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Im Test: Opel Zafira Life
29. Dezember 2021
Autotests

Im Test: Opel Zafira Life

Vor mehr als zwei Jahrzehnten wurde der Opel Zafira als Kompaktvan auf den Markt gebracht und erfreute sich schnell, vor allem bei größeren Familien, größter Beliebtheit. Die Zwischenzeit verlief turbulent für Opel, aber mittlerweile gehören die Rüsselsheimer zum PSA-Konzern. Was im Falle des Zafira den Vorteil hat, dass er sich seine neue, deutlich gewachsene Karosserieform mit weiteren Modellen des Konzerns teilt. Aus diesem Grund ist der Zafira Life nahezu baugleich mit dem Peugeot Traveller, Toyota Proace Verso, sowie dem Citroën SpaceTourer.

Ob das auch für die Kundschaft mit Kind ein Vorteil ist und ob sich der Zafira seine Opel-spezifischen Tugenden bewahren konnte, klären wir im Test. Wir fuhren den Opel Zafira Life in der „Elegance“ Variante und der Größe M. Dazu gab es die stärkste verfügbare Motorisierung: einen 177 PS starken Turbodiesel.

Außenperspektiven im Detail

Der Opel Zafira Life hat nichts mehr mit seinen Minivan-Vorgänger-Generationen gemein (Bild: heycar).

Von außen sieht der Zafira seinen Geschwistern zum Verwechseln ähnlich. Unterschiede gibt es wenige, doch lassen diese die Rüsselsheimer Zugehörigkeit klar erkennen. So ziert die Front der Opel-typische Blitz-Kühlergrill, in dessen Mitte das Markenlogo prangt. Flankiert wird dieser von Xenon-Scheinwerfern mit etwas größeren Abmessungen als beispielsweise beim Peugeot Traveller. Die Seitenperspektive, wie auch die Heckansicht, offenbart die unverkennbaren Züge eines Kastenwagens und nicht mehr eines Minivans. Mit groß dimensionierter Fahrgastzelle und viel Glasfläche ringsum. Hübsch anzuschauen: Die Leichtmetallräder im Zweifarbton.

Kasten-Van auch im Interieur?

Das durchgehende Armaturenbrett ohne Mittelkonsole lässt die Nutzfahrzeugs-DNA des Zafiras nicht leugnen, ist aber praktisch (Bild: heycar).

Der geräumige Innenraum des Zafira Life ist bis auf verschwindend geringe Offenbarungen – im Prinzip nur dem Opel-Logo – durchgängig analog zu seinen Modellgeschwistern. Als Fahrer blickt man auf klassische Rundinstrumente und hält ein ansehnliches, angenehmes Lenkrad in den Händen. Allerdings sieht man dem Zafira seinen Nutzfahrzeug-Ursprung auch stehts an. Eine klassische Mittelkonsole ist im Grunde nicht vorhanden. Ein Wahlhebel für die Automatik ist hier als Drehrad konzipiert, welches im unteren Bereich der Instrumententafel integriert wurde und leider etwas schwammig funktioniert.

Platzangebot und Raumgefühl

Vorne nimmt man auf zwei bequemen Sitzen Platz, deren Polsterung das hält was der schicke Lederbezug verspricht. Das Raumangebot ist mehr als großzügig und nimmt auch ab der zweiten Sitzreihe nicht ab. Auf dieser gibt es drei vollwertige Plätze. Dahinter finden in der dritten Sitzreihe nochmal drei weitere Passagiere Platz.

Das Raumgefühl ist überall großzügig – auch ganz hinten, was bei vielen anderen Autos mit drei Sitzreihen und meist nur zwei Sitzplätzen nicht immer behauptet werden kann. Selbst Erwachsene nehmen hier einen recht bequemen Platz ein, den sie auch über längere Fahrten und Reisen genießen können. Zudem finden sich auch Ablagen überall, auch auf der hintersten Reihe.

Das Infotainment und die Bedienung

Das Infotainment des Rüsselsheimers lässt sich sehr gut bedienen, bis auf den gewöhnungsbedürftigen Gangwahl-Drehknauf (Bild: heycar).

