heycar Ladeanimation mit Herzbildheycar Ladeanimation mit Autobild
  1. Startseite
  2. Autotests
  3. Im Test: Volvo V60 B5
Im Test: Volvo V60 B5
8. April 2021
Autotests

Im Test: Volvo V60 B5

Wer einen Volvo fahren will, hat eines nicht: die Qual der Wahl. Es gibt drei SUV-Modelle und zwei klassische Pkw – zu haben als Limousine oder Kombi. Das wars. Die Entscheidung ist also schnell getroffen. Nachdem wir vor ungefähr einem Jahr bereits den XC60 getestet haben, dachten wir uns: Bleiben wir doch in der Mittelklasse und schauen uns mal den selbsternannten „Sportkombi“ V60 in der höchsten Ausstattungslinie „Inscription“ an. Der Text verrät dir, wie der Premium-Schwede in unserem Test abgeschnitten hat!

Design

Sah der V60 bei seinem Debut im Jahr 2010 mit seinen tropfenförmigen Augen und seinem gerundeten Dachbogen noch fast knuffig aus, so wirkt das Modell mittlerweile kantig wie aus Stein gemeißelt. Eine flache und lang gezogene Motorhaube, kurze Überhänge, ein langer Radstand und eine schnittige, nach hinten abfallende Dachlinie mit Spoiler schaffen ein dynamisches Auftreten, das von weiteren Design-Elementen wie den schmalen Scheinwerfern mit LED-Signatur im Thor-Hammer-Look oder den weit nach außen gestellten, das Heck einklammernden Rückleuchten noch unterstrichen wird.

Der Volvo V60 B5 überzeugt im Test mit seinem kantig-dynamischen Design (Bild: heycar)

Bei unserem Testwagen sorgen wuchtige, zweifarbige 19-Zoll-Leichtmetallfelgen mit fünf Speichen sowie abgedunkelte Seiten- und Heckfenster für einen extra imposanten Auftritt. Trotz allem ist der Schwede weit davon entfernt, mit seinen Reizen zu protzen. Im Gegenteil: Wie gut in Form er ist, wird einem erst bei längerem Hinschauen klar. Die meiste Zeit fliegt der V60 als unauffällig-eleganter Kombi unter dem Radar.

Interieur

Auch im Innenraum herrscht Understatement – im positiven Sinne. Volvo setzt hier laut eigener Aussage auf „skandinavische Naturverbundenheit“ und einen „luxuriösen Stil“. Im von uns getesteten Wagen wird dies beispielsweise durch einen Schaltknauf aus Glas, dunkle Holzfurnierabdeckungen oder „Tailored Wool“-Sportsitze umgesetzt. Letztere können vorne elektrisch eingestellt werden, inklusive Memory-Funktion. Mit dem Winter-Paket können auch die hinteren Plätze beheizt werden. Eine Standheizung mit Timer gibt’s dann auch noch dazu.

Der Innenraum des V60 ist stilvoll unaufgeregt (Bild: heycar)

Beim Komfort bzw. bei der Ergonomie haben die Sitze allerdings noch Luft nach oben. Sie bieten zwar einen guten Seitenhalt, ohne im Oberschenkelbereich zu eng geschnitten zu sein, doch ist die Oberschenkelauflage für große Insassen etwas zu kurz. Fährt man sie elektrisch so weit heraus, dass genug Auflagefläche zur Verfügung steht, muss man mit einer recht großen Lücke leben.

Insgesamt ist der Innenraum so elegant, dass er fast schon ein wenig langweilig wirkt, denn es fehlen mutige Akzente, wie sie der damals von uns getestete XC60 in der Sport-Variante „Polestar Engineered“ mitbrachte. Goldgelbe Sicherheitsgurte und Lautsprechermembrane hatten dort wie bunte Socken, die als Ergänzung zu einem dunklen Anzug und Lederschuhen getragen werden, für das genau richtige Maß an Extravaganz gesorgt. Die Qualität der verwendeten Materialien und die Verarbeitung sind indes sehr gut.

