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Im Test: Volvo V40 Facelift
18. November 2021
Autotests

Im Test: Volvo V40 Facelift

Wir testen das Facelift-Modell der dritten Generation des kompakten, lang gelebten Volvo V40. Dieser hat jetzt eine andere Motorisierung als seine Vorgänger: den neuen, potenten T5 Benziner (leider kein Fünfzylinder mehr), der dank Polestar-Optimierung aber 253 PS leistet. Im Test klären wir, ob dieser Leistungszuwachs sich auch wirklich bemerkbar macht.

Exterieur – kleines, aber feines Upgrade

An der Karosserieform hat sich mit der Modellpflege im Großen und Ganzen nichts geändert. Dennoch fällt eine Änderung sofort und signifikant ins Auge: Der Volvo V40 besitzt die LED-Scheinwerfer mit dem obligatorischen Thors-Hammer-Tagfahrlicht. Diese spendieren dem Schweden eine gehörige Auffrischung, scheinen ihm neuen Spirit und Jugendlichkeit einhauchen zu können. Kleine Ursache – große Wirkung.

Thors Hammer blitzt beim flinken Schweden auch in den Scheinwerfern (Bild: heycar).

Aufmerksamen Betrachtern fällt außerdem die vertikale Verstrebung des Frontgrills auf. Dieses Design wurde von den Geschwistermodellen adaptiert und je nach Ausstattungsvariante in schwarz oder glänzendem Chrom gestaltet. Es erinnert ein wenig an Mercedes aktuellen Panamericana-Grill. Die Testwagenfarbe in Denim-Blue-Metallic wirkt nordisch kühl und zurückhaltend.

Interieur – Vertraute Innenarchitektur

Volvos aufgeräumtes, toll verarbeitetes, aber etwas antiquiert anmutendes Innenleben (Bild: heycar).

Im Innenraum des Volvo V40 findet sich nicht viel Neues. Bewährtes muss man nicht über den Haufen werfen. Dennoch wirkt vor allem das Infotainment mittlerweile altbacken. Die Mittelkonsole mit dem Tastenfeld und der Sitzplatzgrafik könnte man in der heutigen Zeit sogar schon als antik bezeichnen. Aber: sie funktioniert gut. Es bleibt ein übersichtlicher, aufgeräumter Innenraum mit bequemen Sitzen. Vorne ausreichend, hinten mit etwas eingeschränktem Platzangebot sowie einem moderaten Laderaumabteil.

Das im Testwagen verbaute, helle “Xenium”-Paket mit Lederausstattung der "Inscription-Line" entwickelt im Zusammenspiel mit dem Panoramadach ein wohnliches, angenehm freundliches Flair und wirkt dank tadelloser Verarbeitung hochwertig und schick. Man fühlt sich schnell um eine Fahrzeugklasse gestiegen. Das Dach kann man nicht öffnen, aber es besitzt einen elektrischen Sonnenschutz. Diverse Chromumrahmungen und kupferrotbraunes Echtholzdekor runden das Gesamtbild ab.

Ebenso angenehm für Fahrer und Beifahrer: Die per Drehknauf einstellbare Lordosenstütze auf den bequemen Sitzen mit etwas überdimensioniert-erscheinenden Kopfstützen. Das Dreispeichen-Lederlenkrad liegt gut in den Händen. Die beiden Bedienhebel am Lenkrad sind doch etwas sehr klobig, wenn man bedenkt, wie edel die Aufmachung des Lenkrades anmutet. Eine nur durchschnittliche Rundumsicht ergibt sich aus dem flachen Greenhouse und den opulenten C-Säulen. Eine vollständig in die Rückbank integrierbare mittlere Kopfstütze erhöht die Sicht nach hinten ein wenig.

Mit 324 Litern Kofferraumvolumen ist der Platz ohne umgeklappte Rückbank im V40 ausreichend. (Bild: heycar)

Motorisierung und Fahreigenschaften – Kleiner Elch auf Amphetamin

Der 2.0-Liter Turbobenziner holt eine Menge Feuer aus seinen vier Brennräumen. Mit einer Leistungsoptimierung durch Volvos Performanceabteilung Polestar entwickelt der T5 nun 253 PS anstatt 245 PS und stemmt dabei kräftige 400 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Genug Theorie: In der Praxis benötigt der Turbo eine minimale Gedenksekunde nach dem Gasbefehl, fackelt dann aber eine ordentliche Viertaktorgie zugunsten des Vortriebs ab. Der Volvo V40 fühlt sich überaus potent an. Nach einem Satz nach vorne lässt er seine Leistung durch die 8-Gang-Automatik “Geartronic” exakt, schnell und auffallend sanft verteilen.

