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Elektroautos: Vorteile vs. Nachteile
20. Februar 2020
Elektromobilität

Elektroautos: Vorteile vs. Nachteile

Sind Elektrowagen wirklich umweltfreundlicher? Spare ich beim Kauf eines Elektroautos wirklich am Ende Geld? Wir betrachten die wichtigsten Vor- und Nachteile von Elektroautos und liefern dir Argumente, die dir bei der Kaufentscheidung pro oder contra Stromer helfen werden.

Pros & Cons

keine lokalen CO2-Emissionen
ab einer gewissen Fahrleistung in gesamter CO2-Bilanz umweltfreundlicher als Verbrenner
geringe Betriebskosten - verglichen mit herkömmlichen Verbrennern
leiser Elektromotor
Steuervergünstigungen und Kaufprämien
hoher Kaufpreis
geringere Reichweite
noch nicht voll ausgebaute Infrastruktur mit Ladestationen
einige Modelle mit langer Ladedauer
noch nicht ausgereifte Batterie-Technologie

Aus dem, was sich schnell herunterschreiben lässt, kann nur ein erster Eindruck entstehen. Daher wollen wir im Folgenden tiefer einsteigen, die einzelnen Punkte genauer beleuchten und dir beim Fällen deiner Entscheidung helfen. Los geht’s!

Die Vorteile von E-Autos im Detail

Das größte Argument für die Anschaffung eines Elektroautos ist die Umweltfreundlichkeit. Das Auto wird zu einer Anschaffung, die gleichzeitig Statussymbol und Ausdruck des eigenen Idealismus ist. Dank des Elektromotors, der ohne Verbrennung auskommt, werden kein CO2 oder andere Treibhausgase ausgestoßen. Selbst in der gesamten CO2-Bilanz, welche die komplette Lebenszeit des Elektroautos betrachtet, schlägt es normale Verbrenner. So hat es eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) herausgefunden. Vor allem neue Stromer können laut ISI am Ende ihrer Laufzeit mit 15 bis 30 Prozent weniger Gesamt-CO2-Ausstoß punkten.

Der Elektromotor ist dazu sehr energieeffizient: Die eingebauten Motoren haben einen Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent. Das bedeutet, dass 90 Prozent der eingeschleusten Energie auch genutzt werden kann. Dieser Wert liegt bei Verbrennungsmotoren nur bei 20-40 Prozent. Zudem verbrauchen Elektroautos kein Erdöl in Form von Benzin oder Diesel und schonen somit diese Ressource.

Das macht das Auto insgesamt auch angenehm leise. Vor allem in Großstädten, in denen zugunsten der Feinstoffbelastung und des Lärmpegels zunehmend verkehrsberuhigte Bereiche und niedrigere Tempolimits eingerichtet werden, sind Elektroautos eine optimale Lösung. Auch über Dieselverbote oder Umweltzonen muss man sich als Besitzer eines Elektrowagens keine Sorgen machen – man bleibt von eventuellen Einschränkungen verschont und hat dazu an den Ladestationen exklusive Parkplätze.

Finanzielle Anreize

Ein großer Vergleich des ADAC hat ergeben, dass in vielen Fällen die Betriebskosten von Elektrofahrzeugen geringer sind. Eine Stromladung für 100 Kilometer mit einem E-Auto kostet demnach nur halb so viel wie das Betanken eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor für dieselbe Strecke. Wartungs- und Reparaturkosten fallen ebenfalls kostengünstiger aus, da im Elektromotor deutlich weniger bewegliche Teile verbaut sind. Zusätzlich wird die Technologie der Batterien kontinuierlich weiterentwickelt und ihre Herstellungskosten sinken, sodass man sich als Käufer auf sinkende Preise und steigende Reichweite freuen darf.

Generell können Käufer sich bei der Anschaffung eines Elektroautos derzeit noch über Vergünstigungen freuen. Im November 2019 wurde die Umweltprämie für Elektro- und Plug-in-Hybride nicht nur verlängert, sondern auch auf bis zu 6.000 Euro erhöht. Im Zuge des Corona-Konjunkturpaket steigt dieser Wert ab dem 1. Juli 2020 für anderthalb Jahre sogar noch einmal auf bis zu 9.000 Euro an.

