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Im Test: Mazda CX-5
11. November 2020
Autotests

Im Test: Mazda CX-5

Mit dem CX-5 ist Mazda ein globaler Hit gelungen: Seit seiner Marktpremiere im Jahr 2011 wurde das SUV weltweit über 2,8 Millionen Mal verkauft. Es ist das beliebteste Modell der Japaner auf dem europäischen Markt und führt die herstellerinterne Rangliste gemeinsam mit dem CX-3 auch in Deutschland an. Ist dieser Erfolg verdient? Das haben wir zwei Wochen lang getestet.

Kurze Geschichte von Mazda

Bevor wir zum eigentlichen Test des Mazda CX-5 kommen, ein wenig Party-Wissen: Wie dem einen oder anderen bekannt sein dürfte, weist die Unternehmensgeschichte vieler Autohersteller seltsame Pfade auf. So hat Peugeot als Ölmühle begonnen und Toyota als Hersteller von Webstühlen. Ähnlich kurios ist der Beginn der Firma Mazda:

Unternehmensgründer Jujiro Matsuda gründete vor einhundert Jahren nämlich zunächst die „Toyo Cork Kogyo Ltd.“, und die stellte, der Name verrät es schon, Kork her – oder um genauer zu sein: Korkersatz aus heimischen Pflanzen. Nach ein paar Jahren nannte Matsuda sein Unternehmen dann „Toyo Kogyo Co., Ltd.“ und sattelte auf die Herstellung von Maschinenbauteilen um.

Gepresster Kork der Toyo Cork Kogyo Ltd. in einer historischer Werbung aus dem Jahr 1922 (Bild: Mazda)

Im Jahr 1931 wurde schließlich das erste Kraftfahrzeug gebaut, ein Pritschenwagen mit drei Rädern und dem Namen „Mazda-go“, der die ersten Jahre von Mitsubishi vertrieben wurde. Damit war der Name Mazda in der Welt und wurde auch für die ab 1960 in Massenfertigung hergestellten Automodelle verwendet. 1984 wurde dann das ganze Unternehmen in „Mazda Motor Corp.“ umgetauft.

Aber woher stammt dieser Name eigentlich, entspricht er doch nur in Anklängen dem Nachnamen des Firmengründers? Genau diese Ähnlichkeit ist der Witz, denn Matsuda klingt in japanischer Aussprache wie der Name des Schöpfergottes Ahura Mazda („weiser Herr“) aus dem iranischen Zarathustrismus (Nietzsche lässt grüßen). Matsuda benannte sein erstes Modell nach dieser westasiatischen Gottheit, da er in ihr nicht nur den symbolischen Ursprung der östlichen und westlichen Zivilisationen sah, sondern auch ein Symbol für die zivilisierte Automobilkultur.

Da soll noch mal einer sagen, die Welt der Autos sei nicht intellektuell – nach dem Entkorken einer Flasche Wein ist man mit einem Satz bei Mazda und der japanischen Industrialisierung und mit einem weiteren wahlweise in der Welt der antiken Hochkulturen oder der nihilistischen Philosophie.

Sondermodell Edition100

Zugegeben, diese Einleitung ist etwas lang geworden. Aber sie macht noch einmal klar, dass es sich bei Mazda genauso um ein Traditionsunternehmen handelt, wie bei BMW oder Audi. Manchmal gerät das hierzulande ja in Vergessenheit. Bei Mazda selbst ist man sich seiner langen Geschichte natürlich bestens bewusst, weswegen man das einhundertjährige Firmenjubiläum mit einer ganzen Reihe von Sondermodellen gebührend feiert.

