiß recht fromm, verleiht dem Sportwagen jedoch einen edlen Touch. Alternativ stehen farbenfrohe und auf Wunsch auch matte SVO-Lackierungen bereit. Besonders stilvoll ist mit Sicherheit das British Racing Green, das wir vom F-Type R Cabrio kennen.

Am Heck wurde die Lichtsignatur überarbeitet und sorgt mit einer kantigeren Ausführung für ein stringentes und knackiges Finish. Der Heckspoiler ist elektrisch ausfahrbar. Das geschieht entweder per Tastendruck oder abhängig vom gefahrenen Tempo automatisch.

Innenraum, Verarbeitung und Raumangebot des Jaguar F-Type Cabrio

Tiefe Sitze und nahtloses Design: Das Cockpit des Jaguar F-Type Cabrio verbindet Sportivität und Eleganz. (Bild: heycar)

Im Innenraum sind nur hochwertige Materialien verarbeitet. Das weiche Windsor-Leder mit den markanten Steppmustern auf den Sitzen schmiegt sich förmlich dem Körper an und ist Bestandteil des „First Edition Interieur“. Das schwarze Premium-Velour an den A-Säulen vollendet den britisch-royalen Charakter.

Das gut gepolsterte Lenkrad begeisterte uns direkt mit seiner Haptik und Griffigkeit. Die Mittelkonsole wurde simpel und übersichtlicht gestaltet. Es gibt weiterhin echte Tasten und diese fügen sich gut sortiert in das Bedienkonzept ein.

Auch das Cockpit wurde im Rahmen der Modellpflege überarbeitet, ist nun digital und lässt sich frei konfigurieren. Dies kennen wir unter anderem aus dem Range Rover Sport. Ein kleiner Nachteil bleibt: Der schmale Zentralbildschirm ist bei direkter Sonneneinstrahlung nicht gut ablesbar – ungünstig bei einem Cabrio.

Der F-Type ist nach wie vor ein reiner Zweisitzer und klassisch-sportlich gehalten. Wie in einem Supersportler sitzt man extrem tief. Bei einem BMW Z4 ist dies beispielsweise trotz Roadster-Design ganz anders. Platztechnisch kann man an den beiden Sportsitzen keine Kritik verüben. Seitenhalt? Check. Beinauflage und diverse Verstellmöglichkeiten? Check für beides.

Auch der F-Type besitzt eine Cabrio-typische Zerklüftung im Kofferraum. (Bild: heycar)

Das Kofferraumvolumen des Jaguar F-Type Cabrio geht im Klassenvergleich in Ordnung. 132 Liter passen hinein, bei offenem Verdeck reduziert sich das Volumen nur minimal. Eine recht starke Zerklüftung muss man in Kauf nehmen, das aber sollten Cabriofahrer verschmerzen können

Jaguar F-Type Cabrio: Motor, Verbrauch, Fahrwerk und Lenkung

Das Herz der Raubkatze: 300 PS verstecken sich unter der Motorhaube des Jaguar F-Type Cabrio. (Bild: heycar)

Die schlechte Nachricht: Die Sechszylinder wurden ersatzlos aus dem Antriebsprogramm des Jaguar F-Type gestrichen. Die gute Nachricht: Der Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum und 300 PS ist eine ebenbürtige Alternative.

Wir beginnen die ausgedehnte Testfahrt in der Stadt. Hier wirkt das Fahrzeug geradezu entspannt und ausgeglichen. Es schwimmt vollkommen unaufgeregt mit dem Verkehr mit und macht einen ungezwungenen und alltagstauglichen Eindruck. Zugegeben, das Fahrwerk ist straff und gibt Unebenheiten in der Fahrbahn recht deutlich an die Insassen weiter. Eine Portion Restkomfort bleibt dabei jedoch stets erhalten.

Auf der Landstraße eignet sich der Vierzylinder vor allem als idealer Cruiser – kurze Beschleunigungen meistert er ohne Zögern. Im Sportmodus zeigt der Jaguar aber seine wahre Natur: Mit erhöhtem Antrieb und sportlicherem Fahrwerk sprintet er förmlich über die Fahrbahn.

Der Motor klingt dank Klappenauspuff ziemlich kernig. Vor allem bei offenem Verdeck ist das Pfeifen des Turbos ein steter Begleiter während des Beschleunigungsvorgangs. Doch damit nicht genug: Der Reihenvierzylinder, der mit einem elektrischen Verdichter und einem Abgasturbolader versorgt wird, zeigte sich extrem drehfreudig und hing förmlich am Gas. Eine absolute Freude für jeden Sportwagenfan.

