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Im Kurztest: Der neue Mitsubishi ASX
October 18, 2019
Test

Im Kurztest: Der neue Mitsubishi ASX

Mit einer Anreise zu Fuß hat Mitsubishi wohl nicht gerechnet. Gute 300 Meter vor dem Ziel, stehe ich plötzlich am Ende des Fußgängerweges. Nur nach rechts geht’s weiter, aber da lande ich in einer Kiesgrube. Das bestätigt mir auch der Fahrer eines Kipplasters, der dort gerade herumfuhrwerkt. Meine einzige Option: Den Rest des Weges am unbefestigten Rand der Bundesstraße laufen.

Ich erreiche die Alte Sektkellerei trotz allem lebendig. Mitsubishi hat geladen, um den neuen ASX der deutschen Presse vorzustellen. Auf dem Parkplatz steht bereits eine bunte Armada des Kompakt-SUV bereit, so kann ich mich direkt mit seinen äußerlichen Änderungen vertraut machen. Am augenfälligsten ist dabei sicherlich die Frontpartie im weiterentwickelten „Dynamic Shield Design“, die durch betonte Vertikalen und eine rechteckige Formensprache deutlich bulliger wirkt als beim Vorgängermodell. Die Motorhaube hat ebenfalls an Definition gewonnen. Am Heck fallen die Änderungen subtiler aus, doch auch hier präsentiert sich der ASX mit einigen neuen Falten und Auswuchtungen nun markanter.

Diese neue Markigkeit ist nicht nur Schein, auch die Leistung des über alle Modell-Varianten hinweg eingesetzten Benzinmotors ist um 33 PS gestiegen: Der ASX fährt nun mit einem 2-Liter-Motor mit 150 PS und 195 Nm maximalem Drehmoment. Der 2018 gestrichene Dieselantrieb feiert also kein Comeback.

Dafür kommt auf Kundenwunsch der Allrad-Antrieb (4WD) zurück, mit drei Fahr-Modi. Im Automatik-Modus regelt er die Kraftverteilung selbst: Bei normaler Fahrt auf trockener Fahrbahn gehen 98 Prozent an die Vorder- und nur 2 Prozent an die Hinterachse. Ist mehr Traktion notwendig, wird die Verteilung bis zu einem Verhältnis von 50:50 geändert. Schaltet man in den Lock-Modus geht dann 1,5 Mal mehr Kraft an die Hinterachse als im Automatik-Modus. Darüber hinaus kann man auch auf permanenten Frontantrieb schalten.

Dass ihn der Allradantrieb durchaus geländetauglich macht, beweist mir der ASX bei einer ersten kurzen Runde durch die Kiesgrube, die ich ja schon kennengelernt habe. Dort meistert er mit Sommerreifen einen moderaten Offroad-Parcours aus Schrägfahrt, Verschränkungsstrecke und steiler Abfahrt problemlos. Dies macht das Kompakt-SUV zwar noch nicht zum Geländewagen, doch es zeigt, dass man mit ihm durchaus Feldwege in Angriff nehmen kann – beispielsweise, wenn man im Strandurlaub mal das bergige Hinterland erkunden will. Wer den ASX mit Allrad will, muss ihn mit der stufenlosen Automatik nehmen. Wem Frontantrieb reicht, der hat die Wahl zwischen Automatik- und 5-Gang-Schaltgetriebe.

Modell-Varianten und Einstiegspreise (UVP)

Mitsubishi ASX
2.0 Benziner2.0 Benziner2.0 Benziner
150 PS150 PS150 PS
FrontantriebFrontantriebAllrad (4WD)
BASIS20.990 €--
Intro Edition22.990 €24.490 €-
PLUS25.490 €26.990 €28.890 €
Intro Edition+26.490 €27.990 €29.890 €
TOP29.490 €30.990 €32.890 €

Nach dem matschigen Vorspiel mache ich mich in einem ASX mit Handschaltung auf zur alltagsnäheren Testfahrt im normalen Straßenverkehr. Ich habe die „Intro Edition“ gewählt, die deutlich besser ausgestattet ist als die BASIS-Version. Statt Stahlfelgen gibt es zum Beispiel 16‘‘ Leichtmetallfelgen. Weitere Ausstattungs-Benefits sind etwa eine Rückfahrkamera, ein Multifunktionslenkrad, Fensterzierleisten in Chrom-Optik, eine Tempoautomatik, Digitalradio, Bluetooth-Schnittstelle, TomTom-Navigationsgerät und Sitzheizung vorne. Ein guter Deal für lediglich 2.000 Euro mehr.

Noch besser wird der Deal, wenn man sich bis zum Ende des Jahres für einen ASX in der „Intro Edition“ entscheidet: Bis dahin gibt es nämlich einen Einführungs-Rabatt von 3.000 Euro, sodass man auf Preise ab 19.990 Euro kommt – weniger also als für die bescheidenere BASIS-Version. Denselben Rabatt gibt es auch für die „Intro Edition+“, die wiederum besser ausgestattet ist als die mittlere Ausstattungslinie PLUS. Auch hier gibt’s demnach bis Silvester mehr Features für weniger Geld.

