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Im Geländetest: Nissan Qashqai 4x4
16. Dezember 2021
Autotests

Im Geländetest: Nissan Qashqai 4x4

Wer den Qashqai mit Allrad fahren will, hat ab der neuen Baureihe J11 hierfür nur eine Möglichkeit: Der Nissan Qashqai 4×4 1.7 dCi. Ausschließlich die Dieselvariante wird mit dem intelligenten Allradsystem ALL-MODE 4x4i angeboten.

Ist der Qashqai damit genügend gerüstet, um wirklich ins Gelände zu fahren? Wir haben es ausprobiert und auch die sonstigen Eigenschaften des Familien-SUV nehmen wir unter die Lupe.

Unterschiede zum Vorgänger

Nissans Quasquai ist ein SUV-Urgestein. Doch schon von der Seite sieht man, dass es kein Geländewagen ist (Bild: heycar).

Wenn man im Datenblatt des aktuellen Modells schmökert, fällt sofort auf, dass es nun keine Angaben mehr zu Böschungswinkel, Rampenwinkel, maximale Steigungen oder Wattiefen gibt. Diese Informationen wurden ersatzlos gestrichen. Die einzige Vergleichsmöglichkeit zum Vorgänger bleibt somit die Bodenfreiheit – und hier hat der Neue von ehemals 200 auf 182 Millimeter, um exakt 18 Millimeter nachgelassen.

Das klingt nicht nach viel, doch in unwegsamen Terrain zählt jeder Millimeter. Zudem werden durch diese Verringerung der Bodenfreiheit besagte Winkel ebenfalls reduziert. Doch lassen wir nicht Zahlen, sondern Fakten sprechen.

Das Allradsystem

Der Böschungswinkel hat auf jeden Fall unter den größeren Überhängen und niedrigeren Bodenfreiheit gelitten (Bild: heycar).

Mit dem ALL-MODE 4x4i verteilt der Qashqai seine Antriebskraft je nach Anforderung und misst dafür permanent den etwaig entstehenden Schlupf an jedem Rad. Wird Radschlupf festgestellt, lässt eine Haldex-Kupplung bis zu 50 Prozent der Kraft zusätzlich an die Hinterachse. Laut Modellbeschreibung von Nissan kommt das in erster Linie bei Schnee oder Regen zum Einsatz.

Dies bedeutet, dass das System hauptsächlich entwickelt und abgestimmt wurde, um bei herausfordernden Bedingungen auf befestigtem Untergrund das bestmögliche Gripverhalten zu gewährleisten. Im Gelände klappt das zwar auch, allerdings zeigt einem der Wagen hier schnell klare Grenzen auf.

Ein großer Vorteil ist, dass man per AWD-Lock-Taste das Allradsystem zur permanenten Arbeit zwingen kann. Dabei bleibt die Kraftverteilung leider fix; je 50 Prozent pro Achse. Vor allem beim Befahren anspruchsvollerer Strecken empfiehlt es sich diese Funktion bereits zu Beginn zu aktivieren.

Mindestens genauso nützlich ist die Möglichkeit, die Hinterachse durch Umschalten auf 2WD komplett zu entkoppeln. Das reduziert beim Fahren auf befestigten Straßen die Anzahl bewegter Teile und spart somit Kraftstoff.

Der Nissan Qashqai 4×4 im Gelände

Die Plastikverkleidungen sehen zwar robust aus, aber einen Unterbodenschutz hat der Quashqai nicht (Bild: heycar).

Über Feldwege, Wiesen oder trockene Felder kommt der Nissan Qashqai 4×4 problemlos und zeigt keinerlei Probleme bezüglich des Schlupfverhaltens. Das hat er in unserem Test mit unerschütterlicher Souveränität bewiesen. Vor allem im oben erwähnten Lock-Modus krabbelt das SUV brav durch größere Pfützen und kleinere Spurrillen. Der Japaner hat also durchaus das Zeug dazu, völlig problemlos durch leichtes bis mittleres Gelände zu kommen.

Wird es anspruchsvoller, sind die Grenzen allerdings klar gesetzt. Ohne entsprechende Bodenfreiheit läuft der Qashqai schnell Gefahr, aufzusetzen – er besitzt zudem keinerlei Unterbodenschutz. Das ist deswegen problematisch, weil es zu Beschädigungen führen kann und das Fahrzeug sich außerdem schneller festfährt.

Da auch die Achsdifferenzialsperren fehlen, bringt nur ein angetriebenes Rad pro Achse nicht viel, um durch herausforderndes Gelände zu kommen. Auch fehlt der Allradversion eine Bergabfahrhilfe, die bei großem Gefälle hilfreicher Weise das langsame Herunterbremsen automatisch erledigen würde.

Aus diesem Grunde haben wir gar nicht erst versucht, von Offroad-LKWs verschlammte, spurrillenträchtige Wege zu bewältigen oder gar über felsige Abschnitte zu kraxeln.

Dafür durchfuhren wir ungefähr 80 Kilometer staubiges Gelände. Das waren sandige, mit Wurzeln durchzogene Waldwege, nasse Wiesen auf mitunter recht hügeligem Grund sowie Schotterpisten mit größeren Schlaglöchern. Hier machte der Qashqai 4×4 eine sehr gute Figur. Auch wenn sicherlich mehr als zwei Drittel davon auch mit dem Frontantrieb bewältigt werden könnte, gab uns das Allradsystem in der einen oder anderen Situation doch ein Mehrgefühl an Sicherheit.