Cabrio-typische Verwindungserscheinungen gibt es beim F-Type Cabrio nicht. Die Karosseriestabilität ist hervorragend. Jaguar überzeugt hier mit Erfahrung und Qualität.

Auf der Autobahn wird sofort deutlich, dass das Fahrwerk des F-Type gründlich überarbeitet wurde. Die Nervosität des Vorgängers ist passé. Lange Autobahnetappen können nun stressfrei auch bei hohen Geschwindigkeiten absolviert werden. Selbst bei Geschwindigkeiten jenseits der 200 km/h legt der Jaguar eine Gelassenheit an den Tag, die uns durchaus beeindruckte. Das Cabrio erreicht die Tempo 100 in nur 5,7 Sekunden – das sind nur vier Zehntelsekunden mehr als der Sechszylinder-Vorgänger mit Automatikgetriebe und Heckantrieb.

Apropos Automatik: Die acht Stufen lassen sich auch per Schaltwippen sortieren. Das macht vor allem im Sportmodus großen Spaß. Das Blubbern aus dem zentralen Endrohr beim Lastwechsel oder der Knall beim Schaltvorgang unter Volllast sind ein ganz besonderes Erlebnis. Doch auch automatisch macht das Getriebe eine sehr gute Figur, findet immer die passenden Schaltmomente und Gänge. Insgesamt ist die Fahrcharakteristik des F-Type Cabrio typisch für einen Roadster. Die Fahrmodi „Comfort“ oder „Winter/Nässe“ lassen den Jaguar hingegen deutlich zahmer werden.

Die optional erhältlichen größeren Bremsen sind zwar teuer, aber extrem bissig und frei von Fading. Wer das Cabriolet gern sportlich bewegt, sollte hier nicht knausern – das Plus an Sicherheit lohnt sich. Der Drittelmix-Verbrauch lag im Test bei rund neun Litern auf 100 Kilometer. Auf der Verbrauchsrunde offenbarte der Jaguar überraschend sparsame 6,4 Liter pro 100 Kilometer. Sportlich orientiertes Fahren verlangt um die zwölf Liter, konstante 120 km/h auf der Autobahn und der F-Type schluckt 8,5 Liter. Bei Vollgas sind es 15 Liter.

Ausstattung, Komfort, Sicherheit im Jaguar F-Type Cabrio

Von vorn ist er selten zu sehen: Der Jaguar F-Type Cabrio. (Bild: heycar)

Die „First Edition“ unterstreicht mit opulenter Ausstattung den edlen und anmutigen Eindruck des F-Type. Das in dieser Ausführung serienmäßige Soundsystem von Meridian liefert herausragende Klangqualität, die auch bei Tempo 200 im offenen Zustand Musik ohne Eingeständnisse genießen lässt.

Ein riesiges Lob sprechen wir der Bluetooth-Freisprecheinrichtung aus. Selbst bei geöffnetem Verdeck und hohem Geräuschpegel, beispielsweise in einem Tunnel, werden die Nebengeräusche nahezu vollständig herausgefiltert. Der Gesprächsteilnehmer bekommt von all dem nichts mit.

Das Verdeck verschwindet vollelektrisch schnell unter einem Heckdeckel und kann während der Fahrt (max. 50 km/h) geöffnet und geschlossen werden. Die Klimaautomatik arbeitete zügig und zeigt auch im Hochsommer keine Schwächen. Das Mittelstück mit den beiden zentralen Lüftungsdüsen wird dabei ganz in F-Type-Manier elektrisch herausgefahren.

Auch Keyless gibt es am Jaguar F-Type Cabrio – in der „First Edition“ ist sie dabei, kostet sonst stolze 569 Euro. Elektrisch ein- und ausfahrende Griffe sehen zwar sehr großartig aus, sind in der Praxis aber mitunter hakelig. Ein Vorteil in der Stadt: Die Außenspiegel klappen beim Verriegeln automatisch ein.

Die Verkehrszeichenerkennung arbeitet nahezu fehlerfrei. Der Spurhalteassistent liefert dezenter Hilfestellung, falls man die markierte Fahrbahn ohne Blinkbefehl verlassen möchte. Vorbildlich: Der Totwinkelassistent warnte zuverlässig vor schnell herannahenden Fahrzeugen. Auch der Querverkehrswarner arbeitete beim Rückwärtsfahren aufmerksam.

