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Elektroautos Laden – Wie und wo?
18. Dezember 2020
Elektromobilität

Elektroautos Laden – Wie und wo?

Die Elektromobilität ist mittlerweile auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Laut Statista hat sich die Anzahl der Neuzulassungen von rein elektrisch betriebenen Elektroautos seit 2015 fast verdreifacht – Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge werden hier also gar nicht mitgezählt. Trotzdem wird das Wachstum der E-Mobilität momentan noch gebremst. Der Grund: Die Ladeinfrastruktur ist noch nicht soweit ausgebaut worden, dass man überall problem- und sorglos rein elektrisch unterwegs sein kann.

Aber wie gut (oder schlecht) ist die Ladeinfrastruktur heute derzeit überhaupt entwickelt? Wie und wo kann ich mein Elektroauto aktuell aufladen? Wie lange dauert es? Und wie hoch sind die Kosten? Diese Fragen und mehr beantworten wir im Artikel.

Gleichstrom- und Wechselstrom-Laden erklärt

Bevor wir uns voll ins Thema stürzen, wollen wir kurz noch das Laden mit Wechselstrom (AC) und Gleichstrom (DC) erklären, denn diese beiden Ladearten werden später wieder vorkommen. Die Unterschiede zwischen diesen zwei Lademethoden sind schnell skizziert:

Batterien werden grundsätzlich mit Gleichstrom geladen, das gilt für einen Handyakku genauso wie für die riesige Batterie in einem Elektroauto. Der Strom, der aus der Steckdose kommt, ist allerdings Wechselstrom. Zum Laden muss dieser also zu Gleichstrom umgewandelt werden. Das macht ein elektrisches Bauteil, ein Gleichrichter. Fließt der Strom durch dieses Bauteil, bevor er durch den Stecker zur Batterie fließt, so spricht man von Gleichstromladen.

Elektroautos haben auch einen Gleichrichter an Bord, durch den der Strom fließt, wenn man mit Wechselstrom lädt. Allerdings begrenzt die Leistungsfähigkeit des Gleichrichters hier die Ladegeschwindigkeit, da leistungsstarke Gleichrichter teuer und vor allem schwer sind, was bei E-Autos bekanntlich ein No-Go ist.

Bei Gleichstromladesäulen ist es möglich, leistungsfähigere Gleichrichter zu verbauen. Gleichstromladen ist also schneller als Wechselstromladen. In Deutschland sind sechs verschiedene Ladestecker verfügbar, drei davon Schnelladestecker.

Schuko-Steckdose

Das Laden an einer Haushaltssteckdose ist mit jedem Elektroauto möglich. Da der Strom in unseren Netzen Wechselstrom ist, handelt es sich um Wechselstromladen. Vorteil ist hier, dass man den normalen Strompreis zahlt, bei Schnelladesäulen oder anderen öffentlichen Ladestationen zahlt man meist mehr pro Kilowattstunde. Der VW ID.3 würde an einem Schuko-Lader in etwa 20 Stunden auf 80 Prozent Batterieladung kommen (58,0 kWh Batteriegröße). Mit einer Wallbox genießt man übrigens denselben Vorteil – kombiniert mit besserer Ladeleistung.

Typ 2

Der Typ 2 Stecker ist der in Europa am weitesten verbreitete. Wer mit diesem Stecker lädt, lädt mit Wechselstrom. Oft wird dieser Stecker auch für Wallboxen, also Ladestationen für zuhause genutzt, er ist aber auch an öffentlichen Ladestationen verfügbar. Hier kann man mit bis zu 22 kW laden. Häufig hat eine Typ 2 Ladestation aber lediglich 11 kW Leistung zur Verfügung. Damit kann man einen BMW i3 120 Ah in 3 Stunden auf 80 Prozent laden (42,2 kWh Batteriegröße).