Mitsubishi ASX 2019 bei heycar

Der Innenraum des ASX ist funktional und ohne Überraschungen gestaltet. Was die verwendeten Materialien angeht, habe ich das Gefühl, dass Mitsubishi A, aber nicht B gesagt hat. So findet sich am unteren Rand des Lederlenkrads und im oberen Bereich der Mittelkonsole um das Touch-Display des Navis schicke Klavierlack-Optik und um die Lüftungsauslässe an der Tür und auf Teilen des Armaturenbrettes wurde der Kunststoff weich hinterschäumt. Direkt neben diesen hochwertigeren Bereichen wurde dann leider schnödes Hartplastik verbaut. Die Schalter der Klimaanlage und die Gestaltung der Mittelkonsole rund um den Schalthebel wirken etwas aus der Zeit gefallen.

Bei der „Intro Edition“ kann man diese Mankos freilich allein mit dem Preis rechtfertigen, immerhin bekommt man hier ein solide ausgestattetes brandneues Kompakt-SUV für weniger als 20.000 Euro. Überraschenderweise wirkt der Innenraum der TOP-Variante aber weitestgehend identisch. Hier wäre etwas mehr Qualität und Raffinnesse wünschenswert gewesen. Immerhin gibt es im besten ASX Ledersitze, Sport-Pedalerie und Scheibenheberverkleidungen in Silber-Optik.

Innenraum der TOP-Variante

Nachdem ich den Innenraum inspiziert habe, geht’s los. Ziel ist Eltville am Rhein. Mein ASX mit Schaltgetriebe kommt ganz gut vom Fleck. Laut Mitsubishi ist er in 10,2 Sekunden auf Hundert und schafft 190 km/h Spitze. In diese Regionen wird man aber allein wegen der Windgeräusche, die sich schon bei 140 km/h bemerkbar machen, eher selten vorstoßen. Trotzdem gut, auf der Autobahn mit mittlerer Geschwindigkeit noch Luft nach oben zu haben: So bringen einen Überholvorgänge nicht ins Schwitzen.

Das Fahrwerk des ASX ist relativ weich abgestimmt und federt Bodenunebenheiten dementsprechend gut ab. Der Preis für das Komfort-Feeling: Allzu sportlich sollte man Kurven nicht in Angriff nehmen. Das heißt nicht, dass man sie durchschleichen muss – der Mitsubishi fährt sich hier völlig erwartungsgemäß für das Segment, dem er angehört. Die Lenkung hätte trotzdem etwas direkter ausfallen können.

Gut gefällt mir die Übersicht. Die leicht erhöhte Sitzposition, die stattlichen Außenspiegel und ein kleines Fenster zwischen C- und D-Säule sorgen dafür, dass man den Verkehr um einen herum immer im Blick hat – wichtig unter anderem, weil es einen Totwinkelassistenten erst ab der Ausstattung „Intro+“ gibt.

Als ich in Eltville parke, um einen Blick auf die Kurfürstliche Burg und die malerischen Fachwerkhäuser der historischen Altstadt zu werfen, werde ich stutzig: Beim Zurücksetzen schaltet sich zwar die Rückfahrkamera mit Hilfslinien an, doch es piepst nicht. Ich werfe einen Blick in die Ausstattungsliste und tatsächlich: Eine hintere Einparkhilfe gibt’s nur in der TOP-Version. Eine weitere Erkenntnis des Parkmanövers: Der Rückwärtsgang hakt ein wenig.

In den engen Straßen des Ortes zeigt sich, wo die Stärken des Segments liegen: Man sitzt in einem geräumigen Auto mit SUV-Feeling, passt aber überall gut durch. Doch natürlich kann man nicht alles haben: In der hinteren Sitzreihe geht es deutlich enger zu als vorne, vor allem in Hinblick auf die Höhe. Ich, 1,88 Meter groß, kann dort nicht gerade sitzen, sodass ich sagen würde: Viel größer als 1,80 Meter sollte man nicht sein, wenn man für längere Strecken im Fond des ASX Platz nimmt.

Auf dem Rückweg zur Event-Location unternehme ich noch einen Abstecher in die leuchtend gelben Weinberge. Als ich mich schließlich der Autobahnausfahrt nähere, um zurück zur Sektkellerei zu fahren, entdecke ich am rechten Fahrbahnrand Pfeile mit der Aufschrift „Mitsubishi Motors“. Ich sag’s ja: Mit einer Anreise zu Fuß hat Mitsubishi nicht gerechnet.

Pros & Cons

Design
Motor
Fahrwerk
Geländetauglichkeit (bei 4WD)
Preis
Innenraumgestaltung
Lenkung
Sitzhöhe hinten
Moritz Pohl
Moritz Pohl

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