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Im Test: Toyota RAV4 Hybrid
2. Juni 2020
Autotests

Im Test: Toyota RAV4 Hybrid

Man sieht es ihm vielleicht nicht an, aber der Toyota RAV4 ist ein Klassiker. Nicht nur kann das Modell mittlerweile auf eine mehr als 25-jährige Geschichte zurückblicken, er kann auch für sich reklamieren, mit seiner Marktpremiere im Jahre 1994 gleich ein ganz neues Segment ins Leben gerufen zu haben: das der SUV bzw. Crossover.

Bei diesem heute so beliebten Mix aus PKW und Geländewagen wird die Geländegängigkeit durch Allrad und eine relativ hohe Bodenfreiheit gewährleistet, während auf einen stabilen Leiterrahmen verzichtet wird. Stattdessen ist die Karosserie selbsttragend. Zudem sind die Schaltwege länger als bei Geländewagen, da man den Fahrkomfort auf der Straße höher bewertet als die Fähigkeit, schwere Lasten zu ziehen. Der RAV4 war eines der allerersten Autos, die auf dieses Konzept setzten – wie wir heute wissen, mit großem Erfolg. Wir haben den Toyota zwei Wochen lang getestet.

Antrieb

Mittlerweile gibt es die fünfte Generation des Toyota RAV4 zu kaufen und am Grundkonzept hat sich wenig geändert. Dennoch hat sich das Modell natürlich über die Jahre gewandelt. Dabei ist vor allem das Antriebskonzept modernisiert worden. Schon bei Generation vier hatten 85 Prozent aller Auslieferungen einen Hybrid-Antrieb. Beim neuesten Modell sollen es sogar mehr als 90 Prozent werden, denn seit diesem Jahr gesellt sich auch noch ein Plug-in-Hybrid zur Familie dazu.

Auch unser Testwagen ist nicht nur mit einem 2,5 Liter großen Benziner (178 PS, 221 Nm) ausgestattet, sondern auch mit zwei Elektromotoren, einer an jeder Achse. Der vordere E-Motor leistet 120 PS und hat ein Drehmoment von 202 Nm, beim hinteren sind es 54 PS und 121 Nm. Insgesamt ergibt sich eine Systemleistung von 222 PS – 25 mehr als beim Vorgängermodell. Der Allradantrieb ist nicht permanent, sondern elektrisch geregelt. So können je nach Situation bis zu 100 Prozent der Kraft an die Vorderachse geschickt werden oder bis zu 80 Prozent an die Hinterachse.

Design

Der RAV4 hat nicht nur an Kraft gewonnen, er präsentiert sich auch bulliger. An der Front, wo der letzte RAV4 noch ein verschmitztes Lächeln zur Schau trug, finden sich nun hängende Mundwinkel und ein grimmiger Blick. Dieser wird erzeugt durch schmale Scheinwerferschlitze, vor allem aber auch durch einen neu gestalteten, flächigen Kühlergrill, einen breiten Stoßfänger sowie durch tiefe Falten, in denen die Tagfahrlichter sitzen. Insgesamt ist die Schnauze flacher geworden, da die Motorhaube nun bis zur Front beinahe horizontal verläuft, also kaum noch abfällt.

Der aktuelle RAV4 ist deutlich bulliger als sein Vorgänger (Bild: heycar)

Mehr Charakter als sein Vorgänger erhält das japanische Kompakt-SUV auch durch eckigere Radkästen, durch eine markante Einkerbung im Bereich der D-Säule und durch einen Hintern, der von einem Stoßfänger und einem Diffusor weit nach oben gepusht wird. Optional erhältlich ist außerdem ein farblich abgesetztes Dach, mit dem man weitere Akzente setzen kann.

Verfängt das Design? Nun, das ist natürlich immer zuvorderst Geschmackssache. Im Land der Premium-Hersteller mag man dem RAV4 vielleicht vorwerfen, dass er aus der Masse asiatischer Kompakt-SUV trotz der jüngsten Maßnahmen zur Charakterschärfung nicht deutlich genug heraussticht. Wenn das so sein sollte, muss man sagen: Die Welt sieht das anders.

Im Vierteljahrhundert seiner Existenz wurde der RAV4 mehr als zehn Millionen Mal verkauft, womit er laut Toyota das meistverkaufte SUV überhaupt ist. Letztes Jahr rangierte der Japaner mit einem Absatz von knapp einer Millionen Exemplare sogar über alle Segmente hinweg auf Platz vier der meistverkauften PKW. Dabei ist Nordamerika mit Abstand der wichtigste Markt vor Europa. Vor allem die Amis lieben das Design des RAV4 also.