Dank Leistungsoptimierung von Polestar liefert der Turbo noch etwas mehr Leistung als Vorgängermodelle. (Bild: heycar)

Bei Nässe kämpft der frontantgetriebene Schwede bei forschem Beschleunigen um Grip, der in Anbetracht der entfachten Leistungen mitunter kurzzeitig verloren gehen kann. Erwähnenswert sei an der Stelle, dass der Volvo V40 ausschließlich mit Frontantrieb erhältlich ist. Allrad bleibt nur den Cross-Country-Modellen vorbehalten.

Das Fahrwerk lässt sich ziemlich genau mit „antizyklisch“ beschreiben. Satt und schwer liegt der Volvo V40 auf der Straße und zeigt dabei auch gerade vorne ein ziemlich hartes Fahrwerk. Die Passagiere des Fonds genießen dagegen gefühlt etwas mehr Federungskomfort, was wahrscheinlich an den bequemen Sitzen liegt. Man merkt zudem vom ersten gerollten Meter an die 1.582 kg Leergewicht. Doch die ausgesprochen potente Motorisierung relativiert dieses Gefühl mit Leichtigkeit.

Der Kompakte rennt problemlos in Geschwindigkeitsgefilde jenseits der 200 km/h und schüttelt die Leistung bis dahin locker aus dem Ärmel. Das Fahrgefühl hinterm Steuer bei 200 plus ist wohl eines der 5-Sterne-Aspekte dieses Autos. Wo er in der Stadt mitunter zu viel Charakter an den Tag legt vor lauter Leistung, wird er auf der Autobahn zum soliden Highspeed-Kompaktwagen. Dank satter Straßenlage und präziser Lenkung sind keine Überraschungen zu befürchten – er fühlt sich wie ein viel größeres Auto an.

Die Lenkung erweist sich zudem dank adaptiver Ausführung von angenehm direkt, mit annähernd 100 Prozent Rückmeldung, bis zu butterweich im Segelbetrieb – aber auch hier mit gutem Feedback. Der T5 Motor macht Spaß und hat ein Talent für durchgängige Beschleunigung. Bei 200 km/h ist er dank der Acht-Gang-Automatik grade mal mit 3000 Touren beschäftigt – beachtlich wenig für einen Kompakten. Im Verbrauch zeigte sich der leistungsorientierte Schwede nicht knausrig, aber in Anbetracht der Werte konnte uns der ungefähre Durchschnitt von gut neun Litern absolut überzeugen. Weit weg von der Werksangabe mit 5,9 Litern, aber übelnehmen kann man ihm dies nicht wirklich bei unserer Fahrweise.

Abschließend sei gesagt, dass die Polestar-Leistungsoptimierung nicht nur acht PS und 50 Newtonmeter mehr bedeuten. Das Auto wirkt durch die Modifizierung deutlich agiler, ohne dabei mehr Kraftstoff zu verbrauchen. Mit 1.190 Euro Aufpreis – zuzüglich Einbaukosten – ist das gut. Bei der Konkurrenz kosten derartige Upgrades gerne ein Vielfaches mehr.

Ausstattung, Sicherheit und Komfort

Die Begriffe Sicherheit und Volvo stehen ja seit jeher im trauten Einklang. So auch hier, wo eine Armada an Assistenzsystemen für ein höchstmögliches Maß an Sicherheit sorgen. Hervorzuheben wäre der Fußgängerairbag, der sich im Fall der Fälle schützend dem jeweilig Verunfallten zwischen Frontscheibe und Motorhaube annimmt. Sehr schön gefällt auch nach wie vor die Positionierung des Totwinkelwarners im Spiegelgehäuse statt im Spiegelglas, was die Sichtbarkeit deutlich verbessert.

Der Totwinkelwarner ist im Spiegelgehäuse verbaut – das verbessert die Sichtbarkeit deutlich. (Bild: heycar)

Es gibt kein Head-up-Display im V40, welches man auch nicht vermisst in Anbetracht der großen Zahlen im digitalen Cockpit – insbesondere im Sportmodus. Dafür wird an die Windschutzscheibe eine LED-Leiste projiziert, welche bei zu dichtem Auffahren den Zeigefinger in unverkennbar visueller Manier und beachtlicher Intensität erhebt. Dabei erkennt das System verlässlich alles – von parkenden Autos über Radfahrer, Fußgänger und vorausfahrende Fahrzeuge.

Man bekommt in einem Volvo den Beweis, gewissermaßen unterzeichnet in roter Signalfarbe, dass man zu oft zu dicht auffährt. Das wiederum liegt sicherlich auch daran, dass der gedopte V40 seine Leistung immerzu wie auf einem Tablett darreicht, von dem man sich viel zu häufig bedient – auch in der Stadt.

Apropos Tablet(t) – ein Touchscreen fehlt auch bei dieser Generation des V40. Die Anmutung von Tasten mit Buchstaben in Dreierformation kennt man noch aus vergangenen Handy-Generationen und löste Erinnerungen an SMS-Tipp-Geschwindigkeitswettbewerbe aus.