Typ 1

In Europa ist der Typ 1 Stecker eher weniger verbreitet. Es handelt sich um einen Anschluss für Wechselstrom, der eine Ladeleistung mit bis zu 7,4 kW unterstützt. Für Typ 1 Stecker gibt es Adapter zu Typ 2, auch weil es nur sehr wenige Ladesäulen mit Typ 1 Ladekabel gibt. Der Stecker wird größtenteils in Elektrofahrzeugen aus Asien verwendet. Mit Adapter kann man den e-Up! von Volkswagen hier in 3 Stunden und 35 Minuten auf 80 Prozent laden (32,3 kWh Batteriegröße).

CCS

Das „Combined Charging System“ ist ein erweiterter Typ 2 Stecker. Durch die Erweiterung wird der Typ 2 Stecker auch des Gleichstromladens befähigt und dadurch zum Schnelladestecker. Hier sind bis zu 170 Kilowatt Ladeleistung möglich, viele Fahrzeuge sind für solche Leistungen aber gar nicht aufnahmefähig. In der Regel lädt eine CCS Säule mit 50 kW Leistung. Der Mercedes Benz eVito lädt mit CCS-Stecker in einer Stunde 80 Prozent seiner Batterie voll (41 kWh Batteriegröße).

CHAdeMO

CHAdeMO ist ein Schnelladesystem aus Japan und kann eine Ladeleistung von bis zu 100 kW erbringen. Wie bei CCS sind aber auch hier in Sachen Ladeleistung eher 50 kW üblich. Aufgrund der Herkunft des Systems sind vor allem Fahrzeuge aus Asien mit dem System ausgestattet. Aber auch Fahrzeuge der PSA-Gruppe (Peugeot und Citrëon) und des türkischen Herstellers BD Otomotive haben den Stecker. Bei 50 kW Ladeleistung lädt der Nissan LEAF e+ in einer Stunde und 30 Minuten auf 80 Prozent Batteriestand (62 kWh Batteriegröße).

Egal ob zuhause oder auf der Arbeit, E-Autos kann man inzwischen überall laden (Bild: iStock)

Tesla Supercharger

Der Tesla Supercharger ist der hauseigene Schnellader von Tesla. Auf vier Kontinenten können ausschließlich Tesla-Kunden dort ihre Elektroautos mit bis zu 250 kW Ladeleistung laden. In nur 24 Minuten kann man hier ein Model 3 auf 80 Prozent laden (75 kWh Batteriegröße).

Kabellose Zukunft

Vielleicht ist dieser Artikel bald überflüssig. Firmen wie Qualcomm arbeiten schon länger an induktiven, also kabellosen Ladelösungen. Dabei wird ähnlich wie bei Mobiltelefonen oder elektrischen Zahnbürsten kontaktlos geladen. Die Technologie würde sogar das Aufladen während der Fahrt ermöglichen. Infolgedessen könnten kleinere Batterien verbaut werden, die den ökologischen Fußabdruck der Fahrzeuge verringern und die Effizienz während der Fahrt erhöhen würden. Tatsächlich wurde das Konzept schon in der Praxis getestet. Seit April 2018 können in Schweden auf einer zwei Kilometer langen Strecke Elektrofahrzeuge induktiv laden. Ein Ausbau der Strecken mit der Technologie ist in Planung. Zudem liegen in Großbritannien Entwicklungspläne eines ähnlichen Straßennetzes vor.

Wo kann ich mein Elektroauto laden?

E-Autos zuhause laden

Theoretisch kannst du deinen Stromer an jeder Steckdose laden, sprich auch an einer üblichen Haushaltsteckdose. Bis diese mit ihren 2,3 kWh dein E-Auto aufgeladen hat, würde es aber ein Weilchen dauern. Damit das alles etwas schneller geht, kannst du eine Ladesäule in Form einer Wandladestation bei dir zuhause installieren.

Diese Wallboxen bringen eine Ladeleistung von 3,7 bis 44 kW mit sich und kosten, je nach Ausstattung, zwischen ca. 500 und 2.500 Euro. Das ist also vor allem in der teureren Variante ein nicht zu unterschätzender Kostenpunkt. Deshalb lohnt es sich vor dem Kauf einer Wandladestationen erstmal zu recherchieren, ob dein Stromanbieter, dein Landkreis oder dein Bundesland die Installation einer Wallbox fördert.