Fahrgefühl

Setzt man das 1,7 Tonnen schwere Fahrzeug in Bewegung, stellt man fest, dass es auch von seinem Fahrverhalten eher zum american cruising einlädt, als zur deutschen Autobahnraserei. Oder anders ausgedrückt: Der Sport-Modus verdient seinen Namen nicht wirklich. Der RAV4 wirkt nämlich weitaus wuchtiger, als sein Gewicht es vermuten lassen würde. Das merkt man vor allem beim Bremsen, wo das Gewicht deutlich nachdrückt.

Bei der Top-Variante "Lounge" sind 18-Zöller inklusive (Bild: heycar)

Aber auch die Beschleunigung bleibt in der Praxis hinter den Erwartungen zurück, die von den offiziellen Messwerten geweckt werden. Spritzige 8,1 Sekunden stehen im Datenblatt notiert. Dieser Wert mag möglich sein, wenn man das Gaspedal voll durchdrückt und den ohnehin schon recht lauten Motor noch weiter aufheulen lässt. Zu solchen Manövern fühlt man sich aber durch den Gesamteindruck, den der Wagen macht, in keinster Weise aufgefordert.

Bei der Endgeschwindigkeit ist der RAV4 mit 180 km/h Spitze da schon eher in einem angemessenen Terrain – wobei man sich schon allein aufgrund der relativ starken Windgeräusche besser im Bereich von 120 bis maximal 150 km/h bewegt, wenn man komfortabel reisen will. Der Verbrauch liegt in diesem Fall zwischen 8 und 9 Litern.

Neben dem schon erwähnten Sport-Modus hat man die Wahl zwischen vier weiteren Programmen. Außer dem „Normal“-Modus, sind das der „Trail“-Modus für rutschige Untergründe, der „Eco“-Modus, der das gesamte Spritsparpotenzial ausnutzt und auch die Klimaanlage drosselt sowie der „EV“-Modus, mit dem man bis zu 1,5 Kilometer mit bis zu 50 km/h rein elektrisch zurücklegen kann.

Interieur

In der Ausstattungslinie „Lounge“, der höchsten von sechs angebotenen, ist der RAV4 mit bequemen Ledersitzen ausgestattet, deren Seitenhalt trotz eher breiter Ausformung völlig ausreichend ist. Eine Lordosenstütze, die wie auch die übrigen Einstellungen des Fahrersitzes elektrisch angepasst wird, sorgt für zusätzlichen Komfort.

Der Beifahrersitz wird hingegen per Hand zurechtgerückt. Nicht hinter dem Fahrersitz zurückstecken muss er bei der Klimatisierung. Beide Sitze können in drei Stufen geheizt und auch gekühlt werden. Abgesehen davon, dass die Kühlung ein leises, aber im Stadtverkehr doch hörbares Geräusch erzeugt, ist sie ein wirklich tolles Feature, das man ab dem Frühling genauso wenig missen will wie die Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Im Winter freut man sich hingegen über das beheizbare Lenkrad und eine beheizbare Frontscheibe.

Insgesamt ist das Interieur gut verarbeitet und mit soliden Materialien gefertigt, deren Mix stimmig ist. Es herrschen Soft-Touch-Kunstlederflächen und Zierelemente mit Alu-Look vor. Ein paar Schwächen leistet man sich aber auch. So ist die Armlehne in der Mittelkonsole nicht sonderlich bequem. Und auch der aus Hartplastik geformte Teil der Mittelkonsole, der an den Fußraum angrenzt, stört durch seine Härte, weil er bei längeren Fahrten permanent Kontakt zum Bein hat. An den Drehreglern von Klimaanlage und Radio sowie an den Türgriffen hat man griffiges Gummi platziert. Das ist mal was anderes und wirkt wie eine gute Wahl – wobei natürlich die Frage ist, wie es altern wird.

Infotainment

Das Infotainment-System ist vielleicht die größte Schwachstelle des RAV4, denn es wirkt angestaubt. An den Rändern des acht Zoll großen Touchscreens sind konventionelle Knöpfe zu finden, mit denen man direkt zu den einzelnen Menüpunkten, wie dem Navi oder dem Radio gelangt. Das ist zwar einerseits praktisch, konterkariert aber die Idee eines Touchscreens.

Generell ist die Grafik des Displays in Ordnung, doch das Bild der 360-Grad-Kamera ist nicht wirklich scharf. Auch die Bedienung ist mitunter unnötig umständlich, etwa wenn man im Navi eine Adresse eingeben will: Um zwischen der Buchstaben- und Zahleneingabe hin- und herzuwechseln, muss man immer erst mal in ein Obermenü wechseln, also zwei Mal klicken. Und bei jedem Klick piepst es.

Das alles macht nicht den Eindruck, als hätte Toyota das Thema Multimedia bei der Konzeption des Wagens ins Zentrum gerückt. Auch die Tatsache, dass das Display auf dem Armaturenbrett bzw. der Konsole klebt und nicht darin integriert ist, unterstreicht diesen Eindruck. Nicht mal die JBL-Anlage kann hier Boden gut machen, denn ihr Sound wird dem prominenten Namen nicht gerecht. Erfreulich: Die Sprachsteuerung funktioniert gut.