Die Infotainment-Steuerung erinnert etwas an ein Mobiltelefon der frühen Nullerjahre. (Bild: heycar)

Beim Soundsystem von Harman Kardon kann man sich das Aufdrehen der Bässe getrost sparen, denn das von Haus aus basslastige System überschlägt sich ansonsten schnell. Ansonsten gefällt der voluminöse Klang recht gut, wenn auch die Höhen ein bisschen zu dünn ausfallen. Ein gutes Raumgefühl stellt sich dank aktivierbarem Surround-Klangspektrum ein.

Das optionale DAB beglückte leider nicht immer, denn es zeigt Aussetzer. Die Bedienung über das Drehrädchen löste mitunter kleine Verstimmungen aus, hier mangelt es an Intuitivität und Schnelligkeit. Beim Senderwechsel dreht man entsprechend schnell und muss aufs Feedback des Systems warten, welches die Sender erst in einem langwierigen Procedere empfangstechnisch zu sortieren scheint.

Sofern man das Navigationssystem nutzt, kann man nicht parallel durch die Radiosender zappen – man zoomt hier durch das Drehen am Rädchen nur ins Bild rein und raus. An diesen Stellen spürt man schon, dass die Technik und deren Bedienung etwas in die Jahre gekommen ist. Nichtsdestotrotz funktioniert es, man benötigt nur mehr Geduld. Die Menüs kennt man nach kurzer Eingewöhnung und weiß die entsprechenden Hürden dann auch zu nehmen.

Sehr angenehm fanden wir die Möglichkeit der Keyless-Bedienungen an allen vier Türen und das selbständige Umklappen der Kopfstützen an der Rückwand der Rücksitzbank, wenn man die Lehnen umklappt.

Die optisch am deutlichsten hervorstechende Neuerung in Form der LED-Hauptscheinwerfern bringen auch funktional einiges an Plus in puncto Licht und Sicherheit. Neben einer sehr guten Ausleuchtung befindet sich auch ein dynamisches Kurvenlicht sowie erweitertes Fernlicht mit an Bord. Als ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsplus erwiesen sich im Test die optionalen wasserabweisenden Seitenfenster vorne, die bei Schmuddelwetter dank zuverlässiger Abperlung von Wasser und Gischt für einen stetigen Durchblick sorgten.

Fazit – Nordischer Fahrspaß mit Schutzschild par excellance

Das Design des Frontgrills wurde von den Geschwistermodellen adaptiert und ist – je nach Austattungsvariante – in schwarz oder glänzendem Chrom erhältlich. (Bild: heycar)

Die Krone für maximale Sicherheit in der Kompaktklasse ist diesem Schweden nach wie vor sicher. Mit einem Fußgängerairbag und einem Heer an hervorragend agierenden Assistenzsystemen zeigt der Volvo V40 wiederholt eindrucksvoll, wie sicher ein heutiges Auto in diesem Segment sein kann.

Technikfreaks werden naserümpfend abwinken, wenn sie das in die Jahre gekommene Bedien- und Infotainmentkonzept begutachten. Schlecht ist es dennoch nicht, denn alles funktioniert und ist gut aufeinander abgestimmt.

Als T5 mit Polestar-Leistungszuwachs zeigte dieser Kompakte eine sportliche Seite, die man ihm in dieser Art gar nicht zutrauen wollte. Mit einem omnipräsenten Fahrspaßfaktor verwandelte er jede Tour zum Erlebnis. Wer einen Fünftürer in der Kompaktklasse mit sportlich-ambitioniertem Charakter sucht, sollte diesen Schweden keinesfalls außer Acht lassen.

Technische Daten

Allgemeines
Kompletter NameVolvo V40 T5 Polestar Performance
Modellstart04/2016
Motor 
Anzahl Zylinder, Anordnung 4, Reihe
Hubraum in ccm1.969
Max. Leistung (kW/PS)186/253
Max. Drehmoment (Nm)400
KraftstoffartSuper
Tankvolumen in Liter62
MotoraufladungTurbo
SchadstoffklasseEuro 6b (NEFZ)
Getriebeart
GetriebeAutomatik
Anzahl Gänge8
AntriebFront
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm4.370
Breite (ohne Spiegel) in mm1.857
Höhe in mm1.420
EG-Leergewicht in kg1.582
Zuladung maximal in kg418
Laderaumvolumen min. in l324
Laderaumvolumen max. in l1.032
FOO
Kombiniert in l/100 km (NEFZ)5,9
CO2-Emission in g/km (NEFZ)137
CO2-EffizienzklasseB
Preis
Einstiegs-Listenpreis in € 38.990
Preis Testwagen in € 51.499

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Titelbild: heycar

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