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Elektroauto-Förderung: Alles zum BAFA-Umweltbonus
November 10, 2019
Elektromobilität

Elektroauto-Förderung: Alles zum BAFA-Umweltbonus

Für Elektroautos besteht in Deutschland eine Förderung: Seit dem Sommer 2016 erhalten Käufer eines Elektroautos eine Prämie (BAFA-Umweltbonus), die zur Hälfte vom Staat und zur Hälfte von der Autoindustrie getragen wird. Damit will die Regierung die Elektromobilität fördern und mehr E-Autos auf die Straße bringen, um die im Klimaschutzprogramm festgelegten Ziele bis zum Jahr 2030 noch zu erreichen.

Im Rahmen der Konzertierten Aktion Mobilität – gemeinhin bekannt als „Autogipfel“ – wurde am 4. November 2019 beschlossen, die zunächst bis 2020 befristete Förderung von Elektroautos bis zum Ende des Jahres 2025 zu verlängern und außerdem noch zu erhöhen. Erfahre, wie hoch der Umweltbonus jetzt ausfällt und was es noch alles zu dem Zuschuss zu wissen gibt.

Wer kann beim BAFA den Antrag auf Förderung stellen?

Die für den Umweltbonus zuständige Behörde ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Dort können folgende Gruppen einen Antrag auf Förderung ihres E-Autos stellen:

  • Privatpersonen

  • Unternehmen

  • Stiftungen

  • Körperschaften

  • Vereine

Das Auto muss auf den Antragssteller zugelassen werden, allerdings kann der Antrag auch von einem mit einer Vollmacht ausgestatteten Dritten gestellt werden.

Für welche Fahrzeuge gibt es den Umweltbonus?

Generell wird der Erwerb (Kauf oder Leasing) von drei Arten von Elektroautos gefördert:

Reine Elektroautos mit Batterie

Battery Electric Vehicle (BEV): Gemeint sind Fahrzeuge mit einem oder mehreren Elektromotoren, die von einer Traktionsbatterie mit Strom versorgt werden.

Brennstoffzellenfahrzeuge

Fuel Cell Electric Vehicle (FCEV): Bei diesen Fahrzeugen erzeugt eine Brennstoffzelle aus Wasserstoff oder Methanol elektrische Energie, die entweder direkt zum Antrieb genutzt oder in eine Batterie eingespeist wird.

Plug-In-Hybride

Plug-In Hybrid Electric Vehicle (PHEV): Diese Fahrzeuge verfügen sowohl über einen Verbrennungs-, wie auch über einen oder mehrere Elektromotoren. Sie unterscheiden sich von normalen Hybriden (HEV) dadurch, dass ihre Batterie wie bei einem BEV ans Stromnetz angeschlossen werden kann.

Weitere Auflagen

Zusätzlich gibt es einige Auflagen, die erfüllt sein müssen, damit man den Umweltbonus erhält:

Für Neuwagen

Um die Förderung von E-Autos in Anspruch zu nehmen, muss das Fahrzeug erstmalig im Inland auf den Antragsteller zugelassen werden. Es muss danach mindestens sechs Monate auf den Antragsteller zugelassen bleiben.

Für Gebrauchtwagen

Bevor die Regierung die Verlängerung des Umweltbonus beschlossen hat, erhielten nur neue E-Autos einen Zuschuss. In Zukunft können nun auch junge Gebrauchte gefördert werden, wenn diese zuvor noch keine Förderung erhalten haben. Die Voraussetzung dafür, dass ein gebrauchtes Elektroauto die Umweltprämie erhält: Die Erstzulassung des Wagens muss zum Zeitpunkt des Weiterverkaufs mindestens vier und höchstens acht Monate zurückliegen. Außerdem darf die Laufleistung nicht über 8.000 Kilometern liegen.

Für Plug-In-Hybride

Um sich für den Umweltbonus zu qualifizieren, dürfen PHEV nicht mehr als 50 Gramm CO2 pro Kilometer verursachen. Zudem muss die rein elektrische Reichweite mindestens 40 Kilometer betragen.

Für alle E-Autos

Für jedes Elektroauto kann der Zuschuss nur einmal beantragt werden. Alle Elektroautos, für die eine Förderung möglich ist, stehen auf einer Liste vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Wie hoch ist die Förderung von Elektroautos?

