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Im Test: VW T-Cross
16. September 2020
Autotests

Im Test: VW T-Cross

Zuerst sind wir mit dem VW T-Cross ins Grüne gefahren, um die Fotos für diesen Artikel zu knipsen – schließlich soll es sich beim kernigeren Bruder vom Polo ja um so etwas wie ein SUV handeln. Doch im Zuge unseres Tests wurde dann immer klarer, dass der kompakte Wolfsburger eindeutig besser ins urbane Milieu passt. Warum? Das erfährst du im Artikel!

Tief in der Nische angesiedelt

Die SUV-Palette von Volkswagen ist in den letzten Jahren so sehr gewachsen, dass man die einzelnen Modelle mittlerweile durcheinanderbringen kann – zumal ihre Namen alle mit dem Buchstaben T anfangen. Damit besetzt VW heute so ziemlich jede Nische zwischen „Mid-Size-“ und „Small-SUV“: Hinter dem Flaggschiff Touareg mit 4,90 Meter Länge reihen sich der Tiguan Allspace (4,70 Meter), der normale Tiguan (4,51 Meter) und der T-Roc (4,23 Meter) ein.

Kleinster Vertreter der Gruppe ist der VW T-Cross mit einer Länge von 4,11 Meter – womit er ziemlich genau zwischen dem Golf und dem Polo liegt, auf dem er aufbaut. Der T-Cross zielt also auf Kunden ab, die etwas mehr Beinfreiheit als in einem Kleinwagen suchen, bei den Außenmaßen aber unter der Kompaktklasse bleiben wollen – wobei der Kofferraum mit dem eines Golf mithalten soll.

Man sieht schon, der T-Cross bricht mit der klassischen Einteilung in Segmente. Das trifft auch auf die Sitzhöhe zu, die mit 60 Zentimetern genau im Niemandsland zwischen klassischem PKW (ca. 50 - 55 Zentimeter) und SUV (65 - 75 Zentimeter) liegt. Ein Feeling wie in einem Geländewagen kommt dadurch nicht auf, aber man merkt, dass man etwas höher sitzt als „normal“.

In Sachen Motor hat der T-Cross-Kunde eine recht große Auswahl. Es gibt den Crossover in folgenden Kombinationen:

70 kW (95 PS)70 kW (95 PS)85 kW (115 PS)110 kW (150 PS)
Diesel-4-ZylinderOtto-3-ZylinderOtto-3-ZylinderOtto-4-Zylinder
1,6 Liter1 Liter1 Liter1,5 Liter
TurboTurboTurboTurbo
Common RailDirekteinspritzungDirekteinspritzungDirekteinspritzung
5-Gang-Schaltung / 7-Gang-DSG5-Gang-Schaltung6-Gang-Schaltung / 7-Gang-DSG7-Gang-DSG
FrontantriebFrontantriebFrontantriebFrontantrieb

Unser Testwagen hat den 115-PS-starken Benziner an Bord. Damit kommt der knapp 1.300 Kilo schwere T-Cross gut vom Fleck, wenngleich er natürlich kein Sportler ist. Da hilft auch das knackige R-Line-Designpaket nicht, das für unseren Testwagen in der höchsten Ausstattungslinie „Style“ noch einmal 1.615 Euro extra kostet. Dennoch: 9,5 Sekunden auf 100 und 193 km/h Spitze sind absolut in Ordnung für einen hochgebauten Kleinwagen.

Außerdem macht der Motor Spaß, einerseits weil er einen kernig-ratternden Sound entwickelt, wenn man das Gaspedal einmal beherzt nach unten drückt, andererseits, weil er sich unter realistischen Bedingungen mit 6 bis 6,5 Litern pro 100 Kilometern fahren lässt.

Passend zur eher vernünftigen Motorisierung wurde das Fahrwerk ausgelegt, nämlich weich! Es schluckt Kopfsteinpflasterschläge und andere Bodenunebenheiten sehr gut weg und trägt damit deutlich zum insgesamt entspannten Fahrgefühl bei. Lediglich längere Bodenwellen stellen ein Problem dar. Sie bringen den T-Cross ebenso ins Schwimmen wie Autobahngeschwindigkeiten von über 170 km/h.

