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Gesamtkosten für Elektroautos im Überblick
20. Mai 2021
Elektromobilität

Gesamtkosten für Elektroautos im Überblick

Fahrzeuge mit Elektroantrieb liegen aktuell voll im Trend. Leise, klimaschonend und Fahrspaß garantiert – was will man denn mehr? Auch hinsichtlich der maximalen Reichweite haben Elektroautos in den letzten Jahren stark zugelegt, sodass man hier im Alltag selten große Einschränkungen bemerken sollte. Auf den ersten Blick sieht es also aus, als könnte der Elektroantrieb eine ernsthafte Konkurrenz für den konventionellen Verbrenner darstellen.

Allerdings sollte man an dieser Stelle einen weiteren entscheidenden Punkt in die Überlegung einbeziehen, von dem die Kaufentscheidung maßgeblich abhängt: die Kosten. Mit welchen Kosten du bei einem Elektroauto rechnen musst und ob sich ein E-Auto für dich lohnt, möchten wir in diesem Beitrag erläutern.

Die Kosten eines E-Autos in der Übersicht

Wie auch bei einem Fahrzeug mit Diesel- oder Benzinmotor endet die Rechnung nicht mit dem Anschaffungspreis. Im Folgenden haben wir eine Übersicht der wichtigsten Kostenpunkte aufgestellt, die du vor einem Fahrzeugkauf einkalkulieren solltest.

Anschaffungskosten

Der offensichtlichste und vermeintlich größte Kostenpunkt sind die Anschaffungskosten des Fahrzeugs. Der Elektroantriebs ist noch immer einer recht junge Technologie. Somit fallen sowohl Kosten in der Fahrzeugentwicklung und –produktion als auch die Anschaffungskosten für Elektroautos nach Listenpreisen häufig deutlich höher aus als die eines vergleichbaren Verbrenners. Je nach Fahrzeug sind das bis zu 30 Prozent mehr.

Da die Bundesregierung das Thema Elektromobilität stark forciert und sich ein sehr ambitioniertes Ziel von zehn Millionen Elektrofahrzeugen auf Deutschlands Straßen bis 2030 gesetzt hat, schuf sie finanzielle Anreize in Form einer Kaufprämie für Elektroautos. Diese wurde während der Covid-19-Pandemie sogar nochmals deutlich erhöht, um Kunden den Umstieg auf ein Elektroauto schmackhafter zu machen.

Demnach kannst du bei Fahrzeugen mit einem Nettolistenpreis von unter 40.000 Euro eine Umweltprämie von bis zu 9.000 Euro beantragen, von denen 6.000 Euro vom Staat und 3.000 Euro vom Hersteller bereitgestellt werden. Bei Autos mit einem Nettolistenpreis von 40.000 bis 65.000 Euro ist eine Förderung von immerhin 7.500 Euro möglich.

Diesen Zuschuss kannst du jedoch nicht nur bei Neuwagen, sondern auch bei Gebrauchtwagen beantragen, für die bisher noch keine Förderung beantragt wurde und die maximal einen Vorbesitzer hatten. Außerdem darf das Fahrzeug nicht mehr als zwölf Monate erstzugelassen sein und die Laufleistung 15.000 Kilometer nicht übersteigen. Somit ist ein Elektrofahrzeug inklusive Förderprämie teilweise sogar günstiger in der Anschaffung als sein Verbrenner-Pendant.

Versicherung

Prinzipiell sind Elektroautos genauso zu versichern wie ein konventionell angetriebenes Fahrzeug. Der Beitragssatz wird entsprechend der Regional-, Typ- und Schadensfreiheitsklasse je nach Haftpflicht-, Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung berechnet. Aufgrund des hohen Anschaffungspreises eines neuen Elektroautos ist an dieser Stelle eine Vollkaskoversicherung zu empfehlen.

