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Fahrradträger: Dach, Heck oder Innenraum?
8. Februar 2022
Reise & Freizeit

Fahrradträger: Dach, Heck oder Innenraum?

“Nicht ohne mein Fahrrad?” Wenn das Zweirad in den Urlaub oder für die Radtour mitreist, müssen sich Autofahrer die Frage stellen: oben aufs Autodach oder hinten ans Heck? Unabhängig von der Antwort bedeutet ein Fahrradträger viel zusätzliches Gewicht. Das erhöht den Kraftstoffverbrauch, verändert den Schwerpunkt und damit die Fahreigenschaften des Fahrzeugs. Zudem muss der Fahrer beachten, dass meist sowohl die Höhe als auch die Breite sowie der Luftwiderstand des Autos ansteigen können. Ein erhöhter Luftwiderstand wirkt sich vor allem auf der Autobahn negativ auf den Verbrauch aus.

Für Neulinge beim Thema Fahrrad-Dachträger bedeuten das also: üben, üben, üben. Vor einer langen Fahrt in den Urlaub sollten Autofahrer ein paar Runden mit den Fahrrädern auf dem Dach oder am Heck drehen. Und dabei genau auf folgende Punkte achten: Wie verhält sich das Auto in Kurven? Was passiert bei einer starken Bremsung?

Solche eine Übungsfahrt gibt Sicherheit. Gleichzeitig lässt sich dabei ohne großes Risiko testen, ob die Fahrräder richtig montiert sind. Doch auch danach gilt: Mit einem Fahrrad-Dachträger oder einem Fahrrad-Heckklappenträger tritt niemand bei einem Viertel-Meile-Rennen an. Die Experten des ADAC raten nachdrücklich zu einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h, wenn ein Fahrrad-Dachgepäckträger montiert ist. Für Autos mit Heckträger empfehlen sie 130 km/h.

Alle Infos zu Fahrradträgern fürs Heck

Fahrradträger am Heck haben kaum Einfluss auf die Fahrzeughöhe, allerdings verschlechtern sie die Sicht nach hinten. (Bild: iStock)

Wer ein Auto mit Anhängerkupplung besitzt, für den empfiehlt sich ein Fahrradträger am Heck. Diese haben gleich mehrere Vorteile. Der wohl wichtigste: Die Fahrräder müssen nicht aufs Dach gehievt werden. Dies ist umso wichtiger für E-Bike- oder Pedelec-Fahrer, deren Rad meist rund fünf bis zehn Kilogramm zusätzliches Gewicht aufweist. Ein weiterer Vorteil: Fahrräder am Heck beeinflussen die Fahrzeughöhe nur minimal. So drohen weder an Brücken noch in Tiefgaragen Beschränkungen.

Der Nachteil bei dieser Art des Fahrradtransports sind die Kosten: Der ADAC testete im Jahr 2019 elf Fahrradträger fürs Heck. Der günstigste Heckträger kostete 215 Euro, der teuerste mehr als 850 Euro. Darüber hinaus kann so ein Fahrradträger die Sicht nach hinten stark beeinträchtigen. Teilweise verdecken die Modelle auch die Fahrzeugbeleuchtung oder das Kennzeichen. Größere Fahrrad-Heckträger verfügen deshalb über eine eigene Beleuchtung und ein eigenes Kennzeichen.

Wichtig bei einem Heckträger ist es, auf die zulässige Breite zu achten. Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) schreibt vor, dass eine Ladung nicht weiter als 40 Zentimeter über die Fahrzeugbeleuchtung hinausragen darf. Bei breiteren Trägern schreibt die StVZO vor, dass der Träger nach vorn mit einer weißen Leuchte und nach hinten mit einer roten Leuchte zu kennzeichnen ist. Der Höchstwert für die Fahrzeugbreite samt Rädern liegt bei 2,55 Metern.

Vorteile und Nachteile von Fahrrad-Heckträgern

Pros & Cons

einfache Fahrrad-Montage
kaum Einfluss auf Luftwiderstand
keine Einschränkungen bei Brücken oder Tiefgaragen
nur für Fahrzeuge mit Anhängerkupplung
teilweise hoher Preis
beeinträchtigte Sicht nach hinten
Einfluss auf Parksensoren oder Heckkamera

Tipps für die Montage von Fahrrad-Trägern fürs Auto

Für die Befestigung des Systems am Auto gibt es keine generellen Hinweise, denn diese Fahrradträger müssen unter strenger Einhaltung der Anweisungen des Herstellers montiert werden. Dabei sollte ausschließlich Originalzubehör genutzt werden, um kein Risiko einzugehen. Ein schlecht befestigter Fahrradträger auf dem Dach oder am Heck ist potenziell eine große Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer.

Vor der Befestigung der Räder muss zudem die maximal zulässige Traglast des Fahrradträgers beachtet werden. Bei Halterungen für die Anhängerkupplung gilt das auch für die hier gültige maximale Stützlast. Lose Teile sollten nicht am Rad bleiben: Luftpumpe, Fahrradklingel, Handyhalterung, Akku, Trinkflasche sollten im Auto untergebracht werden.

