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Im Test: Mercedes-Benz E 450 Cabrio
14. Dezember 2021
Autotests

Im Test: Mercedes-Benz E 450 Cabrio

Mit dem Mercedes-Benz E 450 Cabrio schloss der schwäbische Hersteller die Lücke zwischen C-Klasse und dem ultimativen Viersitzer-Cabriolet, der S-Klasse – welches zusammen mit dem Coupé für die neuste Generation leider eingestampft wurde. So wird die E-Klasse zum neuen Platzhirsch in der großen Cabrio-Klasse: Ein Segment in dem die Fahrtluft äußerst dünn ist.

Abgesehen von nicht-vergleichbaren Ultra-Luxusmarken wie Bentley und Rolls-Royce, heißen die einzigen Konkurrenten Audi A5 und BMW 4er Cabrio. Diese basieren aber, wie die C-Klasse, auf der „kleineren“ unteren Mittelklasse. Als vollwertiger Viersitzer, in dem vier ausgewachsene Menschen unter freiem Himmel längere Zeit Platz finden können, ist unser E 450 also ziemlich einmalig. Ebenfalls ungewöhnlich: die Reihensechszylinder-Kraft des großen Cabrios wird nun erstmals dank 4Matic an alle vier Räder weitergegeben.

Ob sich diese Kombination lohnt und ob das E-Klasse Cabrio alternativlos glücklich macht, erfährst du in unserem Test!

Das Design

Mercedes' E 450 Cabrio zeigt klare Kante: Die Linienführung ist erfrischend unaufgeregt und kommt ohne zerklüftete Kanten aus (Bild: heycar).

Einen Mercedes zu fahren ist etwas Besonderes – das kann man fast so stehen lassen. Doch dann wäre der Bericht zu Ende bevor er begonnen hat. Wir nehmen uns lieber etwas Zeit und fassen unsere Eindrücke zum sanftmütigen Allwetter-Cabrio zusammen. Verdient hat der E 450 es allemal.

Rein optisch erhielten nach Limousine und T-Modell auch die zweitürigen Versionen der E-Klasse eine umfangreiche Modellpflege. Unser Testwagen zeigt sich in attraktivem Patagonienrot. Die Farbe steht dem Auto prinzipiell gut, vermittelt aber vielleicht einen etwas zu sportlichen Touch, den das Auto nicht unbedingt einlösen kann. Das will es allerdings auch gar nicht.

In Verbindung mit der AMG-Line gibt es eine modifizierte Front mit markantem Kühlergrill und einer Querstrebe, die von schmalen Scheinwerfern flankiert wird. Die angenehm konturierte Motorhaube zeigt sich schön gestreckt und so weist bereits die Front darauf hin, dass es sich hier um kein kleines Fahrzeug handelt.

Der Blick auf die Seite zeigt die gerade Linienführung: Keine Überraschungen, sondern ein makelloses, markantes Antlitz machen diesen Benz aus. Am Heck angekommen, gibt es schmale, integrierte Leuchten, die die E-Klasse von ihren Modellgeschwistern unterscheidet. Immerhin: Hinter den Chrom-Blenden verstecken sich hier tatsächlich echte Endrohre.

Wenngleich die Sportlichkeit nicht so ausgeprägt ist wie bei einem E 53, lässt sich festhalten, dass auch die großen 20-Zoll-AMG-Räder ihren Beitrag zu einem dynamischen und gewissermaßen zeitlosen Look beisteuern. Den Fahrkomfort beeinträchtigen sie erstaunlicherweise fast gar nicht.

Innen besonders imposant

Lenkrad und Fahrerkonsole könnten auch glatt aus der S-Klasse kommen. Das MBUX-System funktioniert tadellos (Bild: heycar).

Besonders spannend wird es im Interieur. Hier wurde geklotzt: Der Blick des Fahrers wird direkt auf eine Landschaft von Bildschirmen gelenkt. In unserem Testwagen waren es zwei 12,3-Zoll-Displays, die wie eine Leinwand wirken. Ebenfalls sehr ansprechend ist der helle Innenraum in “Macchiato-Beige”. Dieser Farbton, harmoniert mit der Farbe des Lacks und schafft ein regelrechtes Open-Air-Loungeambiente. Die Sitze sind mit feinstem Nappaleder bezogen und freiverstell- und klimatisierbar. Hinzu kommen umfangreiche Massageprogramme, die das Fahren zum Wellnessvergnügen erheben.