Platz und Praktikabilität

Wie beim Thema Sitze schon angeklungen ist der V60 kein Auto für allzu große Menschen – auch wenn er recht stattliche Außenmaße hat und in die Mittelklasse fällt. Denn fährt man den Sitz so hoch, dass die Beine auch wirklich auf dem Polster aufliegen, wird es obenrum überraschend eng. Fahrer mit einer Körpergröße von 1,90 Meter und mehr sollten daher auf jeden Fall (auch) eine Probefahrt mit einem V60 ohne das ansonsten tolle Panoramadach machen, um die maximalen Platzverhältnisse beurteilen zu können. Auch auf der Rückbank wird es im Kopfbereich für so manchen Mann eng.

Der Kofferraum bietet ausreichend Stauraum für den Alltagsgebrauch (Bild: heycar)

Insgesamt erfüllt der Volvo die Erwartungen an das Platzangebot eines Mittelklassekombis aber durchaus. Auf der Rückbank ist für die Beine genügend Platz und der Kofferraum liegt mit einem Volumen von 495 bis 1407 Litern auf dem Niveau von Konkurrenten wie dem BMW 3er Touring oder dem Audi A4 Avant.

Für den Transport von Einkäufen und Gepäck empfiehlt sich der V60 aber nicht nur durch seine Ladekapazität, sondern auch durch praktische Lösungen wie einer mit einem Handgriff aufgeklappten Kofferraumabtrennung, an der sich Taschen aufhängen oder kleinere, lose Gegenstände einklemmen lassen. Gegen Aufpreis gibt es eine semielektrische Anhängerkupplung.

Infotainment-System

Das Infotainment-System des V60 wird über einen 12,3 Zoll großen Touchscreen im Hochkant-Tablet-Format gesteuert. Hat man die Idee der Menüführung einmal verstanden, entpuppt sie sich als ziemlich clever: Über den Hauptbildschirm, zu dem man jederzeit mit einem Knopfdruck zurückkehren kann, lassen sich die wichtigsten Punkte wie das Navi, das Radio oder das Telefon ansteuern, ein Wisch nach rechts öffnet eine Übersicht mit den Fahrzeugfunktionen, ein Wisch nach links eine mit den verschiedenen Anwendungen. Am oberen Bildschirmrand kann man die Fahrzeugeinstellungen und das Handbuch aufrufen.

Die Anlage von Bowers & Wilkins liefert im Test satten Sound und ist dazu ein Hingucker (Bild: heycar)

Ein Highlight ist die (aufpreispflichtige) Anlage von Bowers & Wilkins, auf die man auf keinen Fall verzichten sollte. Ihr Klang ist sensationell klar und satt und kann über einen umfangreichen Equalizer fein nuanciert werden. Die hinter teildurchsichtigen Abdeckungen platzierten Lautsprecher in den Türen funktionieren ebenso wie der kugelförmige Speaker vor der Frontscheibe auch als Design-Akzent.

Selbstredend kann man Smartphones über Bluetooth oder USB-C-Kabel mit dem System verbinden und Android Auto und Apple CarPlay nutzen. Eine ausreichend große, induktive Ladeschale, die auch dickere Handy-Hüllen knackt, steht ebenfalls zur Verfügung. Das Navi funktioniert zuverlässig, wenngleich man für die Sprachsteuerung etwas Geduld mitbringen muss.

Bedienbarkeit

Bei der Bedienbarkeit leistet sich der V60 ein paar Schnitzer. So gelang es beispielsweise nicht, das Head-up-Display, so zu kalibrieren, dass es im Sichtfeld lag. Auf dem Tacho-Display tauchte zwar eine Anweisung zu einer Drehbewegung aus, doch mit welchen Schaltern man diese ausführen sollte, blieb offen. Es besteht zwar die Möglichkeit, dass wir lediglich zu blöd waren, die Anweisung zu deuten. Aber selbst dann gibt es hier Abzüge in der B-Note, denn bekanntlich sollte man immer vom dümmsten anzunehmenden User ausgehen.

Zeitgemäße Lösungen wie eine elektrische Heckklappe sorgen für gute Bedienbarkeit beim V60 (Bild: heycar)

Andere Einstellungsmöglichkeiten waren zwar leicht zu finden und funktionierten auch, doch man hätte sich einfachere Lösungen gewünscht. Beispiel: die Auswahl des Fahr-Modus mit einem kleinen – nett gestalteten – Rädchen in der Mittelkonsole. Man muss erst an diesem Rädchen drehen und die Auswahl dann noch einmal mit einem Druck bestätigen. Unnötig, denn es ist praktisch unmöglich, das Rädchen aus Versehen zu verstellen. Hier hätte man sich ebenso einen einzigen Handgriff gewünscht wie beim Temperaturregler, den man auf dem Display immer erst öffnen muss, bevor man ihn dann einstellen kann.

