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Diesel-Partikelfilter (DPF) reinigen
16. Dezember 2020
Wartung & Pflege

Diesel-Partikelfilter (DPF) reinigen

Nach im Schnitt 150.000 bis 180.000 Kilometern - manchmal mehr, manchmal weniger - leuchtet bei einem Diesel das DPF-Warnsymbol auf: ein stilisierter, rechteckiger Auspuff in rot oder orange mit kleinen Punkten drin. Jetzt ist es für dich an der Zeit, den Dieselpartikelfilter - auch Rußpartikelfilter (RPF) genannt - zu reinigen. Aber was ist ein Dieselpartikelfilter eigentlich? Warum überhaupt muss man den Rußpartikelfilter reinigen? Und kann ich vielleicht den Partikelfilter auch selber reinigen? Der Artikel liefert dir alle Antworten!

Was ist ein Diesel-Partikelfilter?

Beim Verbrennen von Diesel entsteht Ruß. Bei älteren Autos ist er als dicke, schwarze Rauchfahne sichtbar, die der Auspuff hinter sich her zieht. Mit entsprechender Geruchsbelästigung für alle, die da hineingeraten. Da Ruß ähnlich gesundheitsschädlich ist wie Nikotin und Teer in Zigaretten und als krebserregend gilt, sind die Autohersteller per Gesetz in der Pflicht, ihre neuen Dieselfahrzeuge mit einem Abgasreinigungssystem auszustatten - dem Dieselpartikelfilter (kurz: DPF).

Beim Verbrennen von Diesel entsteht Ruß, der per Gesetz mittlerweile durch einen Partikelfilter aufgefangen werden muss (Bild: iStock)

Diese Rußpartikelfilter gibt es in verschiedenen Bauformen, jeweils optimal zugeschnitten auf den jeweiligen Fahrzeugtyp. Alle PKW-Hersteller verbauen in der Erstausrüstung sogenannte Wandstromfilter. In diesen werden die Dieselabgase durch eine poröse und in sich verzweigte Filterwand aus Keramik oder Metall geführt, an der die Rußpartikel hängenbleiben.

Der DPF, den du in deinem Diesel entweder im Motorraum oder am vorderen Unterboden zwischen Abgaskrümmer und Mittelschalldämpfer findest, filtert mehr als 90 Prozent der Rußpartikel aus dem Abgasstrom. Mit der Zeit setzt sich deshalb auch immer mehr Ruß im Partikelfilter ab.

Damit er weiterhin seine Filterleistung erbringen kann und nicht verstopft, leitet die Motorsteuerung deines Autos bei Bedarf automatisch eine Selbstreinigung des Filters ein, auch Regeneration genannt. Dabei muss die Temperatur der Abgase auf mindestens 550 Grad Celsius steigen, damit der Ruß zu Asche verbrennen kann und so massiv an Volumen verliert. Neben der Asche werden bei diesem Vorgang hauptsächlich Kohlendioxid (CO2) und Wasserdampf freigesetzt.

Wie regeneriert ein Dieselpartikelfilter?

Der DPF regeneriert auf zwei Arten: passiv und aktiv. Bei den meisten Automodellen werden beide Arten kombiniert. Die passive Regeneration geschieht unter bestimmten Voraussetzungen von ganz allein, etwa jedes Mal, wenn du deinen Diesel mit hoher Drehzahl über die Autobahn scheuchst oder unter Volllast eine längere Steigung bewältigen musst.

Wenn der Diesel-Partikelfilter gereinigt werden muss, erscheint ein Warnsignal auf der Anzeigetafel oder auf dem Screen (Bild: iStock)

Je nach Fahrprofil seltener oder häufiger kommt ergänzend die aktive Selbstreinigung hinzu: Bewegst du deinen Diesel hauptsächlich auf Kurzstrecken und mit niedrigen Geschwindigkeiten, erhöht dein Auto alle 500 bis 1.000 Kilometer - für dich unmerklich - die Abgastemperatur selbständig, etwa durch kurzzeitige Anpassungen bei der Kraftstoffeinspritzung. Jetzt regeneriert der Dieselpartikelfilter aktiv.

Der zu Asche verbrannte Ruß nimmt zwar deutlich weniger Platz in Anspruch, verbleibt aber im Partikelfilter. Unweigerlich ist es also irgendwann so weit: Die Selbstreinigung des DPF ist am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen, das eingangs erwähnte rechteckige Warnlicht mit den kleinen Punkten drinnen leuchtet auf und du solltest möglichst bald den Dieselpartikelfilter reinigen oder austauschen.

Ignorierst du die Warnmeldung, droht im schlimmsten Fall ein Motorschaden, was bei älteren Autos einem wirtschaftlichen Totalschaden gleichkommen kann. Außerdem ist ein funktionstüchtiger DPF für das Bestehen der Hauptuntersuchung beim TÜV oder der DEKRA Pflicht.

