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Gewerbeleasing und Firmenleasing: Für wen lohnt es sich?
9. Februar 2022
Finanzierung & Versicherung

Gewerbeleasing und Firmenleasing: Für wen lohnt es sich?

Große Dienstwagenflotte oder ein schicker Audi A6 für den freiberuflichen Hochzeitsfotografen? Sucht ein Unternehmen ein Leasingfahrzeug, trifft den Suchenden die Qual des großen Angebotes. Denn fast alle Autohersteller bieten spezielle Tarife für Firmenleasing an, viele von ihnen bereits für Ein-Mann-Betriebe. Hinzu kommt ein umfangreiches Angebot von unabhängigen Leasinganbietern.

Was ist Gewerbeleasing?

Leasing bedeutet übersetzt eigentlich nur „mieten“. Im Gegensatz zu einem Mietwagen aber, der für eine Urlaubsreise oder für den Werkstattaufenthalt des eigenen Autos genutzt wird, läuft ein Leasingvertrag über einen längeren Zeitraum. Üblich sind Verträge mit einer Laufzeit von einem bis zu fünf Jahren, oft mit Anzahlung und Schlussrate.

Der Unterschied beim Gewerbeleasing ist, dass der Leasing-Kunde ein Unternehmen und keine Privatperson ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine große Firma mit hunderten Dienstwagen oder um einen einzelnen Freiberufler handelt.

Wer ist berechtigt für Firmenleasing?

Flottenmanager brauchen sich keine Gedanken darübermachen, ob ihnen die Sonderkonditionen eines Firmenleasings zugutekommen oder nicht. Kleinere Firmen oder Solo-Selbstständige hingegen schon. Hier bestimmen der Autohersteller oder das Leasingunternehmen selbst, mit wem sie einen Vertrag abschließen.

Beim Mercedes-Gewerbeleasing beispielsweise muss der selbstständige Freiberufler, der Gewerbetreibende oder der Land- und Forstwirt seiner Beschäftigung seit mindestens sechs Monaten nachgehen. Als Freiberufler werden vom Hersteller alle anerkannt, die auch vom Finanzamt als Solche eingestuft werden und gemäß dem Einkommenssteuergesetz Paragraf 18 für alle Einkünfte aus selbstständiger Arbeit veranlagt werden.

Audi fordert wiederum für Freiberufler und Solo-Selbstständige den Nachweis von Dritten, also eines Steuerberaters, den Umsatzsteuernachweis oder den Nachweis über eine Mitgliedschaft in einer Berufsgenossenschaft. Des Weiteren schließt das Ingolstädter Unternehmen angestellte Ärzte, Architekten und Steuerberater in das Geschäftsleasing ein

Große Flotten profitieren beim Firmenleasing von einer Art Mengenrabatt. Wer also viele Autos least, bekommt sie sehr günstig. Dies wird häufig über einen Rahmenvertrag gelöst, in dem einmalig die Konditionen für alle Fahrzeuge festgelegt werden. Ab wann ein Rahmenvertrag geschlossen wird, bestimmt der Leasinganbieter. Manche Firmen bieten ab 50 Dienstwagen einen Rahmenvertrag mit besonderen Rabatten an, andere tun dies bereits ab 15 Fahrzeugen.

Weitere Services von Leasingunternehmen

Auch Leasingunternehmen wie ALD Automotive, Arval, Leaseplan oder die Deutsche Leasing bieten spezielle Konditionen für Gewerbekunden an. Das gilt sowohl für große als auch für kleine Flotten sowie für Selbstständige und Freiberufler.

Die Auswahl an Anbietern ist riesig. Die Wahl des Partners sollte sich dabei auch nach den Bedürfnissen richten: Geht es ausschließlich um das Fahrzeug selbst oder auch um die Betreuung eines kleinen Fuhrparks? Manche Leasingunternehmen wie zum Beispiel Athlon bieten hier spezielle Services an, um kleine Firmen ohne eigenen Fuhrparkmanager anzusprechen.

Leasing-Angebote: Die Gesamtsumme vergleichen

Treuer Begleiter vieler Deutscher beim Dienstreisen: VW Passat. (Bild: VW)

Bei einem Leasingvertrag darf der Blick nicht nur auf die monatliche Rate fallen. Stattdessen sollten Leasingnehmer alle anfallenden Posten genau studieren und addieren. Wird eine Anzahlung fällig? Wie lange ist die Laufzeit und welche Leistungen sind im Vertrag enthalten? Vor allem die Konditionen rund um die Fahrzeugrückgabe bergen ein finanzielles Risiko. Hier kann eine Restwertversicherung helfen.

