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Im Test: Fiat 500e
30. November 2021
Autotests

Im Test: Fiat 500e

Seit Einführung des Ur-Fiat 500s vor 85 Jahren gilt er als italienische Lebensart auf Rädern. In Italien hat der niedliche “Cinquecento” ("Fünfhundert”) die Massen mobilisiert, wie hierzulande der VW Käfer. Kann ihm das im 21. Jahrhundert erneut gelingen? In der Zwischenzeit hat sich einiges getan, doch der 500 hat nicht nur durch das liebevolle Retro-Design seinen Charme über all die Jahrzehnte bewahren können. Er blickt auf eine überaus treue Fangemeinde.

Nun geht man seit letztem Jahr mit dem Fiat 500e, in der neuen Generation auch ganz neue Wege. Denn das aktuelle Modell ist nicht nur der erste vollelektrische seiner Art, sondern zugleich das erste rein elektrische Modell von Fiat. Wir haben uns den kleinen Stromer ganz genau angeschaut und verraten dir unseren Eindruck im Test.

Tradition verpflichtet: das Design bleibt retro

Modern, ohne seine Wurzeln zu verraten: Das Design des 500e bleibt seiner Tradition treu. (Bild: heycar)

Auch in der neusten Generation setzt Fiat weiterhin auf das durchaus berauschende Retro-Design. Rund und knuffig – das ist der neue 500er in jeder Hinsicht. Doch er ist auch größer geworden. Das ist nicht nur im Datenblatt zu lesen, man sieht es auch. Die verzückenden, runden Scheinwerfer sind topmoderne LEDs mit passendem Tagfahrlicht. Das zentrale „500“-Logo im Frontgrill und eine stark luftdurchlässig gestaltete Frontschürze runden die Frontpartie gekonnt ab.

Seitlich betrachtet steigt der Verliebtheitsindex wahrscheinlich im Sekundentakt mehrere Level. Runde, extrem kurze Überhänge und ein Dachheckspoiler als Accessoire lassen Umarmungsbedürfnisse aufkeimen. Am Heck bleibt es weiterhin knuffig und eine neue Lichtsignatur der Heckleuchten mit LED-Technik zeigt, dass der Kleine im Hier und Jetzt angekommen zu sein scheint.

Modernes Innenleben und hochwertigere Materialien

Aufgeräumt und hochwertiger als bei der direkten Konkurrenz: Das Interieur des Fiat 500e. (Bild: heycar)

Der erste Blick nach dem Türöffnen gibt Gewissheit: Hier wurde ordentlich modernisiert. Das fängt bei den eingesetzten Materialien an, die nicht nur hochwertiger als im Vorgänger erscheinen, sondern auch die Konkurrenz wie den Twingo Electric oder Smart EQ auf die Plätze verweisen.

Dazu kommt eine gelebte Liebe zum Detail, ob durch die Begrüßungsmelodie beim Fahrzeugstart oder die Silhouette des Fiat 500 in der Türverkleidung mit dem Hinweis auf den Herkunftsort Turin. Überall gibt es derartige Schmankerl zu entdecken, die allesamt eine Menge Sympathieboni generieren.

Das Lenkrad wurde unten abgeflacht und liegt gut in den Händen. Dahinter erwartet den Fahrer ein digitales Cockpit mit diversen Einstellmöglichkeiten und der zentrale Bildschirm in der Instrumententafel wirkt mit seinen 10.25 Zoll im Kleinwagen fast riesig.

Das Raumgefühl ist deutlich großzügiger als beim Vorgängermodell und trotz Kleinwagenniveau ist der Wohlfühlfaktor ausgeprägter. Die Sitze wurden mit einem Material bezogen, das aus recycelten Stoffen besteht. Im Fond muss man sich platztechnisch arrangieren und der Kofferraum bietet mit seinen 185 Litern immerhin Platz für das Nötigste.