Je nach Versicherer können vergleichbare Versicherungsverträge niedriger oder auch deutlich höher ausfallen als bei einem Verbrenner – teurere Anbieter argumentieren mit höheren zu erstattenden Kosten im Schadensfall (beispielsweise durch die sehr teuren Batterien), günstige Anbieter stufen das Unfallsrisiko niedriger ein, da viele Elektroautos inklusive einer Vielzahl verschiedener Fahrerassistenzsysteme gekauft werden. Hier gilt es, die Versicherer sehr genau zu vergleichen, da sich die Leistungen und Beiträge je nach Fahrzeug und Versicherung stark unterscheiden können.

KFZ-Steuer

Bei der KFZ-Steuer können sich alle Besitzer eines Elektroautos freuen, denn für elektrisch betriebene Fahrzeuge mit Neuzulassungen bis 2025 gilt eine Befreiung von der KFZ-Steuer für die nächsten zehn Jahre.

Jedoch können nicht nur Privateigentümer eines Elektroautos von Steuervorteilen profitieren, sondern auch Nutzer eines elektrischen Dienstwagens. In diesem Fall muss der Nutzer nicht ein Prozent des Neuwagenbruttopreises als geldwerten Vorteil für die private Nutzung des Fahrzeugs versteuern, sondern bei Elektroautos unter 60.000 Euro nur 0,25 Prozent.

Wartung und Service

Auch beim Thema Service, Verschleiß und Wartung fallen bei einem Elektroauto prinzipiell weniger Kosten an als bei Verbrennern. Hauptsächlich liegt das an der kleineren Anzahl mechanischer Teile, die mit der Zeit verschleißen können. Durch moderne Rekuperationstechnik werden Bremsen von E-Autos bei Weitem nicht so stark beansprucht wie die eines Verbrennerfahrzeugs.

Außerdem werden in einem Elektrofahrzeug sehr viele Funktionalitäten durch Software umgesetzt, die über Fernzugriff aktualisiert werden kann. Somit können einige Inspektionsarbeiten ferngesteuert durchgeführt werden, ohne dass der Fahrer in die Werkstatt muss.

Natürlich kommt ein Elektrofahrzeug nicht komplett ohne Werkstattbesuch aus, da komplexe Komponenten wie die Batterie regelmäßig durch Fachpersonal überprüft werden müssen. Auch besonders sicherheitskritische Systeme werden oftmals noch direkt in der Werkstatt geprüft und nicht nur über ein Online-Update auf den neuesten Stand gebracht.

Das günstigste Modell von Mercedes im Vergleich zu den Verbrennern gleicher Klasse: Die elektrische B-Klasse B 250 e (Bild: Daimler)

Stromkosten

Während Benziner und Diesel ihre Energie aus fossilem Kraftstoff beziehen, benötigt ein Elektromotor Strom als Energiequelle. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, sein Elektrofahrzeug zu laden, weshalb die Kosten unterschiedlich ausfallen.

Die auf den ersten Blick wohl einfachste Möglichkeit ist das Laden an einer üblichen Haushaltssteckdose. In Deutschland liegt der durchschnittliche Strompreis bei etwa 31,81 Cent je Kilowattstunde, was im internationalen Vergleich ziemlich teuer ist. Zusätzlich ist mit Ladeverlusten von bis zu 25 Prozent (je nach Fahrzeug) zu rechnen, sodass nicht der volle Ladestrom auch tatsächlich als nutzbare Energie in der Batterie fließt.

Allerdings sollte man vom regelmäßigen Laden an einer normalen Steckdose möglichst absehen, da die Haushaltsleitungen in der Regel nicht auf eine so hohe Dauerbelastung ausgelegt sind. Außerdem ist der Ladestrom durch die normalerweise im Sicherungskasten verbaute Sicherung auf maximal 16 Ampere beschränkt, was den Ladevorgang bei einer Ladeleistung von maximal 2,3 Kilowatt zu einer langen Geduldsprobe macht.

Stattdessen macht der Einsatz einer Wall-Box mehr Sinn. Wall-Boxen gibt es in verschiedenen Leistungsklassen, die Topmodelle stellen Ladeleistungen von bis zu 22 Kilowatt bereit – fast das Zehnfache einer üblichen Haushaltssteckdose. Natürlich sollte man hier im Vorfeld klären, ob die notwendigen elektrischen Gegebenheiten für die Installation einer Wall-Box vorhanden sind und welche Ladeleistung vom Fahrzeug unterstützt wird. Eine handelsübliche Wall-Box kostet je nach Ausstattung und Leistung zwischen 500 und 2.500 Euro zuzüglich Kosten für die Installation.

