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Die neuen E-Auto-Marken
30. März 2021
Elektromobilität

Die neuen E-Auto-Marken

Elektromobilität ist in der aktuellen Zeit wohl eines der am meisten diskutierten Themen der Automobilbranche. Knapper werdende fossile Kraftstoffe wie Benzin und Diesel sowie der berechtigte Ruf nach mehr Klimaschutz feuern die Diskussionen über alternative Antriebstechnologien weiter an und führen zu einer stetig steigenden Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft. Allerdings müssen gemeinsam mit dem Antriebskonzept auch viele weitere Anpassungen am Fahrzeug vorgenommen werden, weshalb oftmals das komplette Fahrzeugkonzept überdacht werden muss.

Genau hier wittern aufstrebende Start-ups ihre Chance: Sie müssen keinen aufwendigen Paradigmenwechsel vollziehen, sondern können ihre Prozesse und Entwicklungsmethoden von vornherein auf einen Elektroantrieb ausrichten. Dies führt dazu, dass in der letzten Zeit einige vielversprechende E-Auto-Marken in den mächtigen Automobilmarkt eingetreten sind und jetzt die Big Player der Automobilbranche herausfordern.

Die Motivation für den Markteinstieg

Der Markt für elektrifizierte Fahrzeuge stieg in den vergangenen Jahren in Deutschland exponentiell an. 2016 lag die Anzahl an PKW mit reinem Elektro- oder Hybridantrieb, die seit 2010 neu zugelassen wurden, bei etwa 50.000 Einheiten. Ca. anderthalb Jahre später waren es bereits 100.000 Fahrzeuge. Im Jahr 2019 übertrafen die Neuzulassungen seit 2010 die Marke 200.000, am 31. Dezember 2020 waren es 702.981 Fahrzeuge, davon etwa 51 Prozent als rein batteriebetriebene Ausführungen.

Die Zahl der E-Autos in Deutschland wächst seit Jahren konstant (Bild: iStock)

Getrieben wird diese Entwicklung unter anderem durch verschiedene Förderprogramme der deutschen Bundesregierung. Hierzu zählt beispielsweise ein Umweltbonus von bis zu 9.000 Euro für ein Batterie-Elektrofahrzeug bzw. 6.750 Euro für einen von außen aufladbaren Plug-In-Hybrid.

Darüber hinaus sind Elektro- und Hybridfahrzeuge aufgrund steuerlicher Vorteile auch als Firmenwagen sehr attraktiv. Während die Steuer bei einem Firmenfahrzeug mit konventionellem Antrieb für die private Nutzung ein Prozent des Bruttolistenpreises monatlich beträgt, sind es bei einem Hybridfahrzeug lediglich 0,5 Prozent, bei einem reinen Elektroauto sogar nur 0,25 Prozent.

Allerdings treiben nicht nur finanzielle Aspekte die Verbreitung von Elektroautos nach vorne, sondern auch politische Übereinkünfte – insbesondere das in Paris geschlossene Klimaschutzabkommen, das alle Teilnehmer anhält, Schadstoffemissionen zu reduzieren, um die Klimaerwärmung zu verlangsamen. Hierzu zählen selbstverständlich auch die durch Verbrennungsmotoren ausgestoßenen Schadstoffe wie Kohlenstoffmonoxid.

Einige europäische Länder haben hierfür schon drastische Schritte unternommen. Norwegen will beispielsweise ab 2025 keine Neuzulassungen von reinen Verbrennungsmotoren mehr erlauben, Schottland plant einen Ausstieg im Jahr 2032. Doch auch in Deutschland zeichnen sich erste bedeutende Schritte hin zur Elektromobilität ab. So wird beispielsweise die VW-Tochter Audi keine neuen Verbrennungsmotoren mehr entwickeln, sondern nur noch bereits entwickelte Motoren an möglicherweise veränderte Emissionsrichtlinien anpassen.

Aufstrebende Elektro-Auto-Marken

Aufgrund der steigenden gesellschaftlichen Akzeptanz und des damit größer werdenden Marktvolumens steigen immer mehr innovative Marken mit modernen, unbelasteten Konzepten in den Markt der Elektroautos ein. An dieser Stelle möchten wir dir einige vielversprechende Vertreter präsentieren.

Rimac – E-Performance in Perfektion

Der fast 2.000 PS starke Rimac C_Two in seiner Produktionsstätte (Bild: Rimac)

Gleich zu Beginn möchten wir dir mit Rimac einen Vertreter von purem Fahrspaß, unglaublichen Fahrleistungen und einem sehr hohen Qualitätsanspruch vorstellen. Rimac wurde 2009 von seinem Namensgeber Mate Rimac im kroatischen Zagreb gegründet und ist für seine elektrischen Supersportwagen bekannt.