Überraschenderweise glänzt der Wolfsburger in diesen hohen Tempo-Regionen aber mit einer sehr guten Geräuschdämmung. So ist es auf Reisen problemlos möglich, einen Podcast oder ein Hörbuch anzuhören, ohne die Anlage voll aufzudrehen. Apropos Anlage: Diese stammt in unserem Testwagen vom Hersteller „beats“, kostet 500 Euro Aufpreis und entwickelt einen satten, basslastigen Klang. Den digitalen Radioempfang gibt’s dafür serienmäßig.

Ausgewogener Innenraum

Man fühlt sich also wohl im T-Cross, wozu auch der Innenraum beiträgt. Dieser setzt sich zwar größtenteils aus Hartplastikelementen zusammen. Dennoch ist es VW gelungen, ein stimmiges, fast schon edel wirkendes Bild zu schaffen – zumindest in der um das R-Paket erweiterten „Style“-Variante.

Die Insassen freuen sich hier über Aufwertungen wie Lederlenkrad, Lederschalthebelknauf und Lederhandbremsengriff, Klavierlack- und Chrom-Look-Leisten, einen schwarzen Dachhimmel oder Ambient-Beleuchtung. Am deutlichsten wird das Cockpit allerdings durch die breite Verkleidung des Armaturenbretts geprägt, die ein dezentes, sich verlaufendes „Lizard“-Muster ziert. Es kreiert einen räumlichen Effekt, der für Auflockerung sorgt.

Die „Sport-Komfortsitze“ entsprechen ihrem Namen: Sie haben ein wenig weiter herausgezogene Wangen als herkömmliche Sitze, sind aber nicht so eng geformt wie richtige Sportsitze, sodass man in ihnen auch auf langen Fahrten bequem sitzt. Bezogen sind sie mit einem etwas eigenwilligen Mix aus Kunstleder in glatt und Velours sowie gemustertem Stoff. Ihre Kopfstützen sind ungewöhnlich weich und dadurch sehr angenehm am Kopf. Ein Kritikpunkt ist, dass man die Sitze nicht elektrisch verstellen kann.

In puncto Sicherheits- und Assistenzsysteme kann unser Testwagen mit einer ganzen Reihe von Features aufwarten. Zur Serienausstattung gehören bereits:

  • ESP mit Gegenlenkunterstützung

  • ABS mit Bremsassistent

  • Antischlupfregelung

  • Elektronische Differenzialsperre

  • Fußgänger- und Radfahrererkennung

  • Toter-Winkel-Warner

  • Geschwindigkeitsbegrenzer

  • Berganfahrassistent

  • Notbremsassistent

  • Start-Stopp-System

In der „Style“-Ausführung kommen dann noch einige Annehmlichkeiten obendrauf wie:

  • Nebelscheinwerfer und Abbiegelicht

  • Einparkhilfe mit Warnsignalen für Front und Heck

  • Müdigkeitserkennung

Und gegen Aufpreis kann man seinen T-Cross noch um Sonderausstattungen ergänzen. Unser Testwagen war etwa unter anderem ausgestattet mit:

  • Adaptive Cruise Control (255 Euro)

  • Parklenkassistent mit Einparkhilfe (150 Euro)

  • Rückfahrkamera (280 Euro)

  • Fernlichtregulierung (155 Euro)

  • Keyless-System (375 Euro)

  • Fahrprofilauswahl (135 Euro)

Schade ist, dass man auch eine einfache Klimaanlage erst ab der mittleren Ausstattungsvariante „Life“ erhält, in der Basisvariante kostet sie knapp 550 Euro Aufpreis. Eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik gibt es nur beim T-Cross „Style“ als Teil der Serienausstattung, bei „Life“-Ausführungen muss man dafür 366 Euro drauflegen, beim Einstiegsmodell 911 Euro. Was man aber sagen muss: Die zusätzliche Ausgabe lohnt sich, denn die Klimaautomatik kühlt verlässlich und lässt sich gut dosieren.

Überraschend variabel

Die besten Argumente für einen Kauf liefert der VW T-Cross natürlich im Bereich Praktikabilität. Der stattliche Kofferraum wurde bereits angesprochen. Er misst 385 Liter, was ein wenig mehr ist, als der Golf bietet. Erweitert wächst er auf 1.281 Liter, wobei man nicht nur die Rückbank im Verhältnis 60:40 variabel umlegen kann, man kann (bei „Life“-Ausführungen) auch den Beifahrersitz komplett umklappen. So lassen sich trotz der kompakten Außenmaße auch längere Gegenstände verladen.

