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Elektroauto laden: Darauf musst du achten
15. Dezember 2021
Elektroautos und E-Mobilität

Elektroauto laden: Darauf musst du achten

Elektroautos müssen laden. Klingt logisch, macht aber mitunter das Leben kompliziert. Vor allem unterwegs ist das Laden eines E-Autos nicht immer einfach. Zwar nimmt die Dichte an Ladesäulen stetig zu. Doch bei den Stromkosten fürs Aufladen des E-Autos an öffentlichen Ladepunkten herrscht ein ziemliches Durcheinander.

Nur Mut: So schlimm, wie es für Elektro-Neulinge den Anschein hat, ist es nicht. Wir geben dir einen Überblick über die Kosten fürs Laden des Elektroautos, über die verschiedenen Angebote, die unterschiedlichen Tarife und die wichtigsten Voraussetzungen. Damit du dein Elektroauto stressfrei öffentlich aufladen kannst.

Was kostet das Laden meines Elektroautos?

Die wichtigste Frage lässt sich nicht pauschal beantworten: Welche Kosten fallen beim Laden an? Kommt darauf an. Wer zuhause lädt, hat es leicht. Egal, ob das Auto über eine herkömmliche Haushaltssteckdose oder eine speziell installierte Wallbox geladen wird: Kunden zahlen den vertraglich vereinbarten Preis pro Kilowattstunde (kWh).

Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lag der im Juni 2021 bei durchschnittlich 31,94 Cent/kWh. Für ein E-Auto mit 60 kWh großer Batterie ergeben sich so Kosten in Höhe von etwas mehr als 19 Euro für eine volle Akkuladung, lässt man Ladeverluste unberücksichtigt. Anders ausgedrückt: Bei einem Durchschnittsverbrauch von 16 kWh kostet Strom für 100 Kilometer Reichweite etwas mehr als 5 Euro.

An öffentlichen Ladestationen variieren die Kosten für das Elektroauto-Laden je nach Ladestromanbieter, Ladesäulenbetreiber und Ladestation stark. Die günstigsten Angebote starten bei etwa 29 Cent/kWh. In Ausnahmefällen kann die Kilowattstunde an der Ladestation mehr als einen Euro kosten.

Die gängigste Abrechnungsart erfolgt pro kWh, wobei die Kosten nach Ladeart bzw. Ladegeschwindigkeit variieren. So kostet die kWh an Ladestationen mit Wechselstrom (AC: 3,6 bis 22 kW) meist weniger als beim schnellen Aufladen an DC-Ladestationen mit Gleichstrom (ab 50 kW). Ob die Säule mit 50 kW oder 300 kW laden kann, spielt für den Preis pro kWh keine Rolle. Einige Anbieter verlangen immer gleich viel für die Kilowattstunde, egal ob das Elektroauto an einer Schnellladesäule oder an einer Ladestation mit geringerer Ladeleistung steht.

Wichtige Faktoren für die Preise sind der Anbieter des Tarifs und der Betreiber der Ladestation. Beispiel: Ionity. An dem Ladenetz mit vielen HPC-Ladestationen (High Power Charging) entlang der Hauptverkehrsadern sind diverse Autohersteller beteiligt. Die meisten Anbieter rechnen an den Säulen 79 Cent pro kWh ab. An anderen Schnellladestationen sind weniger als 50 Cent üblich. Eines der größten Roaming-Netzwerke (Plugsurfing) verlangt derzeit sogar 1,09 Euro pro kWh bei Ionity. Tarife mit monatlicher Grundgebühr können für Vielnutzer die günstigeren Angebote sein. Insbesondere die an Ionity beteiligten Autobauer bieten ihren Kunden solche Tarife.

