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E-Autos mit Anhängerkupplung: So viel dürfen sie ziehen
27. Januar 2022
Elektroautos und E-Mobilität

E-Autos mit Anhängerkupplung: So viel dürfen sie ziehen

Tendenz? Steigend, und zwar im doppelten Sinne: Wer ein Elektroauto mit Anhängerkupplung sucht, hat zusehends mehr Auswahl. Auch die maximalen Anhängelasten steigen sukzessive. Einige E-Autos können bereits problemlos schwere Wohnwagen oder Autotransport-Anhänger an den Haken nehmen. Andere elektrische Modelle haben gerade genug Zugkraft, um den vollbepackten Einkaufstrolley von Omi zu ziehen. Denn nicht alles was wuchtig aussieht und kräftig beschleunigt, eignet sich per se als Zugmaschine.

Dieser Ratgeber klärt, wovon der Wert in den meisten Fällen abhängt. Welche elektrischen Fahrzeuge die meisten Kilogramm ziehen dürfen. Und welche E-Autos mit Anhängerkupplung allemal für kleinere Anhänger und Fahrradträger langen.

Gewichtskunde: E-Autos, Anhängelasten, Reichweiten

Der BMW iX ist der aktuelle Zugmeister. Mit 2,5 t Anhängelast zieht er, bzw. darf er mehr ziehen als andere E-Autos. (Bild: BMW)

Der Volksmund mag zwischen „großen“ und „kleinen“, zwischen „leichten“ und „schweren“ Anhängern unterscheiden. Der Gesetzgeber differenziert vordergründig zwischen gebremsten und ungebremsten Anhängern. Erstere verzögern mit, sobald das Zugfahrzeug langsamer wird (und damit die Auflaufbremse betätigt). Die ungebremste Variante rollt schlicht nach. Bis zu 750 Kilogramm darf der ungebremste Anhänger inklusive Transportgut wiegen – meist handelt es sich um einachsige Modelle wie man sie im (und für den) Baumarkt erhält.

Gebremste Varianten beinhalten Wohnwagen, Auto-, Pferde- und Bootsanhänger. Im PKW-Bereich sind bis 3.500 Kilogramm denkbar. Wer das gesetzliche Limit ausreizen will, benötigt aktuell einen Verbrenner. 3,5-Tonnen-Anhängelast bieten neben Offroad-Klassikern wie dem Land Rover Defender oder Mercedes G-Klasse, unter anderem SUVs wie der Audi SQ7 und VW Touareg TDI. Unter den elektrischen Modellen bietet der BMW IX mit 2,5 Tonnen die höchste Anhängelast.

Doch große, starke SUVs sind nicht zwingend im Vorteil. Hersteller homologieren mitunter Zugwerte unterhalb des technisch Möglichen. Dass das Gespann überhaupt zügig vom Fleck kommt und dabei keinen Schaden nimmt, hat oberste Priorität. Doch knapp dahinter rangiert die Frage nach dem Sinn und die hängt von der Reichweite ab: Um bis zu 50 Prozent wird diese laut ADAC durch einen größeren Caravan oder Anhänger vermindert. Ähnlich wie beim Verbrenner, nur dass dessen Kraftspeicher schneller wieder voll sind. In der folgenden Auflistung entfällt der angegebene Top-Wert daher fast immer auf das Modell mit dem größten Stromspeicher.

Maximal-Lösungen: BMW IX, Tesla Model X, Audi e-tron

Die bis zu 1.020 PS des Tesla Model X helfen ihm auch nicht, mehr als seine verschriebenen 2.250 Kg ziehen zu dürfen. (Bild: Tesla)

Rund fünf Meter Fahrzeuglänge, große Energiespeicher im Fahrzeugboden und entsprechende Preise: Die großen SUVs der Oberklasse versprechen die höchsten Anhängelasten unter den Elektroautos.

Der BMW IX bietet aktuell (Stand Herbst 2021) die größte Anhängelast mit elektrischem Antrieb. Zur Einordnung: 2.500 Kilogramm reichen für praktisch alle gängigen Wohnwagen inklusive Gepäck. Oder für zwei festgezurrte BMW E30 325i Youngtimer mit vollgepacktem Kofferraum. Oder auch problemlos für zwei ausgewachsene Lipizzaner im Pferde-Anhänger.

