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Im Test: Subaru BRZ Sport+
13. Februar 2020
Autotests

Im Test: Subaru BRZ Sport+

Manche Autos bieten praktisch alles – und lassen einen trotzdem kalt. Und manche Autos bieten vieles nicht – und doch freut man sich auf jede Fahrt. So ein Auto ist der Subaru BRZ. Wir haben den japanischen Sportwagen, dessen baugleiches Schwestermodell der Toyota GT86 ist, einem Zwei-Wochen-Test unterzogen.

Ein Trip in die Vergangenheit

Der erste Kontakt mit dem BRZ lässt einen meinen, man sei gerade einer Zeitkapsel entschlüpft. Die Türen fallen irgendwie scheppernder ins Schloss, als man es von neuen Autos gewohnt ist. Auch das Cockpit vermittelt, von ein paar modernen Einsprengseln wie einem mickrigen 7-Zoll-Touch-Display oder einem Start-Stopp-Knopf abgesehen, das Flair der Nullerjahre. Sogar eine Handbremse ragt prominent aus der Mittelkonsole. Und die Türverriegelungen kann man getrost noch einmal zehn Jahre zurückdatieren (wobei die 90er ja schon wieder in sind).

Test Subaru BRZ
Das Interieur des BRZ ist mittlerweile antiquiert, sieht aber nicht schlecht aus

Auch nach Start des 2-Liter-Boxermotors bewegt man sich weiter durch die Vergangenheit. Beim Einparken muss man nicht nur auf eine Rückfahrkamera, sondern auch auf einen piepsenden Sensor verzichten. An dieser Stelle vermisst man die gute, alte Zeit nun wirklich nicht. Denn der BRZ hat hinten keinen Scheibenwischer – und wenn die Heckscheibe mit Regentropfen übersät ist, beträgt die Sicht gleich Null. Weitere Errungenschaften des Tech-Zeitalters, die nicht mit an Bord sind: Spurhalteassistent, Totwinkelwarner, Bremsassistent.

Abgesehen davon, dass er optisch aus der Zeit gefallen wirkt, ist der Innenraum des BRZ funktional gehalten. Farblich gefällt er, doch die Materialien sind nicht besonders hochwertig. Immerhin gibt es Sportsitze in einer Leder-Alcantara-Kombination, bei deren Konzeption sich Subaru und Toyota allerdings an der Größe des Durchschnittsjapaner orientiert zu haben scheinen: Sie fallen etwas sehr eng aus und wecken nicht den Wunsch, mehrere Stunden in ihnen zu verbringen.

Setzt man den BRZ in Bewegung, fallen schon auf den ersten Metern die hakenden unteren Gänge des 6-Gang-Schaltgetriebes auf – und die nicht gerade direkte Gasannahme. Man fragt sich: Wo sind bitte die 200 PS? Doch dann klingelt es: Richtig, der BRZ hat ja den für Subaru typischen Boxermotor. Und der will hochgedreht werden.

Limitierte Leistung

Subaru BRZ Test Motor
Der Boxermotor ist das Markenzeichen von Subaru. Dem BRZ verleiht er einen niedrigen Schwerpunkt

Lässt man den Fuß bis zum roten Bereich auf dem Gas, wird der Vortrieb tatsächlich „sportlich“. Wir haben auf feuchter Strecke mit Winterreifen ungefähr die Werksangaben von 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h erreicht, sodass der BRZ unter Idealbedingungen sicher noch mal einige Zehntel schneller ist. Zum Vergleich: Der auf dem Papier fast 2 Sekunden schnellere Honda Civic Type R brauchte unter ähnlichen Bedingungen mehr als 8 Sekunden, da er seine 320 PS nicht auf die Straße bekam.

In Sachen Autobahn-Performance zeigen sich die Leistungslimitierungen des BRZ dann aber deutlich, vor allem weil er einem bei höheren Geschwindigkeiten wenig Vertrauen einflößt. Durch seine sehr direkte Lenkung, die kompakten Maße und das geringe Gewicht liegt der Wagen alles andere als satt auf der Straße. Wenn dazu noch die Fahrbahn nass ist, sieht man vor jeder engeren Kurve das Heck am Vorderfenster vorbeirauschen. Diese Sorge mag vielleicht etwas übertrieben erscheinen, doch ein Besuch beim ADAC-Intensivtraining hat gezeigt: Die Grenze zwischen Kontrolle und Schlitterpartie wird beim BRZ schnell und plötzlich überschritten. Da will man es auf der Autobahn lieber nicht drauf ankommen lassen.

Gebaut für die Landstraße

Subaru BRZ Test
Ob Subaru BRZ oder Toyota GT86: Auf der Landstraße fühlen sie sich am wohlsten

Das dankbarste Habitat des Subaru BRZ ist darum die Landstraße. Hier kann man den Motor ungeniert bis zum roten Bereich hochdrehen und den vom Generator untermauerten Sound genießen. Bei kurvenreichen Fahrten ist allerdings ein wenig Können am Schalthebel gefragt. Denn das volle Drehmoment von 205 Nm steht erst bei 5.000 und 7.000 Umdrehungen zur Verfügung. Wer nicht den richtigen Gang trifft, beschleunigt nicht optimal aus der Kurve heraus.