Den Rußpartikelfilter reinigen oder austauschen?

An diesem Punkt stellst du dir wahrscheinlich die Frage, ob du den alten Partikelfilter wirklich gegen einen neuen austauschen musst, oder ob du ihn nicht einfach reinigst bzw. reinigen lässt. Der Austausch geht zwar recht flott und dauert nur ein paar Stunden, kann aber trotzdem teuer werden: Der gängige Preis für ein DPF Auto-Ersatzteil liegt zwischen 1.000 und 3.000 Euro, bei manchen Importmodellen können die Kosten sogar noch höher liegen. Grob gilt: Je größer der Motor, desto teurer das Ersatzteil, da der Filter bei größeren Motoren auch mehr Abgase reinigen muss.

Der Ausbau des DPF in einer professionellen Werkstatt kostet dich ein paar hundert Euro (Bild: iStock)

Die Alternative zum Neuteil wäre, den verstopften Dieselpartikelfilter zu reinigen und ihn so wieder annähernd in Neuzustand zu versetzen. Das kommt dich mit 300 bis 500 Euro deutlich günstiger. Allerdings solltest du als ungeübter Schrauber trotzdem eine Werkstatt aufsuchen, die den Ein- und Ausbau des DPF fachkundig erledigt, aber dafür natürlich auch eine Rechnung stellt. Rechne mit Werkstattkosten zwischen zwei und vier Stunden Aufwand, also je nach Werkstatt mit gut 120 bis 400 Euro.

Tipp: Freie Werkstätten haben meist die niedrigsten Stundensätze.

Für die Reinigung des Filters wiederum muss dieser an einen Spezialanbieter verschickt werden. Rechne für die DPF-Reinigung mit etwa drei Tagen, an denen du dein Auto nicht nutzen kannst. Es gibt etliche Anbieter, die Partikelfilter reinigen. Jeder hat eine andere Herangehensweise, um den ganzen Schmutz aus dem Filter zu entfernen. Hitze, Kälte, Chemie, Druckluft und einiges mehr wird eingesetzt.

In einer Sache sind sich alle dieser Spezialunternehmen einig: Der auf ihre Weise gereinigte DPF soll annähernd die Qualität und Filterleistung eines Neuteils erreichen. Wegen der Vielzahl an Anbietern und der Bandbreite an verschiedenen Reinigungsverfahren, welche zum Teil Firmengeheimnisse sind, können wir jedoch leider keine allgemeingültige Empfehlung geben, welcher Spezialanbieter denn nun der Beste ist.

Die gängigsten Reinigungsverfahren bei Partikelfiltern

Bei der Reinigung sind unter den vielen verschiedenen Verfahren die folgenden zwei Optionen die gängigsten für den Partikelfilter: Freibrennen sowie Freispülen. Auch eine Kombination aus beiden Verfahren ist möglich.

Freibrennen

Dabei wird der Filter für mehrere Stunden in einen Brennofen gelegt, damit sich sämtliche Rückstände lösen und zu Asche verbrennen. Beim anschließenden Ausblasen mit Druckluft oder Durchspülen mit einer Flüssigkeit kann die Asche fast vollständig entfernt werden.

Freispülen

Hier übernimmt Chemie die Reinigung des DPF. Dabei wird der Rußpartikelfilter unter Druck von beiden Seiten mit einer wässrigen Lösung durchgespült, um ihn von Rückständen zu befreien. Das Zwei-Wege-Vorgehen ist notwendig, weil sich die Asche im Partikelfilter - je nach Bauweise des Filters - in einseitig geschlossenen Hülsen, in Bälgen, Taschen oder Rohren sammelt. Würde man den Filter nur in einer Richtung durchspülen, würden die Aschereste nicht vollständig entfernt werden.

Die einseitig geschlossenen Hülsen, Bälge, Taschen und Rohre sind auch der Grund, warum Experten eindringlich von Do-It-Yourself-Mitteln wie Additiven und Sprays zum Reinigen des DPF abraten, welche - zur Verwirrung der Verbraucher - selbst von namhaften Marken angeboten werden. Diese sollen, ohne den DPF aus dem Auto ausbauen zu müssen, eine besonders günstige Reinigungsoption darstellen. Allerdings ist dieses Verfahren kontraproduktiv, da die Asche in den Hülsen verbleibt.

Die Reinigungsmittel können sogar mehr schaden als nutzen: Rückstände innerhalb des Filters können mit Ruß und Asche zu einer steinharten Masse und Verkrustungen verbacken, gegen die auch die härtesten Reinigungsverfahren nicht mehr ankommen. Ein auf diese Weise beschädigter Filter kann nur noch gegen ein Neuteil ersetzt werden.