Dann wird das Fahrrad als erstes mit dem Rahmen am Fahrradträger befestigt, danach sind die Räder dran. Das Rad mit einer Abdeckplane vor Wind und Wetter schützen? Das ist keine gute Idee, denn sie erhöht den Luftwiderstand und kann sich außerdem leicht lösen.

Fahrrad-Dachträger: Alle Infos

Keine Anhängerkupplung, kein Problem: Fahrrad-Dachträger sind zudem auch günstiger als solche fürs Heck. (Bild: iStock)

Ohne Anhängerkupplung existieren für den Fahrradtransport zwei Möglichkeiten: entweder ein Heckklappenfahrradträger oder ein Fahrrad-Dachträger. Der Transport auf dem Autodach eignet sich vor allem für leichte Räder. Wer ein E-Bike und zwei schwere Mountainbikes befördern möchte, sollte schon aus praktischen Gründen eine Alternative wählen. Die Räder müssen jedes Mal aufs Dach gehoben und wieder heruntergeholt werden, was auch für austrainierte Radfahrer nicht so leicht ist.

Zu den Vorteilen der Fahrradträger fürs Dach zählt, dass sie weniger kosten als Fahrradträger fürs Heck. Weitere Vorteile: Dachträger beeinträchtigen die Sicht nach hinten nicht und der Kofferraum bleibt zugänglich.

Soll es daher ein Fahrradträger fürs Dach sein, bleibt die Frage: mit oder ohne Reling? Bei Autos mit Dachreling wird der Träger an der Reling montiert. Für Autos ohne Dachreling gibt es Fahrradträger, die in die Türöffnungen geklemmt werden kann.

Zu den Nachteilen von Fahrradträgern fürs Dach zählt neben der kraftaufwendigen Montage auch die enorme Fahrzeughöhe. Sie beeinflusst das Fahrverhalten des Autos und macht es anfälliger für Windböen von der Seite. Auch die Einfahrt in Parkhaus oder Tiefgarage wird mit solch einem Träger schwierig bis unmöglich.

Vor- und Nachteile von Fahrradträgern fürs Dach

Pros & Cons

niedriger Preis
keine Einschränkungen bei der Sicht nach hinten
Kofferraum bleibt zugänglich
schwieriges Beladen
höhere Anfälligkeit für Seitenwind
erhöhter Spritverbrauch
Nachteile an Garagen/Parkhäusern und anderen höhenbeschränkten Zufahrten

Alternative Fahrradträger: Heckklappe und Innenraum

Fahrrad in den Kofferraum: Das ist bei den meisten Autos kaum möglich und wenn, dann nur wenig platzeffizient. (Bild: iStock)

Neben diesen Standardversionen für den Fahrradtransport mit dem Auto gibt es zwei weitere Möglichkeiten. Zum einen gibt es Fahrradträger, die einfach an der Heckklappe befestigt werden können. Das klingt im ersten Moment nach einer guten Lösung für Autos ohne Anhängerkupplung. Es birgt jedoch einige Nachteile: Der Heckklappen-Fahrradträger muss genau zum Automodell passen. Hinzu kommt, dass der Träger sowie die Fahrräder ein erhebliches Mehrgewicht für die Heckklappe bedeuten, die dafür grundsätzlich nicht gedacht ist.

Für geräumige Autos wie Vans und Kombis sowie besonders teure Fahrräder gibt es Fahrradträger für den Innenraum des Autos. Bei solchen Systemen werden die Räder meist ohne Vorderrad aufrecht im Inneren befestigt – die Plätze auf der Rückbank können dann allerdings nicht genutzt werden.

Checkliste Fahrradtransport

Bei der Wahl des richtigen Fahrradträgers gibt es also einiges zu beachten, denn nicht jeder Träger passt zu jedem Auto und nicht jedes Fahrrad passt zu jedem Träger. Bevor es also auf die Suche nach einem neuen Fahrradträger für das Auto geht, sollten Transportwillige sich folgende Fragen beantworten:

  1. Wie viele Räder möchtest du transportieren?

  2. Wie schwer sind die Fahrräder?

  3. Hat dein Auto eine Anhängerkupplung?

  4. Hat dein Auto eine Dachreling?

  5. Wie sicher fühlst du dich bei dem Gedanken, mit Fahrrädern auf dem Autodach zu fahren?

Das Angebot an Fahrradträgern ist groß. Daher lässt man sich am besten Zeit für die Suche und beachtet dabei vor allem die Angaben zur zulässigen Stützlast. Das gilt für das Gewicht der Fahrräder auf dem Träger selbst und für das Gesamtgewicht von Träger und Fahrrädern auf der Anhängerkupplung oder auf dem Dach. Denn für die Stützlast der Anhängerkupplung muss das Gewicht des Trägers mit dem Gewicht der Räder addiert werden. Die dafür relevante Angabe steht im Fahrzeugschein unter Punkt 13.

Alles zu aufwendig? Eine lohnende Alternative wären Falträder, die oft nicht mehr Platz benötigen als ein zusätzlicher Koffer im Kofferraum. Oder eine Fahrradvermietung vor Ort.

Titelbild: iStock

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