Bis Ende 2020 neu zugelassene Stromer sind außerdem zehn Jahre lang von der KFZ-Steuer befreit. Die Steuerbefreiung bleibt auch bei einem Halterwechsel unberührt. Auch deswegen fallen E-Autos nicht so schnell im Wert wie Verbrenner und bleiben für den Weiterverkauf als Gebrauchtwagen attraktiv für Käufer und Verkäufer. Dazu kommen Steuervergünstigungen für Elektro-Dienstwagen.

Die Nachteile von Elektroautos

Die meisten Nachteile von Elektroautos sind auf den aktuellen Stand der Technologie zurückzuführen. Den größten Kostenfaktor macht nach wie vor die Batterie des Fahrzeugs aus. Die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien, die derzeit vor allem verbaut werden, ist nicht nur teuer, sondern hinterlässt auch einen erheblichen CO2-Fußabdruck, der die gesamte Umweltbilanz von Elektroautos belastet.

Generell sind Lithium und andere für die Batterien erforderliche Rohstoffe nicht unumstritten. Zwar wird prognostiziert, dass Lithium nicht in absehbarer Zeit ausgehen wird. Aber der Abbau von Lithium und Kobalt beeinträchtigt nachgewiesen den Brunnenbau und beeinflusst die Grundwasserversorgung in den Ursprungsregionen – überwiegend Entwicklungsländer. Obwohl bereits an Batterien für Elektroautos geforscht wird, die ohne Kobalt auskommen, so wird es aufgrund ihrer geringeren Kapazitäten noch dauern, bis sie markttauglich sind.

Der Audi e-tron Sportback kostet 84.000 Euro aufwärts (Bild: Audi)

Elektrowagen als Luxusartikel

Insgesamt werden im Regelfall für einen elektrobetriebenen Kleinwagen 20.000 bis 30.000 Euro fällig. Am oberen Ende, bei Premium-Marken wie Mercedes, Porsche oder Tesla, können die Preise sogar die 100.000 Euro-Marke übersteigen. Dieses gehobene Preissegment macht das Elektrofahrzeug zum Luxusgegenstand.

Das beliebteste Elektroauto in Deutschland war 2019 indes ein Wagen aus dem günstigen Preissegment: Renault gibt für den Renault Zoe über 9.400 verkaufte Exemplare an. Der Zoe ist als Neuwagen bereits für rund 22.000 Euro zu haben. Als Gebrauchtwagen bekommt man ihn sogar ab rund 8.000 Euro.

Je mehr man als Käufer investiert, desto höher ist oft die Batterieleistung, denn die Batterie macht den größten Kostenfaktor aus. Die höchste Reichweite hat derzeit der Tesla Model S Maximum Range mit 610 Kilometern. Allerdings müssen hier für einen Neuwagen auch mindestens 87.000 Euro investiert werden.

Im Schnitt schafften Stromer im Jahr 2019 laut Statista 364 Kilometer pro Ladung. Die Tendenz ist hier allerdings steigend. Für 2022 prognostiziert Statista bereits eine durchschnittliche Reichweite von 491 Kilometern pro Ladung. Batterien können nämlich inzwischen in größerer Zahl produziert und eingekauft werden. Das beeinflusst wiederum den Preis für die Batterien der letzten Generation. Es kann mehr Leistung verbaut werden, das E-Auto wird preislich attraktiver. Die Grenzen der Technologie verschieben sich also mit den Anforderungen und der Nachfrage des Marktes.

Fehlender Fortschritt bei der Infrastruktur

Erschwerend zu der geringen Reichweite kommt bei Elektroautos die schlecht ausgebaute Infrastruktur hinzu sowie mitunter lange Ladezeiten. Die Ladezeit ist dabei abhängig von der Ladetechnologie und der Akkugröße. Für eine volle Ladung muss ein Privathaushalt im Schnitt aber mehrere Stunden einkalkulieren.

Ein Nissan LEAF (Titelbild) oder E-Golf benötigen beispielsweise an einer 230-Volt-Haushaltssteckdose 10 bis 13 Stunden zur vollständigen Ladung. Spezielle Ladestationen verkürzen diese Zeit auf 5-7 Stunden. Gleichstrom-Schnellladestationen können dafür den Großteil des Akkus schon in einer halben Stunde füllen. Das Problem hier stellt aber das bisher recht dünne Stationsnetz dar.