Praktikabilität

In Sachen Praktikabilität kann der RAV4 punkten. Sowohl in der Höhe wie auch in der Länge bietet er so viel Platz, dass vier knapp zwei Meter große Personen in ihm reisen könnten. Auf den Rücksitzen freuen sich Passagiere nicht nur über elektrische Fensterheber, sondern auch über eine Sitzheizung. Der Kofferraum ist mit 580 Litern ausreichend dimensioniert und hat eine elektrische Klappe. Man kann in ihm locker zwei große und ein paar kleinere Gepäckstücke unterbringen. Bei umgeklappter Rückbank und dachhoher Beladung passen sogar 1.690 Liter rein.

Den Kofferraum des RAV4 so voll zu laden ist durch ein seltenes Feature sogar durchaus praktikabel. Der Rückspiegel schaltet nämlich mit einem Handgriff auf eine digitale Anzeige um. Man sieht dann nicht mehr die natürliche Spiegelung, sondern das Bild einer im Heck montierten Kamera. Diese hat einen etwas weiteren Winkel, sodass man anfangs irritiert ist. Aber hat man sich daran gewöhnt, ist diese Funktion durchaus nützlich – auch nachts, wenn einen die Scheinwerfer der Autos hinter einem blenden. Man kann die Anzeige nämlich verdunkeln.

Preis & Ausstattung

Der Toyota RAV4 Hybrid startet bei rund 34.000 Euro. Dafür erhält man bereits einige Schmankerl wie 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, LED-Tagfahrlichter und -Heckleuchten, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein Lederlenkrad, eine Verkehrsschilderkennung, eine Adaptive Cruise Control oder einen Spurhalteassistent mit Lenkhilfe.

Wer sich für die knapp 50.000 Euro teure Top-Ausstattung „Lounge“ entscheidet, die unser Testwagen mitbrachte, freut sich naturgemäß über so ziemlich alles, was Neuwagen heutzutage noch so mitbringen (Auswahl):

  • 18-Zoll-Leichtmetallfelgen

  • LED-Scheinwerfer

  • Toter-Winkel-Warner

  • 360°-Kamera

  • Einparkhilfe mit aktiver Bremsunterstützung

  • Smart-Key-System

  • Digitalradio (DAB+)

  • JBL-Soundsystem

  • Induktives Laden

  • Alarmanlage

Fazit

Das Ur-SUV von Toyota bietet zeitgemäße Technik und viel Ausstattung für einen vergleichsweise günstigen Preis. Selbst Geländetauglichkeit ist gegeben, sodass der RAV4 ein praktisches Autos für alle ist, die sich auf Reisen, im Beruf oder bei der Ausübung ihrer Hobbies auch mal abseits der Asphaltpisten bewegen. Abstriche machen muss man bei den Gesichtspunkten Sportlichkeit und Qualität des Multimedia-Systems.

Technische Daten Toyota RAV4 Hybrid

Allgemeines
Kompletter NameToyota RAV4 2.5 Hybrid Lounge AWD
Marktpremiere2019
Motor
BauartOtto
Anzahl Zylinder, Anordnung4, Reihe
Hubraum2.487
Max. Leistung (kW/PS)131/178
Max. Drehmoment (Nm bei U/min)221 bei 3.600 – 5.200
KraftstoffartSuper
Tankvolumen in Liter55
MotoraufladungKeine
SchadstoffklasseEuro-6d-ISC-FCM
Elektromotor vorne
Max. Leistung (kW/PS bei U/min)88/120 bei 0
Max. Drehmoment (Nm bei U/min)202 bei 0
Elektromotor hinten
Max. Leistung (kW/PS bei U/min)40/54 bei 0
Max. Drehmoment (Nm bei U/min)121 bei 0
Batteriegröße in kWh1,59
Elektrische Reichweite in km2
Gesamtsystemleistung
Max. Leistung (kW/PS)163/222
Getriebeart
GetriebeCVT-Getriebe
Anzahl Gänge1
AntriebElektrischer Allrad AWD-i
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm4.600
Breite (ohne Spiegel) in mm1.855
Höhe in mm1.685
EG-Leergewicht in kg1.795
Zuladung maximal in kg390
Laderaumvolumen min. in l580
Laderaumvolumen max. in l1.690
Fahrleistungen (laut Toyota)
Höchstgeschwindigkeit in km/h180
Beschleunigung 0-100 km/h in s8,1
Verbrauch (laut Toyota)
Innerorts in l/100 km (NEFZ)4,3 – 4,1
Kombiniert in l/100 km (NEFZ)4,4 – 4,2
CO2-Emission in g/km (NEFZ)99 – 96
EffizienzklasseA+
Preise
Einstiegs-Listenpreis in €33.990
Preis Testwagen in €49.270

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