Bislang wurden reine Elektroautos und Brennstoffzellenfahrzeuge mit 4.000 Euro und Plug-In-Hybride mit 3.000 Euro gefördert, wenn der Netto-Listenpreis für die Basisversion maximal 60.000 Euro betrug. Die neue E-Auto-Prämie staffelt sich nicht nur nach der Antriebsart, sondern auch nach dem Kaufpreis:

AntriebskonzeptNetto-ListenpreisUmweltbonus
Elektro oder Brennstoffzellebis 40.000 €6.000 €
Elektro oder Brennstoffzelle40.000 – 65.000 €5.000 €
Plug-In-Hybridbis 40.000 €4.500 €
Plug-In-Hybrid40.000 – 65.000 €3.750 €

Wie lange gibt es den Zuschuss?

Nach der Verlängerung ist die Förderung von Elektroautos bis zum Jahr 2025 befristet, beziehungsweise bis die vorgesehenen Bundesmittel aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) in Höhe von 2,09 Milliarden Euro komplett ausgezahlt worden sind.

Wo muss der Umweltbonus beantragt werden?

Der Antrag auf die Prämie für ein E-Auto muss online beim BAFA eingereicht werden. Das Amt bearbeitet die Anträge der Reihe nach.

Welche Unterlagen braucht man für den Antrag?

Innerhalb von einem Monat nach Antragsstellung, muss beim BAFA eine Kopie des Kauf- oder Leasingvertrages oder der verbindlichen Bestellung eingereicht werden. In diesen Unterlagen müssen folgende Informationen enthalten sein:

  • Eindeutige Modellbezeichnung mit Verweis auf die BAFA-Liste mit förderfähigen E-Autos

  • Aktueller Netto-Listenpreis des Basismodells

  • Preisnachlässe inkl. des Herstelleranteils am Umweltbonus

  • Netto-Kaufpreis des Basismodells

  • Hinweis, ob im Fahrzeug ein AVAS (s. u.) verbaut wurde

  • Sonderausstattungen, Überführungskosten, Verrechnung nach Inzahlungnahme

Im Falle, dass ein E-Auto geleast wird, sind noch einige Besonderheiten zu beachten. So kann zum Beispiel der Anspruch auf den Bundesanteil am Umweltbonus auf den Autohändler übertragen werden.

Wie geht es dann weiter?

Wenn der Antrag vom BAFA bewilligt wurde, erhält der Antragsteller einen Zuwendungsbescheid, sprich eine Reservierung. Er hat nun neun Monate Zeit, den Erwerb abzuschließen und das Elektroauto innerhalb von Deutschland auf sich zuzulassen. Sobald alle Unterlagen geprüft worden sind, wird die Prämie auf das Konto des Antragsstellers überwiesen.

Welche Steuerprivilegien gibt es für E-Autos?

Für alle reinen Elektroautos (BEV) und Autos mit Brennstoffzelle (FCEV), die bis zum 31. Dezember 2020 erstmals zugelassen werden, muss zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer gezahlt werden. Diese Steuervergünstigung bleibt anteilig auch nach einem Halterwechsel bestehen. Nach Ablauf der zehn Jahre bleibt die eigentliche Steuer weiterhin um 50 Prozent reduziert. Für Plug-In-Hybride gelten diese Privilegien nicht, wohl aber sind diese Fahrzeuge bei den Steuervorteilen für Dienstwagen mitinbegriffen:

Alle E-Autos (BEV, FCEV und PHEV), die als Dienstwagen genutzt werden, werden seit 2019 pauschal mit 0,5 Prozent ihres Listenpreises versteuert und nicht mit 1,0 Prozent wie Dienstwagen mit Verbrennungsmotor. Zudem gilt das Laden der Batterie eines Elektroautos beim Arbeitgeber bis zum oben genannten Stichtag nicht als zu versteuernder geldwerter Vorteil.

Förderung Elektroautos Umweltbonus Ladepunkt
Bis zum Jahr 2030 sollen eine Millionen Ladesäulen im Land verteilt stehen (Bild: Pixabay)

Was wird sonst noch gefördert?

AVAS

Die Bundesregierung fördert nicht nur Elektroautos selbst, sondern auch den Erwerb eines sogenannten „Acoustic Vehicle Alerting System“ (AVAS). Diese Systeme haben den Zweck, Warnsignale abzugeben, damit die vergleichsweise leisen E-Autos von anderen Verkehrsteilnehmern besser wahrgenommen werden können. Für die Förderung, die pauschal eine Höhe von 100 Euro beträgt, muss das AVAS entweder serienmäßig vom Hersteller verbaut oder bis zum Zeitpunkt des Autoerwerbs durch eine autorisierte Werkstatt nachträglich eingebaut worden sein.