Der zentral positionierte Touchscreen gehört zwar nicht zu den Größten, erfüllt aber seinen Zweck ohne Tadel. Die Anordnung aller Bedienelemente gelang übersichtlich und logisch. Erfreulich ist, dass neben der schnellen Verfügbarkeit des Infotainments nach dem Fahrzeugstart und der schnell-reagierenden Touch-Funktionen des Bildschirms, alle anderen Bedienelemente als Hard Keys – also physische Tasten und Schalter – existieren. Wirkt im Zeitalter der Sensorflächen mit Berührungs- und Wischfunktion vielleicht anachronistisch, ist von der Bedienbarkeit her aber angenehm leicht und funktioniert immer. Gleiches gilt für die Bedienelemente am Lenkrad – die Funktionen der Drehregler und Tasten gehen bereits nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut über. Hier findet sich auch die Aktivierung der Sprachsteuerung, welche im Praxistest die Sprachbefehle nahezu fehlerfrei verstand und ausführte. Dafür muss man sich allerdings streng an das vorgegebene Schema halten, welches bei Aktivierung der Sprachfunktion mit Beispielen auf dem Zentraldisplay vorgegeben wird.

Das Navigationssystem ist simpel aufgebaut, gut lesbar und sehr hilfreich im Zafira - trotz kleinem Display (Bild: heycar).

Überaus löblich ist auch die Routenführung des Navigationssystems. Eine schlichte, dafür aber übersichtliche Kartendarstellung, sowie die stets zuverlässige Berücksichtigung von Verkehrsereignissen machte sie zum unverzichtbaren Helfer. Wer gern Musik hört, kommt beim Soundsystem des Zafira nur mit niedrigen Ansprüchen auf seine Kosten. Der Klang ist neutral und eher dünn. Hohe Lautstärken sorgen neben einem erhöhten Klirrfaktor auch für einige Resonanzen in den Türverkleidungen. In der Praxis dreht man schnell wieder leiser.

Sicherheitspersonal im Van

Bei den Assistenzsystemen fiel uns der sehr sensibel agierende Frontkollisionswarner auf, der die Charakterzüge eines verängstigten Beifahrers hat, indem er wiederholt viel zu früh eine Kollisionswarnung auslöste. Die Rückfahrkamera zeigt einen 180-Grad-Rückblick vom Fahrzeug mittels Bildwiedergabe in moderater Auflösung.

Ein Head-up-Display liefert die wichtigsten Parameter wie Geschwindigkeit oder Pfeilnavigation als Projektion auf eine Plexiglasscheibe, am unteren Rand des Fahrersichtfeldes. Dadurch bleibt der Blick da, wo er hingehört. Ein großes Sicherheitsplus garantieren zudem die Xenonscheinwerfer, die trotz der kleineren Leistungswerte von 25 Watt ein hervorragendes, durchgängig homogenes und weitreichendes Lichtbild liefern. Damit man nicht den Führerschein riskiert, informiert die Verkehrszeichenerkennung zuverlässig über die aktuellen Geschwindigkeitsregularien und ein Abstandstempomat fädelt sich nach Aktivierung sehr sanft in den laufenden Verkehr ein.

Praktikabilität

Die elektrischen Schiebetüren lassen sich auf vielfältigste Art und Weise bedienen und sind bei dem Zafira essenziell (Bild: heycar).

Der Zugang zu den hinteren Sitzreihen wird durch elektrische Schiebetüren ermöglicht, die auch vom Fahrerplatz, sowie per Fußschwenk von außen bedient werden können. Das geht schnell und man benötigt wenig Platz beim Öffnen. Beide Sitzreihen sind mittels längs verlaufenden Schienensystemen variabel justierbar und die Rückenlehnen zweigeteilt umklappbar. Dadurch kann man, je nach Bedarf, entweder den verfügbaren Platz auf alle Sitzreihen gleichmäßig aufteilen, oder für mehr Platz im Kofferraum sorgen.