Die Stromkosten für das Aufladen selbst variieren je nach Stromanbieter, liegen im Durchschnitt aber bei rund 30 Cent pro kWh. Um zum Beispiel die 62-kWh-Batterie eines Nissan LEAF vollständig zu laden, müsstest du also (bei diesem Durchschnittspreis) ungefähr 18 Euro bezahlen . Deshalb solltest du auch hier sicherstellen, dass du bei einem kostengünstigen Stromanbieter bist, damit sich das Laden zuhause lohnt.

Ab November 2020 wird nun auch der Bund den Kauf, inklusive Stromanschluss und Installation, einer privaten Ladesäule fördern. Die Voraussetzung ist aber, dass die Ladesäule nur Strom aus erneuerbaren Energien bezieht. Den 900-Euro-Investitionszuschuss kannst du ab dem 24.11.2020 bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Vor allem für Häuser, die ihren Strom durch Solarzellen auf dem Dach beziehen, wäre die Installation einer Wallbox dank des Bonus eine äußerst kostengünstige Option, um sein E-Auto zu laden.

Aber Vorsicht: Manche Ladesäulen berechnen ihren Preis je nach geladener Minute oder pauschal für einen vollen Ladezyklus. Außerdem bieten auch manche Arbeitgeber Ladesäulen an, die für Angestellte frei zur Verfügung stehen. Auch in Privatparkplätzen oder Tiefgaragen findet man immer häufiger Ladesäulen, an denen man seinen Stromer kostengünstig laden kann.

Ein Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland ist aber weiterhin dringend notwendig, vor allem angesichts der immer größer werdenden Beliebtheit der Stromer. Deswegen plant die Bundesregierung im Zuge des sogenannten „Masterplans Ladeinfrastruktur“, bis Ende 2021 die Anzahl an öffentlichen Ladesäulen zu verdoppeln. Außerdem ist geplant, dass bis Ende 2022 mindestens 25 Prozent aller deutschen Tankstellen mit einer Schnellade-Infrastruktur ausgerüstet werden.

Derzeit stehen deutschlandweit rund 27.000 Säulen, 2021 sollen es dann 50.000 werden. Zudem wollen die Automobilhersteller bis 2022 15.000 weitere öffentliche Ladesäulen bereitstellen. In zehn Jahren soll die Zahl an öffentlichen Ladesäulen bei einer Million liegen – ein optimistisches, aber machbares Ziel.

Auch die öffentliche Ladeinfrastruktur wird immer weiter ausgebaut (Bild: iStock)

Elektroautos in der Öffentlichkeit laden

Natürlich musst du deinen Stromer nicht nur zuhause aufladen. Vor allem in größeren Städten sprießen gerade öffentliche Ladesäulen wie Pilze aus dem Boden. Derzeit ist München die Stadt mit den meisten Ladesäulen in Deutschland, dicht gefolgt von Hamburg und Berlin. Damit du weißt, welche Ladesäulen in der Nähe sind, kannst du Apps wie „EnBW mobility+“ oder „Next Plug“ benutzen oder auch einfach im Internet nachschauen. Ladergister.de zum Beispiel führt ein aktuelles Ladesäulenverzeichnis, in dem deutschlandweit alle Ladesäulen verzeichnet sind.

Aber auch hier heißt es: Ladesäule ist nicht gleich Ladesäule. Je nach Betreiber können unterschiedliche Kosten auf dich zukommen. Durchschnittlich kostet ein Ladevorgang an einer öffentlichen Ladesäule 23 bis 32 Cent je kWh, die Bezahlung läuft in der Regel digital per App oder EC-Karte.