Das 2021 gelaunchte Crossover-Modell wird wahlweise mit 71 kWh oder 105,2 kWh (netto) großem Akku-Paket angeboten. An den kleinen Stromspeicher knüpfen die Münchner einen 326 PS (240 kW) starken Allrad-Strang, das Top-Modell liefert 503 PS (370 KW) an alle vier Räder. In der Reichweite übertrifft der stärkere xDrive50 genannte Antrieb den xDrive40 getauften Einstiegs-Strang um 206 Kilometer (631 vs. 425 km). Beim Basispreis übertrifft der xDrive50 den Einstieg um 20.700 Euro (98.000 vs. 77.300 Euro). Doch bei der Anhängelast besteht kein Unterschied.

Das Tesla Model X kommt dagegen erst in den Top-Versionen auf die maximale Anhängelast: 2.250 Kilogramm zieht das Marken-Flaggschiff mit dem großen Akku – die Anhängevorrichtung gibt es serienmäßig. Mit leerem (oder eingeklapptem) Haken sollten 95 kWh geschätzte Netto-Kapazität eines Model X Long-Range für eine Reichweite jenseits der 500 Kilometer genügen. Ab 75.000 Euro beginnen die Preise für den Crossover mit bis zu sieben Sitzplätzen.

Beim Audi e-tron gibt es zwei unterschiedliche Heckpartien mit einer Gemeinsamkeit: Über eine maximale Anhängelast von 1.800 Kilogramm verfügen sowohl das klassische SUV als auch das als e-Tron Sportback bezeichnete SUV-Coupé. Das ist immer noch ausreichend für viele geräumige Wohnwagen. Zur Wahl stehen Allrad-Antriebsstränge von 314 PS (230 kW) bis 503 PS (370 kW). Als Stromspeicher fungieren Akku-Pakete mit 71 oder 95 kWh. Preise starten ab rund 69.000 Euro.

Weitere vergleichbare elektrische Zugfahrzeuge

ModellAnhängelast gebremstÜberblick Basispreis
BMW i41.600 Kg ab rund 58.000 Euro
Mercedes EQC1.800 Kg ab rund 71.000 Euro
Tesla Model Y Maximum Range1.600 Kg ab rund 60.000 Euro

(Relativ) kompakt und zugkräftig: Mercedes EQA, Kia EV6, VW ID4 GTX

Obwohl er der Sportliche sein soll, erfüllt der ID.4 GTX mit seinem neuen Kürzel nun auch die Rolle des Zugpferds. (Bild: VW)

Im gehobenen Volumenmarkt zählt eher die Verhältnismäßigkeit. Oder anders gesagt: Wer an ein paar Wochenenden ein Boot zur Ostsee transportiert, will nicht unbedingt das ganze Jahr in einem Schiff von einem Auto unterwegs sein. Es geht um solide Anhängelasten bei vertretbarem Kaufpreis und praxisnahem Platzbedarf.

Im Mercedes EQA treffen tolle 1.800 Kilogramm Anhängelast auf innenstadt-taugliche A-Klassen Abmaße, bzw. dem fast-identischen GLA. Im 4,5 Meter langen SUV gibt es schlicht mehr potenzielle Parklücken als im knapp 30 Zentimeter längeren EQC, oder dem 4,9 Meter langen Audi e-tron. Und das bei identischer Maximal-Last im gelegentlichen Betrieb als Zugfahrzeug! Doch dafür muss die Konfiguration stimmen: Erst das knapp 54.000 Euro teure Allrad-Modell EQA 4Matic, mit 225 PS (168 kW) und 66,2 kWh-Akku, darf so viel Gewicht anhängen, der reguläre EQA mit Frontantrieb schleppt nur ungebremste Anhänger bis 750 Kilogramm.

Beim Kia EV6 führt der Weg zu soliden 1.600 Kilogramm Anhängelast ausschließlich über das größte Akku-Paket. Ab 229 PS aufwärts nutzt Kia diesen 77,4 kWh großen Stromspeicher. Bis zu 528 Kilometer legt der 4,7 Meter lange EV6 damit laut Hersteller zurück; selbstredend ohne Anhänger am Haken. Diese Variante startet ab knapp 55.000 Euro – das gut 10.000 Euro günstigere Einstiegs-Modell darf, wie der EQA, nur zu 750 kg ziehen.