Durch ein einfaches Arretierungssystem kann jeder Einzelsitz, oder die beiden Sitzgruppen mit leichten Handgriffen aus den Schienen gelöst und ausgebaut werden. Das Gewicht eines Einzelsitzes ist mit 35 Kilogramm auch allein zu bewältigen. Bei der Sitzgruppe braucht man mit 85 Kilogramm für den Ausbau schon mindestens zwei Paar Hände oder einen Arnold Schwarzenegger. Möchte man den Kofferraum in maximierter Form nutzen, wird der Opel Zafira Life zu einem echten Transporter. Die getestete Fahrzeuglänge M schluckt bis zu 4.200 Liter. Die L-Variante kommt sogar auf fast 5.000 Liter: Umzüge oder ausschweifende Einkäufe im Möbelhaus kann man genauso gut meistern, wie Großeinkäufe.

Motor und Fahrverhalten

Der Zafira Life hat ordentlich Durchzug. Wir könnten uns ihn aber nicht in der langsameren Motorisierung vorstellen (Bild: heycar).

Der stärkste Motor im Angebot ist der zum Einsatz gekommene Turbodiesel mit zwei Litern Hubraum. Der Vierzylinder leistet 177 PS und stellt bereits ab 2.000 Umdrehungen pro Minute bis zu 400 Newtonmeter Drehmoment bereit. Eine Automatik mit acht Gängen übernimmt die Übertragung zur Vorderachse mit einer sanften, sehr komfortablen Schaltcharakteristik. So motorisiert ist der Zafira mit ordentlich Durchzugskraft gesegnet und setzt den Kleinbus ausreichend in Bewegung. Dieser kraftvolle Antrieb wird mit einer komfortorientierten Fahrwerksabstimmung kombiniert, wodurch der Van für die Langstrecke geeignet ist. Die Federung kompensiert viele Unzulänglichkeiten souverän, leistet sich nur im unbeladenen Zustand einige Patzer. Diese werden von der Nutzfahrzeug-Hinterachse verursacht, die Querfugen und kurze Stöße mit polternder Unart in den Innenraum durchlässt. Das ändert sich wenn der Zafira einige Personen oder Ladegut aufnimmt, dann wird der Opel zum sanften Asphalt-Gleiter. Wer es darauf anlegt und die 177 PS ausreizt, kann mit dem Kleinbus bis zu 193 km/h schnell über die Autobahn jagen. Die Beschleunigung aus dem Stand bis Tempo 100 ist nach 10,3 Sekunden erledigt. Selbst bei forcierter Gangart legt der Opel eine gutmütige Gelassenheit an den Tag, wenngleich er bei schnellen Richtungswechseln spürbare Wank- und Nickbewegungen aufzeigt; bleibt aber jederzeit im akzeptablen Rahmen. Einmal im Zafira Life unterwegs, bevorzugt man schnell das gelassene Vorankommen. Dabei genießt man die gute Geräuschdämmung, für ein Auto dieser Größe, sowie eine leichtgängige Lenkung. Gleiches gilt für die zuverlässige und leicht dosierbare Bremse. Trotz seiner Kraft erzieht der Zafira Life zum defensiven Cruisen, was aus unserer Sicht auch besser zu einem solchen Fahrzeugs passt.

Der analoge Tacho ist gut beschriftet und die Tanknadel bewegt sich angenehm langsam gen 0 (Bild: heycar).

Das Verbrauchsverhalten konnte mit einem Durchschnitt von 7,3 Litern auf 100 Kilometer durchaus überzeugen. Einen Sparsamkeitstest führten wir auf einer 20 Kilometer langen Strecke durch, auf der neben Landstraße und Ortsdurchfahrten auch einige Zwangsstopps durch Vorfahrtsstraßen und Ampeln lagen. Hierbei verbrauchte der Opel-Van hochgerechnet nur 5,7 Liter auf 100 Kilometer – in Anbetracht der Fahrzeuggröße und Motorleistung ein guter Wert.