Die Fahrgastzelle ist so geräumig, dass hintereinander zwei Personen mit ca. 1,90 Meter Körpergröße sitzen können. Mit anderen Worten: Sitzen hinten Kinder, ist eigentlich zu viel Platz da. Dadurch wird eine weitere Funktion des Laderaums zu mehr als einer netten Idee: Mit einem Handgriff lässt sich die Rückbank um 14 Zentimeter nach vorne ziehen, wodurch sich das Kofferraumvolumen um 70 Liter erweitert – perfekt für Eltern, die mit den Kindern zum Einkaufen fahren.

Der T-Cross bietet noch ein paar weitere praktische Lösungen: Der Verschluss des mittleren Gurtes verschwindet passgenau im Rücksitz, an den Außenseiten der Sitze halten Klammern die Gurte fest, damit sie nicht herumflattern, und zwei USB-Anschlüsse versorgen die Passagiere im Fond mit Strom für ihre elektrischen Geräte.

Überhaupt zeigt der VW T-Cross, dass das Internetzeitalter nun auch in den unteren Segmenten voll angekommen ist. Über den Touchscreen kann man sich nicht nur digitale Bilder anzeigen lassen, sondern auch über einen hauseigenen Browser ins Netz gehen. Smartphones können das über das „Car-Net“ tun. Wer will, kann sein Handy über eine App auch direkt mit dem Auto verzahnen, und hat Fahrzeuginfos und weitere Funktionen so immer dabei.

Ein paar Schwächen im Test leistet sich der Crossover bei der Bedienbarkeit: Der Lautstärkeregler am Radio ist so nah am Touscreen verbaut, dass man jedes Mal darauf tippt und den Sender verstellt, wenn man an ihm drehen will. Hat man sein Smartphone via Bluetooth mit dem Infotainment-System verbunden, lässt der Button, der die Navi-Ansagen ausschaltet, auch den Handy-Sound verstummen. Man muss sich extra in ein Untermenü mit Klangeinstellungen wühlen, um nur das Navi, nicht aber das Handy auf mute zu stellen.

Und dann ist da noch der Schalter, mit dem man zwischen den vier Fahrmodi: Eco, Normal, Sport und Individual hin und herschalten kann. Er versteckt sich so unscheinbar zwischen dem Schalter für das Warnblinklicht und Einstellungen der Lüftung, dass wir ihn im Test glatt übersehen haben. Eine Position am Lenkrad oder an prominenter Stelle in der Mittelkonsole wäre hier angemessener.

Fazit

Der Volkswagen T-Cross bietet einen guten Mix aus City- und Langstreckentauglichkeit sowie Praktikabilität, der ihn für Paare und Kleinfamilien sehr interessant macht. Für einen ordentlichen Preis bekommt man ein Auto, das die meisten Vorteile von Golf und Polo unter einem Blechkleid vereint. Als SUV kann man den reinen Fronttriebler aber beim besten Willen nicht bezeichnen, dafür hätte Allrad zumindest eine Option sein müssen.

Technische Daten VW T-Cross 1.0 TSI

Allgemeines
Kompletter NameVW T-Cross Style 1.0 l TSI OPF 85 kW (115 PS) 6-Gang
Modellstart08/2019
Motor
Anzahl Zylinder, Anordnung3, Reihe
Hubraum in ccm999
Max. Leistung (kW/PS bei U/min)85/115 bei 5.500
Max. Drehmoment (Nm bei U/min)200 bei 2.000 - 3.500
KraftstoffartSuper
Tankvolumen in Liter40
MotoraufladungTurbo
SchadstoffklasseEuro 6d-TEMP-EVAP-ISC
Getriebeart
GetriebeSchaltgetriebe
Anzahl Gänge6
AntriebFront
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm4.108
Breite (ohne Spiegel) in mm1.760
Höhe in mm1.584
EG-Leergewicht in kg1.269
Zuladung maximal in kg470
Laderaumvolumen min. in l455
Laderaumvolumen max. in l1.281
Fahrleistungen (laut VW)
Höchstgeschwindigkeit in km/h193
Beschleunigung 0 - 100 km/h in s9,5
Verbrauch (laut VW)
Kombiniert in l/100 km (WLTP)6,2
CO2-Emission in g/km (WLTP)140
CO2-EffizienzklasseB
Preis
Einstiegs-Listenpreis in €24.550
Preis Testwagen in €32.290

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Moritz Pohl
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