Der Volkswagen ID.4 GTX gilt formal nicht als Zugpferd der Modellpallette. Eigentlich kennzeichnet das neueingeführte GTX-Kürzel die elektrifizierten Sport-Modelle der Wolfsburger aus – als elektrisches Pendant zum GTI-Logo. Und doch darf kein anderer ID.4 mehr Gewicht ziehen als der GTX: 1.200 Kilogramm Anhängelast langen für viele gebremste Anhänger mit moderater Beladung. Ab rund 50.500 Euro gibt es außerdem 299 PS (219 kW) für alle vier Räder und 77 kWh Netto-Energie aus einem Akku-Paket zwischen den Achsen.

Weitere vergleichbare elektrische Fahrzeuge:

ModellAnhängelast (gebremst)Übersicht Basispreis
Hyundai Ioniq 5 (technisch verwandt Hyundai EV6) 1.600 Kg ab 45.500 Euro
Polestar21.500 Kgab 46.000 Euro
Skoda Enyaq iV 601.000 Kgab 39.000 Euro

Für „Baumarktanhänger“ oder Fahrräder: Mustang Mach-E, Jaguar i-Pace oder VW ID.3

Auch wuchtig-aussehende, kräftige SUVs wie der Jaguar i-Pace, oder Mustang Mach-E, dürfen nicht mehr als 750 Kg. (Bild: JLR)

Zunächst der Jaguar i-Pace, der 750 Kilogramm Anhängelast ziehen kann: Das Mittelklasse-Crossover für rund 77.000 Euro liefert 400 PS (294 kW) an alle vier Räder, verfügt über einen 90 kWh großen Akku im Unterboden. Ob Antrieb und Karosse da mal nicht einiges mehr vertragen würden? Unerheblich, denn eine Überschreitung ist ohne Weiteres nicht möglich und wird mit Bußgeldern zwischen 30 und 637 Euro geahndet. Allerdings: Jaguar bietet keine optionale Anhängerkupplung an – diese müsste also vorher erst mal nachgerüstet werden.

Beim Mustang Mach-E beträgt die maximale Anhängelast ebenfalls 750 Kilogramm. Das mindestens 269 PS (198 kW) starke und ab rund 47.000 Euro teure SUV-Coupé kommt damit auf denselben Maximal-Wert wie BMW iX3, Opel Combo-e oder Mercedes EQS. Was abermals verdeutlicht: Form, Größe und Leistung sagen wenig über die Talente als Zugfahrzeug aus. Die Hersteller spielen es hier aktuell einfach noch sehr sicher. Zukünftige Generationen dürften diese Beschränkung wahrscheinlich aufweichen.

Beliebte elektrische Modelle wie VW ID.3 oder Renault Zoe kommen formal ohne jedwede Anhängelast aus. Doch nicht gänzlich ohne Anhängekupplung: Volkswagen bietet im Massen-Stromer das sperrig formulierte Extra "Vorrichtung zur Befestigung eines Fahrradträgers für Anhängevorrichtungen, abnehmbar" an. Sieht eher nach einer klassischen Anhängekupplung aus, hält einen Fahrradträger für die Heckpartie und erhöht den Kaufpreis von mindestens 36.000 Euro um 390 Euro.

Renaults Konfigurator für den Kleinwagen Zoe enthält keine vergleichbare Option, doch hilfreicher Weise hat Renault hier entsprechende Fixpunkte installiert und Löcher gebohrt, die sich zufälligerweise an der richtigen Stelle befinden. Spezialisierte Hersteller bieten Nachrüst-Lösungen an. Dennoch ist hier Vorsicht geboten, da eventuell Garantieverlust droht.

Weitere vergleichbare E-Autos mit Eignung für Baumarktanhänger und Fahrradträger

ModellAnhängelast (gebremst)Übersicht Basispreis
Citroen e-Berlingo750 Kgab 37.000 Euro
Nissan e-NV200450 Kgab 32.000 Euro
Renault Kangoo320 Kgab 36.000 Euro

Günstige Elektroautos mit Anhängelast kaufen

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Titelbild: Volkswagen

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