Infotainment und Bedienung

Der zentrale Touchscreen des Fiat 500e ist 10 Zoll groß und ließ sich problemlos bedienen. (Bild: heycar)

Der zentrale Touchscreen hat eine sehr gute Auflösung und bleibt auch bei direkter Sonneneinstrahlung bestens ablesbar. Das Uconnect-Infotainment ist nach dem Fahrzeugstart nach wenigen Sekunden einsatzbereit und überzeugt mit einem logischen, schnell verinnerlichten Bedienkonzept. Nur die Aufteilung einiger Einstellmöglichkeiten zwischen Zentrale und Cockpitdisplay sorgten zum Teil für Irritationen.

Apropos Bedienung: Diese ist auch über die klar gegliederten Lenkradtasten möglich sowie mit Hilfe einer Sprachsteuerung, die auf „Hallo Fiat“ reagiert. Sie versteht eine Handvoll Befehle wie zum Beispiel das Erhöhen der Temperatur auf der Fahrerseite. Beide Bedienungsweisen funktionierten im Praxistest sehr gut.

Das Navigationssystem basiert auf Google und entsprechend vorbildlich gestaltete sich jedwede Routenführung, bei der es neben der Echtzeitanzeige und Berücksichtigung von Verkehrsstörungen permanent Vorschläge zu Alternativrouten inklusive zeitlicher Abweichung gibt.

Das Navigationssystem vom 500e basiert auf Google – das tut der Routenführung spürbar gut. (Bild: heycar)

Über die sogenannten “EV Pages” gelangt man zu Infos und Einstellmöglichkeiten der Antriebstechnik. Diese reichen vom aktuellen Energiefluss inklusive Leistungswerten, über die Programmiermöglichkeit der Ladezeiten und des Ladevolumens, bis zur Anzeige der ungefähren Ladedauer je nach vorgewählten Parametern und Ladeanschluss.

Assistenten und andere Hilfestellungen

Wer längere Strecken fährt, wird sich über den Abstandstempomaten inklusive Stauassistent freuen, der im Test die Abstände sehr sanft anpassen konnte und bei Stau oder stockenden Verkehr eine erhebliche Erleichterung darstellte. Obendrein sorgen eine Verkehrszeichenerkennung, ein Müdigkeitswarner, ein Totwinkelassistent und ein Regensensor für ein weiteres Sicherheitsplus.

Den Komfortfaktor untermauern unter anderem eine elektrische Sitzverstellung mit Memoryfunktion, eine Klimaautomatik und das schlüssellose Zugangssystem. Letzteres sorgte anfangs beim Verriegeln für Irritation, denn es gibt kein Verrieglungsgeräusch, nur ein Blinkersignal, dass den Vorgang visualisiert.

Weiterhin gibt es im Fiat 500e das digitale Radio DAB+ sowie Konnektivität über Android Auto und Apple CarPlay – beide verbinden sich kabellos. Die induktive Ladestation erwies sich hingegen als launisch und konnte keinen Ladevorgang ohne Unterbrechungen erledigen.

Praktikabilität im Alltag

Begrüßenswert sind die vielen Ablagen – mehr als im Vorgänger – sowie die Möglichkeit des Umklappens der Rückenlehnen, um den Kofferraum zu erweitern. Zwar ergibt dies keinen ebenen Ladeboden, doch kann man dadurch bedeutend größere Dinge transportieren.

Die Türen werden elektrisch per Knopfdruck entriegelt, besitzen aber für den Fall der Fälle mechanische Öffner. Um den Fondbereich zu besetzen, werden die vorderen Sitze mithilfe von Zugschaltern an den oberen Enden der Rückenlehnen nach vorn umgeklappt und gefahren. Etwas gelenkig muss man dennoch sein, um hinten Platz zu nehmen.

Überaus praktisch fanden wir die Smartphonefunktion, mit der man via App den Akkustand abfragen und Routen zur nächstgelegenen Ladestation planen kann. Ebenso informiert diese App beim Diebstahl der Knutschkugel.