Die LED-Scheinwerfer konnten trotz ihrer geringen Anbauhöhe in Bezug auf Helligkeit und Reichweite nicht nur überzeugen, wir waren regelrecht begeistert von der Sicht. Dabei kann sich auch die Homogenität sehen lassen. Ein Fernlichtassistent blendete im Test bis auf ganz wenige Ausnahmen rechtzeitig auf und ab.

Jaguar F-Type Cabrio: Preise, Ausstattung, Alternativen

Wer den Jaguar F-Type als Cabrio fahren möchte, muss mindestens 69.405 Euro auf die Kasse legen. Damit startet das offene Vergnügen mit dem hier getesteten P300 Vierzylindermotor und Heckantrieb als Einstiegsmodell. Die nächste Antriebsstufe ist ein gewaltiger Sprung. Der P450 ist ein Achtzylinder mit 450 PS, den man mit Heckantrieb ab 96.991 Euro oder als AWD Allradmodell ab 102.840 Euro kaufen kann. Das Topmodell ist ein waschechter Sportwagen: der F-Type R hat 575 PS und AWD und kostet mindestens 128.770 Euro.

Deutlich günstiger als das britische Cabriolet ist sich die deutsche Konkurrenz. Mit dem BMW Z4 M40i, Porsche 718 Boxster S und dem Audi TTS Roadster bieten die drei Premiummarken jeweils preiswertere Alternativen an. Auch der japanische Nissan 370Z Roadster ist deutlich günstiger, auch wenn man dafür auf das Jaguar-Feeling verzichten muss.

Fazit: Der Jaguar F-Type Cabrio macht seinem Namen alle Ehre

Er liebt den Sonnenschein und freie Straßen: Der Jaguar F-Type Cabrio. (Bild: heycar)

Der Jaguar F-Type P300 Cabrio ist ein sportlicher Roadster mit extravagantem Touch. Britisch-nobel in jeglicher Hinsicht, ist das Cabriolet ein stilvoller Begleiter – für alle, die das nötige Kleingeld haben. Der Preis der Einstiegsversion von rund 69.500 Euro ist aufgrund diverser Extras schnell überschritten: Unser nahezu voll ausgestatteter Testwagen schlug mit über 91.000 Euro zu Buche. Ein vergleichbar ausgestatteter BMW Z4 M40i mit Sechszylinder und 340 PS kostet über 15.000 Euro weniger.

Die Eigenständigkeit des überarbeiteten F-Type ist allerdings ein sehr wichtiger Aspekt und das überarbeitete Fahrwerk ist ein weiterer Punkt für den Briten. Wer nicht preissensibel ist, Wert auf noble Individualität legt und wem britischer Stil mehr bedeutet als die bessere Performance der Supersportler, für den ist dieser Jaguar eine sehr gute Wahl.

Falls letztgenannter Punkt doch eher Priorität ist, dann lohnt alternativ ein Blick auf die beiden Achtzylinder-Modelle mit 450 und 575 PS. Die Preisklasse ist dann jedoch auch wieder eine andere.

Allgemeines
Getestetes ModellJaguar F-Type P300 Cabrio
Marktstart3/2020
Motor
Anzahl Zylinder, Anordnung4, Reihe
Hubraum in ccm1.997
Max. Leistung in kW/PS221/300
Max. Drehmoment in Nm400
KraftstoffartBenzin
Tankvolumen in l63
MotoraufladungTurbo und elektisch angetriebener Verdichter
SchadstoffklasseEuro 6d-ISC-FCM (WLTP) 36AP-AR
Getriebe
GetriebeartAutomatik
Anzahl Gänge8
AntriebHeck
FOAbmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm4.470
Breite (ohne Spiegel) in mm1.923
Höhe in mm1.307
EG-Leergewicht in kg1.615
Zuladung maximal in kg310
Kofferraumvolumen min. in l132
Fahrleistungen (laut Hersteller)
Höchstgeschwindigkeit in km/h250
Beschleunigung 0-100 km/h in s5,7
Verbrauch (laut Hersteller)
Kombiniert in l/100 km (WLTP)9,6
CO2-Emission in g/km (WLTP)217
CO2-EffizienzklasseE
Preis
Einstiegs-Listenpreis in €84.600
Preis Testwagen in €91.025

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Titelbild: heycar

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