Hier sind einige Beispielrechnungen für das Aufladen von 100 Kilometern Reichweite bei verschiedenen Elektroautos.*

ElektroautoVerbrauch/100 kmEuro/100 km ACEuro/100 km DCEuro/100 km Haushaltsstrom
Renault Zoe R110 Z.E. 5018,4 kWh7,36 Euro10,86 Euro5,88 Euro
VW ID.3 Pro S20,0 kWh8,00 Euro11,80 Euro6,39 Euro
Tesla Model 3 Long Range AWD20,9 kWh8,36 Euro12,33 Euro6,68 Euro
Hyundai Kona Elektro (64 kWh)14,7 kWh5,88 Euro8,67 Euro4,70 Euro
BMW iX321,2 kWh8,48 Euro12,51 Euro6,77 Euro
Opel Corsa-e18,8 kWh7,52 Euro11,09 Euro6,01 Euro

*Die Verbräuche basieren auf den realitätsnahen Angaben des ADAC Ecotest. Fürs Schnellladen setzen wir einen Durchschnittspreis von 59 Cent/kWh an, der sich ergibt, wenn 3/4 der Ladevorgänge an „normalen“ DC-Ladestationen geladen wird und 1/4 an Ionity-Ladestationen. Wechselstromladen kostet in unserem Beispiel 40 Cent/kWh, was nach der jüngsten Runde an Preiserhöhungen (09/2021) ein gängiger Preis ist. 

Woher weiß ich, wieviel das Laden meines Elektroautos kostet?

Hinweisschild für eine Ladestation für Elektroautos (Bild: iStock).

Einen grundsätzlichen Überblick über die Kosten fürs Elektroauto-Laden bieten die Tarifinformationen des Anbieters. Wer direkt vor dem Ladevorgang steht, kann meist in der Anbieter-App den Preis pro Kilowattstunde (kWh) an der gewählten Ladesäule sehen. Insbesondere bei Ladekarten-Anbietern, deren Preise je nach dem Betreiber der Ladestation variieren, sollte man die Angebote genau prüfen.

Die Ladestationen selbst zeigen für gewöhnlich keinen Preis an. Nicht an allen Ladesäulen wird zudem nach kWh abgerechnet. Es gibt auch Pauschalpreise oder Angebote, die nach Ladezeit abrechnen – oder solche, die stets den gleichen Preis pro Ladevorgang abrechnen, egal welche Energiemenge geladen wurde. Die sterben zum Glück langsam aus, da der Gesetzgeber die Abrechnung nach kWh vorschreibt. Deshalb müssen alle Ladesäulen bis Ende 2021 mit geeichten Stromzählern ausgerüstet sein.

Wie funktioniert das Laden an öffentlichen Ladesäulen?

Die Lage an öffentlichen Ladestationen ist noch etwas unübersichtlich, was Zahlungsarten und Anbieter angeht (Bild: iStock).

Einfach an die Ladesäule fahren, Elektroauto vollladen und bar oder per Karte die Rechnung begleichen? Ganz so einfach wie beim Tanken funktioniert das Laden des E-Autos (noch) nicht. Zwar gibt es Ladestationen, an denen man den Strom mit EC- oder Kreditkarte bezahlen kann. Doch die sind selten. Erst ab Juli 2023 müssen alle neu errichteten Ladesäulen mit Lesegeräten für die Kartenzahlung ausgerüstet sein. Ältere müssen nicht nachgerüstet werden.

Wer sein E-Auto heute öffentlich laden will, braucht zunächst einen Anbieter für Ladestrom. Der kann, muss aber nicht mit dem Betreiber der Ladestation identisch sein. Zahlreiche regionale und überregionale Energieversorger, Autohersteller und Roaming-Anbieter tummeln sich auf dem Markt. Sie bieten Ladekarten und Apps an, mit denen der Ladevorgang gestartet, beendet und bezahlt wird. Dazu hält der Nutzer die Karte einfach an die Ladesäule oder wählt sie in der Smartphone-App aus und startet den Ladevorgang.

Einige wenige E-Autos sind bereits in der Lage, sich selbst an der Ladesäule zu identifizieren. Die Zahlungsinformationen sind dann im Auto hinterlegt, der Nutzer muss nur den Stecker einstöpseln. Der Rest erfolgt automatisch. Plug&Charge nennt sich das. Es gibt aber nur eine Handvoll E-Autos und Ladesäulen, die das können.

Welche Anbieter und Tarife gibt es fürs Laden des Elektroautos?

(Bild: Audi)

Es gibt aktuell eine beinahe unüberschaubare Zahl an Anbietern von Ladestrom fürs Elektroauto. Wichtig bei der Auswahl ist neben den Kosten die Abdeckung mit Ladepunkten. Die größten Ladestromanbieter bieten Zugang zu mehreren 10.000 Ladepunkten in Deutschland und zwischen 100.000 und mehr als 200.000 Ladepunkten in Europa.