Das alles sind keine dramatischen Punkte. Vielmehr machen sie anschaulich, dass man eine glatte Optik mit wenigen Schaltern manchmal eben nicht mit einer optimalen Usability unter einen Hut bekommt. Insgesamt lässt sich der V60 mit Keyless-System, elektrischer Heckklappe und anderen zeitgemäßen Lösungen aber gut bedienen. Ein kleines Highlight sind übrigens die Scheibenwischer, bei denen die Düsen für das Wischwasser direkt im Blatt integriert sind. Ein Regensensor sorgt dafür, dass sie automatisch loslegen, wenn es nass wird.

Motor und Fahrwerk

Der V60 regelt wie alle Volvos mittlerweile bei einem Tempo von 180 km/h ab. Über die Autobahn-Performance braucht man also nicht lange reden. Hier gibt es keine Pokale zu holen. Stattdessen steht nun allein der Antritt im Fokus, wenn man die Leistung eines Volvos bewerten will. Und hier muss man sagen: Der 250 PS starke Vierzylinder mit Monoturbo im B5, der ein maximales Drehmoment von 350 Nm liefert, ist definitiv kräftig genug. Den Sprint auf 100 schafft der Schwede in respektablen 6,8 Sekunden, kann also mit so manchem Hot Hatch wie etwa dem Polo GTI mithalten. Und auch wenn es mal steile Landstraßen hochgeht, leistet sich der Fronttriebler keine Schwächen – erst recht nicht im Sport-Modus.

In unserem Test macht der Mild-Hybrid beim Verbrauch eine relativ gute Figur (Bild: heycar)

Auf Rallyes am Wochenende sollte man hingegen dann doch verzichten. Das liegt weniger am Motor als an Fahrwerk und Lenkung, denn beide sind nicht eben straff abgestimmt. Zwar gibt es gegen Aufpreis ein adaptives Fahrwerk; doch selbst besagter Sport-Modus macht dieses nicht so hart, dass man Kurven wirklich ambitioniert angehen kann. Dies ist aber auch gar nicht der Zweck eines Mittelklasse-Kombis. Insofern ist das kein Kritikpunkt. Bei der Lenkung hingegen wäre etwas mehr Direktheit und vor allem mehr Rückmeldung auch im biederen Alltagsbetrieb wünschenswert.

Relativ gute Werte erzielt der V60 B5 mit Mild-Hybrid beim Verbrauch. Nach 500 Kilometern Autobahn im Eco-Modus bei einem Tempo von ca. 130 km/h lag er bei 7,8 Litern. Paart man diesen Wert mit einem Tankvolumen von 60 Litern, kommt man auf eine angenehme Reisereichweite von gut 750 Kilometern.

Sicherheits- und Assistenzsysteme

In Sachen Sicherheit wird der Volvo seinem Image voll gerecht und bietet so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann: Ein „City Safety System“ vermeidet Kollisionen mit Fußgängern, Radfahrern oder Wildtieren, die „Oncoming Lane Mitigation“ steuert das Fahrzeug auf einer Landstraße zurück auf seine Spur, wenn es von ihr abgekommen ist, und das „Connected Safety“-System warnt den Fahrer, wenn andere Volvos übers Netz gefährliche Straßenverhältnisse auf der Strecke gemeldet haben – um nur ein paar der serienmäßigen Systeme zu nennen.

Die Menüführung des Infotainment-Systems lässt sich nach kurzer Eingewöhnung intuitiv steuern (Bild: heycar)

Auch bei den Fahrerassistenzsystemen ist der Kombi gut aufgestellt. Allerdings überzeugt er hier in der Praxis nicht gänzlich. Zum einen scheint der adaptive Tempomat schon in leichten Kurven vorausfahrende Fahrzeuge auf der rechten Spur mitunter als Hindernisse bzw. stehende oder entgegenkommende Fahrzeuge zu werten, woraufhin er das Tempo drosselt. Vielleicht greift hier aber auch ein System ein, das das Tempo vor scharfen Kurven automatisch verringert. So oder so waren diese Bremsungen nicht durch die Fahrsituation gerechtfertigt und darum störend.