Überhaupt ist der BRZ das, was man im englischen Sprachraum „driver’s car“ nennt: Ein Auto, das eine Menge Fahrspaß bietet – aber nur, wenn man es richtig zu handhaben weiß. Gerade weil sich seine Power nur im oberen Drehzahlbereich voll entfaltet, weil die Schaltwege knackig, aber nicht zu kurz sind, und weil er so direkt einlenkt, wird man permanent als Fahrer gefordert. Zurück bekommt man das tolle Gefühl, mit dem Wagen völlig verschmolzen zu sein.

Profis hinterm Steuer loben den Subaru nicht ohne Grund für sein phänomenales Handling. Der flache Boxermotor sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt und die Gewichtsverteilung auf Vorder- und Hinterachse ist nahezu ausgeglichen. Der BRZ kann dadurch behände um Kurven geschmissen werden. Sogar fein dosierbare Drifts sind möglich.

Das Fahrwerk des Wagens ist straff gehalten, lässt den Fahrkomfort aber nicht gänzlich außer Acht. Bodenwellen und Kopfsteinpflaster werden souverän geschluckt. Die Bremsen des Subaru lassen sich gut dosieren, könnten aber insgesamt besser zupacken.

Im Alltags-Test

Für den Alltag eignet sich der Subaru BRZ indes nur bedingt. Wie schon erwähnt, schaltet er sich im ersten und zweiten Gang etwas hakelig, wodurch Fahrten in der Stadt mitunter mühsam sind – auch wenn er sich natürlich sehr wendig bewegt. Dazu sitzt man relativ tief und hat auch nicht die beste Rundumsicht. Des Weiteren mangelt es dem Wagen an Platz. Die Rücksitze wirklich als Sitze zu nutzen, ist angesichts der Beinfreiheit von einigen Zentimetern illusorisch.

Völlig ungeeignet für tägliche Fahrten ist der BRZ aber nicht. Man kann die Rückbank umlegen und den Kofferraum, der mit 243 Litern ohnehin schon ordentliche Maße hat, noch einmal ein gutes Stück erweitern, sodass man locker sechs Getränkekisten Bier und ein paar Einkaufstüten oder einiges an Reisegepäck transportieren kann.

Fazit: Das Dach muss ab

Die häufigste Kritik am Subaru BRZ ist, dass er zu wenig Leistung hat. Ganz von der Hand zu weisen, ist das nicht: 200 PS und ein Drehmoment von 205 Nm sind heutzutage schon für Hot-Hatches mittelklassig – und enttäuschen dementsprechend in einem klassischen Sportwagen. Andererseits ist unklar, ob das Gesamtfahrgefühl des Japaners noch so rund wäre, wenn der Motor mehr Leistung hätte.

Denn so wie der Saugmotor ohne Turboaufladung aktuell beschaffen ist, entfaltet er seine Kraft sehr linear und organisch. Das mag zur Folge haben, dass der BRZ im Sprint im Rennen mit vielen anderen Sportlern nicht mithalten kann. Dafür fühlt er sich authentischer an, als Zeitgenossen mit Turbo(loch).

Dazu kommt, dass noch mehr Schub dem Handling nicht unbedingt guttun würde. In seiner aktuellen Gestalt wird der BRZ dafür geliebt, dass er sich so punktgenau steuern lässt – was auch mit einem gut dosierbaren Gaspedal zusammenhängt. Überbordende Power würde das eventuell verhindern.

Alles in allem ist es Subaru (und Toyota) also gelungen, ein Auto zu bauen, das ganz im Sinne des Yin und Yang so etwas wie eine perfekte Harmonie aus Leistung, Gewichtsverteilung und Stabilität gefunden hat. Das letzte fehlende Puzzlestück ist darum eine Cabrio-Variante, die auch noch dem Innen und Außen zur Harmonie verhilft. Das würde den BRZ endgültig zum perfekten Sommerwochenendauto machen.

In Zahlen: Subaru BRZ 2.0i Sport+

Allgemeines
Marktpremiere2012
Facelift2019
Motor
Anzahl Zylinder, Anordnung4, Boxer
Hubraum in ccm1.998
Max. Leistung (kW/PS bei U/min)147/200 bei 7.000
Max. Drehmoment (Nm bei U/min)205 bei 6.400
KraftstoffartSuper Plus
Tankvolumen in Liter50
MotoraufladungKeine
SchadstoffklasseEuro 6d-TEMP-EVAP-ISC (WLTP)
Getriebeart
GetriebeSchaltgetriebe
Anzahl Gänge6
AntriebHeck
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm4.240
Breite (ohne Spiegel) in mm1.775
Höhe in mm1.325
EG-Leergewicht in kg1.245
Zuladung maximal in kg425
Laderaumvolumen min. in l243
Laderaumvolumen max. in l330
Fahrleistungen (laut Subaru)
Höchstgeschwindigkeit in km/h226
Beschleunigung 0-100 km/h in s7,6
Verbrauch (laut Subaru)
Innerorts in l/100 km (NEFZ)12,1
Kombiniert in l/100 km (NEFZ)8,6
CO2-Emission in g/km (NEFZ)196
EffizienzklasseG
Preis
Einstiegs-Listenpreis33.480 €
Preis Testwagen35.571 €

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Top-Modelle

Moritz Pohl
Moritz Pohl

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