Generell gilt: Je länger ein Leasingvertrag läuft, desto geringer fallen die Monatsraten aus. Auch bei der Anzahlung gilt die Faustregel: Je höher die Anzahlung, desto günstiger die monatliche Rate. Eine Beispielrechnung:

Anzahlung0 Euro7.000 Euro15.000 Euro
Monatliche Rate1.111 Euro917 Euro694,44 Euro
Gesamtsumme40.000 Euro40.000 Euro40.000 Euro

Welche Formen des Leasings gibt es? Restwert- versus Kilometerleasing

Bei einem Standard-Leasingvertrag wird eine feste monatliche Rate für eine vorab vereinbarte Laufzeit bezahlt. Das garantiert gleichbleibende monatliche Kosten für den Gewerbe-Leasingkunden. Allerdings wird bei diesen Verträgen mit einem bestimmten Restwert kalkuliert. Der kann am Ende der Laufzeit beispielsweise aufgrund von Schäden vom tatsächlichen Restwert abweichen und es kann zu nicht geplanten Zahlungen kommen.

Die Alternative heißt Kilometerleasing. Sie bietet eine hohe Sicherheit für den Leasingnehmer, denn hier wird eine maximale Kilometerlaufleistung vereinbart, die während der Leasing-Laufzeit gefahren werden darf. Wird sie überschritten, muss pro Kilometer ein zuvor vereinbarter Betrag nachbezahlt werden. Diese Variante bietet eine gute Planbarkeit, ist jedoch auch für den Nutzer bindend. Sollte sich etwas an den Lebensumständen ändern und eine höhere Laufleistung nötig werden, kann das teuer werden.

Welche Vorteile bietet Firmenleasing?

Finanzielle Planbarkeit und geringe Risiken: Das Gewerbeleasing lohnt sich für viele Unternehmen. (Bild: Audi)

Geschäftsleasing bietet zahlreiche Vorteile für das Unternehmen und den Dienstwagennutzer. Gut für die Firma ist zunächst einmal, dass bei einem Leasing kein Restwert- oder Vermarktungsrisiko für das Auto besteht, denn das Auto bleibt im Besitz des Leasingunternehmens.

Wird das geleaste Auto ausschließlich gewerblich genutzt, ist beim Gewerbeleasing ein Vorsteuerabzug möglich. Das bedeutet, dass das leasende Unternehmen vom Finanzamt die Mehrwertsteuer für die Leasingraten zurückverlangen kann. Bei einer monatlichen Rate von 500 Euro brutto muss ein Unternehmen somit nur 420 Euro bezahlen.

Darüber hinaus bietet das Gewerbeleasing steuerliche Vergünstigungen. Leasingraten gelten als laufende Betriebsausgaben und können somit das Einkommen oder den Gewinn mindern und damit auch die Steuerschuld verringern. Ein weiterer Vorteil ist die finanzielle Planbarkeit durch gleichbleibende monatliche Belastungen. Hinzu kommt, dass das Unternehmen keine großen Investitionen für den Kauf eines Autos aufbringen muss und das vorhandene Kapital anderweitig nutzen kann.

Was bedeutet die 1,0-Prozent-Regelung für Dienstwagen?

Ein Dienstwagen, der auch privat genutzt wird, gilt in den Augen des Finanzamtes als eine Art Lohnerhöhung. Das heißt, der Nutzer muss monatlich mehr Steuern bezahlen. Wie viel, das hängt vom konkreten Dienstwagen ab. Denn der geldwerte Vorteil wird am Listenpreis gemessen.

Bei der sogenannten Ein-Prozent-Regelung wird der Brutto-Neuwagenwert inklusive Sonderausstattungen als Basis festgelegt. Von diesem Betrag wird ein Prozent errechnet. Bei einem Wert von 40.000 Euro muss der Nutzer demnach jeden Monat theoretisch zusätzlich 400 Euro mehr Steuern bezahlen. Einen Teil dieser Ausgaben kann man sich bei der Steuerabrechnung aber über Kilometerpauschalen und Werbungskosten wieder zurückholen.