Das kostet der Opel Zafira Life

Wer die Opel-Variante dieses Vans sein Eigen nennen möchte, muss mindestens 40.750 Euro auftreiben. Dafür bekommt man den Van in der Basisausstattung „Selection“ – eine von vier Ausstattungsvarianten, zu denen noch „Edition“, „Tourer“ und die Topvariante „Elegance“ gehören. Serienmäßig verfügt das Basismodell schon über diverse Assistenten wie den Müdigkeitswarner, Spurassistenten, eine Verkehrszeichenerkennung, Fernlichtassistenten, Regensensor, sowie den Frontkollisionswarner mit Notbremsassistenten. Weiterhin darf man sich auch über Parksensoren am Heck, digitales DAB+ Radio, eine Sonnenschutzverglasung und einiges mehr freuen. Der Einstiegspreis ist für die Karosseriegröße M. Die Größe L übertrifft die 4,96 Meter lange M-Variante nochmals um 35 Zentimeter. Der Preis dafür beginnt ab 42.325 Euro. Die kurze Karosserieversion S wurde eingestellt. Angetrieben werden alle Versionen von einem Turbodiesel in zwei Leistungsstufen: 145 PS und 177 PS. Eine Elektroversion des Vans mit 136 PS ist ebenfalls im Angebot und wird ab 54.625 Euro angeboten. Unser Testwagen kostete mit optionalen Ausstattungen 59.590 Euro und besaß mit der „Elegance“ die bestmögliche Ausstattungsversion.

Fazit: das Van-Revival

Der Opel Zafira Life ist kein Ersatz für den alten Zafira Minivan, aber eine günstige Alternative für den VW T7 (Bild: heycar).

Der Van ist noch nicht tot. Trotz anhaltendem SUV-Hype beweist der Opel Zafira Life einmal mehr, dass auch ein Van eine gute Figur machen kann. Er beweist sich als ausgewogener Transporter für bis zu acht Personen plus Gepäck. Seine entschleunigende Wirkung wirkt sich von Anbeginn auf Fahrer wie Passagiere aus und sorgt auch auf längeren Reisen für viel Gelassenheit und Seelenheil. Der Zafira Life ist ein echter Van, der mit neutralem und sicheren Fahrverhalten punkten kann. Im Fall des getesteten Diesels mit 177 PS kommt man bei Bedarf auch zügig voran, wodurch so manche Fernfahrt kurzweiliger ausfällt als man vermutet. Seine hohe Variabilität lässt ihn obendrein auch als Nutzfahrzeug zum Einsatz kommen und Platzsorgen muss man selbst beim Einkauf im Möbelmarkt nicht haben. Überzeugend war zudem auch der moderate Verbrauch. So ist der Zafira auch für Personen mit größerem Platzbedarf und kleinerer Portokasse geeignet. Gegenüber dem Peugeot Traveller ist er in der Basis etwas kostspieliger, dafür aber auch besser ausgestattet. Gegenüber eines VW Bullis ist das Sparpotenzial allerdings enorm und wer in dieser Liga auf der Suche ist, sollte sich den Rüsselsheimer Van einmal genauer anschauen.

Technische Daten

Allgemeines
Kompletter Name Opel Zafira Life M 2.0 Diesel Elegance Automatik
Modellstart11/2020
Motor
Anzahl Zylinder, Anordnung4, Reihe
Hubraum in ccm1997
Max. Leistung (kW/PS)130/177
Max. Drehmoment (Nm)400
Kraftstoffart70
Tankvolumen in LiterTurbo
SchadstoffklasseEuro 6d-ISC-FCM (WLTP) 36AP-AR
Getriebe
GetriebeAutomatik
Anzahl Gänge8
AntriebFront
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm4.956
Breite (ohne Spiegel) in mm2.010
Höhe in mm1.890
EG-Leergewicht in kg1.839
Zuladung maximal in kg961
Laderaumvolumen max. in l4.200
Fahrleistungen (laut Opel)
Höchstgeschwindigkeit in km/h193
Beschleunigung 0-100 km/h in s10,6
Verbrauch (laut Opel)
Kombiniert in l/100 km (NEFZ)6,9
CO2-Emission in g/km (NEFZ)180
CO2-EffizienzklasseA
Preis
Einstiegs-Listenpreis in €40.750
Preis Testwagen in €59.590

Opel Zafira kaufen

Lust auf das Vanlife bekommen? Dann schau doch mal auf heycar vorbei, denn bei uns findest du auch den Opel Zafira Life zum Kauf. Bei heycar ist kein Auto älter als 8 Jahre, hat eine maximale Laufleistung von 150.000 Kilometern und es gibt eine Garantie. Alle Händler sind von uns geprüft, die Autos natürlich auch. Hier findest du Angebote:

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Titelbild: heycar

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