Der Nissan Qashqai auf der Straße

Das Infotainment aus unserer Grundausstattung ist aufgeräumt und gut zu bedienen, aber teilweise etwas altmodisch (Bild: heycar).

Hier wollen wir speziell auf die Eigenschaften des Allradsystems eingehen. Sobald es auf den Straßen etwas rutschiger wird, trumpft der Qashqai 4x4 deutlich auf. Gerade im Sommer, wenn nach längerer Trockenheit ein Regenschauer Blütenpollen und Schmutz auf die Straße spült und daraus eine Art Schmierseifen-Film auf der Straße wird. Solche Situationen kommen hin und wieder durchaus winterlichen Verhältnissen gleich.

Hier sicherte sich der Allrad-Qashqai eindeutige Vorteile im Kurvenhandling und auch beim Lastwechsel, bei dem in entsprechenden Situationen beide Achsen vom Schleppmoment des Motors profitierten. An rutschigen Steigungen gelang vor allem das Anfahren viel besser, da die Hinterachse ordentlich mithalf und der 4×4 locker am Fronttriebler vorbeizog, der mit einer Vorderachse im Antischlupfregelungs-Würgegriff das Nachsehen hatte.

Der Vergleich zum Wettbewerb

Machen wir es kurz: Auch die Konkurrenz kocht nur mit Wasser. Der Großteil aller SUVs in diesem Segment ist mit Allradsystemen ausgestattet, welche vor allem performanceorientiert den Einsatz auf befestigtem Untergrund optimieren sollen. Doch natürlich gibt es für viele Regeln auch mal Ausnahmen. Diese Fahrzeuge sind dann allerdings meist in vollkommen anderen Preisklassen zu finden und deswegen wäre ein direkter Vergleich nicht fair.

Fazit: Ausgewogener Begleiter mit leichter Geländetauglichkeit

Immer noch ein guter SUV, aber wer Offroad fahren will, oder einfach nur Allrad braucht, findet bessere Alternativen (Bild: heycar).

Unterm Strich ist der Nissan Qashqai 4×4 eine gute SUV-Wahl für alle, die nicht ausschließlich im urbanen Umfeld unterwegs, sondern auch mal den einen oder anderen Feldweg bewältigen müssen. Oder wenn die Heimatadresse im Bergland, oder bergigem Vorland liegt. Denn vor allem für höhere Lagen, in denen es häufiger zu witterungsbedingten Herausforderungen kommen kann, ist der Qashqai mit Allradantrieb eine Option.

Ob man die geringfügig höhere Bodenfreiheit allerdings zwingend braucht, und es nicht auch die Allradversion eines Kombis tut – wie zum Beispiel Golf Variant Alltrack, Skoda Octavia Scout, oder auch ein Mazda 6 mit Allrad-Paket – sei einem jeden selbst überlassen. In jedem Fall wäre dies die günstigere und geräumigere Wahl.

Allen anderen sei der Qashqai eher als Frontantriebler empfohlen. Er steht dem 4x4 bei normalen Straßenverhältnissen in nichts nach. Vor allem im innerstädtischen Bereich ist der Unterschied zwischen den Antriebskonzepten im Grunde nicht wahrnehmbar.

Wer ins echte Gelände will und den Ruf des Abenteuers permanent in den Ohren hat, sollte sich jedoch nach Alternativen umschauen und dabei auf Dinge wie Bergabfahrhilfe, Getriebereduzierung, Differenzialsperre und eine entsprechende Bodenfreiheit achten.

Technische Daten: Nissan Qashqai 4x4

Allgemein
Kompletter NameNissan Qashqai 1.7 dCi Tekna+ 4x4i XTronic
Modellstart 04/19
Motor
Anzahl Zylinder, Anordnung4, Reihe
Hubraum in ccm1.749
Max. Leistung (kW/PS) 110/150
Max. Drehmoment (Nm) 340
Kraftstoffart Diesel
Tankvolumen in Liter 65 (Kraftstoff) / 17 (AdBlue)
Motoraufladung Turbo
Schadstoffklasse Euro 6d-TEMP (WLTP) 36AG-AI
Getriebart
Getriebe CVT-Getriebe
Anzahl Gänge 1
Antrieb Allrad
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm 4.394
Breite (ohne Spiegel) in mm 1.806
Höhe in mm 1.590
EG-Leergewicht in kg 1.655
Zuladung maximal in kg 455
Laderaumvolumen min. in l 430
Laderaumvolumen max. in l 1.598
Fahrleistungen (laut Nissan)
Höchstgeschwindigkeit in km/h 193
Beschleunigung 0-100 km/h in s 11,2
Verbrauch (laut Nissan)
Kombiniert in l/100 km (NEFZ) 5,8
CO2-Emission in g/km (NEFZ) 154
CO2-Effizienzklasse C
Preis
Einstiegs-Listenpreis in € 40.470
Preis Testwagen in € 42.850

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Wenn du jetzt auch mit dem Qashqai das Gelände unsicher machen willst, sieh’ dich doch mal bei heycar um. Bei uns findest du viele Angebote zum SUV von Nissan. Das Beste daran: Bei heycar bekommst du eine Garantie, alle unsere Händler sind von uns geprüft und kein Auto ist älter 8 Jahre alt oder über 150.000 Kilometer gefahren.

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Titelbild: heycar

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