Die Platzverhältnisse vorne sind sehr gut. Im Fond, zumindest bei geöffnetem Verdeck, sind sie auch noch ziemlich gut – kein Vergleich zum kleineren C-Klasse Cabrio, oder gar einem 4er Cabrio, in die man sich schon ziemlich hineinfalten muss. Ist das Verdeck geschlossen, wird es für Personen jenseits der 1,80 Meter allerdings spürbar enger. Der Kofferraum bietet bis zu 385 Liter Platz. Das ist nicht besonders viel, dürfte wohl aber für die meisten Wochenendausflüge ausreichen.

Insgesamt zeigt sich das Interieur durch und durch hochwertig. Es sind die vielen Details, die den Mercedes-Benz E 450 zu einem absoluten Premium-Fahrzeug erheben. So sind es die leisen Gurtgeber, die filigrane Ambientebeleuchtung, das offenporige, farblich angepasste Echtholzdekor oder das in allen Belangen grandiose Lenkrad, die den Unterschied machen.

Der Antrieb

Reihensechszylinder assoziiert man eher mit BMW, aber Mercedes kann sie auch – beim E 450 allerdings in flüsterleise (Bild: heycar).

Bitte nicht vom Modellnamen ablenken lassen. Die Zeiten, dass ein 450er einen 4,5-Liter-Achtzylinder im Bug trägt, sind längst vorbei. Grundsätzlich gibt es aktuell keinen V8 im E-Klasse Cabrio. Dafür wurden die trüben V6-Motoren für den klangvollen M256 3-Liter Reihensechszylinder eingetauscht. Der 435 PS starke, stärkste E 53 AMG fährt mit dem gleichen Motor.

Mit 367 PS ist der E 450 aber weit entfernt von einem untermotorisierten Fahrzeug. 22 zusätzliche PS stehen zeitweilen außerdem per Mild-Hybrid Elektroboost zur Verfügung, dienen aber eher dazu, das Anfahren noch geschmeidiger (und natürlich umweltfreundlicher) zu machen. So verwundert es nicht, dass bereits der erste Antritt positiv überrascht. Der R6 läuft seidenweich und ohne nennenswerte Geräuschkulisse, was den hohen Ansprüchen der Kundschaft mehr als gerecht werden dürfte. Doch dabei bleibt es nicht.

Das Fahrwerk ist eine Sänfte: Statt zu fahren, schwebt dieses Cabrio über den Asphalt und lässt nur massive Fahrbahnunebenheiten überhaupt bis zu den Insassen durch. Dazu gesellt sich eine präzise Lenkung und ordentliche Bremsen mit klarem Druckpunkt.

Auch von hinten macht er eine gute Figur. Seine E-Klassen-Hekunft würde man nicht zwangsweise vermuten (Bild: heycar).

Wenngleich man gern offen mit einem Cabrio unterwegs ist, fahren wir erst einmal geschlossen. Spätestens auf der Autobahn wird klar, dass Premium hier nicht nur eine Marketing-Behauptung ist. Die Geräuschkulisse ist angenehm leise, das Verdeck ist aufwendig und dickwandig gearbeitet und kommt – rein akustisch – fast einer festen Dachkonstruktion gleich.

Offen hingegen gibt es Frischluft und Sonne serienmäßig. Interessierte haben hier die Wahl zwischen einem konventionellen Windschott und dem Air-Cap-System, das aus zwei Windabweisern besteht. Diese funktionieren in der Praxis zwar gut, können das klassische Windschott aber nicht schlagen. Der Verbrauch pendelte sich im Drittelmix bei rund 10,7 Litern ein, was in Anbetracht der üppigen Leistung ein akzeptabler Wert ist.