Private Ladeinfrastruktur

Zwar kann man Elektroautos und Plug-In-Hybride auch mit normalem Hausstrom aus der Steckdose laden, doch höchstwahrscheinlich wird man mit dieser geringen Ladeleistung von 2,3 kW auf Dauer nicht glücklich. Für ein schnelleres Aufladen der Batterie des E-Autos benötigt man eine Wallbox, sprich eine Wandladestation mit einer Ladeleistung im Bereich von 3,7 bis 44 kW. Diese Wallboxen sind mit Preisen von ca. 300 Euro für Bausätze bis hin zu 2.500 Euro für große Varianten ein nicht zu unterschätzender Kostenpunkt, wenn man sich ein Elektroauto anschafft.

Je nachdem, wo man wohnt, kann man aber auch für die Installation einer Wallbox eine Förderung bekommen. Da diese Zuschüsse nicht vom Bund gewährt werden, kann man jedoch keine Pauschalaussagen darüber treffen, wo und in welcher Höhe Förderungen gewährt werden. So hat beispielsweise das Land Nordrhein-Westfalen Ende 2017 das Sofortprogramm Elektromobilität ins Leben gerufen, durch das private Ladestationen mit 50 Prozent der Kosten bezuschusst werden (bis zu einem Maximalbetrag von 1.000 Euro).

Ein anderes Beispiel ist die bayerische Landeshauptstadt. Dort wurde unter dem sperrigen Namen „Integriertes Handlungsprogramm zur Förderung der Elektromobilität in München“ (IHFEM) festgelegt, dass ab dem 01. Januar 2019 zwei Jahre lang Folgendes gefördert wird: die Beratung durch einen Elektroinstallateur mit 80 Prozent der Nettokosten (bis maximal 6.000 Euro), die Einrichtung eines Ladepunktes mit 40 Prozent der Nettokosten (maximal 3.000 Euro für einen Normal- und 10.000 Euro für einen Schnellladepunkt) und der Hausnetzanschluss mit 50 Prozent der Nettokosten mit bis zu 120 Euro pro Ladepunkt.

Da Besitzer von Elektroautos gute Kunden der Energieversorger sind, wundert es nicht, dass auch diese die Verbreitung von E-Autos fördern. So gibt es etwa von den Stadtwerken Aachen 500 Euro beim Kauf eines Stromers, die Stadtwerke Jena bezuschussen den Kauf oder die Pacht einer Wallbox mit 300 Euro und die Stadtwerke Lindau geben eine Gutschrift von 200 Euro auf die Stromrechnung beim Kauf eines E-Autos. Bei vielen Stadtwerken sind solche Aktionen an den Bezug von Ökostrom geknüpft.

Öffentliche Ladeinfrastruktur

Um die anvisierte Flut an Elektroautos zu laden, ist ein Ausbau der Ladeinfrastruktur notwendig. Die Bundesregierung will die Anzahl an öffentlichen Ladesäulen darum in den nächsten zwei Jahren im Zuge eines „Masterplans Ladeinfrastruktur“ von derzeit gut 21.000 auf 50.000 erhöhen. 15.000 weitere öffentliche Ladesäulen wollen die Automobilhersteller bis 2022 beisteuern. Bis 2030 sollen dann eine Millionen Ladesäulen platziert worden sein, damit rund zehn Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs sein können.

Wasserstoff und Brennstoffzelle

Seit 2007 fördert die Regierung ressortübergreifend im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) zusammen mit Industrie und Wissenschaft die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich. Bis zum Jahr 2016 wurden hierzu allein vom Verkehrsministerium 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Ziel der Förderung war es, die Brennstoffzellentechnologie zur Marktreife zu bringen.

In der zweiten Phase des NIP, die bis zum Jahr 2026 laufen wird, geht es nun darum, die Technologie erschwinglicher zu machen und in den Handel zu bringen. Dafür wurden bis zum Jahr 2019 Mittel in Höhe von 250 Millionen Euro bewilligt. Auf dem Autogipfel im November 2019 wurde darüber hinaus beschlossen, bis zum Jahresende eine „Wasserstoff-Strategie“ zu entwickeln, an der die Ministerien für Wirtschaft, Verkehr, Forschung und Wirtschaftliche Zusammenarbeit beteiligt sind.

Schon jetzt ist klar, dass die Zahl an Wasserstofftankstellen von aktuell knapp 80 auf rund 130 am Ende des Jahres 2021 wachsen soll. Die neuen Tankstellen sollen teilweise 120 bis 150 Fahrzeuge am Tag betanken können; bisher liegt die Kapazität von einzelnen Tankstellen nur bei 40 bis 50. Dank all dieser Maßnahmen sollen in drei Jahren 100 Mal so viele Brennstoffzellenfahrzeuge unterwegs sein wie heute, nämlich 60.000 statt 600.

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Moritz Pohl
Moritz Pohl

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