Auch der aktive Spurhalteassistent hat ein Manko: Er kann nur bis zu einem Tempo von 130 km/h zugeschaltet werden. Hier driftet die Sicherheitsfixierung der Schweden ins Absurde ab – zumindest, wenn man auf deutschen Autobahnen unterwegs ist, wo man entgegen dem Klischee ziemlich oft freie Fahrt hat und kein Tempolimit beachten muss. Was spricht dagegen, sich hier elektronisch beim Spurhalten unterstützen zu lassen?

Testurteil

Alles in allem hat uns der Volvo sehr gut gefallen. Der V60 ist ein äußerst schicker, sehr sicherer und relativ sparsamer Kombi ohne größere Schwäche. Dass er mit knapp 70.000 Euro nicht gerade günstig ausfällt, ist klar. Aber er spielt eben auch in der Premium-Liga, wo seine deutschen Konkurrenten mit vergleichbarer Motorisierung und Ausstattung ungefähr dasselbe kosten. Mit dem Schweden erhält man für sein Geld immerhin noch so etwas wie Exklusivität, denn man sieht ihn auf hiesigen Straßen weitaus seltener als 3er Touring und Co.

Technische Daten Volvo V60 B5

Allgemeines
Kompletter NameVolvo V60 B5 Benzin Mild-Hybrid Inscription Geartronic
Modellstart02/20
Motor
ArtMild-Hybrid
Anzahl Zylinder, Anordnung 4, Reihe
Hubraum in ccm1.969
Max. Leistung (kW/PS bei U/min)184/250 bei 5.400 – 5.700
Max. Drehmoment (Nm bei U/min)350 bei 1.800 – 4.800
KraftstoffartSuper
Tankvolumen in Liter60
MotoraufladungTurbo
SchadstoffklasseEuro 6d-ISC-FCM (WLTP) 36AP-AR
Getriebeart
Getriebe8-Stufen-Automatik
AntriebFront
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm4.761
Breite (ohne Spiegel) in mm1.850
Höhe in mm1.427
EG-Leergewicht in kg1.777
Zuladung maximal in kg463
Laderaumvolumen min. in l495
Laderaumvolumen max. in l1.407
Fahrleistungen (laut Volvo)
Höchstgeschwindigkeit in km/h180
Beschleunigung 0-100 km/h in s6,8
Verbrauch (laut Volvo)
Kombiniert in l/100 km (WLTP)6,5
CO2-Emission in g/km (WLTP)146
CO2-EffizienzklasseB
Preis
Einstiegs-Listenpreis in €52.050
Preis Testwagen in €69.480

Volvo V60 gebraucht kaufen

Du willst einen Volvo V60 gebraucht kaufen? heycar bietet dir eine große Auswahl an super erhaltenen Exemplaren – natürlich alle mit Garantie. Also los, schau dich mal um!

Top Angebote

Moritz Pohl
Moritz Pohl

Artikel Teilen

Das könnte dich auch interessieren:

15. Juli 2021

Lynk & Co: Testfahrt mit dem 01

Wir sind den Lynk & Co 01 gefahren und schauen uns den Mix aus Abo und Carsharing genauer an.

Weiterlesen
8. Juli 2021

Im Test: Audi e-tron GT quattro

Ist der Audi e-tron GT quattro eine ernstzunehmende Konkurrenz für Tesla? Wir finden es im Test heraus!

Weiterlesen
** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2 -Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem 'Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2 -Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
*** Dieser Pkw unterliegt der Differenzbesteuerung gem. § 25 a UStG. Die MwSt. wird in der Rechnung nicht ausgewiesen.
Mit Klick auf "Einverstanden" stimmst du zu, dass wir Deine Nutzung unserer Plattform durch Cookies und andere Technologien (von heycar und Dritten) nachverfolgen, um deine Nutzungserfahrung und dir angezeigte Werbung zu analysieren und personalisieren (mehr Details). Du stimmst damit auch zu, dass deine Daten hierbei ohne geeignete Datenschutzgarantien an Partner in sog. Drittländern übermittelt werden können, die kein angemessenes Datenschutzniveau bieten, wie z.B. die USA aufgrund staatlicher Zugriffsmöglichkeiten. Alternativ kannst du deine Einstellungen im Cookie Dashboard jetzt und jederzeit später individuell anpassen.