Als Elektroauto-Fahrer sollte man sich jedoch nicht von solchen Zahlen blenden lassen. Das eigene Fahr- und Ladeverhalten spielt bei der Anbieter-Auswahl die wichtigere Rolle. So kann ein kommunaler Anbieter mit insgesamt wenigen Ladepunkten, aber guter Abdeckung in der Heimatregion, die beste Wahl sein. Wer primär im Wohnumfeld unterwegs ist, profitiert dort unter Umständen von günstigeren Preisen. Wer oft weite Strecken mit dem E-Auto zurücklegt, sollte wiederum auf eine gute Abdeckung an Autobahnen und günstige Tarife für Schnellladestationen achten.

Bei den meisten Anbietern gibt es zudem unterschiedliche Tarife. Grundsätzlich lassen sich aktuell sechs Tarifmodelle unterscheiden:

  • nach Lademenge

  • mit Grundgebühr

  • Flatrate-Tarife

  • nach Ladezeit

  • mit Startgebühr

  • Abrechnung pro Ladevorgang

Künftig werden nur noch Tarife eine Rolle spielen, die nach Lademenge abrechnen. Nur so ist nach Auffassung des Bundeswirtschaftsministeriums eine transparente Preisgestaltung möglich. Pro Ladevorgang, nach Zeit oder mit Startgebühr werden Fahrer von Elektroautos künftig also nicht mehr laden müssen. Flatrates spielen aktuell noch eine untergeordnete Rolle, könnten aber künftig vermehrt angeboten werden. Auch erste Tarife, bei denen man analog zu Datenpaketen beim Handyvertrag kWh-Pakete fürs E-Auto kauft, gibt es inzwischen.

Für welchen Tarif man sich entscheidet, hängt wiederum von den Nutzungsgewohnheiten ab. Wer viel fährt, sollte einen anderen Tarif wählen als ein Wenigfahrer. Hier die Tarifoptionen im Überblick:

PreismodellEigenschaftenFür wen geeignet
Pro kWhAbgerechnet wird nur die tatsächlich geladene EnergiemengePrimär Wenigfahrer, bei niedrigem kWh-Preis für breite Zielgruppe
Pro kWh mit GrundgebührNutzer zahlen eine monatliche Grundgebühr und einen (meist günstigeren) Preis/kWhSchnelllader und Vielfahrer
FlatrateEin monatlicher Beitrag, Ladevorgänge werden nicht separat berechnetFür Vielfahrer, die meist mit hoher Leistung unterwegs laden
Pro LadevorgangJeder Ladevorgang wird mit einem festen Preis berechnetGut für Autos mit hoher Reichweite und Ladeleistung
Nach DauerDer Ladevorgang wird pro Minute abgerechnetGut für Autos mit geringer Reichweite und hoher Ladeleistung
Mit StartgebührDie geladene Energiemenge wird nach kWh abgerechnet, zusätzlich fällt eine Gebühr pro Ladevorgang anSinnvoll wenn seltener hohe Energiemengen geladenen werden

Fahrprofil, Ladeverhalten und sogar das gefahrene Elektroauto spielen bei der Auswahl eine Rolle. Am besten lassen sich die Kosten bei Tarifen kalkulieren, die Einheitspreise fürs Laden ansetzen. So erlebt man keine bösen Überraschungen, egal bei welchem Ladesäulenbetreiber man gerade Strom für sein Auto fassen will oder muss. Eine Abstufung nach Ladeleistung (AC oder Schnelladen mit DC) ist üblich und erhöht die Komplexität nur geringfügig.

Sobald eine Grundgebühr hinzukommt, sollte man als Elektroautofahrer rechnen: Lade ich so viel an öffentlichen Ladesäulen, dass ich die Grundgebühr über die geringeren Kosten pro kWh wieder herausfahre? Wer ein Elektroauto mit hoher Reichweite fährt und diese oft ausnutzt, sollte über einen solchen Tarif nachdenken. Alles in allem gilt: Den besten Anbieter mit dem besten Tarif gibt es nicht. Ein bisschen mehr Aufwand als Fahrer von Verbrenner-Autos müssen Elektrofahrer (noch) treiben, um ihren perfekten Anbieter und Tarif zu finden.

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Titelbild: VW

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