Der von uns zwei Wochen lang getestete CX-5 ist ein solches „Edition100“-Sondermodell, das dem Kunden mit seiner Sonderausstattung einen Preisvorteil von knapp 2.400 Euro beschert. Im Vergleich zur Ausstattungsvariante „Exclusive-Line“ gibt es für gut 1.500 Euro Aufpreis nämlich diese ganzen Extras obendrauf:

  • Schwarze 19-Zöller und Außenspiegelkappen

  • Elektrische Heckklappe

  • Elektrisch einstellbarer Fahrersitz

  • Sitzbezüge aus Kunstleder und Alcantara-Ersatz „Grand Luxe“

  • SD-Navigationssystem

  • i-Activsense-Paket mit 360-Grad-Kamera, Head-up-Display, City-Notbremsassistenten, Müdigkeitserkennung und Verkehrszeichenerkennung

In Sachen Antrieb stehen dem „Edition100“-Kunden folgende Optionen zur Auswahl (mit anderer Ausstattung sind noch weitere Kombinationen erhältlich):

MotorLeistungGetriebeAntrieb
2-Liter-Benziner165 PSHandschaltung (6 Gg.)Front
2-Liter-Benziner165 PSHandschaltung (6 Gg.)Allrad
2,5-Liter-Benziner194 PSAutomatik (6 Gg.)Allrad
2,2-Liter-Diesel150 PSHandschaltung (6 Gg.)Allrad
2,2-Liter-Diesel150 PSAutomatik (6 Gg.)Allrad
2,2-Liter-Diesel184 PSHandschaltung (6 Gg.)Allrad
2,2-Liter-Diesel184 PSAutomatik (6 Gg.)Allrad

Komfortables Fahrwerk

Unser Testwagen hat den antrittfreudigen 2,2-Liter-Diesel mit 150 PS und 380 Nm Drehmoment unter der Haube und ist mit einer knackigen Handschaltung ausgerüstet. So kommt der CX-5 gut vom Fleck. Für den Sprint auf 100 braucht er 10,1 Sekunden, die Spitzengeschwindigkeit beträgt 199 km/h.

Da das Fahrwerk eher weich abgestimmt ist – was dem Komfort merklich zu Gute kommt – und Mazda auf verschiedene Fahrmodi verzichtet hat, ist eine allzu sportliche Fahrweise allerdings nicht angesagt. Doch das stört insgesamt aber überhaupt nicht. Im Gegenteil, der CX-5 bietet eine runde Mischung aus Spritzigkeit und Gelassenheit.

Negativ überrascht hat hingegen der Verbrauch. Dieser lag nach über 1.500 Testkilometern mit rund 8,5 Litern zwei bis drei Liter über dem des ebenfalls 150 PS starken Mercedes GLB 200 d, den wir kürzlich auf praktisch derselben Strecke getestet haben.

Zur Ehrenrettung der Japaner muss man allerdings darauf hinweisen, dass unsere Tests nicht streng wissenschaftlich ablaufen. So kann es sein, dass sich eine etwas höhere Durchschnittsgeschwindigkeit überproportional im Verbrauch niedergeschlagen hat. Dazu dürfte sich die Tatsache, dass der CX-5 eine Handschaltung und der GLB ein 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit Eco-Modus hatte, ausgewirkt haben.

Dennoch: Mazdas Claim, dass ihr Skyactiv-D-Motor dank eines für einen Diesel besonders niedrigem Verdichtungsverhältnis von 14,4:1 für einen auffallend geringen Kraftstoffverbrauch sorgt, können wir so nicht unterschreiben.

Ein praktisches Reiseauto

Abgesehen vom Verbrauch überzeugt der CX-5 auf der Langstrecke. Die Sitze lassen sich ebenso wie das Lenkrad beheizen und sind äußerst bequem, verfügen allerdings über keine Lordosestütze. Platz ist genug da, sowohl im Beinbereich wie auch nach oben. Das gilt auch für die hinteren Plätze. Der Kofferraum ist mit 506 Litern ausreichend groß und lässt sich bis auf 1.608 Liter erweitern.

Angenehm ist die gute Geräuschdämmung. Im Innenraum geht es auch bei Tempo 140 aufwärts relativ leise zu. So kann man entspannt dahincruisen. Ein aktiver Spurhalteassistent sorgt dabei ebenso für Sicherheit wie ein Toter-Winkel-Warner. Letzterer ist auch in der Stadt hilfreich, denn die Rundumsicht im CX-5 ist bescheiden.