Neben privaten Ladestationen gibt es öffentliche Ladepunkte. Am 1. April 2021 waren in Deutschland gemäß der Bundesnetzagentur 35.845 Normalladestationen und 5.906 Schnellladepunkte in Betrieb. Die Abrechnungsmodelle können sich je nach Anbieter allerdings deutlich unterscheiden. Einige Anbieter verlangen eine monatliche Grundgebühr und berechnen die Ladezeit mit einem Pauschalbetrag je Minute, andere wiederum berechnen jede Kilowattstunde einzeln ohne Grundgebühr.

Bei ADAC e-Charge kostet eine Kilowattstunde an einer Normalladestation beispielsweise 29 Cent, an einer DC-Schnellladestation 39 Cent. Der Anbieter ChargeNow berechnet im „Active“-Tarif dagegen 9,50 Euro Grundgebühr und 4 Cent je Lademinute (bzw. 2 Cent bei Nacht) an einer AC-Ladestation und 28 Cent je Minute an einem Schnellladepunkt. Auch hier sollte man die unterschiedlichen Anbieter und Tarife genau vergleichen.

Wertverlust

Den Wertverlust eines Elektroautos zu beziffern ist zum aktuellen Zeitpunkt nur sehr schwer möglich, da bislang nur wenige valide Daten vorliegen und sich verschiedene Forscher in ihren Aussagen widersprechen. Viele Experten gehen derzeit davon aus, dass der Wertverlust eines Elektroautos aufgrund der attraktiven Prämien für Neufahrzeuge relativ hoch ist, zumal die Neuwagenpreise durch geringere Fördergelder in der Vergangenheit deutlich höher waren als heute. Außerdem herrscht Unsicherheit über mögliche Reichweitenverluste gebrauchter Batterien.

Verbrenner oder Elektro? Wir haben es durchgerechnet!

Nun fragst du dich bestimmt, ob man mit einem Elektroauto oder mit einem Fahrzeug mit konventionellem Antrieb günstiger unterwegs ist. Eine eindeutige Antwort zu geben ist nicht so einfach – dafür gibt zu viele Unterschiede zwischen Herstellern und Modellen.

Wir wollen nun drei Modelle unterschiedlicher Klassen vorstellen, sodass du dir selbst ein Bild machen kannst. Für den Vergleich der Kosten je Kilometer werden sämtliche bereits genannte Kostenpunkte und Fördermittel einbezogen sowie eine Haltedauer von fünf Jahren und eine jährliche Fahrleistung von 15.000 Kilometer angenommen.

Hyundai Ioniq – mit Plug-in-Hybrid fährt man günstiger

Der Hyundai Ioniq eignet sich für diesen Vergleich bestens, da er als reines Elektroauto, als Plug-in-Hybrid und auch mit konventionellen Diesel- und Benzinmotoren zu bekommen ist. Den günstigsten Grundpreis von etwa 26.390 Euro kann das Modell mit Benzinmotor für sich verbuchen, gefolgt vom Diesel-Ioniq für 30.040 Euro und dem Plug-in-Hybrid für 32.000 Euro (vor Abzug der Förderung). Das elektrisch angetriebene Modell ist mit mindestens 35.350 Euro (vor Förderung) am teuersten in der Anschaffung.

Nach Berücksichtigung der weiteren Kostenpunkte ergeben sich kosten je Kilometer von 43,4 Cent für das elektrische Auto, womit es gesamt deutlich günstiger ist als die Diesel- und Benzinvariante mit 55,2 bzw. 52,8 Cent je Kilometer. Der Plug-in-Hybrid ist mit 42,4 Cent je Kilometer nochmal einen Cent günstiger als der Ioniq Elektro, sodass er in diesem Kostenvergleich als Sieger hervor geht, selbst wenn man für die Verbrenner einen typischen Preisnachlass durch den Händler von 15 Prozent einrechnet.