Welche Vor- und Nachteile hat die Ein-Prozent-Regelung?

Pros & Cons

gute Planbarkeit durch fixe monatliche Belastung
kein Fahrtenbuch notwendig
geringere Kosten durch die Wahl eines günstigeren Autos möglich
keine Kilometerbegrenzung
Wertverlust des Autos wird in monatlicher Belastung nicht berücksichtigt

Eine Alternative zur 1,0-Prozentregelung ist das Führen eines Fahrtenbuches, bei dem der Anteil an privaten Fahrten genau aufgeführt wird. Diese Methode eignet sich vor allem dann, wenn das Auto ohnehin wenig für private Fahrten genutzt wird.

Welche Besteuerung gilt für Elektroautos und Plug-in-Hybride?

Bei Elektroautos fällt die monatliche Besteuerung deutlich geringer aus, denn hier werden nur 0,25 Prozent des Neuwagenpreises gewertet. Das gilt zumindest für alle E-Autos, die seit 2019 und bis Ende 2024 erstmals zugelassen wurden oder werden. Ab 2025 soll der Prozentsatz laut den Plänen der Bundesregierung auf 0,5 Prozent steigen.

Für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge gilt die bislang übliche 0,5-Prozent-Regelung bald nicht mehr. Sobald die neue Bundesregierung ihre Pläne in geltende Verordnungen überführt, müssen neu zugelassene Plug-in-Hybrid-Autos mehr als die Hälfte der Zeit elektrisch fahren, um von den Steuervorteilen zu profitieren. Andernfalls werden PHEVs ebenfalls nach der 1,0-Prozent-Regelung besteuert.

VIP-Leasing: Was ist das?

Im VIP-Programm nicht nur für Rapper sehr attraktiv: Der AMG GLE 63. (Bild: Daimler)

Neben dem regulären Firmenleasing mit Sonderkonditionen für Gewerbetreibende und Unternehmen gibt es spezielle Angebote für Prominente: seien es Sportler, Musiker oder bekannte Social-Media-Influencer. Welche Autofirmen ein solches Programm haben, sowie die teilnehmenden Promis, ist ein offenes Geheimnis. Grade das Mercedes VIP-Leasing sorgte hier für viel Aufmerksamkeit. Der Stuttgarter Konzern bietet seit Jahren seine Top-Fahrzeuge bestimmten VIPs zu extra-günstigen Konditionen an.

Wer genau beim VIP-Leasing teilnehmen darf, entscheidet der Konzern selbst. Einen offiziellen Bewerbungsprozess oder eine Einsicht in Preismodelle gibt es nicht. Die Person muss aber genügend mediale Reichweite haben und die richtigen Zielgruppen ansprechen.

Passt das für den Konzern, sind Sonderangebote auf so ziemlich alle Autos möglich, und zwar ebenfalls für nur 1 Prozent des Listenpreises und bei wesentlich kürzeren Laufzeiten als gewöhnlich. Bei einem AMG C43 Coupé mit einem Startpreis von rund 68.000 Euro entspricht das 680 Euro pro Monat. Eine ähnliche Leasingrate bietet Mercedes beim AMG C43 Coupé zwar auch für Privatkunden an, allerdings in Kombination mit 13.606 Euro Anzahlung, bei einer Laufzeit von 36 Monaten.

Sogar über schmale 0,5 Prozent des Listenpreises wird gemunkelt. Ein Mercedes AMG GLE 63 Coupé – des Deutschrappers Liebling – fängt normalerweise erst bei 134.000 Euro an. Bei 0,5 Prozent des Listenpreises wären das gerade einmal 670 Euro pro Monat. Das können sich sogar die Rapper leisten, die auch gerne mal mit AMG im Musikvideo posieren wollen.

Fazit: Für wen sich Gewerbeleasing lohnt

Firmenleasing bietet für Unternehmen und für Dienstwagennutzer einige Pluspunkte. Vor allem für Gewerbetreibende sind die gute Planbarkeit sowie die Steuervorteile attraktiv. Das Schöne am Gewerbeleasing: Es gilt in der Regel bereits ab der ersten Person, also auch für alle Solo-Selbstständigen. Und wer sich parallel dazu als erfolgreicher Blogger oder Instagrammer betätigt, kann fürs nächste Auto vielleicht auf einen Anruf aus Stuttgart hoffen.

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