Unterwegs mit dem Fiat 500e

Dank Elektroantrieb beschleunigt der 500e in knapp 9 Sekunden auf 100 km/h. (Bild: heycar)

Mit 118 PS und 220 Newtonmeter Drehmoment hat der Elektroantrieb dank des recht geringen Fahrzeuggewichts leichtes Spiel. Es geht entsprechend kraftvoll und flott voran, bei Bedarf beschleunigt der Fiat 500e innerhalb von 9 Sekunden auf Tempo 100. Der Vortrieb endet bei 150 km/h. Damit ist der Italiener der flotteste seiner Klasse und liefert entsprechenden Fahrspaß.

Die Fahrstufen werden nicht per Wahlhebel, sondern per Tasten gewählt und via E-Mode kann man auf insgesamt vier Fahrprogramme zurückgreifen. Dabei ist „Range“ der wohl interessanteste Fahrmodus, da hier das Gaspedal zum E-Pedal umfunktioniert wird und beim Gaswegnehmen sofort die Rekuperation – also die Bremsenergierückgewinnung – einsetzt. Dadurch steuert man den Großteil aller Fahrmanöver nur noch mit dem Gaspedal und benötigt das Bremspedal nach kurzer Gewöhnungszeit nur noch selten.

Im Fahrmodus „Sherpa“ wird die Leistung spürbar beschränkt und die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h reglementiert. Da auch andere Energie-Verbraucher wie Klimaautomatik deaktiviert werden, klettert die Reichweite in Summe der Maßnahmen erheblich. Die beste Wahl, um bei kritischem Akkustand so weit wie möglich zu kommen.

Auch engere Parklücken in der Stadt meistert der kleine Italiener mit Bravour. (Bild: heycar)

Das Fahrwerk lässt den Kleinwagen straff und satt auf der Straße liegen, wobei kurze Stöße wie Querfugen recht ungeniert weitergegeben werden und der Fiat dadurch auch mal poltert. Die Lenkung gefällt vor allem in urbanen Bereichen durch ihre Leichtgängigkeit, könnte allerdings etwas direkter sein, insbesondere in Neutralstellung. Kurven durchfährt man mit dem Fiat flott und leichtfüßig, da kommt durchaus Fahrspaß auf.

Auffallend ist das angenehm niedrige Geräuschniveau im neuen 500er, denn neben moderatem Spiel des Fahrtwindes bleibt der Antrieb akustisch nahezu immer im Hintergrund.

Wie hoch ist der Verbrauch?

Fiat gibt 460 Kilometer Reichweite an – über 400 sind auf jeden Fall realistisch. (Bild: heycar)

Bemerkenswert fanden wir im Test den geringen Verbrauch des Italieners. Dessen Effizienz übertrifft im Grunde alle Wettbewerber in seinem direkten Umfeld. Im Drittelmix verstromte der Fiat knapp 17 kWh auf 100 Kilometern. Beim Ermitteln des Minimalverbrauchs sank der Stromkonsum auf unserer Sparrunde sogar auf nur 8,7 Kilowattstunden auf hochgerechnet 100 Kilometer. Dadurch wären theoretisch über 400 Kilometer Reichweite drin, was Fiat auch mit angegebenen 460 Kilometern für den City-Einsatz bestätigt.

Fiat 500e: Reichweite und Aufladen

Wird es mal knapp, lädt der Fiat 500e 80% Akkuladung in unter 30 Minuten auf. (Bild: heycar)

Unter alltäglichen Bedingungen sieht es dann etwas anders aus. Dank der für diese Fahrzeugklasse sehr großen Batterie mit 42 Kilowattstunden als Kapazität, ist die Reichweite von 269 Kilometern in unserem Praxistest immer noch gut, jedoch weit von den angegebenen 321 Kilometern für diesen Messzyklus entfernt. Fährt man auf der Autobahn und dann nahe der Höchstgeschwindigkeit, fehlt der Reichweite sogar ein beträchtliches Stück zur 200-Kilometer-Marke.