DPF selbst ausbauen und noch mehr Geld sparen

Den Ausbau des Partikelfilters können geübte und erfahrene Schrauber auch selbst ausführen, was einige Hundert Euro an Werkstattkosten sparen kann. Es handelt sich allerdings um eine für Hobbymechaniker ohne Ausbildung sehr zeitintensive Reparatur, die mitunter einen ganzen Tag in Anspruch nehmen kann.

Wer den Rußpartikelfilter selbst ausbauen will, braucht eine Grube oder eine Hebebühne (Bild: iStock)

Der Filter ist bei einigen Automodellen nämlich sehr eng an andere Bauteile anliegend verbaut, welche womöglich ebenfalls kurzzeitig abgeschraubt werden müssen. Zudem ist geduldiges Vorgehen gefragt und am besten auch ein Helfer, um die teils kniffligen Handgriffe kontrolliert ausführen zu können. Wer sich unsicher ist, lässt den Filter lieber in einer professionellen Autowerkstatt wechseln.

Da für den DPF-Ausbau eine Hebebühne oder Grube benötigt wird sowie zu Hause womöglich nicht vorhandenes Werkzeug, bietet sich auch der Besuch einer Hobby-Werkstatt an. Mehrere von uns kontaktierte Do-It-Yourself-Werkstätten haben bestätigt, dass diese Reparatur mit ein wenig handwerklichem Geschick problemlos zu bewerkstelligen ist - je nach Automodell ist der Aus- und Einbau allerdings mehr oder weniger kompliziert. Bei einer Mietwerkstatt ist zur Not aber auch qualifiziertes Fachpersonal anwesend, dass dir bei der Reparatur behilflich sein kann.

Gehe beim Ausbau der Teile und des Partikelfilters vorsichtig vor, damit du empfindliche Bauteile wie die Lambda- oder Staudruck-Sonde nicht beschädigst. Und wenn du schonmal dein Auto von unten siehst, dann inspiziere am besten auch gleich den restlichen Auspuff auf Schäden - schließlich gilt die Auspuffanlage als eines der rostanfälligsten Teile eines Kraftfahrzeugs. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Auspuffs liegt bei etwa fünf bis acht Jahren.

Partikelfilter selber reinigen: Autohersteller raten ab

Die Autohersteller raten übrigens davon ab, den Partikelfilter selber zu reinigen. Egal bei welchem Verfahren könne die Beschichtung des Filters beschädigt werden; ebenso könne das Bauteil beim Aus- und Einbau Schaden nehmen, argumentieren sie. Zudem gelinge die Reinigung nicht zu 100 Prozent. Auf Anfrage des ADAC teilten sämtliche kontaktierte Hersteller und Händler mit, dass die Garantie für das Fahrzeug erlischt, sollten Kunden auf eigene Faust den Dieselpartikelfilter reinigen. Dies gelte auch für daraus resultierende Folgeschäden.

Der ADAC verweist allerdings darauf, dass es sich nicht stichhaltig überprüfen lasse, ob die Reinigungsverfahren nun tatsächlich schlecht oder gut sind. Repräsentative Tests seien nicht möglich, da es eine Vielzahl unterschiedlicher Anbieter für die DPF-Reinigung gebe und der Erfolg des Vorgangs von vielen verschiedenen Faktoren abhänge - etwa dem Grad der Verschmutzung, der Bauform und den Materialien sowie der Beschichtung des Filters.

Sollte dein Auto noch innerhalb des Garantiezeitraums sein, so überlege dir gut, ob du für eine Ersparnis von einigen hundert bis maximal zweitausend Euro den Partikelfilter selber reinigen willst – oder ob du doch lieber den von den Herstellern bevorzugten Austausch vornehmen lässt. Fährst du hingegen einen älteren Diesel ohne Garantieanspruch, so spricht kaum etwas dagegen, das Partikelfilter-Freibrennen bzw. -Freispülen zumindest einmal auszuprobieren.

Achte danach allerdings etwas genauer als sonst darauf, wie sich dein Fahrzeug verhält. Wenn die DPF-Warnleuchte deutlich früher als erwartet wieder aufleuchtet, zum Beispiel schon nach wenigen tausend Kilometern nach der Reinigung, oder wenn der Motor spürbar weniger Leistung liefert, könnte auch ein anderer Defekt vorliegen, der mit der DPF-Reinigung nicht unbedingt in Zusammenhang stehen muss: etwa am Turbolader, der Zylinderkopfdichtung, den Kolbenringen oder den Ventilschaftdichtungen. Dadurch könnte Motoröl in den Brennraum und Rückstände davon wiederum in den Dieselpartikelfilter gelangen.

In diesem Fall solltest du dein Auto von einem Fachmann inspizieren lassen. Ansonsten droht ein schwerer Schaden am Motor und die Ersparnis durch das Partikelfilter Reinigen ginge für eine womöglich deutlich umfangreichere Reparatur drauf. Das wäre ziemlich Schade - ist aber auch vermeidbar.

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