Der Tempomat unseres Testwagens ist nicht adaptiv; so einen gibt es nur bei den Automatik-Varianten. Da der Wagen nicht selbstständig bremst und beschleunigt, wirkt es sich besonders nervend aus, dass man den Tempomaten nur in Einer-Schritten verstellen kann, denn an einem verkehrsreichen Tag ist man so in einer Tour mit dem Schalter am Lenkrad am Hoch- oder Runterwippen.

Überzeugendes „Kodo“-Design

Vollkommen überzeugt der CX-5 beim Design. Während sich die Konkurrenten aus Fernost, wie der Honda CR-V, der Toyota RAV4 oder der Hyundai Tucson betont bullig geben, um der US-amerikanischen Kundschaft zu imponieren, die seit jeher an noch kastenartigere Full-Size-SUV gewöhnt ist, geht Mazda mit dem CX-5 eigene, eher europäische Wege.

In manchem Winkel erinnert Mazdas SUV mit seiner relativ lang gezogenen, sich spitz abrundenden Motorhaube, mit seinen Frontscheinwerferschlitzen und mit seiner flach abfallenden Heckscheibe an den Stelvio Quadrifoglio von Alfa Romeo. Ein verfehlter Vergleich, der die für ihr Design berühmten Italiener beleidigt? Mitnichten. Wer den CX-5 einmal im Mazda-eigenen Farbton „Magmarot Metallic“ neben einem ähnlich roten Alfa SUV gesehen hat, wird die Ähnlichkeit nicht mehr leugnen können.

Mazda CX-5 im Kodo-Design mit schräger A-Säule, zurückgesetzter Fahrgastzelle und kurzen Überhängen (Bild: heycar)

Es ist übrigens nicht so, dass den Japanern hier ein optischer Glückstreffer gelungen ist. Alle aktuellen Modelle der Marke folgen einem Design-Konzept, das im Jahr 2010 konzernweit ausgerollt wurde. Es trägt den Titel „Kodo – Soul of Motion“ und soll laut Mazda der „explosiven Bewegung von Tieren“ nachempfunden sein und die „Energie der Einfachheit“ ausdrücken. Praktisch umgesetzt wird dies unter anderem durch fließende Formen, eine nach hinten gerückte Fahrgastzelle, eine schräge A-Säule, eine breite Spur und einen langen Radstand mit kurzen Überhängen.

Der CX-5 war bei seiner Premiere 2015 das erste Serienfahrzeug im Kodo-Design. Seitdem wurde das Konzept auf immer mehr Modelle übertragen und hat Mazda in den vergangenen Jahren eine Reihe renommierter Preise wie den Red Dot Design Award beschert. Man sieht: Es kommt nicht von ungefähr, dass man den Vergleich mit Design-Ikonen wie Alfa Romeo nicht mehr scheuen muss.

Einfachheit auch im Innenraum

Die Kodo-Philosophie ist nicht auf die äußere Form beschränkt, sie wirkt sich auch auf die Gestaltung des Innenraums aus. Das erklärte Ziel ist es, ein Interieur zu schaffen, das auf den Fahrer ausgerichtet ist und mit intuitiver und müheloser Bedienbarkeit glänzt. Ist das im CX-5 gelungen? Ja, ist es – zumindest was die räumliche Dimension anbelangt.

Der Innenraum des CX-5 besticht durch zeitlose Eleganz und einen guten Materialmix (Bild: heycar)

Wer auf dem Fahrersitz des CX-5 Platz nimmt, freut sich über ein stimmiges Schalterarrangement ohne versteckte Überraschungen oder ergonomische Ungereimtheiten. Das allein ist freilich noch kein Alleinstellungsmerkmal; die meisten Hersteller haben mittlerweile begriffen, wie man einen Innenraum auf den Fahrer hin ausrichtet.

Dennoch sticht das Cockpit positiv hervor. Wieder ist es das Design, das gut gelungen ist. Obwohl die Materialien – Kunstleder, Stoff, Klavierlack und Plastik-Leisten im Alu-Look – an sich nicht durch besondere Hochwertigkeit auffallen, wurden ein Mix und eine Formsprache gefunden, die zeitlose Eleganz ausstrahlen, ohne langweilig zu wirken.