Das vollelektrische Modell ist vor Förderung das teuerste Modell der Ioniq-Serie, im Unterhalt aber das zweitgünstigste. (Bild: Hyundai)

Mercedes B-Klasse – die elektrische Variante hat die Nase vorn

Im Gegensatz zum Hyundai Ioniq ist die elektrische B-Klasse B 250 e in ihrem Preis ab 39.347 Euro (vor Abzug der Förderung) sogar günstiger als der vergleichbare Benziner mit 40.496 Euro bzw. der adäquate Diesel B 220 d mit 40.829 Euro. Auch mit Blick auf die Kosten je Kilometer entpuppt sich die elektrisch angetriebene B-Klasse mit 59,0 Cent als günstigstes Modell, die beiden Verbrenner sind mit 70,2 Cent (Diesel) bzw. 70,8 Cent (Benziner) deutlich kostspieliger.

Jaguar i-Pace – das elektrische Modell nur scheinbar im Vorteil

Der Jaguar i-Pace ist mit einem Grundpreis von 77.900 Euro gute 5.000 Euro teurer als sein gleich starker Super-Zwilling F-Pace und mit einem Preis von etwa 8.000 Euro teurer als die etwas schwächere Diesel-Variante. Betrachtet man nun die Kosten je Kilometer, liegt der i-Pace mit 95,4 Cent auf dem ersten Blick vor den beiden konventionell angetriebenen F-Pace-Modellen mit 110,2 respektive 105,8 Cent, doch rechnet man einen üblichen Preisnachlass für die Verbrenner ein, so sind diese sogar etwas günstiger als der i-Pace.

Ab wann lohnt sich ein Elektroauto?

Ab wann und für wen sich ein Elektroauto rentiert, hängt von vielen Parametern ab, sodass eine pauschale Antwort unmöglich ist. Im Durchschnitt ist es so, dass sich aktuell hauptsächlich Fahrzeuge der Oberklasse lohnen – hier fällt der prozentuale Aufpreis im Vergleich zu einem Benziner oder Diesel oft etwas geringer aus. Im Gegenzug profitiert man von den geringeren Betriebskosten. Kleinwagen rechnen sich dagegen häufig erst nach etwa zehn Jahren, da die Anschaffungskosten auch unter Berücksichtigung der Fördergelder in Relation zum konventionell angetriebenen Auto deutlich höher sind.

Prinzipiell kann man sagen, dass sich ein Elektroauto immer mehr lohnt, je länger es gefahren wird. Hier sollte man jedoch auch die Haltbarkeit der Batterien im Hinterkopf behalten, zu denen es derzeit nur wenige Langzeitberichte gibt. Viele Hersteller bieten oftmals eine Garantie von 7-8 Jahren beziehungsweise 100.000-160.000 Kilometer – dann sollen noch mindestens zwischen 65-75 Prozent der Akkukapazität verfügbar sein. Auch hier gilt: Garantiebedingungen genau lesen und so etwaige böse Überraschungen vermeiden.

Fazit: Ja oder nein zur Elektromobilität

Über kurz oder lang wird der Elektroantrieb sich als feste Alternative zum Verbrenner und wahrscheinlich auch als eine weit verbreitete Antriebstechnologie der Zukunft etablieren, doch wie schnell das umgesetzt wird, hängt neben Kritikpunkten wie der Ladeinfrastruktur und der Reichweite auch von der Kostenentwicklung ab.

Derzeit sind sehr viele Fahrzeuge mit Elektroantrieb deutlich teurer in ihrer Anschaffung als ihre Verbrenner-Pendants, in den Haltungskosten haben sie wiederum häufig die Nase vorn. Schlußendlich kommt es gerade bei Elektrofahrzeugen vor allem auf das Einsatzgebiet des Fahrzeugs an. Du musst selbst entscheiden, welches Fahrzeug zu deinem Lebensstil und deinem Geldbeutel passt.

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Titelbild: Jaguar

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