Auch wenn die Zahl der Ladestationen in Deutschland bis Anfang 2020 auf 24.000 Ladepunkte stieg, konzentrieren sich diese jedoch vor allem auf Großstädte. Hier sind, wie im BDEW-Ladesäulenregister zu sehen ist, München, Hamburg und Berlin die Städte mit dem besten Ladenetz. Doch auch dort steht nicht vor jeder Haustür eines Elektroautobesitzers eine Ladestation.

An dieser Stelle sollte jeder, der den Kauf eines E-Autos erwägt, die folgende Frage klären: Ist das ein Grund noch abzuwarten oder investiere ich als einer der ersten, um den Weg für den Fortschritt mit zu ebnen?

Gemeinsam mit Daimler bietet BMW mit ChargeNow einen eigenen Lade-Service an (Bild: BMW)

Was jetzt: Elektroauto kaufen oder nicht?

Elektromobilität ist trotz allem eine wachsende Branche. Laut Statista hat sich die Anzahl der Neuzulassungen in Deutschland seit 2015 fast verdreifacht, und seit Jahresbeginn 2020 gab es bereits 7.500 Neuzulassungen. Die Boston Consulting Group gibt sogar an, dass 2030 erstmals mehr Autos mit Elektro-Antrieben (batteriebetrieben und Hybrid-Fahrzeuge) als Verbrenner verkauft werden könnten.

Insgesamt zeigt sich, dass sich der gesamte Automarkt nicht zuletzt durch Förderungen von Elektromobilität und strengeren Richtlinien für Verbrenner in einem starken Umbruch befindet. Das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel von einer Million zugelassenen Elektroautos in Deutschland bis 2020 wurde allerdings verpasst.

Dafür hat Deutschland in der absoluten Zahl von Neuzulassungen 2019 sogar den bisherigen Pionieren in Sachen Elektromobilität in Europa den Rang abgelaufen. Mit 109.000 neu zugelassenen Elektroautos liegt Deutschland, so zu lesen bei Heise, nun vor Norwegen mit 80.000 neuen E-Cars und Großbritannien mit 73.000 neu zugelassenen Elektrowagen. Hier ist allerdings zu beachten, dass in Deutschland auch deutlich mehr Menschen leben als in den eben genannten Ländern. Absolut sind in Deutschland laut ADAC übrigens 306.000 Elektroautos zugelassen (Stand Ende 2019).

Die Zukunft wird elektrischer

Knapp die Hälfte der Deutschen gaben in einer Umfrage von Bertelsmann an, dass für sie Umweltschutz eines der relevantesten zukünftigen Themen für die EU ist. Außerdem steigt das Wissen über Elektrofahrzeuge in der Bevölkerung zum Beispiel durch Studien des ADAC, in denen gezeigt wurde, dass Stromer keine Nachteile oder größere Risiken in Unfallsituationen haben. Die Bilanz aus den Vor- und Nachteilen von Elektroautos muss demnach jeder für sich selbst ziehen. Die Entscheidung pro oder contra Elektroauto ist also höchst individuell.

Für Menschen, die weite Strecken ohne Unterbrechung zurücklegen müssen oder einen sehr günstigen Wagen suchen, sind herkömmliche Verbrenner sicherlich nach wie vor die beste Lösung. Außerdem sind hier der Markt und somit auch die Auswahl noch sehr viel größer. Wer allerdings die finanziellen Möglichkeiten besitzt und in Zukunftstechnologie investieren will, oder einfach in einer Stadt mit kürzeren Wegen und vielen Ladestationen lebt, für den stellt Elektromobilität eine echte umweltfreundliche Alternative dar.

Vor allem wird deutlich, dass Elektroautos nach wie vor weiterentwickelt werden und viele vermeintliche Nachteile mittlerweile kaum mehr welche sind. Infrastrukturen und Finanzierungsmöglichkeiten werden ausgebaut, neue Forschungsergebnisse attestieren Elektrofahrzeugen auf die Lebenszeit gesehen eine positive Bilanz und die geringen Betriebskosten sowie steuerlichen Vorteile können die höheren Kosten zu Beginn wieder ausgleichen. Ob ja oder nein ist schlussendlich an Faktoren wie Wohnort, Einkommen, Familiensituation und viele weitere individuelle persönliche Faktoren geknüpft.

Gebrauchte Elektroautos

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** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2 -Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem "Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2 -Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter  www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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