Ein großer Vorteil ist der Ladeanschluss des kleinen Italieners, denn der besteht neben einem AC Onboard Loader mit maximal 11 kW – mehr als die Konkurrenz in der Kleinwagenklasse anbieten kann – zusätzlich über einen CCS-Schnellladeanschluss. Nutzt man letztgenannte Lademöglichkeit, fließt der Ladestrom mit bis zu 85 kW und füllt den Akku unter 30 Minuten wieder bis zu 80 Prozent. Damit schlägt er wieder all seine Konkurrenten deutlich. Übrigens vergehen für die dann verbleibenden 20 Prozent weitere 30 Minuten – wir empfehlen daher das Zwischenladen bei 80 Prozent Akkufüllung abzubrechen.

So viel kostet der Fiat 500e

Von allen Seiten ikonisch. (Bild: heycar)

Das ionisierte „Dolce Vita“ auf Rädern gibt es in drei Versionen, angefangen ab 26.790 Euro als Dreitürer, wie hier im Test gefahren. Zusätzlich gibt es noch eine Version 3+1 mit einer weiteren kleinen Tür zum Fond, die ab 32.990 Euro startet. Die dritte Version im Bunde ist das Cabriolet. Hier geht es bei 31.990 Euro los.

Je nach Karosserieversion gibt es bis zu vier Ausstattungsvarianten. Diese heißen „Action“, „Red“, „Icon“ und „La prima“ und können den Grundpreis je nach Opulenz der Annehmlichkeiten um bis zu 8.000 Euro erhöhen. Der Testwagen besaß die „Icon“-Ausstattung, die bei 29.560 Euro startet und einige weitere Optionen bestehend aus fünf Paketen, einer Metalliclackierung sowie der induktiven Ladestation. Insgesamt lag der Testwagen bei 34.060 Euro.

Fazit: Der beste Fiat 500 aller Zeiten

Der Fiat 500e macht vor allen in urbanen Umgebungen eine gute Figur. (Bild: heycar)

Er kann alles besser als seine Vorgänger, bleibt dabei designtechnisch klar erkennbar und bezirzt dadurch alle Betrachter mit einem nahezu unwiderstehlichen Charme. Dank gewachsenen Abmessungen gibt’s etwas mehr Platz und die Moderne ist dem Neuling bereits im Antlitz anzusehen.

Doch das ist längst nicht alles, denn dank vollelektrischem Antrieb mit hoher Reichweite und ordentlich Leistung, kann er sich gegen Wettbewerber nicht nur behaupten, sondern diese ganz ungeniert übertrumpfen. Auch beim Fahrwerk, der Sitzposition und dem Bedienkonzept – überall wurde der Neue deutlich verbessert. Das gilt ebenso in puncto Ausstattung, mit der man den knuffigen Italiener ganz nach eigenem Gusto kreieren kann.

Allgemeines
Kompletter Name Fiat 500e Icon
Modellstart 11/20
Gebtriebart
GetriebeAutomatikgetriebe
Anzahl Gänge1
AntriebFront
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm 3.623
Breite (ohne Spiegel) in mm 1.682
Höhe in mm 1.527
EG-Leergewicht in kg 1.440
Zuladung maximal in kg 325
Laderaumvolumen min. in l 185
Laderaumvolumen max. in l 550
Batteriegewicht in kg294
Fahrleistungen (laut Fiat)
Höchstgeschwindigkeit in km/h 150
Beschleunigung 0-100 km/h in s 9,0
Verbrauch (laut Fiat)
Kombiniert in kWh/100 km (WLTP) 14,0
Max. Reichweite (WLTP) in km460
CO2-Emission in g/km0
Preis
Einstiegs-Listenpreis in € 29.560
Preis Testwagen in € 34.060

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