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Diesel oder Benziner - der große Vergleich
September 4, 2019
Kaufratgeber

Diesel oder Benziner - der große Vergleich

Der Diesel ist in den letzten Jahren in Verruf geraten. Hat jetzt endgültig der Benziner die Nase vorn? Oder lohnt es sich noch, einen Diesel zu kaufen? Wir schauen uns die gängigsten zwei Antriebsarten einmal genauer an und wagen eine Prognose zur Zukunft dieser Motoren.

Die Technik von Diesel und Benziner

Vergleicht man Benziner und Diesel, scheint es heutzutage relativ egal zu sein, was von beidem man kauft: In jedem Segment finden sich beide Motorvarianten und weder Verbrauchs-, noch Leistungswerte liegen exorbitant auseinander. Doch technisch unterscheiden sich diese beiden Antriebsarten dann doch in einigem. Wir stellen darum zunächst einmal kurz die Funktionsweisen vor. 

Gemeinsamkeiten

In modernen Autos sind sowohl Otto- als auch Diesel-Motoren „Viertaktmotoren“. Bei Motoren dieser Art erfolgt ein sog. “Arbeitsspiel”, also ein einziger Verbrennungszyklus in vier Takten bzw. Kolbenhüben: erstens ansaugen, zweitens verdichten und zünden, drittens arbeiten und viertens ausstoßen. Durch die Verbrennungen in den Zylindern werden die Kolben auf und ab bewegt. Über die Kurbelwelle werden die dadurch entstehenden Kräfte in ein Drehmoment umgewandelt, das über die Kupplung an das Getriebe und zuletzt an die Räder weitergegeben wird.

Wie funktioniert ein Otto-Motor?

Bei einem Otto-Motor mit Vergaser oder Saugrohreinspritzung saugen die Kolben ein Kraftstoff-Luft-Gemisch in den Zylinder (“äußere Gemischbildung”). Bei einem Otto-Motor mit heute üblicher Direkteinspritzung wird nur Luft angesaugt. Sie vermischt sich erst im Zylinder mit dem Benzin (“innere Gemischbildung”). Doch egal, wie die Gemischbildung beim Benzin-Motor stattfindet, immer wird das fertige Gemisch durch die Aufwärtsbewegung des Kolbens verdichtet und dann von einer Zündkerze gezündet (“Fremdzündung”), woraufhin der Kolben nach unten gedrückt wird.

Die effiziente Vermischung von Luft und Benzin vor der Verdichtung ist möglich, da Benzin schnell verdampft, sich also schnell mit Luft mischt. Sein niedriger Flammpunkt sorgt dafür, dass schon ein Funke der Zündkerze genügt, um es in Brand zu setzen. Die Zündung eines fertigen Gemisches hat den Vorteil, dass sich die Verbrennung gleichmäßig im Zylinder ausbreitet, was Otto-Motoren leise und vibrationsarm macht.

Je mehr Gas man bei einem Benziner gibt, desto weiter öffnet sich die Drosselklappe. Es wird mehr Luft angesaugt und mit mehr Kraftstoff gemischt, wobei das optimale Verhältnis des Gemisches immer gleich bleibt: Auf einen Teil Benzin kommen rund 15 Teile Luft. Da man beim Benziner lediglich die Gemischmenge variiert, nicht aber dessen Zusammensetzung, spricht man von “quantitativer Gemischregulierung”.

Wenn sich mehr Kraftstoff-Luft-Gemisch im Zylinder befindet, ist die Verdichtung größer und die stattfindende Verbrennung stärker: Es wird mehr Druck auf den Kolben ausgeübt. Entsprechend größer ist die Kraft, die letztlich an den Antrieb weitergegeben wird. Der Wagen beschleunigt. 

Pros & Cons

Schnelleres Erreichen der Betriebstemperatur
Geringerer Schadstoffausstoß
Niedrigerer Anschaffungspreis
Größere Laufruhe
Sportlicherer Motorsound
Höherer Kraftstoffverbrauch
Höhere Kraftstoffkosten
Anfälligere Abgasanlage
Tendenziell höherer CO2-Ausstoß

Wie funktioniert ein Diesel-Motor?

Diesel hat andere chemische Eigenschaften als Benzin: Er ist weniger flüchtig und vermischt sich daher nicht ohne Weiteres mit Luft. Außerdem ist der Flammpunkt dieses Kraftstoffes höher. Er muss darum auf eine andere Art gezündet werden als Benzin.