Rundum wird man dem selbst gesteckten Anspruch an die reibungslose Bedienbarkeit aber nicht gerecht, vor allem dann nicht, wenn man die virtuelle Dimension betritt, sprich wenn die Elektronik ins Spiel kommt. Größtes Manko ist hier das Infotainment-System. Dieses ist nicht nur grafisch schwach aufgestellt, es verwendet auch seltsame Menübegriffe, die nicht zu der angestrebten intuitiven Bedienbarkeit führen. Außerdem kann der Touch-Screen nur im Stand verwendet werden. Bei der Fahrt muss man das Navi wie vor 20 Jahren mit einem Rad bedienen, was entgegen der Absicht überhaupt nicht für weniger Ablenkung beim Fahren sorgt.

Dazu passt, dass der CX-5 elektronisch auch sonst nicht mehr ganz up to date ist: USB-C-Anschlüsse haben bislang ebenso wenig Einzug ins Cockpit gehalten wie induktives Laden. Dafür findet man in der Mittelkonsole noch die gute, alte 12-Volt-Steckdose. Ebenfalls kurios: Der CX-5 kann zwar keyless gestartet werden, doch der Schließmechanismus der Türen funktioniert nur per Knopfdruck, was tatsächlich ein kleines Ärgernis ist, wenn man sich bereits an schlüsselloses Schließen gewöhnt hat.

Pluspunkte gibt es für das Head-up-Display sowie für eine solide Soundanlage mit DAB-Digitalradio. In der Variante „Sports-Line“ oder gegen Aufpreis kann man auch eine BOSE-Anlage bekommen. Apple Car Play und Android Auto sowie Bluetooth sind selbstverständlich immer mit an Bord.

Ein ehrliches Gesamtpaket

Kommen wir zurück zur Eingangsfrage: Ist der große Absatzerfolg des CX-5 wohl verdient? Wir finden: Ja, das ist er. Klar, der Japaner ist kein perfektes Fahrzeug: Er hinkt seinen Konkurrenten in Sachen Elektronik etwas hinterher und ist relativ trinkfreudig. Dennoch weiß er zu gefallen: Sein stimmiges, fast schon edles Design und eine gute Fahrwerksabstimmung überzeugen auf ganzer Linie.

Die meisten Sympathiepunkte dürfte der CX-5 aber dadurch sammeln, dass er sich ganz im Sinne der „Kodo“-Philosophie als im positiven Sinne simpel präsentiert: Vom ersten Start an hat man das Gefühl, den Wagen zu durchschauen, denn er hält seine Stärken ebenso wenig hinterm Berg wie seine Schwächen. Und wie gewinnt man mehr Herzen als mit einer leicht zugänglichen Art, die sich mit gutem Aussehen paart?

Technische Daten Mazda CX-5

Allgemeines
Kompletter NameMazda CX-5 SKYACTIV-D 150 AWD Edition100
Modellstart07/2020
Motor
Anzahl Zylinder, Anordnung4, Reihe
Hubraum in ccm2.191
Max. Leistung (kW/PS bei U/min)110/150 bei 4.500
Max. Drehmoment (Nm bei U/min)380 bei 1.800 – 2.600
KraftstoffartDiesel
Tankvolumen in Liter58
MotoraufladungTurbo
SchadstoffklasseEuro 6d-TEMP
Getriebeart
GetriebeSchaltung
Anzahl Gänge6
AntriebAllrad autom. zuschaltbar
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm4.550
Breite (ohne Spiegel) in mm1.840
Höhe in mm1.680
EG-Leergewicht in kg1.731
Zuladung maximal in kg564
Laderaumvolumen min. in l506
Laderaumvolumen max. in l1.608
Fahrleistungen (laut Mazda)
Höchstgeschwindigkeit in km/h199
Beschleunigung 0-100 km/h in s10,1
Verbrauch (laut Mazda)
Kombiniert in l/100 km (WLTP)6,6
CO2-Emission in g/km (WLTP)175
CO2-EffizienzklasseA
Preis
Einstiegs-Listenpreis in €37.525
Preis Testwagen in €38.296

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Moritz Pohl
Moritz Pohl

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