Nach einem brachialen Prototyp auf Basis eines BMW E30 folgte mit dem Concept_One das erste in Serie hergestellte Fahrzeug mit 1.224 PS und 1.600 Nm Drehmoment, das den Sprint von null auf Tempo 100 in 2,5 Sekunden schaffte. Die Batterie weist eine Leistung von 90 kWh auf. 2016 wurde der mit 1.384 PS noch stärkere Concept_S vorgestellt, der den Spurt aus dem Stillstand auf 300 km/h in sagenhaften 13,1 Sekunden absolviert. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 365 km/h und die Akkuleistung 91 kWh.

Das aktuelle Modell C_Two wird auf eine Stückzahl von 150 Einheiten limitiert und soll vermutlich deutlich über eine Million Euro kosten. Ein stolzer Preis, doch hierfür bekommt die Käuferin ein unvergleichliches Fahrzeug mit Fahrleistungen, die ihresgleichen auf dem Elektrofahrzeugmarkt suchen: 1.914 PS, 2.300 Nm Drehmoment, von 0-100 km/h in unter zwei Sekunden und 412 km/h Höchstgeschwindigkeit, die Batterie leistet 120 kWh. Dazu hat der Rimac ein modernes, futuristisches Design und ist qualitativ auf höchstem Niveau.

Daher ist es kein Wunder, dass der deutsche Sportwagenhersteller Porsche im März 2021 seinen Unternehmensanteil am kroatischen Start-up von 15 auf 24 Prozent erhöhte und somit die Zusammenarbeit und das Schöpfen von Synergien noch weiter ausbauen möchte.

Lucid – Hochwertige E-Autos aus den USA

Fertigung in der Wüste: Die Fabrik von Lucid in Casa Grande, Arizona (Bild: Lucid)

Deutlich alltagstauglicher als Rimac hat sich das 2007 gegründete und im US-amerikanischen Kalifornien ansässige Unternehmen Lucid aufgestellt. Im Jahr 2016 wurde das Konzeptfahrzeug Lucid Air (s. Titelbild, Rechte: Lucid) vorgestellt, 2020 ging das Modell in Serie und soll im zweiten Halbjahr 2021 ausgeliefert werden.

Der Lucid Air ist in vier verschiedenen Ausstattungsvarianten verfügbar. Den Einstieg bietet der Air Pure mit 480 PS und einer Reichweite von etwa 406 Meilen (ca. 653 Kilometer) und einer Akkuleistung von 85 kWh zu einem Preis ab 69.900 US-Dollar (ca. 58.900 Euro). Darüber ist der Air Touring mit gleicher Reichweite und Batterie und 620 PS ab 87.500 US-Dollar angesiedelt, gefolgt vom Lucid Air Grand Touring mit 800 PS und einer Reichweite von 517 Meilen (ca. 832 Kilometer) bei einer Akkuleistung von 110 kWh und einem Preis ab 131.500 US-Dollar. Das Topmodell mit sagenhaften 1.080 PS schlägt mit mindestens 161.500 US-Dollar zu Buche.

Die Ernsthaftigkeit des Vorhabens bestärkt Lucid durch die Fusionierung mit Churchill Capital und dem direkten Gang an die Börse. Damit positioniert sich das Unternehmen als ernstzunehmender Automobilhersteller und stellt sich als direkter Konkurrent von Tesla auf.

Polestar – schwedisch-chinesische Kooperation für den Alltag

Der viertürige GT Polestar 4 soll ab 2022 u. a. dem Porsche Taycan Konkurrenz machen (Bild: Polestar)

Bei Polestar handelt es sich um ein Joint-Venture des schwedischen Automobilherstellers Volvo und des chinesischen Fahrzeugherstellers Geely. Das Joint-Venture wurde 2005 zunächst als Volvo-interner Tuner eingeführt, hat sich seit 2017 allerdings auch als Marke für Elektroautos etabliert.

Beim 2017 vorgestellten Polestar 1 handelt es sich um ein hochwertiges Plug-In-Hybrid-Coupé mit einer maximalen Systemleistung von 609 PS und 1.000 Nm Drehmoment. Durch den großzügigen Einsatz von Kohlefasern konnten einerseits eine sehr moderne und zeitlose Linienführung und andererseits signifikante Gewichtseinsparungen erzielt werden. Dies kommt der für ein Plug-In-Hybrid-Fahrzeug außerordentlich großen elektrischen Reichweite von etwa 124 Kilometern zugute, die Akkuleistung liegt bei 34 kWh. Die Preise des Polestar 1 starteten bei 155.000 Euro.

2019 folgte ein zweites, diesmal rein elektrisch angetriebenes Modell mit dem Namen Polestar 2, die Auslieferung startete im Juli 2020. Im Gegensatz zum Polestar 1 orientiert sich der Polestar 2 sowohl preislich als auch karosserietechnisch an der gehobenen Mittelklasse. Mit einer Dauerleistung von 218 PS, einer Batterie mit 75 kWh Leistung und einer Reichweite von 470 km gemäß WLTP ist das Auto zu einem Preis ab 57.900 Euro für nahezu alle Alltagssituationen bestens gerüstet.