Bei einem Diesel-Motor saugt der Kolben Luft an und verdichtet sie dann in einem hohen Maße, wodurch sie sich stark erhitzt. Dann wird über die Einspritzdüse mit hohem Druck zerstäubter Diesel in den Zylinder gesprüht. Durch die Reibung an der heißen Luft entzündet sich der Kraftstoff selbst (“Selbstzündung”). Beim Diesel findet die Vermischung von Kraftstoff und Luft also erst während der Verbrennung statt. Dadurch dass Kraftstoff und Luft nicht vorgemischt gezündet werden, läuft die Verbrennung unkontrolliert ab, was für mehr Lärm sorgt und den Motor stärker vibrieren lässt, als das bei einem Benziner der Fall ist.

Diesel-Motor von Mercedes
Diesel-Motor von Mercedes

Ein weiterer Unterschied von Dieseln und Benzinern ist die Art der Gemischregulierung: Während diese beim Otto-Motor quantitativ stattfindet (s. o.), ist sie beim Diesel qualitativ. Das bedeutet: Die Menge der angesaugten Luft ist beim Diesel immer gleich; es gibt keine Drosselklappe. Gibt man beim Diesel Gas, wird nur die Menge an eingespritztem Kraftstoff erhöht. Mehr Kraftstoff, der sich an der ohnehin sehr heißen und stark verdichteten Luft entzündet, bedeutet eine stärkere Verbrennung und damit mehr Druck auf den Kolben. 

Insgesamt benötigen Diesel weniger Treibstoff als Benziner, da Diesel eine um ca. 15 Prozent höhere Energiedichte hat als Benzin. Ein Liter Diesel stellt also mehr Brennmaterial zur Verfügung als ein Liter Benzin. Außerdem wird die Frischladung in Diesel-Motoren durch höhere und schmalere Zylinder stärker verdichtet. Mit anderen Worten: Die Kolben wandern - bei gleichem Hubraum - eine größere Strecke auf und ab. Dadurch ist das Drehmoment beim Diesel größer. Vor allem beim Beschleunigen und bei Fahrten mit niedrigen Drehzahlen benötigt er darum weniger Energie bzw. Kraftstoff. Otto-Motoren erzielen keine so hohen Verdichtungen wie Diesel-Motoren, da sich das Kraftstoff-Luft-Gemisch bei einer sehr starken Verdichtung selbst entzündet (“Fehlzündungen”). Bei Dieseln ist diese Gefahr nicht gegeben, da nur Luft verdichtet wird und diese sich nicht selbst entzünden kann.

Wegen der höheren Drücke, der heißeren Temperaturen und der stärkeren Vibrationen sind Diesel- stabiler und schwerer konstruiert als Otto-Motoren. Dadurch sind Diesel materialaufwendiger, ergo teurer. Gerade für Vielfahrer rechnet sich ein Diesel aufgrund der Kraftstoffersparnisse und der günstigeren Preise an der Tankstelle aber meistens dennoch.

Pros & Cons

Geringerer Verbrauch
Geringere Kraftstoffkosten
Robustere Abgasanlage
Tendenziell weniger CO2-Ausstoß
Höherer Anschaffungspreis
Steigende Kfz-Steuer
Ungünstigere Versicherungskonditionen
Größerer Ausstoß von Stickoxiden und Feinstaub
Drohende Fahrverbote für ältere Fahrzeuge
Risiko von hohem Wertverlust

Unterschiede bei den Abgasen

Otto- und Benzin-Motoren haben unterschiedliche Abgasprofile, denn erstens unterscheiden sich Benzin und Diesel chemisch und zweitens entstehen bei der Verbrennung in einem Diesel-Motor höhere Temperaturen. Generell muss man bei den Abgasen zwischen dem klimaschädlichen CO2 und anderen Schadstoffen wie Feinstaub oder Stickstoffoxiden trennen.

CO2 entsteht, wenn kohlenstoffhaltige Kraftstoffe verbrannt werden. Sowohl Otto- wie auch Diesel-Motoren stoßen demnach CO2 aus. Da Diesel weniger Kraftstoff verbrauchen als Benziner, sind sie tendenziell klimafreundlicher unterwegs. Allerdings sind Diesel-Motoren oft relativ leistungsstark, unter anderem, weil sie gerne in großen Wagen wie SUVs oder Kombis verbaut werden. Dadurch sind viele Diesel absolut gerechnet nicht CO2-arm unterwegs. Dazu legt eine Studie vom Mai 2019 nahe, dass zumindest Benziner aus der Kompakt-Klasse und anderen kleineren Segmenten entgegen der landläufigen Meinung sogar weniger CO2 ausstoßen als vergleichbare Diesel.

Was die Stickoxide angeht, ist hingegen klar, wer die Nase vorn hat: der Benziner. Ein Grund dafür ist der Drei-Wege-Katalysator, der nur in Benzinern verbaut werden kann. Er reduziert unter anderem Stickoxide zu Stickstoff. Des Weiteren sorgen die niedrigeren Verbrennungstemperaturen im Otto-Motor dafür, dass vor vorneherein weniger Stickoxide entstehen. Ältere Diesel produzieren etwa dreimal so viele Stickoxide wie vergleichbare Benziner. Neueste Diesel-Modelle verfügen hingegen über SCR-Katalysatoren, durch die die Stickoxide mittels Harnstoff (auch “AdBlue” genannt) in Stickstoff umgewandelt werden. Dadurch können auch Diesel die strengen Euro-6-Normen erfüllen.