Kosten einiger Anbieter im Überblick

Hier findest du eine kurze Übersicht der größten deutschen Anbieter und deren Strompreise. Wie du sehen kannst variieren die Preise teils sehr stark und die Endsumme wird je nach Anbieter unterschiedlich berechnet.

AnbieterPreis je kWh / pro Minute / pro Ladevorgang Preis je kWh / pro Minute (Schnelladen)
Telekom0,04 € / Minute N/A
ADAC e-Charge0,29 € / kWh 0,39€ / kWh
SuperchargerN/A0,40€ / kWh
Innogy0,39 € / kWh N/A
Volkswagen5,90 € / Ladevorgang N/A

Hier handelt es sich nur um eine kleine Übersicht – und zwar der größten Anbieter im Bundesgebiet. Es gibt natürlich noch viele mehr. Vor allem auf kommunaler Ebene lassen sich oft kleinere Anbieter mit günstigen Preisen finden. Zu beachten ist, dass einige Firmen den Kunden anbieten, durch monatliche oder einmalige Zahlungen den persönlichen kWh-Preis zu senken. Zudem sind alle hier aufgeführten Preise Schwankungen ausgesetzt, abhängig vom aktuellen Strompreis.

E-Autos laden in der Zukunft

Vor 50 Jahren stellte man sich die Zukunft noch als wahre Utopie vor, gefüllt mit fliegenden Autos, Raketenstiefeln und Robotern, die einem jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Stattdessen müssen wir uns mit Katzenvideos, TikTok und E-Scootern abfinden.

Immerhin macht die Wissenschaft im Bereich Automatisierung und Robotik massive Fortschritte. So arbeitet Tesla derzeit an futuristischen Robotern, die das Laden eines Teslas bereits im kommenden Jahr automatisieren sollen. Der Roboter selbst besteht aus einem schlangenartigen „Arm“, der den Anschluss des Teslas selbständig findet und innerhalb von kürzester Zeit auflädt.

Auch Volkswagen arbeitet derzeit an einer Reihe futuristischer Laderoboter. Diese sollen mobil unterwegs sein und vom Design her stark an einen gewissen Disney-Film über Roboter erinnern. Gewappnet mit einem mobilen Energiespeicher, der über einen Energieinhalt von circa 25 kWh verfügt, soll der Roboter den Speicher autonom an das zu ladende Auto koppeln und nach abgeschlossener Ladung wieder davon lösen. Dank eines DC-Schnelladesystems von bis zu 50 kW soll auch hier das Laden im Handumdrehen geschehen.

Fazit

Egal, ob zuhause oder an einer öffentlichen Ladesäule – einen Stromer aufzuladen wird zunehmend einfacher, schneller und günstiger. Vor allem dank Technologien wie CHAdeMO und CCS, die eine Autobatterie innerhalb von kürzester Zeit aufladen können, wird das Laden von E-Autos zum Klacks, was eine Anschaffung eines Elektroautos letztendlich deutlich attraktiver macht. Durch geplante Erweiterungen an der öffentlichen Ladeinfrastruktur und technologische Fortschritte wird hoffentlich auch bald ein autonomes Laden möglich sein. Wenn du deinen Stromer aber lieber zu Hause laden willst, dann solltest du dir unbedingt die Anschaffung einer privaten Wallbox überlegen. Denn dank der BAFA-Umweltprämie sind auch hier die Kosten überschaubar.

Geprüfte gebrauchte E-Autos bei heycar

Liebäugelst du mit einem gebrauchten Stromer? Dann ist heycar die richtige Adresse für dich. Warum? Weil du bei heycar rund 300.000 geprüfte Gebrauchtwagen, darunter viele E-Autos, in Top-Qualität findest. Kein Fahrzeug auf unserer Liste ist älter als 8 Jahre und mehr als 150.000 Kilometer gelaufen. Die allermeisten dieser Autos haben Alufelgen, aber über die Detailsuche kannst du auch gezielt danach suchen. Probier’s einfach mal aus!

Klara Hippler und Alexander Zyska
Klara Hippler und Alexander Zyska

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