Natürlich sieht sich Polestar als direkten Konkurrenten des US-amerikanischen Herstellers Tesla und greift mit dem Polestar 2 hauptsächlich den Tesla Model X an. Um die Präsenz in Deutschland weiter zu erhöhen und noch mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, eröffnete Polestar Ende 2020 beispielsweise weitere Standorte in Köln, Hamburg und Stuttgart.

Chinesische Marken auf dem Vormarsch

Das E-SUV ES6 kommt wegen zu schlechten Crash-Eigenschaften (vorerst) nicht nach Deutschland (Bild: Nio)

China ist nicht nur mit Geely in Form des Joint-Ventures Polestar auf dem Markt für Elektroautos vertreten, sondern schickt noch weitere Marken ins Rennen. Hier ist beispielsweise das Unternehmen Nio zu nennen, das auf dem chinesischen Markt bereits fest etabliert ist. Nio hat mit den Modellen EP9, ES8, ES6, EC6 und ET7 insgesamt fünf rein elektrische Fahrzeuge im Programm.

Beim EP9 handelt es sich um einen Elektro-Supersportwagen mit insgesamt 1.360 PS, die anderen vier Fahrzeuge sind dagegen als Fahrzeuge für das tägliche Leben ausgerichtet. Beim ES8, ES6 und EC6 handelt es sich um moderne und alltagstaugliche SUVs mit bis zu sieben Sitzen, der ET7 ist eine knapp 5,10 Meter lange Limousine mit einer maximalen Reichweite von 1.000 Kilometern.

Des Weiteren ist Xpeng (oder auch Xiaopeng Motors) als aufstrebender chinesischer Vertreter auf dem Markt der Elektroautos zu erwähnen. Das 2014 gegründete Unternehmen mit Sitz in Guangzhou stellte 2018 mit dem SUV-Modell G3 sein erstes Serienfahrzeug zu einem Preis ab 149.800 Yuan (ca. 19.400 Euro) vor. 2019 folgte mit dem Modell P7 eine Limousine mit einer elektrischen Reichweite von bis zu 706 Kilometern ab einem Preis von 229.900 Yuan (ca. 29.700 Euro). Mit diesem Modell zielt Xpeng auf den sehr erfolgreichen Tesla Model 3.

Im Jahr 2018 führte der chinesische Automobilriese Great Wall Motors (kurz GWM) eine weitere Elektromarke namens Ora ein, die sich vor allem durch kleine und günstige Stadtautos und Kompaktfahrzeuge auf dem Markt etablieren möchte. Den Anfang machte der Kompaktwagen Ora IQ im Jahr 2018, darauf folgten die Kleinstwagenmodelle R1 im Jahr 2019 und R2 im Jahr 2020. Außerdem kam mit dem Modell Haomao (bzw. mit der internationalen Bezeichnung „Good Cat“) ein weiteres Elektrofahrzeug der Kompaktklasse, mit einer Reichweite von über 500 Kilometern, auf den Markt.

Hat die Elektromobilität eine Zukunft?

Die Anzahl an Elektroautos hat sich in den vergangenen Jahren rasant vervielfacht und viele bereits gestandene Marken, aber auch einige Newcomer springen auf den Zug hin zu alternativen Antriebstechnologien auf. Allerdings gibt es auch immer wieder kritische Stimmen zum Thema Elektromobilität, und dies auch zu Recht.

Ein bedeutender Nachteil ist die aktuelle Reichweite von Elektrofahrzeugen. Hersteller werben zwar teilweise mit Reichweiten von über 1.000 Kilometern bei voll geladenem Akku, doch diese Werte werden meist nur unter Idealbedingungen erreicht. Durch äußere Einflüsse, wie Hitze, Kälte oder durch einen nicht ganz so sanften Gasfuß, fallen die real erzielbaren Reichweiten deutlich.

Doch selbst wenn die versprochenen Reichweiten erreicht werden könnten, so sind noch immer Lademöglichkeit für das Elektrofahrzeug notwendig. Nicht jeder hat die Möglichkeit, sein Elektrofahrzeug in einer eigenen Garage zu laden, vor allem nicht in dicht besiedelten Städten. Stand März 2021 gibt es in Deutschland 35.076 Normalladepunkte und 5.730 Schnellladepunkte, was gemessen an etwa 48,25 Millionen Fahrzeugen insgesamt in Deutschland (Stand Januar 2021) bei weitem nicht ausreicht, sollten alle konventionell angetriebenen Fahrzeuge durch Elektroautos ersetzen werden.

Demnach gilt es, das Stromnetz hinsichtlich seiner Stabilität und seiner Anzahl an allgemein zur Verfügung stehenden Lademöglichkeiten auszubauen, um Elektromobilität in die breite Masse bringen zu können. Die ersten Schritte hierfür sind bereits getätigt, müssen jedoch in den folgenden Jahren weiterhin verfolgt und ausgebaut werden. In diesem Fall könnten Elektroautos Verbrenner als Verkehrsmittel erster Wahl ablösen und weitere Innovationen durch aufstrebende Hersteller von Elektrofahrzeugen auf den Markt gebracht werden.

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