Feinstaub war anfangs vor allem bei Diesel-Motoren mit Direkteinspritzung ein Problem. Rußpartikelfilter haben die Lage aber entschärft, nachdem die Politik Grenzwerte für den zulässigen Feinstaubausstoß von PKW festgesetzt hat. Da auch immer mehr Benziner mit Direkteinspritzung arbeiten, gelten diese Grenzwerte mittlerweile auch für entsprechend ausgerüstete Benziner.

Benziner vs. Diesel - der direkte Vergleich

Nachdem wir uns nun mit den Grundlegenden Aspekten der Technik auseinandergesetzt haben, sind folgenden Pros und Kontras für Benziner und Diesel leichter nachzuvollziehen. 

Lohnt es sich noch einen Diesel zu kaufen?

Die Frage ist schwer zu beantworten. Einerseits hat der Ruf des Diesels in den letzten Jahren stark gelitten. (Streckenweise) Fahrverbote in einigen Städten und der Rückzug von Herstellern wie Toyota, Volvo oder Honda aus dieser Technologie vermitteln den Eindruck, als würde der Diesel bereits zu Grabe getragen. Andererseits setzen aber gerade die deutschen Hersteller nach wie vor großes Vertrauen in Diesel-Motoren. In ihren Augen punkten die Selbstzünder mit ihrem geringeren CO2-Ausstoß und dem Potenzial, in Zukunft noch einmal weniger zu verbrauchen als momentan.

Diesel oder Benziner kaufen?
Diesel an der Tankstelle

Die Gretchenfrage ist, ob man den Ausstoß von Stickoxiden und Feinstaub in den Griff bekommt. Und so wie es sich derzeit abzeichnet, scheint das der Fall zu sein. Einige neuen Diesel-Modelle von Mercedes, BMW und VW können schon heute im Straßenbetrieb die Grenzwerte von 80 mg/km einhalten, die die Euro-6d-Norm ab dem 01. Januar 2021 lediglich für Prüfstandsmessungen vorgeben wird. Im Straßenbetrieb werden dann noch 120 mg/km erlaubt sein. Das zeigt, dass die Technologie de facto schon jetzt bereit für eine weitere Normverschärfung ist. 

Auch beim Thema Feinstaub scheinen moderne Diesel über die Kritik an ihren älteren Brüdern erhaben. Eine renommierte Autozeitschrift hat jüngst die Behauptung von einigen Autoherstellern und -zulieferern überprüft, dass aktuelle Diesel-Modelle ihre Umgebungsluft nicht verschmutzen, sondern im Gegenteil sogar reinigen. 

Bei der Untersuchung, für die vier Autos aus verschiedenen Segmenten in fünf Betriebszuständen getestet wurden, kam heraus, dass dies zumindest teilweise richtig ist: Fährt ein Diesel mit modernem Rußpartikelfilter an einem Tag mit hohen Feinstaubwerten durch die Stadt, stößt er bessere Luft aus, als er eingesaugt hat. Insofern nicht gerade der Filter regeneriert wird, was kurzzeitig für einen sehr hohen Feinstaubausstoß sorgt, können zwei Modelle sogar saubere Luft noch verbessern.

Tests wie dieser sind natürlich immer mit Vorsicht zu genießen und es gibt auch einige Kritikpunkte an der heutigen Rußpartikelfilter-Technologie. Fakt ist aber, dass die Feinstaub-Grenzwerte für Diesel und Benziner mit Direkteinspritzung bereits seit zehn Jahren gleich sind. Diesel dürfen also in dieser Hinsicht nicht “dreckiger” unterwegs sein als Benziner. Ob die Grenzwerte generell zu hoch sind, ist indes eine andere Frage.

Insgesamt kann man Diesel-Freunden wohl nur raten, fortan auf Modelle zu setzen, welche die Euro-6d-Temp- bzw. die Euro-6d-Norm erfüllen. Damit sind sie bis auf Weiteres auf der sicheren Seite und können in Ruhe abwarten, wie sich das Thema Diesel entwickelt. Glaubt man aktuellen Ankündigungen aus der Automobil-Industrie ist das Thema “Diesel oder Benziner” langfristig ohnehin erledigt, denn Branchengrößen wie VW planen bereits eine allumfassende E-Wende: Gegen Mitte des Jahrhunderts soll der Verbrennungsmotor als solcher der Vergangenheit angehören.

Gebrauchte Diesel und Benziner

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Moritz Pohl
Moritz Pohl

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