Technische Premium-Ausstattung

Das edle Lenkrad des E 450 ist nahezu perfekt; von Griff bis Lenkradtasten-Funktionalität (Bild: heycar)

Schon ab Werk ist das Mercedes E 450 Cabrio reichhaltig gespickt. Doch die Ausstattungsliste ist lang und wenn man sich hier austobt, kommt man preislich schnell dorthin, wo man für das Geld auch einen Oberklassewagen finanzieren könnte. Wer es sich leisten kann, kann mit den meisten Optionen allerdings ein wirklich holistisches Luxuserlebnis aus dem Benz machen. Sosehr, dass wir uns fragen, ob wir das S-Klasse Cabrio wirklich vermissen werden.

Besonders hervorheben möchten wir die Multibeam LED-Scheinwerfer, die sich im Test als sehr gut erwiesen. Dank feingranularer Ausblendung anderer Verkehrsteilnehmer werden auch längere Fahrten bei Nacht oder in der Dämmerung zum entspannten Unterfangen. Gleiches gilt für die 360-Grad-Kamera, die mit extrem scharfer Auflösung glänzt – egal, ob bei Tag oder Nacht.

Die vielen Assistenzsysteme sind teilweise serienmäßig und teilweise optional. Auf Wunsch gibt es einen adaptiven Tempomat Einsatz, der das Fahrzeug vor Kurven abbremst, Tempobegrenzungen erkennt und übernimmt und sogar in Eigenregie vor Stauenden verzögert.

Das gestochen scharfe Head-up-Display ergänzt die ohnehin üppige Digitallandschaft des MBUX-Systems, das jeden eingesprochenen Befehl erkannte, zügig ausführte und ganz nebenbei auch Witze erzählte. Hinzu kommen noch weitere Schmankerl wie eine Softclose-Automatik, Scheibenwischer, die das geöffnete Verdeck erkennen und die Waschflüssigkeit dann besonders sanft vor die Wischerblätter sprühen sowie ein famos klingendes Soundsystem von Burmester.

Ebenfalls sehr angenehm aber eine komplette Geschmackssache: Das “Energizing Paket Plus”, zu dem unter anderem auch eine Innenraum-Beduftung gehört, was das Fahren auch olfaktorisch auf eine neue Ebene hebt. Dass unser Testwagen trotz des üppigen Preises nicht über eine Lenkradheizung verfügte, erschloss sich uns nicht. Diese sollte auf jeden Fall mit bestellt werden.

Fazit: König des Luxus

Das Mercedes-Benz E 450 Cabrio konnte sich im Test als stilvolles, gediegenes und luxuriöses Cabrio behaupten, das nicht überraschend keine echten Konkurrenten hat. Der Preis ist sehr hoch, der Gegenwert ist allerdings für dieses Segment auch sehr gut.

Wer unbedingt einen Fokus auf Performance legen muss – in einem ultra-entspannten Cruiser von einem Cabrio – kann sich die AMG-Version anschauen. Alle anderen werden mit diesem 450er bestens bedient. Aus Sicht der Redaktion würden wir auf die meisten Sonderausstattungen nicht verzichten wollen, da das Zusammenspiel aller Faktoren so weit geht, dass man (beinahe) kein S-Klasse-Cabrio mehr vermisst.

Allgemeines
Kompletter Name Mercedes-Benz E 450 Cabriolet Avantgarde 4MATIC 9G-TRONIC
Modellstart05/2019
Motor
Anzahl Zylinder, Anordnung6, Reihe
Hubraum in ccm2996
Max. Drehmoment (Nm) ^500
KraftstoffartSuper
Tankvolumen in Liter66
MotoraufladungBi-Turbo
SchadstoffklasseEuro 6d-TEMP-EVAP-ISC (WLTP) 36CH, 36CI, 36DG
Getriebeart
GetriebeAutomatik
Anzahl Gänge9
AntriebAllrad
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm4.826
Breite (ohne Spiegel) in mm1.860
Höhe in mm 1.428
EG-Leergewicht in kg 1.950
Zuladung maximal in kg 470
Laderaumvolumen min. in l 385
Fahrleistungen (laut Mercedes-Benz)
Höchstgeschwindigkeit in km/h 250
Beschleunigung 0-100 km/h in s 5,8
Verbrauch
Kombiniert in l/100 km (WLTP) 9,1
CO2-Emission in g/km (WLTP) 207
CO2-Effizienzklasse D
Preis
Einsteigs-Listenpreis in €61.320
Preis Testwagen in €107.831

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Titelbild: heycar

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